Winston Smith
03.06.2004 - 00:00
In einem
Gerichtsverfahren, das auf
Anordnung der Regierungsbehörden über Wochen komplett geheim gehalten werden musste,
gelang es der US-Bürgerrechtsorganisation "American Civil Liberties Union" (
ACLU) jetzt erstmals genauer darzulegen, wie das FBI auf private Daten, die bei amerikanischen Providern gespeichert sind zugreift. Erschreckend dabei ist, dass die Geheimdienste dank des "
Patriot Act" (vom Okt. 2001) dabei keinerlei demokratischer Kontrolle mehr unterliegen. Da die betroffenen Provider über Abhörmaßnahmen
keinerlei Auskunft geben dürfen, ist Umfang der Überwachung durch niemand außerhalb der Geheimdienste abzuschätzen. Was aber immer klarer wird, ist das die Behörden ihre Zugriffsmöglichkeiten nicht, wie im "Patriot Act" vorgesehen, exklusiv für die Jagd nach Terroristen einsetzen, sondern zusätzlich systematisch Daten von regierungskritischen Gruppen und Einzelpersonen ausspähen.
Artikel [en] dazu von Elaine Cassel von
Civil Liberties Watch
Aubonne-Unterstützungsgruppe
31.05.2004 - 23:43
Der G8-Gipfel 2003, auf dem Vertreter der acht grössten Industrienationen an ihren Strategien feilten, wurde, wie schon sämtliche Gipfel in den Jahren davor, von massiven Protesten und Gegenaktionen begleitet [mehr:
ch |
de].
Am 1. Juni blockierte eine internationale Gruppe die Autobahn nach Evian, um die Delegierten auf ihrem Weg zum Tagungsort aufzuhalten. Sie spannte ein Seil quer über die eine Hälfte der Brücke über die Aubonne, an dem sich 2 Leute abseilten. Andere errichteten 100 m vor dem Seil eine Sicherheitsbarrikade und informierten Autofahrer und Polizisten. Doch ein Beamte durchschnitt das Seil und stürzte Martin 25 Meter in einen flachen, steinigen Bach, während Gesine von den schnellen Reflexen ihrer Unterstützer gerettet wurde, denen es gelang, ihr Seil festzuhalten [Fotos:
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Video].
Die Schweizer Behörden drohen nun den Aktivisten der Aubonnebrücke, die sie vor einem Jahr fast getötet hätten, mit Haftstrafen. Am 28. Juni wird 3 von ihnen in Nyon (CH) der Prozess gemacht werden, während die polizei-interne "Untersuchung" gegen die beteiligten Beamten im Sande verläuft ...
kh. (Übersetzung)
31.05.2004 - 02:13
nach dem Ende der bürgerlichen Demokratie
30.05.2004 - 01:38
Der Staat USA will diesen Sommer
wirklich keine Proteste zulassen.
Aktivisten in
Georgia,
Boston und
New York, die Proteste gegen Treffen der
G-8, der
DNC und der
RNC organisieren, sind mit einmaligen Hindernissen konfrontiert. In derselben Woche, in der U.S.-Justizminister
John Ashcroft bekanntgab, daß "Al Quaida einen Anschlag auf die USA in den nächsten Monaten versuchen wird" wurden wir Zeuge von:
rf
20.05.2004 - 15:35
Es ist soweit. In den nächsten Tagen werden rund 50 Personen, die 2001 an den G8 Protesten Teil nahmen, Mitteilungen über den Abschluss der Ermittlungen erhalten. Es steht jetzt definitiv fest, dass unter den Betroffenen auch mehrere Deutsche sind.
Übersetzung eines Briefens von Indymedia.Italien:
[genovag8] diaz school
Barbarossa
20.05.2004 - 00:00
Am 2.10.2002 wurde eine friedliche und gesetzeskonforme Neugründung einer Mapuchesiedlung gegenüber der Estancia Leleque (Süd-Argentinien, Provinz Chubut, nahe Esquel) nach 2 Monaten von schwerbewaffneter Polizei nach Anklage durch den Besitzer eben jener Estacion: die Firma Benetton (vertreten durch die Compania de Tierras Surargentina), aufgrund von nicht nachgewiesenen Besitzansprüchen geräumt. Damit nicht genug, zieht Benetton nun auch gegen die betroffene Familie vor Gericht.
Die lang und oft verschobene Gerichtsverhandlung soll nun definitiv am 26.05.2004 in Esquel stattfinden.
Ich war letzte Woche in Esquel zu Besuch und habe mit Vertretern der Familie und der Organisation Tehuelche 11 de Octubre über den Fall geredet.
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mehr Infos zu Benneton contra Mapuche
tilted
13.05.2004 - 00:00
Über eine Mailingliste bin ich auf einen Eintrag in dem Aktivisten-Blog
www.anarchogeek.com aufmerksam geworden in dem auf ein Dokument hingewiesen wird namens "Destabilizing Networks". Der Text wurde von Mitarbeitern der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh verfasst und vom "Office of Naval Research" der US Navy unterstützt und im November 2001 veröffentlicht. Es geht darin um das Grundverständnis über sog. "sozio-technische" Netzwerke und wie man diese am besten destabilisieren kann.
Zwar argumentiert man in dem Dokument in erster Linie gegen den Terrorismus, doch Evan vom Anarchogeek-Blog (selbst Indymedia-Aktivist) schlägt berechtigterweise vor, dass dieselben Erkenntnisse auch vor allem gegen soziale Bewegungen angewendet werden können und dies wahrscheinlich schon längst geschieht.
Gerade für Indymedia als global agierendes sozio-technisches Netzwerk dürfte eine Auseinandersetzung mit diesen Erkenntnissen äußerst interessant sein.
Siehe auch:
Argentinien: Drohungen und Provokationen
Lotti
11.05.2004 - 14:51
Eswerden Menschen abgeholt in Deutschland. Heute, morgen, übermorgen.Auch nächste Woche, und die Woche danach. Am Donnerstag, den 13. 5. wird voraussichtlich ein
Charterflugzeug Flüchtlinge von Hamburg aus nach Togo fliegen. Viele Menschen aus Togo, die hier leben, haben heute große Angst.
Togo ist eine Diktatur. Es werden dort Menschen
ermordet, gefoltert und inhaftiert. Menschen 'verschwinden'.
Togo war eine deutsche Kolonie. Die Bundesrepublik und Togo unterhalten gute wirtschaftliche Beziehungen.
Die deutsche Regierung ist
sehr daran interessiert, die Festung Europa auszubauen, und
sorgt dafür, dass die
EU dies betreibt. Es werden viele
Flüchtlinge abgeschoben,und es sollen noch viel mehr werden. Menschenrechte... Genfer Flüchtlingskonvention...Demokratie? Feigenblätter, die inzwischen hauptsächlich dazu dienen,andere Länder anzugreifen.
- Entwicklung der EU-Abschiebepraxis
- Abschiebeflug nach Togo diese Woche
- Proteste und Aktivitäten gegen die Abschiebung
Bericht von der Demo in Hamburg am 12.5.
Berlin: Versuch einer Aktion gegen Abschiebungen bei der ILAAktuell: Nach Informationen des Niedersächsischen Flüchtlingsrates ist letzte Woche kein Charterflug nach Togo geflogen. Allerdings wurde der HIV-infizierte Flüchtling in Hamburg bis zum 2.6. inhaftiert; ihm wurde angekündigt, dass ein 'geeigneter Flug' Ende Mai gebucht sei.
Es gibt Hinweise, dass der Flug am 26. Mai in Hamburg starten soll.
Jenz Steiner
04.05.2004 - 19:15
Auch in Deutschland gilt der 3. Mai als Tag der
Pressefreiheit. In den deutschen Medien dominierten an diesem Tag Schlagzeilen über den Staatsbesuch des
chinesischen (1) Ministerpräsidenten Wen Jiabao und die "erfolgreiche" Strategie der ausgestreckten Hand der Berliner Polizei am ersten Mai. Allein in diesem Jahr sind weltweit bereits
27 Journalisten bei der Ausübung ihrer Arbeit ums Leben gekommen. 64 waren es 2003, 54 im Jahr 2002 und 55 im Jahr zuvor. Die
wenigen Artikel deutschsprachiger Tageszeitungen berufen sich in erster Linie auf Beschränkungen der
Presse- und Informationsfreiheit (pdf) in anderen Ländern. In den Beiträgen wird meist die von der Organisation
Reporter ohne Grenzen erstellte Bilanz
zitiert. Doch auch in Deutschland haben
professionelle Journalisten und Medienaktivisten unter staatlichen und privaten Repressalien zu leiden. Und das trotz Artikel 5 des Grundgesetzes.
aus Frankreich
04.05.2004 - 11:54
Die Werbung in Frage stellen und bekämpfen - Freie Räume erkämpfen - Aktionen des zivilen Ungehorsams: Beschmieren, Strassentheater, Minidemos in den Supermärkten... -Repression - Das 1. Gerichtsverfahren gegen 62 Personen endet mit Geldstrafen. Die Debatte im öffentlichen Raum findet statt und es wird weiter nachgedacht: das negative Wachstum.
Initiative "Rettet das gemeine Faultier"
30.04.2004 - 00:00
Nerd
27.04.2004 - 23:35
Seit Mitte April finden in Berlin unter dem Motto: "Sag ja zum Nein" Aktionstage für sozialen Widerstand und gegen Sozialraub statt, wie es sie in dieser Breite seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat. Beteiligt sind das neugegründete Berliner Bündnis
ACT!, dem die
ALB,
Fels, Autopool und si angehören, die
Initiative Bankenskandal,
[solid],
studentische Gruppen,
PiRat u.v.a. Mit den Mai-Steinen soll eine Repolitisierung des
1.Mai gelingen, der in Berlin zum sinnentleerten Ritual verkommen ist. Dabei soll stärker bezug auf soziale Bewegungen genommen werden und nach jahrelangen Grabenkämpfen wieder unterschiedliche Strömungen zusammenbringen. Der Kampf um ein
Soziales Zentrum ist ebenfalls Bestandteil der Aktionstage - ein
Ultimatum läuft am 1.Mai, 16.00 ab. Während der SPD/PDS-Senat mit unverhältnismäßig viel Polizei auf die Aktionstage reagiert, findet in den
Mainstream-Medien eine beispiellose
Hetzkampagne gegen "Chaostage" und den
"Hass-Kalender der Chaoten" statt.
Höhepunkte der Mai-Steine werden der 30.April und 1.Mai sein. Anlässlich der Feiern zur EU-Osterweiterung und zur OSZE-Konferenz im Stadtbezirk Berlin-Mitte sollen Demonstrationen und
Reclaim The Streets dort stattfinden. Der Senat kündigte mindestens
15.000 Polizisten an - mehr als jemals zuvor -, Grundrechte werden ausgesetzt. Jegliche Demonstration -abgesehen von einem
Naziaufmarsch- gegen die EU-Osterweiterung oder zum 1.Mai will der Senat verbieten.
Update, Donnerstag: Demonstration am 1.Mai vom Potsdamer Platz
kurzfristig doch erlaubt. Polizei verteilt erste Platzverweise in Berlin-Mitte. Schikanen auch vor Demonstration auch in Bielefeld (
Artikel). In Nürnberg fand gestern eine
Streetart-Aktion zum 1.Mai statt.
Artikel im ND zum 1.Mai Mai-Steine-TermineIm Feature befindet sich ein Überblick über bereits erschienene Artikel zu den Mai-Steinen...
Jens Steiner
26.04.2004 - 23:20
Nicht im Garten spielen! Runter vom Spielplatz Keine Pilze und kein Gemüse essen!
An solche oder ähnliche Warnungen können sich noch viele der heute Zwanzig- bis Dreissigjährigen entsinnen. Heute vor 18 Jahren ereignete sich in der ehemaligen
UdSSR im
Atomreaktor Tschernobyl Block-4 eine katastrophale
Kernschmelze und Explosion.Auch 18 Jahre nach der Katastrophe ist die Unfallursache nicht vollends geklärt. Nicht nur in vielen Städten in Belarus, Russland, der Ukraine und Polen wurde in den letzten Tagen den
über hunderttausend Opfern des Reaktorunfalls gedacht. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, der um 1:23 Uhr Ortszeit stattfand, dem Zeitpunkt der Explosion im vierten Kraftwerksblock. Auch am Tschernobyl-Mahnmal fanden Gedenkveranstaltungen statt.
Auch in
Deutschland kam es zu Protestaktionen gegen Atomkraft. Der Reaktorunfall von Tschernobyl gilt als die schlimmste Katastrophe in der Geschichte der Atomkraft.
Aktuelle Berichte:
Ralf Streck + zusammefassung durch P.
26.04.2004 - 09:36
Der 8. Kongress der Arbeiterkommissionen (CCOO) hat die tiefe Spaltung der größten spanischen Gewerkschaft offen gelegt. José María Fidalgo wurde zwar bestätigt, aber mit einem sehr schlechten Ergebnis. Er hat die Gewerkschaft jetzt auf Schmusekurs zu den Sozialisten eingeschworen.
vergl. Artikel:
Streit um Führung bei span. Arbeiterkommission Nicht nur in
Spanien - auch in zahlreichen anderen Ländern, wie
Italien oder
Frankreich nehmen die sozialen Proteste zu.
Generalstreiks sind dabei keine Seltenheit. Auch in der
Bundesrepublik entwickelt sich eine noch zaghafte Bewegung, in der auch
wilde Streiks durchgeführt werden.
Anticolonial Africa Conference 2004
25.04.2004 - 00:00
Togo ist ein kleiner Staat in Westafrika
(Karte). Es war zeitweise auch bekannt als
'Togoland', denn es war, was vielen heute nicht mehr bewußt ist, von 1884bis 1919 deutsche Kolonie. Togo ist heute eine Diktatur, zu der allerdings die deutsche Regierung gute Beziehungen pflegt, von
wenigen kritischen Tönen kaum gestört. In der BRD leben heuteviele togoische Flüchtlinge, von denen viele von der
Abschiebung bedroht sind. In Togo erwarten sie Verfolgung, Gefängnis und Folter, aber auch Armut und Perspektivlosigkeit.
In den nächsten Tagen (am 24. und 27.4.) gibt es einige
Demonstrationen in Berlin und Hamburg, um auf die Situation in Togo und der togoischen Flüchtlinge aufmerksam zu machen, und auch um auf die Rolle Deutschlands hinzuweisen. Die deutsche Kolonialgeschichte wird zwar mittlerweise gern und schuldbewußt erwähnt, aber selten mit der heutigen Situation in Afrika, den Beziehungen Deutschlands zu afrikanischen Staaten oderder Situation der Flüchtlinge in Europe oder Afrika in Verbindung gebracht.
Bericht mit Bildern von der Demo in Berlin am 24.4.
Mehr Bilder vom
Umbruch BildarchivBericht von der
bundesweiten Demo der Kampagne am 27.4.
- Togo heute und die Haltung der deutschen Regierung
- Togo als deutsche Kolonie
- Aktuelle Kampagne gegen die Diktatur in Togo und die deutsche Abschiebepolitik
- Anticolonial Africa Conference
- Links
Aktuell: die Ausländerbehörde Berlin hat ineinem Brief vom 22.03. an das Amtsgericht Schöneberg (in SachenAbschiebehaft) einen bundesweiten Großcharter (Abschiebflug) nachTogo in der 20. Kalenderwoche (= 10. - 16. Mai) angekündigt. (Quelle:
Flüchtlingsrat Berlin)
Lucky & Luke
24.04.2004 - 20:32
imc hh
24.04.2004 - 07:43

Seit heute morgen, 7 Uhr, wird auf der Hamburger Hafenstraße ein neuer Bauwagenplatz errichtet. Unter dem Motto "Einmal im Leben pünktlich sein" sind aus ganz Deutschland und mehreren europäischen Ländern über 100 LKWs und Bauwagen angereist, um die Hafenstraße zu besetzen. Die Polizei wurde von der seit Monaten geplanten Aktion vollkommen überrascht.
Update Samstagnachmittag: EA meldet: ca. 120 Gewahrsamnahmen im Rahmen der Besetzungsaktion und diverser Unterstützungskundgebungen - FSK meldet: Fahrzeuge größtenteils in Vorort verbracht - Herausgabe nach Personalienfeststellung und Sichtprüfung auf Verkehrssicherheit
Zusammenfassung Breaking-NewsFotos der Besetzung:
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Fotos der Räumung:
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Solidaritätsaktion:
Besetzung eines Hauses im Karolinenviertel /
weitere Fotos
übersetzer
21.04.2004 - 20:23
Matthew McDaniel ist ein Menschrechts-Aktivist, der seit 1991 mit dem Akha-Stamm in Nord Thailand gelebt und gearbeitet hat. Kürzlich war er auch daran beteiligt ein Indymedia in Thailand aufzubauen. Letzte Woche wurde er an der Grenze von Thailand und Burma verhaftet und wird nun in einem Abschiebelager in Bangkok festgehalten.