NPD Kundgebungen in Hildesheim und Hannover

recherche-nord 11.01.2013 11:36 Themen: Antifa
Am 10.01.2013 fanden in Hannover und Hildesheim Kundgebungen der neonazistischen NPD statt. Die Veranstaltungen standen im Rahmen der sogenannten "Niedersachsentour", einer Veranstaltungsreihe der NPD im Zuge des derzeitigen Landtagswahlkampfes.
Auch in Hildesheim blieb die Zahl der angereisten Neonazis überschaubar. Damit glich die nun durchgeführte NPD-Kundgebung den vorangegangenen Aktivitäten. Lediglich 19 Personen aus den Strukturen der NPD Niedersachsen sowie der JN Niedersachsen nahmen an der Veranstaltung teil. Als Versammlungsleiter trat der Vorsitzende der JN Niedersachsen, Christian Fischer aus dem niedersächsischen Vechta in Erscheinung. Mitglieder der JN übernahmen wie bereits bei den vorangegangenen Kundgebungen den Ordnerdienst.

Als RednerInnen waren Ricarda Riefling, Vorsitzende des NPD Unterbezirkes Oberweser Adolf Dammann, seines Zeichen Vorsitzender des NPD-Unterbezirkes Stade sowie der stellvertretende NPD Bundesvorsitzende Udo Pastörs zugegen. Für Ricarda Riefling dürfte es der letzte Auftritt in ihrer Funktion als Unterbezirksvorsitzende gewesen sein. So verlegt sie derzeit ihren Lebensmittelpunkt nach Rheinland-Pfalz. Dies dürfte mit einer empfindlichen Schwächung des NPD-Unterbezirkes Oberweser einher gehen.

Gegen die Veranstaltung regte sich Widerstand. So sah sich die NPD rund 150 GegendemonstratInnen gegenüber. Die Polizei sprach im Nachhinein von "kleineren Scharmützeln" die sich im Umfeld der Kundgebung ereignet hätten. Eine Blockade des Lautsprecherwagens scheiterte allerdings. Es kam zu mehreren Ingewahrsamnahmen.

Anschließend zog es die NPD in die niedersächsische Landeshauptstadt. In Hannover wurden sie bereits von etwa 350 GegendemonstratInnen erwartet. Als Redner traten abermals Adolf Dammann und Udo Pastörs in Erscheinung. Auch Patrick Kallweit, Mitglied im JN Bundesvorstand und Pressesprecher der NPD Niedersachsen ergriff in Hannover das Mikrophon. Der Ordnerdienst wie auch die Versammlungsleitung wurde ebenfalls von Mitgliedern der JN Niedersachsen gestellt.

In Hannover konnte die NPD dann auch ihre Teilnehmerzahlen um eine Person steigern. Im strömenden Regen konnte die NPD insgesamt 20 Neonazis mobilisieren. Unter ihnen befand sich auch Thomas Warnat. Dieser war zuletzt aufgrund parteiinterner Streitigkeiten vom Vorsitz des NPD-Unterbezirkes Hannover zurückgetreten und auch aus der NPD ausgetreten.

Im Verlauf der Kundgebung gelang es AntifaschistInnen mittels gefälschter NPD Ausweise auf den Kundgebungsplatz der NPD zu gelangen und ein Transparent zu entrollen. Die eingesetzten NPD Ordner attackierten diese daraufhin gewaltsam. Im Vorfeld der Kundgebung wurde eine Blockade gegen den mitgeführten NPDLastwagen, das sogenannte "Flagschiff", von der Polizei aufgelöst. Es kam zu Ingewahrsamnahmen. Eine Anzeige wegen Körperverletzung erwartet hingen Gustav Haenschke, seines Zeichens Fahrer des "NPD-Flagschiffes". Er rammte einen Polizisten mit dem Außenspiegel des NPD-Lastwagens.

Hier eine Bildgallerie zu den NPD Kundgebungen in Hildesheim und Hannover
 http://www.recherche-nord.com/gallery/2013.01.10.html


Eine grundlegende Einschätzung des bisherigen NPD-Wahlkampfes folgt in den nächsten Tagen.

 http://www.recherche-nord.com/article/Landtagswahl2013/
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Ergänzungen

Flagschiff anreise

hals maul 11.01.2013 - 13:18
Auserdem wurde das "Flagschiff" mit farbomben beworfen und es kam vor der blockade noch zu tumultartigen szenen bei denen nazis zuschlagen konnten und flaschen die JN dullis nur knapp verfehlten

JN spielt Polizei

Willi wills wissen 11.01.2013 - 17:08
...als die erste Blockade des Lasters in Hannover starten sollte, sprangen die Türen des VW-Busses der Nazis auf und heraus stürmten ca. 6 junge Männer in blauen NPD Regenjacken und schlugen wie wild auf die Genossen ein. Mindestens ein Demonstrant wurde verletzt. Erst als die Bullen da waren, zogen sie sich in ihren Bus zurück. Nach der zweiten Blockade die immerhin ca. 5 Minuten gehalten werden konnte, leitete die Bullerei den NPD SCheiß auf der anderen Straßenseite vorbei. Die Blockade der Straße dauerte noch etwa eine halbe Stunde, da die Bullen die Auflösung verhinderte. Dann wurden die Genossen unsanft an die Seite gegen einen Zaun gedrängt und in Gewahrsam genommen. Das sah dann so aus, dass etwa 50 Genossen im Kessel waren und nach und nach die Leute durchsucht und in einen Gefangenenbus gebracht werden sollten. DA das dann aber zu lange dauerte, wurde der Kessel als der NPD Laster wieder in andere Richtung vorbei war aufgelöst und die Menschen die schon im Bus waren wurden bis auf eine Person wieder frei gelassen. Später wurden noch ein Paar Nazis daran gehindert, mit der Bahn den Ort zu verlassen, da die Bahn aus irgendwelchen Gründen nicht los fahren konnte. Als den Bullen zu viele Genossen vor Ort waren, sicherte eine Hundertschaft die Nazis, die nun wieder aus der Bahn aussteigen mussten. Mit Begleitung der Bullen konnten sie dann mit einer der nächsten Bahnen die Station verlassen.

Das war in Northeim los

aus der hna 11.01.2013 - 19:39
Northeim. Nachdem die weitestgehend friedlich verlaufene Demonstration des Northeimer Bündnisses gegen Rechts gegen die Wahlkampfveranstaltung der NPD Niedersachsen auf dem Northeimer Münsterplatz beendet war, kippte die Stimmung um.

Als Anhänger der rechten Szene mit ihren Fahrzeugen die Stadt verlassen wollten, wurden ihre Fahrzeuge von Mitgliedern der linken Szene gestürmt und mit Eiern beworfen.
Aktualisiert um 19.45 Uhr

Polizeibeamte mussten die Fahrzeuge und ihre Insassen schützen und wurden dabei ebenfalls angegriffen. Ein Polizeibeamter erlitt Verletzungen. Gegen einige Antifa-Anhänger wurden darum Strafanzeigen wegen Widerstands und wegen Körperverletzung gefertigt, sagte ein Polizeisprecher am Mittwochabend.

Bei einem weiteren Vorfall in der Arentsschildstraße hatten Unbekannte an einem geparkten Auto sämtliche Fensterscheiben zerstört. Da das Fahrzeug einem NPD-Mitglied gehört, geht die Polizei davon aus, dass auch hier Demonstranten am Werk waren.

Wenig später kam es noch zu einer Schlägerei in der Bahnhofstraße: Allerdings waren dort nach Polizeiangaben Anhänger des linken Spektrums aneinander geraten und mit Latten und Knüppeln aufeinander los gegangen. Beteiligt waren insgesamt neun Personen, von denen aber niemand ernsthaft verletzt wurde, so der Polizeisprecher. Hier wurden seitens der Beamten Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung gefertigt.

Gegen 19 Uhr war dann wieder Ruhe in Northeim eingekehrt. Zuvor hatten etwa 200 Demonstranten gegen die NPD-Wahlkundgebung von etwa 35 Anhängern der rechten Szene mit Trillerpfeifen und Parolen wie „Haut ab!“ protestiert. Hier hatten etwa 150 Polizeibeamte Ausschreitungen verhindert, so dass von einer „friedlichen“ Veranstaltung die Rede war. (kat)

Anhänger des linken Spektrums aneinander gera

jaja 11.01.2013 - 19:47
Presseinformation vom 11.01.2013

AntifaschistInnen nach NPD-Kundgebung angegriffen

Polizei deckt rechte Schläger

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 9. Januar 2013 haben zwei Teilnehmer der NPD-Kundgebung in Northeim eine Gruppe AntifaschistInnen in der Bahnhofstraße angegriffen. Zuvor berichteten Polizeisprecher über eine interne Auseinandersetzung zwischen TeilnehmerInnen der linken Szene. Die Sprecherin der Antifaschistischen Linken International - A.L.I. - reagierte mit Unverständnis auf die Darstellung der Polizei und sagte: „Hierbei handelt es sich ganz klar um einen rechten Angriff!“ und weiter „es kann nicht hingenommen werden, dass die Polizei hier die Tatsachen verdreht und so rechte Schläger deckt.“

Nach Beendigung der bis jetzt größten Kundgebung der NPD-Niedersachsentour in Northeim bewegte sich eine Gruppe Göttinger AntifaschistInnen in Richtung Bahnhof. In der Bahnhofstraße trafen sie auf zwei Nazis, die zuvor die Kundgebung der NPD besucht hatten. Nach einer verbalen Auseinandersetzung folgte eine kleine Rangelei. Wenige Minuten später beruhigte sich die Situation und die AntifaschistInnen setzten ihren Weg fort. Die Nazis folgten den AntifaschistInnen und griffen eine Person an und schlugen ihr mehrfach in das Gesicht, sodass sie Verletzungen erlitt. Dann erst griff die Polizei, die während der gesamten Auseinandersetzung vor Ort war und die Situation beobachtete, ein und trennte die Personengruppen. Als Folge dessen wurden bei der Gruppe AntifaschistInnen Personalien aufgenommen und Videoaufnahmen angefertigt.

Immer wieder kommt es in Northeim zu Angriffen von Nazis auf MigrantInnen und AntifaschistInnen. So attackierten am 7. November 2012 eine Gruppe Nazis eine Veranstaltung des Bündnisses gegen Rechts mit dem Jornalisten Kai Buddler im DGB-Haus und bewarfen das Gebäude mit Farbbeuteln und Feuerwerkskörpern. In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar wurde das Gebäude der KZ-Gedenkstätte in Moringen mit Farbe und Leugnungen des Holocaust beschmiert. „Die Angriffe der Northeimer Naziszene haben weiter Kontinuität“ und „die Stadt Northeim muss sich eingestehen, dass sie ein Problem mit Nazis hat“ ergänzte die Sprecherin der A.L.I.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.