Demo in Arauca: Gegen Kriminalsierung

solchacxco 16.02.2013 18:42 Themen: Freiräume Militarismus Repression Soziale Kämpfe Weltweit Ökologie
„Wir sind keine Guerilleros, und wir haben keine Waffen! Wir sind die Bevölkerung Araucas, die um ihre Existenz und die Zukunft ihrer Region kämpft!“

Großdemonstrationen gegen die Kriminalisierung der Proteste in Saravena (Arauca)
Die Bevölkerung im Landkreis Saravena in Arauca, setzt mit der heutigen Demonstration in der Stadt Saravena ein deutliches Zeichen. Weit mehr als 10000 Menschen zogen mit Sprechchören, Bannern und Transparenten durch die Stadt. Anlass der gestern spontan organisierten Demonstration, ist, die staatliche Kriminalisierung und Stigmatisierung des zivilen Generalstreiks der Bevölkerung in Arauca, sowie die nun täglich stattfindenden brutalen gewalttätigen Angriffe durch (Sonder-)Polizei und Militär. So behaupteten, die Regierungspolitiker/innen nun tagtäglich in der Presse, dass die Proteste von Guerilleros der FARC und ELN wären, weshalb sie, den Generalstreik mit allen (einbezogen, kriegerischen) Mittel bekämpfen. Diese Argumentation „von Guerilla und Terror“ wird immer dann eingesetzt, wenn die Regierung ihre Politik gegen die Interessen der Bevölkerung durchsetzen will.

Laut Gemeinderegierung Sarevenas, leben im ganzen Landkreis 55.000 Einwohner/innen, davon 33.000 in der Stadt Saravena. Das bedeutet, dass an der Demonstration fast die ganze Stadt teil nahm, bzw. ungefähr jede/r 5 Bewohner/innen des Landkreises. Hinzukommen, die 3000-5000 Menschen bei den Blockaden (und deren Camps) gegen die transnationalen Ölunternehmen, welche nicht an der Demonstration teilnehmen konnten, da die Blockaden noch immer aufrecht erhalten werden und deshalb, gegen polizeiliche Angriffe verteidigt werden müssen. Dass der Generalstreik von einem Großteil der Gesellschaft gewollt ist, unterstützt und getragen wird, dies ist, wie auf den Camps ebenfalls deutlich ist, auch auf Demonstration sehr sichtbar: Von jung bis alt, Indigene, Bauern, Arbeiter/in und Angestellte aus Schulen, Krankenhäusern, den Wasserbetrieben und der Stadtreinigung, die Ladenbetreiber/innen (…), einfach alle waren auf der Straße und brachten lautstark und wütend, ihren Unmut über die erneute staatliche Diskriminierung und Stigmatisierung der gesamten Bevölkerung der Region als „Terroristen und Guerilleros“ zum Ausdruck. Als Zeichen für den friedlichen Protest, und dass sie es sind und nicht der Staat, die den Frieden ersehnen und wollen, zogen sie mit weißen Hemden und Blusen durch die Straßen. Für sie, ist es nicht nachvollziehbar und hinnehmbar, dass alle Regierungen in den Jahrzehnten eine Politik gegen die Interessen und Bedürfnisse, gegen die Existenz der Bewohner/innen in der Region durchziehen und dies, unter Anwendung aller Formen und Mitteln der Gewalt (ökonomisch/rechtlich/militärisch).
Die ganze Gesellschaft Araucas, ist sich der staatlichen Diskriminierung und Stigmatisierung, welcher sie ausgesetzt ist, sehr bewusst; Dass vereint die Menschen, und stärkt den Zusammenhalt unter ihnen enorm. Die große Medien, unterstützen fast immer den staatlichen Terror der rechten- und liberalen Regierungen Kolumbiens, was aber noch lange nicht bedeutet, dass, dies die Wahrheit ist. Zudem zeigt es ebenfalls, jenes Desinteresse, die Ignoranz und Gleichgültigkeit, so wie es auch die Regierungen haben, gegenüber der Lebenswirklichkeiten eines Großteils der Einwohner/innen Kolumbiens. Morgen kommt Präsident Santos nach Arauca, bis spät in die Nacht hinein, erfolgte auch diesmal nicht, der zugesagte und versprochene Anruf für die Bestätigung und Angabe der genauen Uhrzeit, für das ausgemachte morgige Gespräch in der Landeshauptstadt „Arauca“. In den den bisherigen Wochen wurde bestätigt: Santos ist nicht, im Gegensatz zur der sich im Generalstreik befinden Bevölkerung, am Frieden, an einer friedlichen politische Lösung interessiert. Somit auch nicht, an den Leben der Menschen, der Bevölkerung Kolumbiens.
Die Bevölkerung Araucas, wird weiter für und um ihre Menschenrechte streiken und protestieren, u.a. für Unversehrtheit, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, die Möglichkeit in einer ökologisch menschlich angemessenen Lebensumwelt zu leben, Freiheit, Gesundheit und Bildung. Sie wird friedlich, aber hartnäckig und entschlossen weiter für die Realisierung dieser Grundrechte kämpfen.
Es ist ganz offensichtlich, welcher dieser Konfliktparteien sich antidemokratisch, unmenschlich und gewalttätig verhält, und welche die Macht besitzt zu entscheiden, ob es eine friedliche politische Verhandlung und Entwicklung gibt, oder eine erneute polizeilich- militärische Unterdrückung für die wirtschaftlichen Gewinne, der reichen dieses Landes und der transnationalen Unternehmen geben wird.

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