(USA) Leonard Peltier - seit 1976 in Haft

Free Mumia Bündnis 16.12.2012 21:02 Themen: Antirassismus Repression Soziale Kämpfe Weltweit
Indigener Aktivist seit 1976 in den USA in Haft - nach einigen Jahren realtiver Ruhe wird der Ruf nach Freilassung lauter
Leonard Peltier ist Native American. In den 1970iger Jahren beteiligte er sich an der American Indian Movement (A.I.M), welche nach dem Vorbild der Black Panthers entstand, um sich für die Rechte der völlig missachteten indigenen Bevölkerung der USA einzusetzen.

Bereits seit 1976 ist der Aktivist in den USA inhaftiert. Bei einem Zusammenstoß zwischen dem FBI und in der Pine Ridge Reservation lebenden Native Americans wurden Leonard Peltier und weitere Aktivisten beschuldigt, zwei FBI Agenten in zivil erschossen zu haben. Obwohl allen Mitangeklagten in abgetrennten Verfahren gerichtlich anerkannt wurde, in Notwehr das Feuer auf Unbekannte und nicht als Polizisten ausgewiesene erwidert zu haben und auch nie aufgeklärt wurde, wer denn die beiden Beamten sowie einen ebenfalls in den Zusammenhang getöteten indigenen Aktivisten erschossen hat, wurde allein Leonard Peltier für seine Rolle als Sprecher der A.I.M. zu zweimal lebenslänglich verurteilt.

In der Haft überlebte Peltier bereits zwei vermutlich vom FBI organisierte Mordanschläge und ist inzwischen schwer an Diabetes erkrankt. Seit Herbst 2010 besteht der Verdacht, dass er Krebs haben könnte, aber die Behörden verweigerte ihm über Monate ihm Zugang zu umfassender Gesundheitsuntersuchung, welche erst nach weltweiten Protesten zugestanden wurden.

Zwar gestand ihm die Justiz bereits Anhörungen über Entlassung auf Bewährung zu. Aber das FBI setzte regelmäßig alles daran, dass er weiterhin in Haft blieb. Im Sommer 2009 bot ihm das Gericht zynischerweise an, 2024 erneut Haftentlassung zu beantragen. Der zuckerkranke Peltier wäre dann 79 Jahre alt…

Leonard Peltier ist eine Symbolfigur des indigen Widerstandes der Gegenwart. Um dem unaufhörlich präsenten Ruf nach Freilassung zu umgehen, verlegte die Obama Administration Leonard Peltier im September 2011 nach Florida. wo er derzeit viele Tausen Meilen entfernt von seinen Angehörigen und Unterstützer*Innen festgehalten wird.

Gestern fand in New York ein von Harry Belafonte präsentiertes Konzert statt, bei dem zahlreiche US Künstler*Innen auftraten und die sofortige Freilassung von Leonard Peltier forderten. Zahlreiche Petitionen an das Weisse Haus greifen die Forderung der Stammesvertreter*Innen aus den sog. "Sovereign Nations" auf, die bereits 2011 bei einem Treffen mit Obama forderten, als eine der ersten vertrauensbildenden Massnahmen zwischen der US Regierung und den in Reservationen lebenden Indigenen endlich Leonard Peltier freizulassen.

Rein formal könnte Obama dem mit einer Unterschrift entsprechen - nur fehlt ihm vermutlich noch etwas die Einsicht in die Dringlichkeit dieser Sache. Die wäre ihm jedoch mit zahlreicher weltweiter Post sehr einfach in Erinnerung zu rufen.


weitere Informationen:

Leonard Peltier Support Group
Rhein/Main ( LPDOC Chapter #923147)
 lpsgrheinmain@aol.com
www.leonardpeltier.de

weitere Informationen in englisch:
www.whoisleonardpeltier.info
www.aimovement.org
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Ergänzungen

Details für mögliche Unterstützung

Free Leonard Peltier! 16.12.2012 - 21:19
Schreibt an das Weisse Haus! oder mailt, faxt, ruft an:

The Honorable Barack H. Obama
President of The United States of America
The White House
1600 Pennsylvania Avenue NW
Washington, DC 20500

Comments: 001-202-456-1111
White House Fax: 001- 202-456-2461
TTY/TDD Comments: 001-202-456-6213

Mailt an das Justizministerium:
 AskDOJ@usdoj.gov

Musterbrief demnächst hier in den Ergänzungen


Schreibt Leonard Peltier!

LEONARD PELTIER #89637-132
USP COLEMAN I
U.S. PENITENTIARY
P.O. BOX 1033
COLEMAN, FL 33521
USA


Spenden für die Soli-Kampagne

Tokata e. V.
Sparkasse Langen
Seligenstadt
Kto.: 2117133
BLZ 506 521 24
Kennwort: Free Leonard Peltier!

(Bln) Infoveranstaltung über indigenen Widers

tand - morgen 16.12.2012 - 21:27

Di. 18. Dezember 2012 - Lunte - 20 Uhr

Im Rahmen der Film- und Veranstaltunsgreihe über "Repression und Widerstand in den USA" geht es morgen um die aktuellen Lebensbedingungen Indigener in den USA als auch um die Anfänge der politischen Selbstorganisierung in den 1970iger Jahren.

Die nordamerikanische indigene Bevölkerung wurde in ca. 500 Jahren Kolonialisierung beinahe vollständig umgebracht. Aktuell macht der Anteil Indigener an der Bevölkerung der USA nicht mal einen Prozent aus - viele sind inhaftiert. Nach dem Vorbild der Black Panther Party entwickelte sich jedoch in den frühen 1970igern entschlossener Widerstand, dem von Seiten der Behörden bis heute mit Repression und Ignoranz begegnet wird. Eine ca. halbstündige Einführung vom Berliner Free Mumia Bündnis.

anschließend der Film "Incident At Oglala" (USA 1992, dt. Fassung), der ausführlich auf die Geschichte von Leonard Peltier eingeht.

Kommt vorbei - informiert euch - schreibt ihm und überlegt, was wir gemeinsam machen können.

Lunte - Weisestr. 53 - 12049 Berlin Neukölln - U8-Boddinstr.

engl. Musterbrieftext ans Weisse Haus

Vorschlag 16.12.2012 - 22:13
Sample letter to President Obama:
Your name
Address
City, State, Zip Code


The Honorable Barack H. Obama
President of The United States of America
The White House
1600 Pennsylvania Avenue NW
Washington, DC 20500
re: Leonard Peltier USP #89637-132

Dear President Obama,

This letter is among millions that have been written to US presidents on behalf of Leonard Peltier in the past 36 years of his incarceration. Foreign heads of state and world religious leaders, members of Congress and even a federal judge who was hamstrung by legal precedents have asked for clemency in Peltier's case.

The deaths of the agents is a horrible tragedy for their families, but a even greater tragedy is being done to Mr. Peltier, who has been nominated for the Nobel prize six times for his humanitarian works from behind prison walls.

As a citizen, my conscience has been haunted by the inability of previous administrations to do the right thing and let Peltier go home. When I look at the trial as a whole, there is shocking information about FBI and prosecutorial misconduct in his case. What happened, Mr. President, that an American, an American Indian at that, can languish in a federal prison for so long without a real look at what happened to him?

I have been aware that some federal agents have been actively undermining Mr. Peltier's efforts for years. They have lied about the evidence and testimony, and ignore evidence to the contrary in their statements to keep Mr. Peltier imprisoned. Attorney General Janet Reno reprimanded FBI Director Freeh for voicing his complaint publicly.

Mr. President, we ask that you please take a very detailed review of Mr. Peltier's cases, including the withheld FBI records supposedly classified for national security reasons, inquire about his transfer to a medium security facility that meets his classification, and grant clemency. Mr. Peltier also is eligible for a parole under a 30 year law, but has not been granted this according to 28 U.S.C., section 4206(d).

When you were elected to the Oval Office in 2008, millions of us felt we were granted a fresh of breath air, and through this we hope that you will grant Mr. Peltier a breath of fresh free air. I'm sure you will see the world rejoice.

Sincerely,

Your name

Flyer Kopiervorlage - FREE LEONARD PELTIER

ausdrucken - kopieren - verteilen 19.12.2012 - 15:04
in der beigefügten PDF - Indy goes Straße :-)

Artikel im "Rolling Stone" über das Konzert

Bring Leonard Peltier home 19.12.2012 - 21:04
Jackson Browne and Common Unite to Bring Leonard Peltier Home - Concert calls for the release of the jailed Native American activist

 http://www.rollingstone.com/music/news/jackson-browne-and-common-unite-to-bring-leonard-peltier-home-20121215

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke den folgenden Kommentar

@Mahmut, rechtskonservative Aussensau

DU 17.12.2012 - 13:44
"Wohlstandsflüchtlinge", so, so und nicht "kulturvoll" und dabei sind diese Leute nur auf ihren durch ihre Kultur überlieferten Handelswegen unterwegs und lebten eh beiderseits der kolonialistischen Grenze. "Kulturvoll" sind dagegen Grenzzäune, die aus ihnen Flüchtlinge (in Wohlstandsghettos von San Diego und L.A. oder als Leichen in der Wüste) machen und "kulturvoll" werden die Maja erst dann leben, wenn sie die Amis vertrieben haben, "kulturvoll" Mais in der Wüste anbauen und die Welt auf Lizenzen für Mais verklagen.