Video: HAMBURG SIEHT ROT (1.Mai)

415 26.04.2014 11:37 Themen: Globalisierung Medien Repression Soziale Kämpfe

And the Oscar goes to Rote Szene Hamburg!

Auch wenn das Hamburger Video nur sechs Minuten lang ist, zeigt es die Krönung proletarischer Kunst, die alle Massen begeistern wird! Eins ist gewiss, dass wir keine Mühen und finanziellen Mittel gescheuht haben, euch ein Video zu präsentieten, welches auf faszinierende Weise kommunistische Theorie und Praxis verbindet. Damit haben wir uns einen Platz in der Reihe proletarischer Führer gesichtert. Mögen die Herrschenden vor unserer Meisterleistung zittern vor Angst, wir wissen, dass wir im Sturm die Herzen der Menschheit erobern werden. Leistet einen Beitrag für die Weltrevolution und verbreitet das Video...

Mobi-Video

Party | 26.4. | 22 Uhr | Angel*Club

Block | 1. Mai | 18 Uhr | U-Feldstr.

https://www.youtube.com/watch?v=hOATic325hw

Aufruf: HAMBURG SIEHT ROT

Die Lage der Men­schen, die vom Lohn ab­hän­gig sind, wird immer be­droh­li­cher. Wer noch einen re­gu­lä­ren Job hat, muss be­fürch­ten ihn zu ver­lie­ren oder mit deut­li­chen Lohn­ein­bu­ßen zu­recht zu kom­men. Viele haben Angst und gehen aus Furcht vor der Kün­di­gung sogar krank zu Ar­beit. Viele Be­leg­schaf­ten sind durch ganz un­ter­schied­li­che Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se, Stun­den­löh­ne und Ar­beits­ver­trä­ge ge­spal­ten. Vie­len däm­mert erst zu spät, dass die ei­ge­nen Pro­ble­me meis­tens auch die glei­chen Pro­ble­me der an­de­ren sind. Viele leben und ar­bei­ten ver­ein­zelt und ohne Bezug zu ihren Mit­men­schen. Von oben wird wei­ter­hin ver­sucht, noch mehr zwi­schen „Stamm­be­leg­schaft“, Lei­h­ar­bei­tern und Aus­hil­fen zu spal­ten oder auch nach der Her­kunft und zwi­schen Mann und Frau. Auf die Ver­schlech­te­run­gen der Ar­beits­ver­hält­nis­se der einen, folgt frü­her oder spä­ter die Ver­schlech­te­rung der Ar­beits­ver­hält­nis­se der an­de­ren. Die Ham­bur­ger Stadt wirbt damit, dass man mit Zeit­ar­beit sei­nen Traum­job fin­den würde, die Rea­li­tät liegt bei 6,36 €. Davon kön­nen die we­nigs­ten Träu­me er­füllt wer­den.
Die pri­va­te Ver­fü­gungs­macht über den ge­sell­schaft­li­chen Reich­tum kommt für die­je­ni­gen dop­pelt schlecht, die von ihrer Ar­beit leben müs­sen. Wäh­rend der Lohn nie klein genug sein kann, kön­nen die Mie­ten nicht hoch genug sein. Seit 2011 sind die Durch­schnitts­mie­ten um 5,7 % in Ham­burg ge­stie­gen, immer mehr Men­schen müs­sen mehr als die Hälf­te ihres Ein­kom­mens an Miete zah­len. Ob­wohl die Stadt­be­völ­ke­rung mehr so­zia­len Wohn­raum braucht, wer­den in den nächs­ten Jah­ren viele Woh­nun­gen ihre So­zi­al­bin­dung ver­lie­ren und damit die Mie­ten kräf­tig stei­gen. Die ES­SO-​Häu­ser sind nur ein Bei­spiel dafür, dass in die­ser Stadt so­zia­ler Wohn­raum vor sich her gam­melt, damit In­ves­to­ren es für ihren Pro­fit ab­rei­ßen und neu­bau­en kön­nen. Es ent­ste­hen dann meis­tens Ei­gen­tums­woh­nun­gen oder Miet­woh­nun­gen zu Wu­cher­prei­sen. Är­me­re Men­schen wer­den so an den Stadt­rand ge­drängt und ver­lie­ren ihre so­zia­le Bin­dun­gen. Diese Ent­wick­lung wurde da­durch noch wei­ter vor­ran­ge­trie­ben, dass die Stadt lie­ber Elb­phil­amo­nie, das Bon­zen­vier­tel Ha­fen­ci­ty oder die U4 ge­baut hat, statt über­haupt in der wach­sen­den Stadt neuen Wohn­raum zu schaf­fen. Die hohen Mie­ten sind des­halb die Kon­se­quen­zen sol­cher Po­li­tik.

Die Flücht­lin­ge aus Lam­pe­du­sa kämp­fen seit einem Jahr in Ham­burg für das Recht auf ein men­schen­wür­di­ges Leben nach ihrer Flucht vor dem NA­TO-​Krieg in Li­by­en. Seit drei Jah­ren be­fin­den sie sich auf einer Odys­see in Eu­ro­pa, sie dür­fen nicht ar­bei­ten um sich und ihre Fa­mi­li­en zu ver­sor­gen, statt­des­sen wer­den sie kri­mi­na­li­siert und von der Po­li­zei schi­ka­niert. Der Ham­bur­ger Senat will die Grup­pe der Flücht­lin­ge spal­ten, um sie ver­ein­zelt in eine un­si­che­re Zu­kunft ab­zu­schie­ben. Viele Men­schen zei­gen aber auch ihre So­li­da­ri­tät und un­ter­stüt­zen den Kampf der Flücht­lin­ge um An­er­ken­nung. Auch in Flücht­lings­fra­gen zählt in der ach so of­fe­nen Welt­stadt Ham­burg al­lei­ne das Ver­wer­tungs­in­ter­es­se: Nur „nütz­li­che” Aus­län­der sind will­kom­men, sonst dür­fen sie in ihren Län­dern oder im Mit­tel­meer ver­re­cken oder wer­den mög­lichst schnell ab­ge­scho­ben, wenn sie es über­haupt hier­hin schaf­fen. Hätte die NATO Li­by­en nicht bom­bar­diert und würde Afri­ka in der Kon­kur­renz der Staa­ten um Macht und Märk­te nicht weit­ge­hend zum Roh­stoff­lie­fe­ran­ten de­gra­diert wer­den, dann hät­ten die Flücht­lin­ge auch ihre Hei­mat nicht ver­las­sen.
Auch wenn die Flücht­lin­ge von weit her kom­men, so ver­bin­det uns doch mit ihnen mehr, als mit vie­len mit denen wir hier zu­sam­men leben müs­sen; wenn auch in un­ter­schied­li­cher Weise. Sie sind die am här­tes­ten ge­trof­fe­nen Opfer der Staa­ten­kon­kur­renz und der rück­sichts­lo­sen Durch­set­zung von Ka­pi­tal­in­ter­es­sen welt­weit.
An­fang des Jah­res hat die Po­li­zei große Teile von St. Pauli und Al­to­na zu Ge­fah­ren­ge­bie­ten er­klärt, dort durf­ten ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Kon­trol­len durch­ge­führt wer­den. Es kam her­aus, dass die Po­li­zei vor­her durch Lügen diese Maß­nah­me ge­recht­fer­tigt hatte. Vor­her wur­den junge Mi­gran­tIn­nen durch die Po­li­zei in Al­to­na rund um den Au­gust-​Lüt­gens-​Park schi­ka­niert und durch Me­dien­lü­gen kri­mi­na­li­siert. Dies sind aber kein Ein­zel­fäl­le, ver­mehrt wer­den die Be­fug­nis­se von Ge­heim­diens­ten und Po­li­zei er­wei­tert und so an einem to­ta­len Über­wa­chungs­staat nach dem Vor­bild der NSA ge­ar­bei­tet. Uns macht Hoff­nung, dass viele Men­schen die­sem Trei­ben durch viel­fäl­ti­ge Ak­tio­nen Wi­der­stand ent­ge­gen­ge­setzt haben. Das Ge­fah­ren­ge­biet wurde des­halb auch zu Ge­fah­ren­in­seln zu­sam­men­ge­schrumpft. Je­doch ist dies nur ein klei­ner Er­folg, denn die „Si­cher­heits­be­ra­ter“ bas­teln schon wei­ter an ihrem Über­wa­chungs­staat.

Wir müs­sen uns or­ga­ni­sie­ren und un­se­re Stim­me ge­mein­sam er­he­ben. Wir haben ver­stan­den, dass nicht ir­gend­wel­che Aus­wüch­se oder Pan­nen des Sys­tems an un­se­ren Pro­ble­men schuld sind. Das Sys­tem er­füllt ge­ra­de sei­nen Zweck, indem wir in die Armut ge­trie­ben wer­den und sich da­durch das Ver­mö­gen der Ka­pi­ta­lis­ten ver­mehrt.
Es gilt also un­se­ren Kampf gegen die­ses ka­pi­ta­lis­ti­sche Sys­tem zu or­ga­ni­sie­ren. Der Kampf be­ginnt nicht am 1. Mai und endet auch nicht mit ihm. Es ist not­wen­dig zum Wi­der­stand ent­schlos­se­ne Men­schen zu sam­meln und ge­mein­sam aktiv zu wer­den. Zei­gen wir am 1. Mai ge­mein­sam, was wir von ihrem Sys­tem hal­ten. Kommt zu un­se­rem Block auf der re­vo­lu­tio­nä­ren 1. Mai-​De­mons­tra­ti­on!
Für eine re­vo­lu­tio­nä­re Per­spek­ti­ve!
Weg mit dem ka­pi­ta­lis­ti­schen Sys­tem!


http://1-mai.org
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Gutes Ding - nur Satire hilft noch...

antifa 27.04.2014 - 00:28
Endlich mal ein guter Weg, sich mit den völlig abgedrehten Phrasen dieser Stalinisten-Poserautonomen auseinanderzusetzen - nur ironische Zuspitzung a.k.a. Satire kann hier noch helfen.