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Samstag: Nazikundgebung in Berlin-Lichtenberg

.:.:. 02.09.2009 12:16
Allen Berliner Antifaschist_innen, die am Wochenende nicht nach Dortmund oder Neuruppin fahren, sei ein ganz besonderes Juwel der Berliner Neonaziszene empfohlen:
Die Kameradschaft "Frontbann 24" veranstaltet am Samstag von 8 bis 11 Uhr eine Kundgebung am S-Bhf Lichtenberg. Grund genug für einen kleinen "Frontbann 24"-Rückblick und ein paar Plakate für Samstag.
Die Kameradschaft "Frontbann 24"
Seit Anfang 2009 existiert in Berlin eine neue aktionsorientierte Neonazikameradschaft, die durch ihr uniformiertes Auftreten in der Öffentlichkeit besonders auffällt.
Die Neonazis von Frontbann 24 bekennen sich mit ihrer Namensgebung und Uniformierung eindeutig zur nationalsozialistischen Ideologie und stellen sich bewusst in die Tradition der Wehrbewegung Frontbann, die im August 1924 von Ernst Röhm gegründet wurde um den Mitgliedern, der nach dem gescheiterten Hitlerputsch, verbotenen nationalsozialistisch orientierten Wehrverbände, Freikorps und natürlich der SA, als Ersatz- und Dachverband zu dienen. Bis zur Legalisierung der SA im Frühjahr 1925 gehörten Frontbann bis zu 30.000 Mann an. Danach verlor er an Bedeutung.
Bisheriger Höhepunkt war der Auftritt von ca. zehn Frontbann 24-Kameraden inklusive Gesine Hennrich im Einheitslook am 23. Mai 2009 beim Naziaufmarsch im brandenburgischen Luckenwalde. Ihre Uniformierung besteht aus schwarzer Hose und schwarzem Hemd mit einer aufgestickten „24“ am Kragen sowie einem stilisierten Reichsadler und dem Schriftzug „Frontbann 24“ auf der Brust.
Erstmals wahrgenommen wurde die Kameradschaft beim europaweiten Neonazi-Aufmarsch am 14. Februar 2009 in Dresden. Am 22. März 2009 organisierte die ehemalige NPD-Kreisvorsitzende von Marzahn-Hellersdorf Gesine Hennrich mit Unterstützung des Frontbann 24 einen Neonaziaufmarsch in Oranienburg mit rund 30 Leuten gegen eine zeitgleich laufende antirassistische Demonstration. Anlässlich eines Prozesses am Kriminalgericht in Berlin-Moabit organisierten Gesine Hennrich und Hans-Joachim Henry (Ex-NPD-Kreisvorsitzender von Tempelhof-Schöneberg) am 27. März 2009 eine „Mahnwache gegen Kinderschänder“ zusammen mit der Kameradschaft Frontbann 24, an der sich ca. 35 Neonazis beteiligten.
Bei einem Aufmarsch von NPD und „autonomen Nationalisten“ am 18. April 2009 in Rathenow war auch der Frontbann 24 zu gegen. Obwohl sie die NPD nicht mögen nahmen Gesine Hennrich und Frontbann 24 an der NPD-Kundgebung zum 1. Mai in und vor der NPD-Bundesparteizentrale teil. Am 21. Mai 2009 (Himmelfahrt) veranstaltete Frontbann 24 zusammen mit anderen Nationalisten ein „Fussballturnier mit insgesamt sechs Mannschaften“ in Berlin-Schöneweide und anschließendem Besäufnis in der Szenegaststätte Zum Henker (siehe Artikel „Läden“).
Auf ihrer Internetpräsenz teilt Frontbann 24 die Existenz von fünf „Ortsgruppen“ mit : Neukölln, Schöneweide, Marzahn-Hellersdorf, Hohenschönhausen und Lichtenberg. Nach bisherigen Erkenntnissen kann die Ex-NPDlerin Gesine Hennrich durchaus als die Wortführerin und treibende Kraft der Kameradschaft Frontbann 24 angesehen werden. Weitere Uniformträger des Frontbann 24 sind die Neonazis Uwe Dreisch aus Schöneweide, sein Sohn Gordon Bodo Dreisch sowie Roman Kische und Dennis Kittler (alle aus Neukölln). Auch der ehemalige Wirt der Lichtenberger Nazikneipe Kiste, Ronny Schrader, organisiert sich im Frontbann 24. Schrader ist mit Hennrich liiert und ist wegen eines rassistischen Übergriffs vorbestraft.
Die enge Verbundenheit von Gesine Hennrich zu Hans Joachim Henry führte den Frontbann 24 nun auch mehrmals in das von Neonazis frequentierte Mariendorfer Lokal Am Ententeich (siehe Artikel „Läden“). Bei einem als Stammtisch deklarierten Treffen des Berliner NPD-Kreisverbands 3 (Tempelhof-Schöneberg) am 26. Mai 2009, bei dem neben Frontbann 24 auch zwei Mitglieder der DVU u.a. Sascha Kari anwesend waren, trat fast der gesamte Vorstand des KV-3 zurück- und aus der NPD aus.
(der Artikel ist der aktuellen Fight Back entnommen:  https://berlin.antifa.net/start/fightback-nr4/)

Die Auftritte der Kameradschaft konzentrierten sich auf wöchentliche Ausflüge zu Aufmärschen im Brandenburger Umland (eine Auflistung gibts beim "Medienkollektiv":  http://medienkollektiv.blogsport.de/2009/08/15/berlin-hausdurchsuchung-beim-frontbann-24). Eigenständige Aktionen waren nur selten wahrzunehmen. Jediglich das Thema "Kinder" zieht sich durch die Politik der Gruppe. Nachdem ein Aufmarsch Hennrichs "gegen Kinderschänder" Grund für den Konflikt innerhalb der NPD und letztendlich für ihren Austritt war, organisierte "Frontbann 24" in Moabit eine Kundgebung zum selben Thema. Nach einem kleinen Abstecher zum Thema "Milchwirtschaft" und "großem Zuspruch aus der Berliner und Brandenburger Bauernschaft" müssen jetzt wieder die Kinder für die Nazipolitik herhalten.
Ein neu eröffneter Hanf-Shop in der Wönnichstraße am S-Bhf Lichtenberg ist nun Ziel von Hennrich und Konsorten. Dieser liegt in unmittelbarer Nachbarschaft einer Grundschule. Die Befürchtung der "Frontbannler" ist nun, dass die Grundschüler durch den Laden dazu verführt würden, Drogen zu nehmen. (Der Nazirocker-Klub der "Kameradschaft Spreewacht" direkt neben der Schule ist natürlich kein Problem.)
Dass die Kameradschaft bis jetzt vor allem im Zusammenhang mit verschiedensten Kneipen in Verbindung gebracht wurde - der letzte Wirt der Nazikneipe "Kiste" Ronny Schrader ist Lebensgefährte von Hennrich und aktiver "Frontbannler", Hennrich ist zudem mit dem Wirt der Lichtenberger Kneipe "Jägerheim" befreundet, die Kneipen "Am Ententeich" und "Zum Henker" wurden und werden rege von Fronbann-Aktivisten genutzt - und bei einer Durchsuchung mehrerer Aktivisten der Kameradschaft "Betäubungsmittel" gefunden wurden, scheint sie nicht zu stören. Rausch ja, aber nur legaler.

Verbot oder Antifa?
Der Berliner Innensenator deutete in der Vergangenheit mehrfach ein Verbot der Kameradschaft an. Die nicht zu leugnende Wesensverwandschaft mit nationalsozialistischen Organisationen ist klar an Namensgebung und Uniformierung zu erkennen. Sinnvoller und nachhaltiger als staatliche Interventionen ist jedoch allemal die direkte antifaschistische Aktion.

Deshalb heißt es auch hier:
Den Frontbann zerschlagen wir! Also am Samstag früh aufstehen und 7:30 nach Lichtenberg kommen.
Gegenaktionen sind geplant.
Werdet aktiv. Informiert euch bei den lokalen Antifagruppen.
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Ergänzungen

..und dann zum antikap.-bloc @ anti-atom-demo

13:00 HBF Berlin 02.09.2009 - 13:28
weitere infos:

 http://atomausstieg.blogsport.de/material/

...bloss nicht spalten lassen!

Gegen Atomare und Propagandistische Spaltung.

hilfe dem Freund&Helfer

RO 02.09.2009 - 14:24
Aus dem Gesetz über Versammlungen und Aufzüge
(Versammlungsgesetz):

§3
(1) Es ist verboten, öffentlich oder in einer Versammlung Uniformen, Uniformteile oder
gleichartige Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung zu
tragen.

 http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/versammlg/gesamt.pdf

Dürfte hier doch wohl zutreffen oder?

@ RO

jup 02.09.2009 - 15:44
Also "demokonform" ist diese Uniform wohl nicht. Wahrscheinlich sieht die Polizei bei 10 Uniformierten da drüber einfach hinweg.
Allerdings ist das Uniformverbot schon einmal auf eine Demo von ANs angewandt wurden. Also schwarzer Kapuzenpulli und Cap sind bei unseren Freunden und Helfern unter Umständen auch schon eine Uniform ;-) .

Die Nasen bekamen dann weiße T-Shirts zum drüber ziehen. Aber warum ein paar hundert Leute im Black-Block-Outfit mit weißen (einheitlichen) T-Shirts dann nicht mehr uniformiert waren darfste mich nicht fragen... muss sich da wohl um irgendeine Amtslogik handeln.

demoG

RO 02.09.2009 - 16:44
Naja... war früher ja auch üblich auf Nazidemos, wenn sie denn im Skinoutfit auftauchten, Tüten über die Stiefel zu tun... und schon konnten die Herren/Damen in Grün keinen Verstoß mehr erkennen...

Aber wegen den "10": Im Gesetz wird ja keine Menge genannt, also können schon zwei Gleichgekleidete darunter fallen... natürlich nicht schwarzes Shirt und schwarze Hose... aber wenn es gleiche Kleidungsstücke mit gleichem Aufdruck sind und dieser noch auf eine pol. Ausrichtung hindeutet und von 10 Leuten getragen werden, ist eigentl. keine Interpretation seitens der Polizei mehr möglich, hier hat ein Richter zu entscheiden. Also ich werde im Falle von Uniformen sofort Anzeige erstatten und die muss die Polizei entgegen nehmen.

Und als Tip:
Anzeigen nicht beim behelmten, knüppelschwingenden Robocop vortragen, AKT´ler sind da deutlich besser für geeignet. Natürlich nur wenn ihr bereit seit eure Identität preiszugeben.
Reporter in Hör-Sichtweite wirken sich übrigens häufig positiv auf deren Bearbeitung aus. ;-)

GRÖßTE ANTI ATOM DEMO DER GESCHICHTE!

bäm 02.09.2009 - 17:15
am selben tag findet in berlin die großdemo gegen die atompolitik statt, es sind einiges an dezentralen besetzungs aktionen geplant, wär also schön euch alle auf der demo zu sehen, hinein in den antikapitalistischen block!

Atomausstieg selber machen!

13 uhr HBF berlin!

Demo in Neuruppin

Genossin 02.09.2009 - 20:01
Am 5. September findet in Neuruppin ein Naziaufmarsch statt. Die Gruppe Frontbann 24 hat sich angekündigt nach ihrer Kundgebung um 11.30 Uhr mit dem Zug nach Neuruppin zu fahren. Dies sollte im Vorfeld verhindert werden.

Gegenkundgebung

Paule 03.09.2009 - 02:25
Inzwischen ist eine Gegenkundgebung angemeldet:

Samstag, 5.9. - 7:30 - Weitlingstraße Ecke Irenenstraße
mehr Infos unter:
 http://www.evrimbaba.de/topic/34.aktuelle_termine.html?id=1089
 http://www.ah.antifa.de

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Herrliche — Plakate

selten — so gelacht

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Geht's noch?! — [pp]

Gemeinsam fahren? — Geht Dahin