[K]: AZ-Vertrag wird gekündigt

unsersquat 29.10.2012 16:36 Themen: Freiräume Repression Soziale Kämpfe
Der Nutzungsvertrag des Autonomen Zentrums Köln (AZ) wird bald gekündigt.

Voraussichtlich noch im November wird die Stadt Köln das Gebäude von der bisherigen Eigentümerin, der Sparkasse KölnBonn, kaufen. Die Verantwortung für den Erhalt des Autononomen Zentrums liegt also in den Händen von Stadt und Politik. Doch die Signale sind eindeutig: Mit dem Übergang soll der Vertrag mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden.
Seit Bestehen des Autonomen Zentrums sind wir bemüht, in direktem Kontakt mit Stadt und Parteien zu einer gemeinsamen Lösung für einen längerfristigen Erhalt des AZ zu kommen. Immer wieder haben wir Gespräche geführt oder diese zumindest angeboten. Immer wieder sind wir hingehalten und vertröstet worden.

Im Sommer diesen Jahres gab es sogar vielversprechende Verhandlungen mit der Stadtverwaltung über ein Ersatzobjekt. Insbesondere von Seiten der SPD gab es jedoch keine Bereitschaft, sich auf Gespräche zu diesem Thema einzulassen. Mittlerweile sind Teile des betreffenden Gebäudes wieder vermietet – eine große Chance auf eine einvernehmliche Lösung wurde leichtfertig vertan.

Im AZ gibt es seit fast drei Jahren in einem selbstorganisierten und unkommerziellen Rahmen eine Vielzahl an politischen und kulturellen Angeboten. Über 10.000 Besucher_innen und Aktivist_innen im Jahr sind ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des Zentrums. Dass unter einer rot-grünen Ratsmehrheit ein Projekt zerstört werden soll, das die Stadt nicht einmal einen Cent kostet, ist für uns völlig unverständlich.

Noch gibt es genügend Zeit, eine für alle tragbare Lösung zu finden. Wir erwarten von Politik und Verwaltung kurzfristig konkrete Lösungsvorschläge. Wir sind weiterhin jederzeit gesprächsbereit. Aber wir werden nicht einfach abwarten, bis unser Nutzungsvertrag gekündigt, das Haus geräumt und abgerissen wurde.

Wir rufen alle Menschen auf, sich für den Erhalt des AZ einzusetzen! Lasst uns gemeinsam die Verantwortlichen in die Pflicht nehmen und für viele weitere Jahre Kunst, Kultur und Politik im Autonomen Zentrum Köln kämpfen.

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Ergänzungen

Ein Autonomes Zentrum MUSS unabhängig sein

AZ 29.10.2012 - 17:21
Ein Autonomes Zentrum muss unabhängig finanziert sein.
Also besetzt/enteignet oder "privat" kollektiv gekauft.
Die städtisch/kommunal getragenen "AZ"-Kulturzentren sind mittelfristig zum Scheitern verurteilt.

Bundesweit lässt sich das an verschiedenen Zentren nachzeichnen. Es endete immer mit:

a) Verkauf/Veräusserung = Schliessung

oder mit

b) Einführung politischer Auflagen (führte letztlich immer zur Sozialdemokratisierung des Selbstverständnisses)

Also: Da Enteignung von Objekten derzeit wenig realisierbar, sucht euch ein Objekt, rechnet, setzt euch zur Finanzierung mit dem bundesweiten MIteshaussyndikat in Verbindung und los gehts.
Dass es heute gut klappt zeigt z.B. die Gründung des Linken Zentrums Lilo Hermann in Stuttgart.

@AZ

name 29.10.2012 - 17:53
Das ist aber ein bißchen einseitig, dass selber finanzieren besser wäre als eine städtische Lösung zu erkämpfen. Die KTS zum Beispiel hat sich ihre Autonomie trotz finanzierung der Stadt beibehalten, weil sie genügend Drohpotential als Abschreckung hat. Selber Finanzieren birgt andere Widersprüche, nämlich natürlich dass Geld aufgetrieben werden muss, was die Gefahr der kommerzialisierung birgt. Richtig ist also, dass es nichts widerspruchsfreies gibt, und dass das geeignete Konzept nur anhand der konkreten Ziele für die Räumlichkeiten und der politischen Perspektive bestimmt werden kann.

Keine städtische Finanzierung

azze 02.11.2012 - 15:48
beim az köln-kalk und den verhandlungen mit der stadt geht es nicht um eine finanzierung. gefordert wird die mietfreie überlassung des gebäudes; nebenkosten werden durch das az getragen. es wird immer wieder betont, dass das az keine gelder von der stadt will. die alternative der stadt ist: abriss des gebäudes, um einen geplanten grünstreifen ca. 1/6 größer zu machen.
autonomiekongress (2011), convergence center für die demo "verfassungsschutz auflösen" (nächstes wochenende) und etliche andere veranstaltungen zeigen auch deutlich, wie sehr verhandlungen mit der stadt zu einer sozialdemokratisierung des azs geführt haben... *kopfschüttel* - es lebe die uninformierte schublade... kein tag ohne!

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