[Silvio Meier] Interview mit Freund Silvios

Antifaschistischen Linken Berlin [ALB] 24.11.2012 11:43 Themen: Antifa Antirassismus Freiräume Medien
Vor 20 Jahren wurde in Berlin Silvio Meier von Neonazis erstochen. Sein Freund erinnert an die Punkzeiten in der DDR, die Friedrichshainer Hausbesetzerszene, den Kampf gegen rechts und den Mord im U-Bahnhof Samariterstraße. Ekkehard Spiegel ist ein Freund des am 21. November 1992 getöteten Silvio ­Meier. Er war bei dem Angriff von Neonazis selbst schwer verletzt worden. Ein Gespräch mit Ekkehard Spiegel
In welchen Bereichen warst du Anfang der 1990er Jahre und gegebenenfalls bereits davor in der DDR politisch aktiv?
Ich komme aus einer Kleinstadt in Thüringen, Saalfeld. Zum Zeitpunkt des Mauerfalls war ich 18 Jahre alt und hatte gerade angefangen zu arbeiten. Ich war zu DDR-Zeiten Punk und im Umfeld der »Offenen Arbeit« (OA) unterwegs. Die OA war ein Ansatz kirchlicher Jugendarbeit in der DDR und bot oftmals Raum für nonkonforme oder gar oppositionelle Gruppen. Ich war ja auch noch sehr jung und würde eigentlich nicht sagen, daß ich zu einer politischen Opposition in der DDR gehört habe. Das war eher so ein kulturelles Ding. Eben Punk.

Bereits vor dem Mauerfall tauchten dann – so etwa ab 1986 – die ersten Nazis auf. Und es gab auch schon bald die ersten Auseinandersetzungen. Etwa zur selben Zeit habe ich angefangen, mich für Politik zu interessieren. Ich habe angefangen zu lesen. Zuerst Lenin und Luxemburg, und später auch Marx oder Malatesta und Proudhon. Verstanden habe ich aber nicht viel. Ich habe nur versucht, es gegen die verordnete Lesart zu wenden. Man könnte sagen, daß ich versucht habe, die DDR von links zu kritisieren. An dem Umsturz 1989 habe ich mit abnehmender Begeisterung, aber aktiv teilgenommen. Mit dem Ergebnis war ich allerdings gar nicht einverstanden. Nicht nur, daß mir der nationalistische Taumel um die Vereinigung zuwider war. Ich hatte vor allem das Gefühl, daß die großen demokratischen Freiheiten, die wir uns in dieser Phase erkämpft haben, einfach so dem demokratischen Formalismus der BRD geopfert wurden. Und dann ging es halt los mit den Nazis. Und da stellte sich dann konkret die Frage, was tun? Ich habe mich gemeinsam mit meinen Freundinnen und Freunden dagegen gewehrt und entsprechend gehandelt. Eines Nachts hatte ich Besuch von etwa 20 Nazis. Im Krankenhaus bin ich wieder aufgewacht. Danach bin ich aus Saalfeld weg und nach Berlin.

Hast du in diesem Zusammenhang auch Silvio Meier kennengelernt?
Ja, dort habe ich Silvio kennengelernt. Das war ja im Kern eine feste Clique, die sich von Umweltbibliothek und Zionskirchzeiten her kannte. Die Leute in dem Haus waren damals fast alle noch Ostler. Prägend war sicherlich das, was sie in der DDR gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Politisch waren sie ganz unterschiedlich drauf. Mir war das immer sehr angenehm. Es war offener als es heute so in der linken Szene ist.

Ich kann mich noch erinnern, daß ich auf dem Hausplenum fragen mußte, ob ich einziehen darf. Es wurde gefragt, wie meine politische Grundeinstellung sei. Ich hab dann geantwortet, daß ich die Regierung stürzen wolle, und dann durfte ich einziehen. Eigentlich war das, was man so Häuserkampf nennt, der gemeinsame Nenner. Aber antifaschistischer Selbstschutz war sehr wichtig für uns. Es gab halt unterschiedliche Schwerpunkte. Für mich war die Auseinandersetzung mit Nazis wichtig. Ich hatte gesehen, wohin das führt, wenn die sich breit machen, und habe als Lösung nur direkte Aktionen akzeptiert. Ich denke aber heute, daß es sehr viel mehr gibt, was mensch gegen Nazis tun kann. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, daß direkte Aktionen gegen Nazis ein wichtiger Teil antifaschistischer Politik sind. In gar keinem Falle akzeptiere ich eine Einteilung in guten oder schlechten Widerstand gegen Nazis. Jeder und jede tut das, was er oder sie tun kann oder will. Wenn der Staat oder von mir aus die Demokraten damit ein Problem haben, dann ist das deren Problem. Das bedeutet aber auch, daß mensch nicht überheblich sein soll, wenn die Zivilgesellschaft sich engagieren will. Sollen sie doch! Das ist eine gute Gelegenheit, sie mit ihren eigenen Ansprüchen und Widersprüchen zu konfrontieren.

Wie muß man sich euren Alltag in dieser Zeit vorstellen?
Wenn ihr nach Alltag in einem besetzten Haus in Friedrichshain Anfang der 1990er Jahre fragt, dann waren Nazis und Angriffe von Nazis nicht der Alltag. Der Alltag war zum Glück ganz anders. Ein bißchen war es schon klischeemäßig: lange schlafen, viel kiffen, viel diskutieren, viel lieben, viel tanzen und zwischendurch die Interim lesen. Und manchmal auch abends losziehen, weil es Faschoalarm gab oder einfach mal schauen, was in Lichtenberg so läuft. Ich erinnere mich aber an sehr viel mehr Bücher, die ich in der Zeit gelesen habe, als an Naziangriffe.

Was ganz anderes war natürlich die »allgemeine Situation«. Das war ja die Zeit der »Asyldebatte«. Eine ganze Zeit war es ja so, daß es jede Woche ein paar Angriffe auf Asylbewerberheime gab. Und selbstverständlich gab es viele Angriffe auf Linke. Wir waren da halt aktiv. Wenn irgendwo eine Demo war, ist mindestens ein Auto voll mit »Schreinis« am Start gewesen. Alltag für mich in der »Schreiner« war, daß ich, wenn ich nach Hause kam, unten die Barri aufgemacht habe und dann das geniale Plakat zu Hoyerswerda mit dem Asylbewerber mit gereckter Faust und in der anderen Hand das Tonfa gesehen habe.

Mit welcher Grundhaltung seid ihr den Neonazis damals entgegengetreten?

Ihr dürft euch das am Anfang nicht wirklich als politische Entscheidung vorstellen. Zuerst mal war ich jung und Punk. Ihr findet das vielleicht langweilig oder apolitisch, aber dieser kulturelle Aspekt war am Anfang jedenfalls sehr viel wichtiger als irgendwelche Theo­rien. Ich habe mich dann politisiert, aber das war eigentlich eher nach dem Mord an Silvio. Da habe ich dann über die Konsequenzen nachgedacht und fand es richtig, mich zu organisieren. Weil ich fand, daß wir als einfache, unorganisierte Militante zu wenig erreichen. Das war vielleicht ein Stück weit auch Kapitulation. Kapitulation deshalb, weil ich nach wie vor daran glaube, daß Widerstand gegen Nazis zuallererst von unorganisierten Menschen im Alltag getragen wird und erst in zweiter Linie von politischen Organisationen.

Als Silvio am 21. November 1992 von Neonazis ermordet wurde, warst du mit dabei und wurdest selbst schwer verletzt. Willst du davon und den Tagen danach erzählen?

Es fällt mir schwer, über den Mord selbst zu sprechen. Ich behelfe mir immer mit Rationalisierungen. Und der Kampf, den wir danach geführt haben, war ganz sicher eine Form der Rationalisierung. Wenn ihr Zeit habt, die Chronologie der Ereignisse durchzugehen, werdet ihr finden, daß es in den ersten Tagen nach dem Mord darum ging, die Zumutung abzuwehren, Silvio sei mit seinem eigenen Messer ermordet worden.

Noch heute könnte ich heulen, wenn ich an diesen Artikel in der taz denke und daran, welche Qual es für meinen Freund J. war, sich im Krankenhaus den Fragen dieser kranken Bullen zu stellen, die unbedingt beweisen wollten, das in Wirklichkeit Silvio eine Art messerschwingender Irrer war.
Nach dem Mord an Silvio hast du die Gedenkdemonstration viele Jahre lang mit organisiert. Was hältst du von der Kritik, daß die Gedenkaktionen Silvio als Person nicht gerecht werden?
Ich habe ja bereits oben den Begriff der Rationalisierung benutzt. Für mich gibt es zwei Formen des Gedenkens, die grundsätzlich verschieden sind: das Gedenken an einen Menschen, der dir etwas bedeutet hat, – Trauer eben –, und das politische Gedenken. Ich fand immer, daß die Mahnwache auf dieses persönliche Gedenken und die Arbeit an der Trauer gerichtet war. Ich selbst wollte nie daran teilnehmen – aus persönlichen Gründen. Aber ich bin sehr froh, daß es sie gibt.

Eine andere Form des Gedenkens sind die Demonstrationen. Hier ging es nur in einem sehr vermittelten Sinne um Silvio als Person, als Mensch. Er war von Anfang an ein Symbol für all diejenigen, die in dieser Zeit ermordet wurden. Ich kann nur für mich sprechen, aber mein Engagement im Rahmen der Demonstrationen war niemals darauf gerichtet, Silvio als Person zu betrauern. Dazu würde ich sicherlich keine Antifademonstration nutzen. Das wäre nicht angemessen. Es mag gute Gründe geben, sich dagegen zu verwahren, Silvio als Symbol zu betrachten oder den symbolischen Gehalt zu diskutieren. Aber das Resultat dieses politischen Gedenkens ist, daß Silvio nicht – wie beinahe 200 andere Opfer – namenlos und vergessen ist.

Was war und ist dir bei den Gedenkaktionen an Silvio besonders wichtig? Was soll damit inhaltlich transportiert werden?
Wichtig ist für mich, daß das Gedenken lebendig ist und daß es einen Bezug zum Alltag hat. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es, daß wir es irgendwie schaffen, den Bezug zu Mölln stärker herzustellen. Ich denke, daß das gut möglich gewesen wäre mit der Thematik »NSU«. Oder vielleicht im nächsten Jahr? Aber eine Sache möchte ich euch wirklich aus tiefstem Herzen versichern: Ich freue mich jedes Jahr, daß es die Silvio-Meier-Demonstration gibt und das wird auch solange so sein, wie ihr euch bemüht, kein langweiliges Gedenken abzufeiern, sondern heutige Antifa-Politik mit diesem Ereignis zu verbinden.

In Friedrichshain wird es – hoffentlich – bald eine Silvio-Meier-Straße geben. Wie stehst du dazu?

Mir persönlich gefiel die Idee mit der Benennung der Bibliothek besser. Letztendlich kann ich natürlich auch sehr gut damit leben, daß die Bibliothek wieder ihren ursprünglichen Namen erhalten hat. Besonders hat mich die Meldung gefreut, daß die italienischen Genossinnen und Genossen aus Reggio Emilia den Platz vor dem Centro Sociale nach Silvio benannt haben. Das ist ein guter Ort für seinen Namen. Ich finde es auch einen tollen Erfolg, daß die Straßenumbenennung durchgesetzt wurde. Ich danke euch dafür.

Das Gespräch führte die Antifaschistischen Linke Berlin (ALB)
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

schöner artikel

... 24.11.2012 - 13:38
nett zu lesen. gibt hoffnung (auf vernunft). der ist viel wichtiger als der quatsch der von dem bürger nach dem podium bei der kleinen konferenz in der galiläa kirche (jugendwiderstandsmuseum rigaerstr fhain) von sich gegeben hat.
der meinte dort es müsse verständnis mit den bürgerlichen gezeigt werden die jetzt auf einmal in letzter minute gegen die umbenennung seien (vgl hetzerische leser_innenbriefe an die taz). und silvio meier dürfe nicht "genosse" genannt werden. dabei hat das meines wissens nach auch kein mensch (der antifa jedenfalls) je getan. sondern silvio sei sogar aus einer sog. gegenbewegung gekommen oder gar "politischer gegner" gewesen. das war gefährlich tendenziöses gequatsche welches verdächtig nah an der extremismuskeule orientiert ist und mit totalitarismusideologie beladen war. die stoßrichtung dabei war klar ein verwaschener "antikommunismus" im plumpen vergleich mit dem sog. realsozialismus der ddr. wenn der sich nicht als "freund" von silvio von damals ausgegeben hätte und es "friedlich" bleiben sollte, hätte ich ihn eiskalt rausgeworfen. aber mensch sollte sich besser beruhigen. denn es waren ja andere an der orga des abends... schön war dagegen nochmal die herausstellung des genossen von den interkommies, daß silvio sowohl gegen den diktatorischen ddr staat(skapitalismus) als auch (später) gegen den brd-staat war. das einzige interessante fünkchen wahrheit was der bürger dagegen vorzubringen hatte, war der bericht, daß silvio in rummelsburg (an der stralauer halbinsel) im ddr knast gesessen hat (normalvollzug gegen contra-ddr politisch betätigte). momentan wird hier allerdings mal wieder viel zu viel polarisiert in der großen stadt(nachholender schwachsinn zwischen "ost" und "west"). dabei sollte es doch jetzt nach zeiten von nsu allen wieder um mehr (gemeinsam) gehen. hope so. hopefully.
...

Die Realität sah etwas anders aus.

Old Ass 24.11.2012 - 13:47
Wenn man das schon wieder liest, kann jeder begreifen, was für politische Nachtjacken und verblendete Utopisten diese so genannten "DDR-Oppositionellen" waren. Alleine der Spruch "..mit abnehmender Begeisterung..." sagt aus, "..ich hab gesehen was für eine Scheiße das ist was wir da bauen, wo das hinführt, ich habe aber weiter mitgemacht und die aktuelle Situation, die kapitalistische Restauration auf DDR-Gebiet, mit zu verantworten..." Na da sagen die endlich nun seit 20 Jahren auch im Osten kapitalistisch Ausgebeuteten: Danke dafür! Die Zionskirche und die Umweltbibliothek waren übrigens die, die nach "Freiheit für den faschitischen Stephan Krawzcik" schrien, welcher sich nicht zu Schade war, bei einer feier mit dem Bundespräsidenten, die 1. Strophe der deutschen Nationalhymne zu schmettern!

Und irgendwie haut auch das mit den Faschoangriffen nicht hin. Anfang der 90er Jahre waren Naziangriffe gerade in Friedrichshain und die daran angrenzenden Bezirke wie Lichtenberg wöchentliche Realität. So wurde die Mainzerstr. regelmäßig angegriffen und die schwersten Überfälle ereigneten sich in der Pfarrstraße, weil sich um die Ecke, in der Weitlingstr., das von der FAP und der NA bewohnte Haus befand. Dazu kam eine große Disko, ELPRO oder so ähnlich, welche sich direkt in der Nähe der Pfarrstr. befand und von wo aus jedes Wochenende, stellenweise mehrere hundert Nazis in die Pfarrstr. einrückten.

Das hatte dort erst ein Ende, nachdem bei einem Überfall so massiver Widerstand geleistet wurde, dass die Verluste bei den Nazis so erheblich waren, dass beim nächsten Versuch mit dem Schlimmsten hätte gerechnet werden können und müssen. Ingo Hasselbach, der Führer der Naziszene dieser Zeit, der an diesem Angriff beteiligt war, beschreibt das in einem Buch mit den einfachen Worten "Die haben mich halb tot geschlagen."

Warum wohl wurden die Nachtwachen eingeführt und mit Autos wirklich jede Nacht eine Schutzstreife gefahren?! Warum gab es die Zusammenarbeit mit der VP vor der Wiedervereinigung, welche anbot, sobald sich Gruppen von Nazis in bestimmte Richtungen bewegen über Funk, welchen zu der zeit jedes Haus hatte, bescheid zu sagen, was dankend angenommen wurde, weil der DDR-Vopo eben nicht der Feind war sondern tatsächlich Freund und Helfer! Übrigens waren es auch VP-Gasmasken, die die Räumung der Mainzerstr. den Westbullen die Arbeit enorm erschwerten.

Im übrigen hingen sowohl in der Mainzerstr. als auch der Pfarrstr. aus etlichen Häusern DDR-Fahnen, und das nicht als Provo wie heute gerne behauptet wird sondern in allen mir bekannten Fällen aus Überzeugung, was eben in vielen Fällen der Grund für die Solidarität ganz normaler Anwohner war, die sich stellenweise sogar militant an bestimmten Auseinandersetzungen beteiligten. Also dieses Gerede in dem Artikel hat mit der damaligen Realität (fast) nichts zu tun. Die Frage stellt sich, warum. Und genau nur durch diese Auseinandersetzungen hat sich damals Friedrichshain und auch Lichtenberg stellvertretend für die linken Kräfte der Stadtteile den Ruf erarbeitet bzw. regelrecht erkämpft, von dem heute noch diese ganzen Wahlberliner Pseudolinken leben und ohne Ahnung quatschen. Sie aber haben zu verantworten, dass das alles nur noch Schall und Rauch ist, weil ihnen das hinterlassene Erbe einen Schuh zu groß ist und die geistig ideologische Zersetzung der letzten 20 Jahre ganze Arbeit geleistet hat!

@old Ass

old head 24.11.2012 - 14:43
Kann ich im Grossen und Ganzen bestätigen...

Krawzyk gab im Übrigen mit Frau Klier auch in der "Wendezeit" ein Interview mit der Faschozeitung "Mut". Hatte daraufhin Lokalverbot in diversen Kneipen...

Lang ist es her...

xy 24.11.2012 - 15:20
Interview und Beitrag von "old ass" stellen keinen Widerspruch da.

Die Schreini war in ihrer Zusammensetzung und ihrem politischen Ansatz deutlich anders, wie Z.B. Mainzer oder Pfarre.

Das führte aber nicht wie heute gerne "szeneintern" zu Grabenkämpfe, sondern förderte Akzeptanz und gegenseitiges Lernen.

In kaum einem Haus pflegte man kafkaeske oder Monty phytonsche Umgangsformen.

Ein deutliches Plus gegenüber heute...

aktuelles von heute

im twitter 24.11.2012 - 15:56
aus rudow und zur smd

 https://de.twitter.com/rechtsaussen

Die Realität sah etwas anders aus

Samnang 24.11.2012 - 20:39
Danke für das Interview und danke für die vielen Ergänzungen.
Über Krawzcik, Bohley (die ja bekanntlich Kohl am After leckte) und wie sie alle heißen, brauchen wir wohl eher nicht reden. Viele, die sich Bürgerrechtler nannten, waren keine. Viele, über die nicht gesprochen wird (und die das auch nicht wollen) rüttelten tägtäglich an den Grundfesten der DDR, teils um raus zu kommen, aber auch um diesen in Ansätzen sinnvollen Staat in eine bessere Richtung zu bringen. Mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg.
Aber eins stimmt im Artikel nicht. Organisierte Nazis gab es in Berlin ab 1981. Da marschierten sie tagsüber im Block durch Schönefeld. Wir waren leider zu wenige, um was dagegen machen zu können, aber die Bullen haben zugeschaut. In den Jahren danach, bei Auseinandersetzungen, sind wir in der Regel für 48 Stunden im Gewahrsam gelandet und von den Nazis wurden nicht mal die Ausweise kontrolliert.
Ich kann mich auch noch ein ein Konzert in Babelsberg erinnern, der Sänger von Electro Artists hatte seine Ausreise gekriegt und das war die Abschiedsmucke, da wurden wir hinterher im Zug von Nazis zusammengeschlagen und fast hätte es auch eine erste Tote gegeben, da einer ein Messer zückte. Das war seinen eigenen Kumpels aber zu viel und die hielten ihn zurück. Wir hatten keine echte Chance, waren ja von der Party besoffen. Auf jeden Fall sind vorher andauernd die Öler durch den Zug gestiefelt (Fahrkartenkontrolle). Als die Nazis kamen, war von denen keiner mehr zu sehen. Auch danach nicht. In Lichtenberg angekommen, sind zwei von uns erstmal ins Krankenhaus.
Insofern ist es kein Wunder, daß die nach der Wende gleich recht stark waren. Sie konnten ihre Strukturen bereits zu DDR-Zeiten aufbauen. Ein Beispiel dafür ist auch die Braune Straße in Köpenick. Das kommt dort auch nicht von ungefähr. Marzahn und Schöneweide waren, wenn es die Bezeichnung damals schon gegeben hätte, no go aereas für Linke und Ausländer.
Auf dem Land run um Prenzlau war es üblich, sich im Konsum mit Hitlergruß zu begrüßen. Auch das war einfach normal. Keinen hat es interessiert. Und wenn man dagegen was machen wollten, geriet man selbst in den Fokus der Bullen.
Es hat sich nicht viel geändert in den letzten 30 Jahren. Was aber Mut macht, daß es mehr Menschen gibt, die sich mit dem Problem auseinandersetzten und Stellung beziehen, und wenn es eine Kerzenkette ist. Die hilft zwar nicht viel, aber immerhin tut irgendjemand irgendwas und vielleicht entwickelt sich aus sowas ja auch noch mehr.

bilder

cdc 24.11.2012 - 21:57

Texte von DDR-Antifas aus der Wendezeit

Entdinglichung 25.11.2012 - 13:03

Interview mit 4 weiteren Freund*innen

(muss ausgefüllt werden) 26.11.2012 - 11:07
Ein längeres Interview mit vier weiteren Freund*innen von Silvio Meier findet ihr hier:  http://www.antifa-berlin.info/silvio-meier-doku/broschuere.php
Außerdem gibt es dort nochmal etliches weitere Material zu 20 Jahren antifaschistischem Gedenken. Schön, dass zum 20. Jahrestag nochmal die vielen verschiedenen Perspektiven aufgeschrieben werden.

@Anti-89er

Entdinglichung 27.11.2012 - 11:18
 http://ddr89.de ist eine Webseite, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, Texte der DDR-Opposition der Wendezeit 89/90 in ihrer gesamten Breite zu dokumentieren nicht mehr, nicht weniger, dass dir (und sogar auch mir, oh Wunder) ein ganzer Haufen der Texte nicht gefallen ist kein Unfall ... und gerade Texte vom linksradikalen Flügel der Bewegung sind zuweilen auch heute noch lesenswert

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 8 Kommentare

Was ist mit den Mördern?

OstAntifa 24.11.2012 - 16:21
Hallo und danke für das Interview und die Ergänzung.
Es ist gut und interessant Erzählungen von Leuten zu hören, die damals dabei waren.

Aber eine Frage treibt mich um:

Was wurde aus den Tätern?

Es ist gut und wichtig den eigenen Opfern zu gedenken und an Sie zu erinnern.
Aber mitlerweile sind fast 200 Menschen seit 1990 von Nazis ermordet worden und die Täter meist zu geringen Strafen (wenn überhaupt) verurteilt worden.

Im Fall von Silvio kann man bei Wikipedia über einen "Sandro S." als Haupttäter lesen, der lediglich zu wenigen Jahren Knast verurteilt wurde.

Was ist aus dem geworden?
Ist er nach wie vor in der Naziszene aktiv? Leben Sie noch in Berlin?

Wissen die Berliner Antifas dazu was?

Ich finde es ist ein fatales Signal an die Nazis, dass Sie unsere Freunde und Genossen abschlachten können und im Grunde mit keinen Konsequenzen (unsererseits) rechnen müssen.

(Siehe das Dortmunter Nazischwein und Mörder Sven Kahlin.)

Give Fascism the Bullet!

geht´s noch?

Samnang 24.11.2012 - 22:07
Mal ein bischen runterkommen. 1. bin ich eine Freundin und kein Freund - ist aber egal. 2. war ich in der DDR-Punk Szene nicht um Bier zu saufen, sondern um Politik zu machen. Und 3. habe ich damit nach der Wende nicht aufgehört. Ich mache bis heute Antirassismusarbeit und engagiere mich gegen Rechts. Und 4. die Weitlingstraße haben sie sich nicht ohne Grund geholt. Woanders gab es auch leere schicke Häuser. Aber entweder waren da schon die Linken oder andere Hausbesetzer, und keine Ahnung, von wo Du kommst, aber rund um den Bahnhof Lichtenberg war auch zu tiefsten DDR-Zeiten auch schon eine "gewisse rechte Szene".
Und außerdem hätten die Bullen damals einen Riegel vorschieben können. Die haben aber lange genug gewartet, bis die EU-Rechten (das ist Richtig, daß die sich da die Klinke in die Hand gaben), das Haus so bewaffnet hatten, daß sie sich ja selbst nicht mehr hin trauten. Und trotzdem haben die Weitlingstraße nicht westdeutsche, österreichische oder dänische Nazis besetzt, sondern zum Teil die, die da schon immer gewohnt haben. Das hat man ja nach der Räumung schick sehen können.
Aber darüber will ich auch nicht diskutieren. Du hast Deine Meinung, ich meine und vermutlich liegen wir im Endeffekt gar nicht so weit auseinander.

Was ist mit den Mördern?
Hier war noch eine Frage offen, ob die Mörder von Silvio gefaßt wurden. Ja, aber ich muß gestehen, daß ich mich nicht mehr erinnern kann, was gerichtlich gelaufen ist. Das ist aber bestimmt irgendwo nachzulesen oder frag mal bei aktivesgedenken.de oder Silvio-meier-gedenken.de nach. Da bist Du an der richtigen Stelle.

geht´s noch?

Samnang 24.11.2012 - 22:12
Ach und übrigens, nee Aufmärsche gab es nicht... Aber Austellunge über Nazis nach zwei Tagen (als sie es dann mitbekamen) von den Bullen abgeräumt wurden oder Sänger von Bands, die wegen Texten gegen Nazis in der DDR im Knast saßen, oder das Erlöserkirchen-Frühlingsfest was regelmäßig von den Lichtenberger Nazis überfallen wurde - bis es einen "Nichtangriffspackt" mit den Bullen gab, weil Gäste aus Tschechien und Italigen die Überfallinfos in ihren Ländern öffentlich machten... usw. usw.
Fakt ist, wenn Du Dich entschlossen hast, kein funktionierender nicht denkender DDR-Bürger sein zu wollen, hast Du schnell begriffen, wo der Hase lang läuft. Und das war politisch und über diese Freiheitsarbeit (denn mehr war es anfangs nicht) hast Du ganz schnell gemerkt, daß das nicht der einzige Feind ist. Tut mir leid, aber es war nunmal so. Da muß man nix schönreden und auch nix deckeln wollen.

ergänzende ergänzung

zum thema 25.11.2012 - 00:20
@ Samnang 24.11.2012 - 22:07

ähm, nur mal als info. die faschos haben sich das haus in der weitlingstraße nicht ausgesucht weil, wie du behauptest, da eine massive rechte faschoszene vor ort war, was mumpitz ist, das war arbeiterviertel plus knackiecke, ich kenn genug leute die da gewohnt haben, die faschos kamen ja durch das haus erst, sondern weil die kwv den hirnis dieses haus durch den trubel der wendewirren zugewiesen hatte, ohne zu wissen mit wem man es zu tun hatte, weil die vor hatten ein anderes haus zu besetzen, was nichts wurde. dementsprechend ist auch die aussage käse, die vopos hätten da was machen können. hätten sie nicht! dazu hätte die kwv erst einen räumungsantrag stellen müssen, was sie später ja auch tat. und die, die da angeblich schon immer gewohnt haben, beschränkten sich auf die hasselbach(ingo und bruder) clique. ich kann auch sagen, dass 90 prozent der naziaktivisten in der weitlingstraße aus dem kapitalistischen ausland kam. hasselbach arbeitete nicht ohne grund für die fap und das haus war nicht ohne grund eine na zentrale. alle fäden liefen über westdeutsche und andere. küssel, kühnen etc. das ist ein unbestreitbarer fakt.

wenn die angeblichen ausstellungen genauso voll "sachwissen und fakten" waren wie deine kommentare, ist klar, dass die abgeräumt werden. bei solchen stories aus ungereimtheiten, märchen und halbwahrheiten geht einem doch die hutschnur hoch.

@ gehts noch?

DDer 25.11.2012 - 02:23
Also, ich erinnere mich an mindestens 3 Nazangriffe (in Dresden) vor der Wende, zwei gegen Punks, einer gegen einen arbeitslosen Alkoholiker. Mal ganz abgesehen davon, haben die Nazis schon vor der Wende gut Stimmung gegen Migranten gemacht. Oft wurde staatlicherseits auf Nazi-Aktionen gar nicht reagiert, so nach dem Motto "wenn's nicht in der Akte steht, ist nichts passiert.", manchmal wurden sie als "Rowdytum" abgetan.

Sicher gabs in der DDR bei weitem weniger Faschostress, als in den Jahren 1990-1992, aber die Behauptung, es hätte nur einen einzigen derartigen Vorfall gegeben, stimmt einfach nicht mit der Realität überein.

@DDer und @geht´s noch?

Samnang 25.11.2012 - 21:24
@DDR
Ich erinnere mich auch ungern an mehrmalige unschöne Episoden aus Leipzig und Magdeburg und je 1 x aus Rostock und Suhl, alle zwischen 1985 und 1988. Und ich weiß von einigen, die Kumpels von mir erlebt haben. Das nach der Wende ein Punk in Magdeburg zu Tode gehetzt wurde, war auch nicht von ungefähr. Punks wurden dort von Faschos und Hools schon Mitte der 80er durch die Innenstadt gejagt und keiner hat reagiert, weil Punks hatten bunte Haare und dreckige Klamotten - selbst schuld, wenn sie gejagt werden, so die "anstängigen" Leute.

@gehts´s noch?
Die Ausstellung war übrigens in Lichtenberg und mit einigen Lichtenbergern zusammen organisiert (aber auch noch Köpenick, Friedrichshain und Prezlberg) und hatte u. a. auch einen Part über rechte Gesinnung in Polizeikreisen. An diesem Part wirkte ein hochrangiger Bulle mit, der kurz vor der Rente stand und auf die Faschos auch keinen Bock hatte. Und natürlich lieg es über Mundpropaganda. Es war ein Glücksfall, daß sie überhaupt eröffnet werden konnte, zeigte aber, daß in der Vorbereitungscrew kein Spitzel dabei war.
Menschen sind unterschiedlich unterwegs und haben unterschiedliche Erfahrungen. Du hast Deine, ich hab meine. Das ist kein Grund, Menschen mit anderen Erfahrungen deshalb anzumachen. Ein bischen Respekt bitte. Vielleicht ist das genau der Klassiker, warum die Linke nicht kraftvoll genug ist, weil andere Erfahrungen und Sichtweisen und daraus Aktivitäten von den eigenen Leuten in Frage gestellt werden, weil sie dogmatisch nur ihre Sichtweise haben und belehren wollen.
Ich weiß, was ich erlebt habe. Ich weiß, wie oft ich bei den Bullen saß. Ich weiß, warum ich heute noch aktiv gegen Rechs bin und nicht resigniere.

Cooles Sammelsorium von 89er (Maul-)helden

Anti-89er 26.11.2012 - 15:28
Cool, in dem von "Entdinglichung" verlinkten Sammelsorium von Geschwurbel sind sie ja alle vertreten. Eppelmann, Biermann, selbst der coole Konrad Weiß, der aus den Grünen austrat weil ihm der Antikommunismus der Grünen nicht weit genug ging und diese doch tatsächlich mit der PDL Gespräche führen wollten. Von den dümmlichen Texten mal ganz zu schweigen. Naja, nicht ohne Grund hat man ihm das Bundesverdienstkreuz angenagelt. Will man uns hier verarschen oder verlinkt man sowas? Schonmal jemandem aufgefallen, daß sämtliche Texte dort von 89/90 sind? So ein Zufall.

+fakten+fakten+fakten+fakten+

+fakten+fakten+fakten+ 28.11.2012 - 09:59








Langsam ist mal gut mit dieser Einseitigkeit
Fakten 26.11.2012 - 12:27
Da ja die Leute hier scheinbar kein Ende finden und es den Eindruck macht, dass hier unter dem Deckmantel des Pluralismus am Ende doch nur eine Sichtweise, nämlich die Mainstreammeinung stehen bleiben soll, ein Kommentar, welches aus mir unverständlichen Gründen durch die Moderation gelöscht wurde, um hier nochmal einen Gegenpol mit Fakten und nicht nur irgendwelchen Behauptungen von denen kein Mensch auch nur annähernd eine Ahnung hat was da dran ist zu liefern. Was soll das überhaupt für eine platte Propaganda sein? Soll ich mal aufzählen wer, wann wo wie oft aus irgend welchen Gründen eine rein bekommen hat? Was sagt das aus? Hier also das gelöschte Kommentar welches durchaus in diesem sich hier abzeichnenden Kontext eine inhaltliche Ergänzung darstellt.


geschichtliche fakten
zum nachlesen 25.11.2012 - 12:28


@ DDer 25.11.2012 - 02:23 (und Samnang)


keiner sagt, dass faschos nicht die ein oder andere aktion gemacht haben, bzw. einen verprügelt haben oder ähnliches. es streitet ja auch niemand ab, dass es welche, wenn auch nur sehr wenige, gab. was aber ein absolutes no go für linke sein sollte, ist die verleumdung von linken antifaschistischen tatsachen. und die fängt dort an, wo aus ideologischer verblendung, antikommunismus, indoktrinierter, platter ddr hetze und subjektivem ahistorischen rumgemache, tatsachen verfälscht werden. in der ddr hatten die faschos keine lobby, keine möglichkeiten sich auszuleben oder zu organisieren, das sind anzuerkennende fakten, die es gegen jede verfälschung zu verteidigen gilt!

der hier schon zitierte hasselbach beschreibt das in einem buch zu seinem ausstieg selbst so: "ende 1988 gründete ich zusammen mit einem freund die bewegung 30. januar. die kameradschaft hatte 7 mitglieder. wir hielten schulungen ab, lasen verbotene bücher aus der nazizeit, sahen illegal besorgte videos und schmiedeten pläne"

ganze 7 mitglieder sind also eine krasse organisierte und unheimlich große nazibewegung?

weiter schreibt er: "im märz 1989 (!!) wurde unsere kameradschaft von der staatssicherheit gesprengt. mehrere mitglieder zu haftstrafen verurteilt."

das mfs hat also binnen kürzester zeit diese typen auseinander genommen, zu recht! da soll mal einer behaupten gegen nazis wurde nichts unternommen.

weiter zum thema wende: "nach dem fall der mauer ging alles recht schnell. honecker war abgesetzt worden, sein nachfolger krenz hatte die von bürgerrechtlern geforderte amnestie für politische erlassen. durch die jahrelange inhaftierung einzelner leute und deren überraschende gleichzeitige freilassung konnte gewissermaßen über nacht eine gewaltbereite rechte szene in ostdeutschland entstehen, die auf grund der wende in der lage war, völlig ungewohnte freiräume zu nutzen. waren vorher rechtsradikale und skinheads auf das schärfste bekämpft worden, so gab es nunmehr sogar die möglichkeit, legale parteiarbeit zu betreiben."

da haben wir's. selbst hasselbach schreibt, und warum sollte er lügen und somit dem staate ddr seinen antifaschismus bescheinigen wenn es nicht so gewesen wäre, was die akten der bstu mehrmals schon unterstrichen, dass es für nazis unmöglich war sich in der ddr zu entfalten.

erst mit der "wende" wurde sowas möglich. dank dieser tollen amnestie, die nachdrücklich, fast schon erpresserisch von "bürgerrechtlern" und "oppositionellen", für jeden damals durch das übertrieben lautstarke und penetrante auftreten dieser kleinen oppositionellen grüppchen nachvollziehbar, gefordert wurde, kamen die nazis in die lage, sich ausleben zu können, und das, wo sie ja nicht zu unrecht im knast saßen. erinnert sei an den spruch: faschismus ist keine meinung sondern ein verbrechen! das war in der ddr staatsdoktrin.

nochmals ein dank an dieser stelle, an die ruhmreichen oppositionellen, zu denen sich die nazis generell auch gezählt haben. erinnert sei nur an eines der ersten transparente an der weitlingstraße "stasi-staatsterror gegen die nationale antikommunistische opposition" oder "der 9. november - unser auftrag- nun volk steh auf!"

zur weitlingstrasse: "der führende nationale sozialist von hamburg, christian worch, ermunterte mich, in berlin ein haus zu besetzen."

das bedeutet, dass selbst die idee für dieses haus schon aus dem westen kam!

das haus wurde, nach einer vegeblichen besetzung eines anderen hauses, durch die kwv zur verfügung gestellt und so kommentiert: "das gebäude war für unsere zwecke groß genug, es war in einem gutem, bewohnbarem zustand, seine bausubstanz war hervorragend, und vor allem: es lag an strategisch ausgezeichneter stelle und ließ sich gut verteidigen."

keine rede vom umfeld oder den hier herbei gesponnenen vielen gleichgesinnten in der umgebung oder andere hirngespinnste. gute bausubstanz und strategisch günstige lage. eine nüchterne, militärische lagebeurteilung. was damit gemeint war, zeigte sich ja dann an späteren gewissen aktionen.

weiter:" küssel wollte aus dem haus ein fanal für ganz deutschland machen. er sollte in den kommenden monaten sein ziel erreichen.[..] im april 1990 wurde der bahnhof lichtenberg nahezu täglich angegriffen (die dort nun kampierenden sinti und roma). wir bemerkten schnell, daß sich die ddr-polizisten plötzlich vollkommen zurückhielten und die brd-polizisten noch keine befugnisse hatten. WIR KONNTEN ENDLICH EINMAL ZUSCHLAGEN OHNE DAFÜR IN IRGENDEINER WEISE BELANGT ZU WERDEN. IM JAHR 1990 HERRSCHTE ABSOLUTES CHAOS.[......]"

auch das bedeutet im klartext, dass es nicht möglich war vor der "wende" derlei aktionen durchzuführen ohne dafür belangt zu werden! dass das 1990 möglich war, geht auf die "wende" zurück. auch das ist ein nüchterner fakt! durch die west pressehetze, die von diesen sogenannten bürgerrechtlern und oppositionellen noch ständig geschürt wurde und heute in den meisten fällen längst widerlegt ist, über die angeblich so brutalen volkspolizisten und "stasi"terroristen, hat sich kaum ein volkspolizist noch gewagt irgend etwas zu machen, was auch nur irgend wie hätte so ausgelegt werden können. diese bürgerrechtler haben zu dieser zeit, mit hilfe ihrer westkonnektion z.b. um r. jahn einfach ALLES gegen die volkspolizei oder das mfs, welches dann auch in amt für nationale sicherheit (afns) umbenannt und umstrukturiert wurde, benutzt. diese anweisung, im grunde bis zur einheit tatenlos rumzustehen, kam letztlich auch von der inzwischen zu diesem zeitpunkt "gewendeten" führung der sed um gysi, modrow und später dann natürlich der cdu um demizaire. vor der wende, die man mit blick auf genau diese entwicklungen, die in der wiederherstellung der kapitalistischen ausbeutungsverhältnisse gipfelte, zu recht als konterrevolution bezeichnen kann, wurden solche naziakte schärfstens verfolgt und die akteure zur rechenschaft gezogen. wehrsportgruppe hoffmann oder nsu, undenkbar.



das sind fakten zur geschichte. und die sollten auch mal bei "Samnang" einzug halten. in den kommentaren von samnang steht so viel , entschuldigung, blödsinn, wie der quark von nazi strukturen in ddr zeiten oder die angebliche nichverfolgung von nazis in der ddr, no go areas für ausländer und linke, der wie hier ersichtlich von naziführer hasselbach eindeutig und höchst persönlich widerlegt wird, dass es schon fraglich ist, was solche nachweislich falschen behauptungen bezwecken sollen. hier spinnt sich jemand die welt zurecht. die frage nach der motivation stellt sich mir.