Gegen die Kollaboration

schluss.mit.lustig 08.02.2010 01:55
Gegen die Kollaboration mit dem iranischen Regime


Während sich das iranische Regime für den Jahrestag der islamischen Revolution am 11. Februar auf einen blutigen Show­down mit der iranischen Freiheitsbewe­gung vorbereitet, planen mehr und weniger prominente Anhänger und Lobbyisten der Islamischen Republik im Hamburger Kempinski-Hotel eine Iran-Konferenz der besonderen Art.


Kundgebung gegen die Konferenz:
„Islamische Republik Iran: am Ende oder im Aufschwung?“ im Kempinski Hotel

am 11.2.2010, 17.00 Uhr

Vor dem Hotel Atlantic Kempinski Hamburg, An der Alster 72 – Ecke Holzdamm
Als Referenten geladen sind:

-> Der iranische Botschafter und Massen­mörder Ali Reza Scheikh Attar, der als Gouverneur der Provinzen Kurdistan und West-Aserbaidschan persönlich den Terror gegen Oppositionelle beaufsichtigte.

-> Der in deutschen Medien immer noch als „Nahostexperte“ geschätzte ehemalige Leiter des deutschen Orient-Instituts Udo Steinbach, der die Hamas als „Männer­chor“ bezeichnet und der auch im irani­schen Rundfunk immer wieder als antiisra­elischer Interviewpartner willkommen ist.

-> Der rot-braune Querfrontstratege Jürgen Elsässer, der Ahmadinejad letzten Sommer zu dessen gefälschtem „Wahlsieg“ gratu­lierte und sich mit folgenden Worten an Folter, Vergewaltigung und Mord von iranischen Oppositionellen ergötzte: „Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogen­junkies und die Strichjungen des Finanz­kapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmi­denedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.“

-> Schließlich der Betreiber der antisemiti­schen Internetseite “Steinberg-Recherche”, Thomas Steinberg, der dort eine eigene Rubrik „Kriegsjuden“ bereithält, und den Mord an jüdischen Jugendlichen gutheißt.

Organisiert wird das Event in deutsch-ira­nischer Co-Produktion:

Einerseits durch Bahman Berenjian von der „Orient-Okzident-Gesellschaft mbH“ Berlin, Organisator von „Islamischem Tourismus“ in den Iran, Betreiber der islamistischen Website Qudstag.de und laut dem amerikanischen Wissenschaftler Masoud Kazemzadeh iranischer Geheimdienstagent und Kontaktperson von Kazem Darabi, einem verurteilten Mörder iranischer Oppositioneller. Auf der deutschen Seite durch Christoph Hörstel, ehemaliger Siemens-Angestellter, Vertrauter des isla­mistischen Terrorchefs Hekmatyar und der Taliban.

Nachdem das iranische Regime eine öffentliche Feier im Berliner Hotel Maritim nach Protesten absagen mußte, meint man nun in Hamburg Asyl für Islamismus und Antisemitismus finden zu können. Schließlich ist Hamburg die Stadt der deutsch-iranischen Kollaboration:

-> Hier sitzt die deutsch-iranische Handels­kammer, die völlig unbekümmert von Sanktionsdebatten regelmäßig Seminare für ein deutsch-iranisches Business as usual organisiert.

-> Im Islamischen Zentrum Hamburg wurde in den 60er und 70er Jahren die Elite der späteren Islamischen Republik ausgebildet. Laut Verfassungsschutz ist das IZH „verlängerter Arm“ der Teheraner Führung, ein Ort an dem unter anderem Udo Steinbach mit dem iranischen Holo­caustleugner Mohammad-Ali Ramin par­lierte.

-> Und schließlich hat sich Hamburg zu einem Zentrum des gewalttätigen Antizio­nismus entwickelt, in dem sich linke Anti­semiten als Hilfs-Basiji gegen Gegner des iranischen Regimes und israelsolidarische Menschen gerieren. Ein ideales Pflaster für einen Solidaritätsabend für die Islamische Republik, so mag das Kalkül der Veran­stalter lauten.

Nicht jede Diktatur ist so beliebt wie die iranische. Kaum vorstellbar, dass z.B. eine „Burma-Konferenz“ ein derart buntes Spektrum zusammenbringen könnte. Es ist der Antisemitismus des iranischen Re­gimes, der diese disparate Einheit stiftet. Dass der iranische Botschafter bei seiner Öffentlichkeitsarbeit mittlerweile auf den lunatic fringe von Internetfantasten wie Steinberg und selbsternannten Volkstribu­nen wie Elsässer angewiesen ist, statt wie noch letztes Jahr mit Berliner Schuldirektoren zu konferieren oder in Weimar auf einem Festival über Hafez zu plaudern, zeigt aber immerhin auch, wie sehr dem Regime das Wasser bis zum Hals steht. Jede Hand, die sich den Schlächtern von Teheran zur Unterstützung anbietet, wird dankbar ergriffen.

Dass das iranische Regime mittlerweile selbst auf diplomatischem Parkett nicht mehr so wohlgelitten ist, wie vor kurzer Zeit noch, verdankt die Welt vor allem den mutigen Protesten der Bevölkerung im Iran. Diese Proteste haben bestätigt, was konsequente iranische Oppositionelle bereits seit Jahren sagen: im Iran ist das Regime am schwächsten. Es verdankt seinen Erhalt vor allem seinen Unterstützern und Bündnispartnern im Ausland. Im Iran hat ein Großteil der Demonstranten in den Parolen gegen das Regime längst klargestellt, dass man sehr wohl weiß, was die ideologischen und strategischen Grundpfeiler der Islamischen Republik sind: Geschlechterapartheid, Antisemitismus, Antiamerikanismus und das Atomwaffenprogramm sind untrennbare Teile der islamistischen Terrorpolitik der jetzigen Machthaber im Iran nach innen und außen. Tun wir das uns Mögliche zur Unterstützung der Iraner in ihrem Kampf zur Beendigung dieser mörderischen Diktatur.

Solidarität mit der iranischen Freiheitsbewegung!

Kundgebung gegen die Konferenz:
„Islamische Republik Iran: am Ende oder im Aufschwung?“ im Kempinski Hotel

am 11.2.2010, 17.00 Uhr

Vor dem Hotel Atlantic Kempinski Hamburg, An der Alster 72 – Ecke Holzdamm
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Ergänzungen

US-Angriff auf den Iran

militärexperte 08.02.2010 - 09:00
Ein Luftangriff auf den Iran wäre natürlich nichts anderes als ein mehrtätiges Bombardement mit Drohnen, Marschflugkörpern und (Tarnkappen-)Bombern auf die gut aufgeklärten Atomanlagen in Natanz und an anderen Stellen. Die meisten davon liegen in unbewohnten Gegenden oder von Siedlungen so weit entfernt, dass der Tod von Militärs und Technikern zu ewarten ist, von Zivilisten jedoch nicht.
Glücklicherweise sieht es aber momentan nicht danach aus, denn da CIA und Mossad schon alles getan haben um das Nuklearwaffenprogramm zu verschleppen und zu sabotieren, u.a. mit Entführungen und gezielten Anschlägen auf Nuklear- und Raketenwissenschaftler, wird ein abgeschlossenes Nuklearwaffenprogramm den nahenden Niedergang des Mullahregimes nicht mehr erleben.

Dass sich die deutschen Nazis trotzdem gerne zu einem Stelldichein begeben, hat vielerlei Gründe. Am meisten natürlich um den Bund der antisemitischen Internationale zu bekräftigen und nach dem Kollaps in Teheran neue Verschwörungstheorien vermarkten zu können, mit denen man wieder im Inland hausieren geht.
Da käme einem glatt der Mock hoch, wenn man nicht wüsste dass die Bedeutungslosigkeit dieses schmierigen Haufens von zynischen Menschenverächtern (Elsässer ist doch nichts anderes als ein verkappter Erich von Däniken, ihm wird viel zu viel Empörung geschenkt) nichts daran ändern kann dass die Menschen in Teheran den Tag der Freiheit herbeiführen werden, mit der Unterstützung amerikanischer Trägergruppen im persischen Golf.

ja

ja 10.02.2010 - 00:47
die vom artikel autor als hilfs basiji bezeichneten genossen haben schon gegen die mullahs protestiert bevor die antids begannen sich für das thema zu interessieren.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 7 Kommentare an

... — ofenrohr

@usakeineantifa — haha

@gönne es euch — Klare Ansage