Gronau: 3. Jahrestag der Verstrahlung

AKU Gronau 22.01.2013 01:35 Themen: Atom Freiräume Militarismus Soziale Kämpfe Weltweit Ökologie
Eine Mahnwache erinnerte an den 3. Jahrestag der Verstrahlung in der Gronauer Uranfabrik

Mitglieder verschiedener Initiativen und Organisationen haben am Montag Abend bei Minustemperaturen mit einer Mahnwache vor der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) an den 3. Jahrestages des bisher schwersten Störfalls in der Anlage erinnert. An der Aktion nahmen auch Gronauer Ratsmitglieder der Grün Alternativen Liste (GAL) und der Linken teil.
Bei dem Störfall vor drei Jahren wurde erstmals ein Arbeiter in der Gronauer Urananreicherungsanlage verstrahlt. Er mußte in insgesamt vier Krankenhäusern behandelt werden. Es wurde deutlich, dass der Katastrophenschutz erhebliche Mängel aufweist. Mit der Mahnwache am Montag wurde auch die Forderung nach der sofortigen Stilllegung der Urananreicherungsanlage verbunden. Auch nach dem Unfall vom Januar 2010 kam es immer wieder zu Pannen und Störungen in der Anlage. So ereignete sich z. B. im Juni 2012 ein Schwelbrand in der bundesweit einzigartigen Uranfabrik. Von der Düsseldorfer Landesregierung wird seitens der Anti-Atomkraft-Bewegung gefordert, dass sie sich endlich für die sofortige Stilllegung der Anlage und gegen die ständigen Urantransporte von und nach Gronau einsetzt.

Anti-Atomkraft-Initiativen haben wiederholt betont, dass der sogenannte Katastrophenschutz im Zusammenhang mit der Urananreicherungsanlage nur eine vermeintliche Sicherheit vortäuscht. Im Ernstfall mit erheblichen Uranhexafluoridfreisetzungen müsste kurzfristig im weiten Umkreis evakuiert werden. Das aber wäre nicht möglich. Fraglich ist: Wieviele Strahlenopfer können notfalls gleichzeitig in Gronauer Krankenhäusern bzw. im westlichen Münsterland behandelt werden? Bei einem schweren Unfall in Gronau in der Uranfabrik, oder bei einem Uran-Transportunfall, könnte die Zahl der Opfer drei- oder vierstellig sein.

Weitere Informationen über die Gefahren der Urananreicherungsanlage gibt es telefonisch beim Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau unter 02562-23125 oder unter www.aku-gronau.de. Nächster Aktionstermin in Gronau ist der 3. Februar. Dann beginnt an der Urananreicherungsanlage um 14.00 Uhr wie an jedem ersten Sonntag im Monat der traditionelle Sonntagsspaziergang.
Informationen zur großen Demonstration in Gronau im März 2013 anläßlich des 2. Jahrestages des Beginns der Fukushima-Katastrophe gibt es unter www.fukushima-jahrestag.de. Die Organisation der Demonstration wird u. a. vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und auch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) unterstützt. Spenden zur Finanzierung der Demonstration werden auf das Konto des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen bei der Volksbank Wettringen erbeten. Kontonummer: 357 730 701, Bankleitzahl: 40 16 46 18, Stichwort: "Fukushima-Jahrestagdemo Gronau"
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