München - Statt Asyl polizeiliche Räumung

Max Brym 30.06.2013 07:51 Themen: Antirassismus Repression Soziale Kämpfe
Heute früh gegen 5 Uhr räumte die Polizei in München das Camp von hungerstreikenden Asylbewerbern im Zentrum Münchens am Rindermarkt. Seit einer Woche führten über 50 Menschen zb. aus dem Iran, dem Irak, oder Afghanistan die Aktion durch.
München - Statt Asyl polizeiliche Räumung

Heute früh gegen 5 Uhr räumte die Polizei in München das Camp von hungerstreikenden Asylbewerbern im Zentrum Münchens am Rindermarkt. Seit einer Woche führten über 50 Menschen zb. aus dem Iran, dem Irak, oder Afghanistan die Aktion durch. Einige Personen befanden sich nachdem der Hungerstreik in die trockene Phase überging in Lebensgefahr. Seit Jahren verbringen diese Menschen ihr Leben in schrecklichen Asylunterkünften. Meist leben sie zu viert auf 15 qm. Ihre Nahrung besteht aus Essenspaketen, jegliche Arbeit und Bewegungsfreiheit ist ihnen verwehrt. Täglich droht ihnen ein Bescheid der sie direkt in Folter und Tod schickt. Dies wollten diese Menschen nicht mehr hinnehmen. Sie forderten sofortiges Asyl und nahmen mit ihrer Aktion den Tod in Kauf.

Der Reaktionär Ude im Bündnis mit Seehofer

Der Münchner Oberbürgermeister Ude trat gestern zusammen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer vor die Kamera. Ude sagte dabei, dass die Forderungen der Demonstranten unmöglich verwirklicht werden können. Neben ihm nickte Seehofer seinem angeblichen Herausforderer Ude von der SPD freundlich zu. Dann wurden die Ex Politiker Hans Jochen Vogel ( SPD) und Alois Glück ( CSU) als Vermittler zum Rindermarkt geschickt . Die beiden „ Vermittler“ konnten und wollten den Forderungen der Asylbewerber nicht entgegenkommen. Gegen 5 Uhr morgens kam dann die Polizei. Die sich wehrenden Asylbewerber wurden geschlagen und einige deutsche Unterstützer festgenommen. Das Lager am Rindermarkt wurde polizeilich geräumt.

Jetzt herrscht wieder Ruhe in München.. Die reaktionär rassistische Front aus CSU und SPD zeigte den Menschen was ihr verfolgte Menschen, die um ihr Leben kämpfen Wert sind. Bürgermeister Ude gibt den drangsalierten Menschen die Schuld für die polizeiliche Räumung. Mit keinem Wort solidarisierte sich der angebliche Oppositionskandidat Ude mit den Asylbewerbern. Ude handelte in trauter Eintracht mit der regierenden CSU. Aber der Widerstand geht weiter. In vielen Städten Deutschlands beginnen verfolgte Asylbewerber um ihre Menschenrechte zu kämpfen. Diese Tendenz ist in den letzten Monaten deutlich sichtbar geworden. Immer mehr Menschen mit deutschem Pass solidarisieren sich damit.
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Ergänzungen

WDR-Bericht über Soliaktion in Köln

anonym 30.06.2013 - 10:39
Demonstranten wollten in WDR-Gebäude eindringen: (21.21 Uhr)

Rund 30 Demonstranten haben am Samstag (29.06.2013) vergeblich versucht, in ein Gebäude des Westdeutschen Rundfunks in Köln einzudringen und so Solidarität mit hungerstreikenden Asylbewerbern in München zu zeigen. Die alarmierte Polizei begleitete die Aktivisten nach eigenen Angaben zur Kölner Domplatte, wo sich einige von ihnen dann versammelt hätten.

In München fordern die Asylbewerber aus mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern die sofortige Anerkennung ihrer Asylanträge. Am Freitag hatte die Polizei das von Demonstranten blockierte Ausländeramt der Stadt Düsseldorf geräumt. Diese hatten mit ihrer Aktion ebenfalls auf die Situation der Asylbewerber hinweisen wollen.

wdr.de

Abtransport fast verhindert

(muss ausgefüllt werden) 30.06.2013 - 14:30
Der Abtransport der im Sterben liegenden Demonstranten hätte beinahe noch von den Aktivisten verhindert werden können.

 http://www.focus.de/politik/deutschland/asylbewerbercamp-geraeumt-ob-ude-mehrere-menschen-lagen-schon-im-koma_aid_1030318.html

Ruhe herrscht überhaupt nicht

zac 01.07.2013 - 19:09
denn eine gute Sache hatte die ganze Aktion dann doch: es findet eine gesellschaftlich breite Debatte darüber statt, daß das Asylrecht zum Einwanderungs-Ersatzgesetz abgewertet wird, anstelle ein Einwanderungsgesetz zu schaffen.

Anschlag auf Bundesamt für Migration

Polizeibericht 03.07.2013 - 00:39
Schmierschriften auf Außenfassade eines Gebäudes in der Boschetsriederstraße

In der Nacht von 28.06. auf den 29.06.2013 warfen bislang unbekannte Täter auf die Außenfassade eines Gebäudes des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge/Regierung von Oberbayern fünf rote Farbbeutel. Zudem fand sich in schwarzer Schrift großflächig der Schriftzug „Die Zeit läuft ab“ auf der Fassade.
Ein Zusammenhang mit den Vorkommnissen auf dem Rindermarkt ist nicht auszuschließen.

Täterhinweise wurden bislang nicht bekannt.

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nun erst recht — alle dürfen leben wo sie wollen

asylrecht statt krise — money4anticapitalism