Hamburg: EA-Info zu laufenden Ermittlungen

Ermittlungsausschuss Hamburg 13.02.2013 22:05 Themen: Blogwire Repression

Zu den Ermittlungen rund um ein „Screwdriver“-T-Shirt, Aussageverweigerung und mehr: Eine Info des EA-Hamburgs.


Am 21.01.2013 gab es eine Hausdurchsuchung im Wohnprojekt Kleiner Schäferkamp 46. Die Cops brachen morgens um 6 Uhr ohne zu klingeln die Tür auf. Anlass war ein Durchsuchungsbefehl mit dem Vorwurf des gemeinschaftlichen versuchten Totschlags gegen eine dort wohnende Person. Tatsächlich durchsuchten sie jedoch sämtliche Räume, machten Fotos einzelner Einrichtungsdetails und ließen keine_n der Bewohner_innen telefonieren.
Der Vorwurf bezieht sich auf eine körperliche Auseinandersetzung am Neujahrsmorgen vor der linken Punkrockkneipe Skorbut. Dabei wurden zwei Personen verletzt von denen laut Medienberichten eine ein T-Shirt der Naziband „Screwdriver“ trug und im Rahmen einer Auseinandersetzung schwer verletzt im Krankenhaus landete.

Nun ermittelt der Staatsschutz (LKA7) wegen versuchten Totschlags. Zwei zunächst am gleichen Tag festgenommene Personen sind sofort wieder freigelassen worden. Die stattgefundene Hausdurchsuchung basiert auf Facebookfotos von der Skorbut Seite. Den Verletzten wurden diese vorgelegt um die vermeintlichen Täter_innen zu ermitteln.

Offensichtlich wird die Ermittlung dazu genutzt sämtliche Personen und Zusammenhänge im groben Umfeld des Skorbuts zu durchleuchten. Von Polizei und Staatsanwaltschaft konstruierte Verbindungen reichen aus, um eventuell Teil der Ermittlungen zu werden.

Daher ist mit möglichen weiteren Durchsuchungen, Zeug_innenvorladungen oder ähnlichem zu rechnen. Bewahrt Ruhe und lasst Euch beraten.
Im Moment handelt es sich um ein Ermittlungsverfahren.
Das bedeutet: es werden alle Aussagen gesammelt, die die Cops irgendwie kriegen können. Dabei spielt die vermeintliche Wichtigkeit oder Relevanz dieser Aussagen keine Rolle!
Anna und Arthur halten das Maul. Egal wie absurd der Vorwurf wirkt oder harmlos die Fragen klingen!

Ermittlungen bedeuten auch eine erst einmal große Personengruppe durch Ausschluss von Verdächtigen, auf einen kleinen Kreis zu reduzieren.
Wenn wir verhindern wollen, dass die Strategie von Polizei und Staatsanwaltschaft aufgeht, so ist der beste Weg: Keine Aussagen, Keine Zusammenarbeit!
Wer wann welche Kneipen besucht, geht die Ermittlungsbehörden nichts an.
Keine Aussagen bedeutet auch, keine Postings über diesen Abend auf Facebook, keine Gespräche darüber am Telefon oder Tresen... und vor allem auch keine Spekulationen, keine Nachfragen über den vermeintlichen Hergang des Neujahrsmorgen oder danach, wer sich am Abend in der Kneipe aufgehalten hat.

Nicht nur bei diesen Ermittlungen gilt: soziale Netzwerk wie Facebook, Google+, youtube etc dienen den Behörden als nützliche Ermittlungswerkzeuge. Fotos und soziale Kontakte können hier leicht eingesehen werden. Persönliche Bilder und Partybilder stellen eine hervorragende Quelle dar, um Personen zu identifizieren und einzuordnen. Am besten ist es Medien wie Facebook etc gar nicht zu nutzen. Einen richtigen Umgang mit diesen kann es nicht geben.
(siehe auch dazu: "Plötzlich plappern Anna und Arthur" auf http://nadir.org)

Macht Hausdurchsuchungen öffentlich - betroffen sind wenige, gemeint sind wir alle!
Durch Verschweigen bringt ihr Euch um Solidarität und gefährdet andere, die ansonsten aufmerksam werden, dass eventuell auch sie in den Fokus der Ermittlung rücken könnten.

Wenn ihr Fragen, zb über eure Rechte und zu Strategien gegen Repression habt, Post von Polizei oder Staatsanwaltschaft (z. B. Zeug_innenvorladungen – auch Zeug_innen können sich bei Bedarf anwaltlicht vertreten lassen.) bekommt – meldet euch bei uns oder der Roten Hilfe.

EA-Hamburg


Der EA ist Montags ab 19 uhr erreichbar: 040 43278778, treffen könnt ihr uns nach Absprache.
Die Rote Hilfe ist Dienstags ab 19.30 im Centro Sociale
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Ergänzungen

Plötzlich plappern Anna und Arthur

Arthur 14.02.2013 - 14:04
Hier die Links zum angesprochenen Artikel von nadir zu Facebook & Co.

Auf de.indymedia.org:  http://de.indymedia.org/2012/10/336727.shtml
Direkt bei nadir.org:  http://nadir.org/news/Pl%C3%B6tzlich_plappern_Anna_und_Arthur.html (hier auch in englisch und weiteren Sprachen verfügbar)

weiter infos zum umgang mit fb

nadir 14.02.2013 - 14:38
 https://linksunten.indymedia.org/de/node/69744


oder in einer der letzten Rote Hilfe Zeitungen.

@facebook User

anna 14.02.2013 - 15:43
hast du irgendetwas inhaltlich zum thema zu ergänzen oder willst nur mal deinen frust rauslassen.dies ist ein linkes medienprojekt keine meckerecke.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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