LE: Solidarität mit Antifas in UA und RU

AutorIn des Beitrags 25.08.2010 17:20 Themen: Antifa Weltweit
Nach Übergriffen auf antirassistische Fußballfans von Arsenal Kiew (Ukraine) und FC Karilien-Discovery (Russland) zeigen sich Fans des Roten Stern Leipzig solidarisch. Für kommenden Freitag planen Antifaschist_innen eine Demonstration zu Vertretungen beider Länder.
Nach den Angriffen (weiterer Bericht) auf die antirassistischen Fußballfans von Arsenal Kiew und FC Karilien-Discovery, zeigten sich die Fans des Roten Sterns Leipzig beim vergangenen Heimpsiel mit Spruchbändern solidarisch. Auf den Tapeten waren die Aussagen "Solidarity with Arsenal Kiew + FC Karilien-Discovery" und "Fight facism and racism- Antifa!" zu lesen. Fans des Roten Sterns Leipzig wissen was es heißt, für ihr politisches Engagement angegriffen zu werden. So kam es am 24.10.2009 zu einem Überfall von 50 bewaffneten Neonazis auf Spieler und Fans des Leipziger Fußballvereins Roten Stern Leipzig in Brandis. Als Reaktion wurde am 7.4.2010 eine antifaschistische Demonstration vor dem Wiederholungsspiel in Brandis durchgeführt.

Leider gingen nach dem Überfall in Brandis die Probleme mit Nazis in Zusammenhang mit Auswärtsspielen des Roten Sterns nicht zu Ende. So kam es bei den Spielen in Mügeln und Schildau zu weiteren Zwischenfällen.

Mittlerweile wurden 5 Angreifer, die an dem Übergriff in Brandis beteiligt waren, verurteilt. Doch nicht nur im Fußball kommt es in letzter Zeit zu vielen Angriffen von Neonazis. So kam es in der letzten Woche zu 2 Brandanschlägen auf linke Wohnprojekte in Dresden. Auch in Freiberg wurden vor ein paar Wochen Geschäfte von Migranten_innen angezündet. In Chemnitz, Radeberg und Meerane wurden ebenfalls in den letzten Wochen und Monaten linke Projekt und Menschen von Nazis angegriffen. Es kann also von einer steigenden Aktivität und Militanz der Naziszene gesprochen werden.

Leipziger Antifaschist_innen wollen es nicht nur bei Solidaritätsbekundungen im Stadion belassen

In Leipzig wird mittlerweile zu einer Demonstration am kommenden Freitag den 27.8. aufgerufen. Inhaltlich setzt sich die Demonstration mit den Naziterror in Osteuropa auseinander und will sich solidarisch mit allen Menschen faschistischer Gewalt zeigen. Weitere Ziele sind wohl Öffentlichkeit zu dieser Thematik zu erzeugen und Druck auf die jeweiligen Regierungen auszuüben. So endet die Demonstration am russischen Konsulat und führt am ukrainischen Honorarkonsulat vorbei.

Videos von einem der Übergriffe und weitere Links zu den Übergriffen in Russland und der Ukrainie:

http://www.youtube.com/watch?v=b5919h-Qjsw&feature=player_embedded
http://www.youtube.com/watch?v=dKpuD3E2e7E&feature=player_embedded
http://www.antifa.ru/4832.html
http://www.avtonom.org/en/node/13004

http://de.indymedia.org/2010/08/288113.shtml
http://linksunten.indymedia.org/de/node/24351

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/08/21/gewaltorgie-gegen-linke-fusballfans_4378
http://npd-blog.info/2010/08/21/ukraine-gewaltorgie/
http://redquote.blogsport.eu/2010/08/21/gewaltorgie-gegen-linke-fusballfans/

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Ergänzungen

Aufruf zur Demonstration am Freitag in LE

Antifa 25.08.2010 - 17:41
Kein Angriff bleibt unbeantwortet!
Никакое нападение не остаётся безответным

Solidarität mit allen Opfern faschistischer Gewalt - Weltweit!
Солидарностъ со всеми жертвами фашистского насилия по всему миру

Wenn in Kiew bei einem Fußballspiel durch Transparente Solidarität mit inhaftierten Antifaschist_innen aus Russland ausgedrückt wird, muss Mensch um das eigene Leben bangen. Ein junger Mann der sich am 15. August dieser - in der rechts-geprägten Fußballszene der Ukraine - ungewöhnlichen Geste anschloss, liegt mit mehreren Stichwunden in der Lunge im Krankenhaus. Nach dem Spiel wurden die als antirassistisch und antifaschistisch geltenden Arsenal Kiew-Fans von 50 Neonazis überfallen. Die Angreifer waren mit Messern und Schlagringen bewaffnet und riefen „Heil Hitler“ und „White Power“. Während des Kampfes drohten die Neonazis, die Arsenal Kiew-Fans umzubringen – einem bewusstlos auf dem Boden liegenden Antifaschist wurde mit einem Messer erst in den Brustkorb und anschließend drei Mal in den Rücken gestochen. Seine Lunge wurde schwer verletzt, nach einer Operation ist sein Zustand zunächst stabil. Ein anderer Antifaschist wurde mit herausgeschlagenen Zähnen, vorübergehendem Gedächtnisverlust und Gehirnverletzung ins Krankenhaus gebracht. Andere Arsenal-Fans erlitten unterschiedlichste Verletzungen, u.a. schwere Verbrennungen im Gesicht. Nur einen Tag vorher stürmten in Pushkin (südlich von St. Petersburg) etwa 100 – laut Augenzeug_innen paramilitärisch organisierte – teilweise Vermummte ein Stadion und gingen u.a. mit Schreckschusswaffen, Messern und Wurfgeschossen auf die anwesenden linken Fußballfans los. Einige der Angreifer waren bereits durch andere Übergriffe mit neonazistischem Hintergrund einschlägig bekannt. Auch hier ist es reine Glückssache, dass es keine Toten gab. Die Polizist_innen vor Ort griffen weder ein noch forderten sie Verstärkung an.
Dem Vorgehen der militanten Neonazis liegt ein Trend zu Grunde: In Russland gab es im Jahr 2008 110 rassistisch motivierte Morde, 2009 waren es 71. Die Zahlen für die Ukraine sind unzuverlässiger, da auch hier die Strafverfolgungsbehörden häufig die Verfolgung der Straftaten verweigern und aktiv an der Beschneidung der Rechte der Opfergruppen durch Erpressung, Drohung und Anwendung physischer Gewalt beteiligt sind.

In zahlreichen osteuropäischen Staaten organisiert sich eine radikale Rechte, die nicht mehr Randgruppe, sondern schon tief verwurzelt im Bewusstsein und politischen Handeln der Gesellschaft ist. Bewaffnete rechte Milizen trainieren in der Ukraine und in Russland für die Machtübernahme. Nazis verüben Anschläge und Morde gegen Migrant_innen aus dem Kaukasus. Mobs aus Bürgern, Neo-Nazis und Staatsmacht greifen gemeinsam Gay-Pride-Paraden wie z.B. in Warschau, Budapest oder Moskau an. Auch in Deutschland haben Quantität und Qualität von Naziübergriffen in den letzten Jahren und Wochen zugenommen. So kam es in der letzten Woche zu 2 Brandanschläge auf linke Wohnprojekte in Dresden. Auch in Freiberg wurden Geschäfte von Migranten_innen angezündet. In Chemnitz, Radeberg und Meerane wurden ebenfalls in den letzten Wochen linke Projekt und Menschen von Nazis angegriffen.

Wir wollen mit der Demonstration uns mit jenen Menschen solidarisieren, die sich offen gegen die Nazis stellen und dafür ermordet, verletzt und verfolgt werden. Wir sind nicht bereit dem Schweigen und verharmlosen der Angriffe weiter tatenlos zu zuschauen. Wir wollen unsere Solidarität auf die Straße tragen und lautstark und unmissverständlich unseren Protest vor der russischen und ukrainischen Vertretung üben, denn in der Ukraine als auch in Russland wollen die Ermittlungsbehörden von ideologisch-politischen Hintergründen der Taten nichts wissen, die Angriffe werden als Hooliganismus und somit unpolitisch abgetan.
Zeigen wir, dass uns die Opfer des Naziterrors, egal ob in Russland, der Ukraine, Deutschland oder weltweit, nicht egal sind!
Siempre Antifascista!


Antifaschistische Demonstration

Fr. 27.8. 19:00Uhr

Karl-Liebknecht-Str. Ecke Scharnhorststr. (Kant-Gymnasium)

Haltestelle: Karl-Liebknecht-Str/ Kurt-Eisner-Str

Plakat

Plakat 25.08.2010 - 18:56
Plakat

Kein Angriff bleibt unbeantwortet

St Pauli Antifa 25.08.2010 - 22:22
Kein Angriff bleibt unbeantwortet:
 http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=410887738&blogId=538471591
Wehret den Anfängen! Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft! Viva St Pauli!

Kein Angriff bleibt unbeantwortet dd

AFA 26.08.2010 - 10:34
Brandanschlag auf alternatives Wohnprojekt in Dresden-Pieschen

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 3 Kommentare

Soli-Aktion

Fussballer 25.08.2010 - 19:53
Auch in Babelsberg gab es bei dem Spiel gegen Aahlen mehrere Soli-Transpis in der Nordkurve zu den Begebenheiten in der Ukraine.

nich uk

sollte es heißen 25.08.2010 - 19:56
sondern UA

Uk heißt united kingdom
oder ist die bezeichnung der ukrainischen sprache
aber das land ist mit UA abzukürzen

...

Hallo Joe! 26.08.2010 - 21:17
Solange niemand direkt rassistisch oder sexistisch bepöbelt wird gilt: POLITIK RAUS AUS DEM STADION ! Ansonsten: Vor Ort und direkt einschreiten, aber mit so einer kaputten Soli-Scheiße über 1000km Entfernung is keinem gedient. Zeigt nur Fronten auf und entfremdet den richtigen Fußballfans ihren Sport weil sie ständig damit rechnen müssen das irgenwelche rechten oder linken Politfuzzniks mal wieder aufeinander losgehen werden um allen anderen gehörig die Stimmung zu vermiesen.