CZ: Protest gegen DSSS-Hetze

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Protest gegen die DSSS in Dux

Am 10. und 11. Oktober 2014 finden in der tschechischen Republik die Wahlen für die kommunalen Parlamente statt. Aus diesem Grund war die „Delnická Strana sociální spravedlnosti“ (DSSS) am 05. Oktober in Duchcově und anschließend in Krupce, im Norden der tschechischen Republik, mit einer Kundgebung um die Wählerstimmen.

Dies nahmen tschechische und deutsche Antifaschist_innen nicht hin. Gemeinsam mit Vertretern der Roma protestierten sie gegen die Hetze der DSSS. Inhaltlich kann diese mit den Reden auf Demonstration der NPD gegen Asylsuchende durchaus verglichen werden. So sprach der Vorsitzende der DSSS Tomáš Vandas unter anderem davon, dass die anderen politischen Parteien die zur Wahl antreten, korrupt seien. Der tschechische Staat hätte kein Geld für Flüchtlinge und letztendlich sind Roma Parasiten in der Gesellschaft, so Vandas.
Während seiner Rede enthüllten antifaschistisch eingestellte Menschen Fahnen und Transparente und protestierten gegen Vandas Äußerungen. Bevor die anwesenden Polizisten einschritten, versuchten Anhänger der DSSS die antifaschistischen Transparente und Fahnen zu entwenden. Besonders zeichnete Jiri Stepanek dabei aus.
Der Versuch wurde zurückgewiesen. Nach einiger Verhandlung mit den örtlichen Polizisten, die umgehend verstärkt wurden, konnte in räumliche Nähe der DSSS Kundgebung weiter gegen diese protestiert werden.

zur Situation der Roma in Duchcově
Die meisten leben in dem südlichen Stadtbezirk. Die Häuser gehören zum größten Teil Stanislav Spumy, einem wohlhabenden Möbelfabrikanten. Er kauft die Häuser auf und nutzt etliche Mieter als billige Arbeitskräfte. Diese besitzen meist keinen Arbeitsvertrag.  Als Hausbesitzer mischt er sich in die privaten Belange der Bewohner ein. Unter anderem verbot er diesen gegen die DSSS zu protestieren. Die Roma, welche sich nicht an seine Weisungen halten, wird die Miete erhöht, etliche müssen daraufhin umziehen und geben somit ihr gewohntes Umfeld auf.

Protest
Trotzdem Spumy die Teilnahme an Protesten die DSSS „untersagte“, hielten sich nicht Alle daran. Gemeinsam mit den Roma Aktivisten Jožka Miker und Miroslav Broz sowie den Antifaschist_innen demonstrierten sie gegen die Hetze. Ebenfalls war der amerikanische Forscher und Aktivist für die Rechte der Roma in Osteuropa und dem Balkan Paul Polansky vor Ort. Dieser sprach am Tag zuvor auf dem Roma-Pride-March in Praha über seine Enthüllungen über das ehemalige Konzentrationslager in Lety.
Die jungen Roma lachten bei den Äußerungen des örtlichen DSSS Kandidaten zur Kommunalwahl Jindřich „Pinďa“ Svoboda. Er kritisierte die angebliche Roma-Kriminalität und wurde selbst wegen Betruges von fast einer Million tschechischer Kronen verurteilt.
Neben den etwa 15 weiteren DSSS Anhängern war ebenfalls Jiří Petřivalský anwesend. Er unterhielt in der Vergangenheit Kontakte zur NPD und half dieser im Wahlkampf in Berlin und Sachsen. Er gilt als Chef der inzwischen aufgelösten neonazistischen Gruppe „Narodní korporativismus“ („Nationaler Korporativismus“).

Bericht unserer tschechischen Freunde:
http://levaperspektiva.cz/clanky/duchcovske-predvolebni-panoptikum-vandase-a-spol/

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