Fotos: Oury Jalloh Demonstration 2013

Umbruch Bildarchiv 09.01.2013 15:34 Themen: Antirassismus
An der diesjährigen Gedenkdemonstration für Oury Jalloh in Dessau nahmen am 7. Januar 2013 rund 500 Menschen teil. Auf Transparenten und in Sprechchören forderten die TeilnehmerInnen eine Anklage wegen Mord und die lückenlose Aufklärung des Feuertodes. Nachdem im letzten Jahr die Demonstration von der Polizei wegen des Mordvorwurfes massiv angegriffen wurde, hielt diese sich in diesem Jahr betont zurück.
Fotos unter:  http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/070113oury_jalloh.html
Oury Jalloh war am 7.1.2005 in einer Dessauer Polizeiwache bei lebendigem Leibe verbrannt. Auch eine zweite langwierige Gerichtsverhandlung hat nicht geklärt, was an diesem Tag in Zelle Nr. 5 tatsächlich geschehen ist. Wie im ersten Prozess mauerten die befragten Polizeibeamten. Die Magdeburger Strafkammer zeigte sich nicht willens, den sich häufenden Indizien nachzugehen, daß Oury Jalloh das Feuer nicht selbst legen konnte. Sie verhängte gegen den Polizeibeamten Andreas Schubert eine Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung – 120 Tagessätze à 90 Euro. Menschenrechts- und Flüchtlingsaktivisten geben sich mit diesem Urteil nicht zufrieden. Sie sammeln Geld für ein neues Brandgutachten.

Weitere Informationen:
 http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Lernt es mal

hgffhg 09.01.2013 - 18:41
Gesichter verpixeln!!!

VERPIXELN!!!

umbruch ins archiv! 09.01.2013 - 20:35
das ihr das einfach immer noch nicht schnallt. verpixelt eure beschissenen bilder!!!
die meisten anderen linken fotografen bekommen das doch auch hin und machen zudem noch bessere bilder. wozu gibts euch denn eigentlich noch, ausser für den informationsgewinn von nazis und repressionsorganen?

ich bin echt stark dafür bei der nächsten gelegenheit, den umbruchfotoheinis mal ne klare und unmissverständliche ansage zu machen, bezüglich ihres echt unverantwortlichen umgangs mit fotos...


MENSCH EY, DAVON HAB ICH LANGSAM GENUG

Gesicht gezeigt 09.01.2013 - 21:46
langsam hab ich mal genug davon, es hat doch einen Grund, warum menschen, die auf demos gehen ihr gesicht vor kameras verstecken, sich die hände vor die nase halten oder hinter transparenten untertauchen! Kann hier mal bitte jemand anfangen, nachzudenken, bevor gehandelt wird? bestes bildmaterial für birnen, danke!

Click it

clicker 09.01.2013 - 22:06
Leider ist das alles von den OrganisatorInnen heraufbeschworen worden. In dem Aufruf "Click it" wurde vorab versprochen, wenn alle Kameras mitbringen, könnten Polizeiübergriffe dokumentiert werden. Die Demoorga werde für den verantwortungsvollen Umgang mit Bildern und Videos sorgen...

War dem auch so?

VERPIXELN?

Harry P. 10.01.2013 - 02:41
Ich glaube wer Angst vor Photos hat, sollte besser auf eine Privatparty und
nicht mehr auf eine öffentliche Demo gehen. Der Ruf nach Verpixelung ist
heutzutage sinnloser Aktionismus, da rennen viel zu viele Leute die filmen
und photographieren und sei es nur mit Handycam, etc.. Wer Photos möchte, für
den ist es kein Problem sich einfach welche zu machen.

Das muss jetzt nicht jedem (oder jeder) gefallen.

Kein Brett vorm Kopf

Umbruch Bildarchiv 10.01.2013 - 15:21
Immer wieder aufbauend die Kommentare hier bei Indymedia. Da es öfters die Kritik wegen nicht verpixelter Bilder gibt, hier unsere Position dazu:

Wir haben erfreulicherweise die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute die Fotos nicht nur unter Sicherheitsaspekten betrachten, sondern offensiv mit ihren öffentlichen Demos umgehen und es dabei auch ok finden, sichtbar zu sein. Bilder leben nun mal davon, dass man nicht nur Balken, Rücken und Übersichtsaufnahmen, sondern auch die Akteur_innen dahinter sieht. Seit wir Fotos ins Netz stellen (1999) haben wir im Ganzen vielleicht ein Dutzend Beschwerden erhalten von Leuten, die lieber unkenntlich gemacht werden wollten. Das haben wir selbstverständlich respektiert. Wer also damit nicht einverstanden ist, das sie/er auf einem unserer Bilder abgelichtet ist, soll uns bitte eine Email mit der Foto-Nr. schicken. Auf anonyme Postings wie hier bei Indymedia reagieren wir nicht, weil uns da zu viele Trolls dabei sind.

Die Forderung, Gesichter generell bei allen Bildern unkenntlich zu machen, akzeptieren wir allerdings nicht und finden sie auch etwas weltfremd angesichts mittlerweile unzähliger Handy- und sonstiger Kameras, die auf unseren Demos präsent sind.
Unser Konzept ist es, nur dort Leute unkenntlich zu machen, wo es auch nötig ist: z.B. bei antifaschistischen Demonstrationen zum Schutz wg. Anti-Antifa, und bei Action-Szenen mit Gefahr möglicher Repression. Wir versuchen schon beim Fotos machen darauf zu achten, das wir keine Leute gegen ihren Willen aufnehmen. Öfters fragen wir die Leute direkt, ob sie mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Auch deshalb gibt es keinen Grund, alle Fotos zu verpixeln.
Gerade bei den Oury Jalloh Demos gibt es auf ausdrücklichen Wunsch der Flüchtlinge seit Jahren die Tradition, die Gesichter nicht unkenntlich zu machen. Nur dadurch, das die Bewegung für Oury Jalloh über acht Jahre so offensiv aufgetreten ist und sich nie jemand groß darum gekümmert hat, ob das vielleicht irgendwie negative Konsequenzen haben könnte, ist die Kampagne so erfolgreich gewesen. Deshalb sind wir jetzt an dem Punkt, das es kaum noch jemand in Deutschland gibt, der den Namen Oury Jalloh noch nicht gehört hat und die B. sich das nächste Mal gut überlegen werden, ob sie weiterhin Flüchtlinge in ihren Zellen quälen.
In diesem Sinne: Offensiv gegen die Unterbelichtung der linken Bewegung!