NPD-Fackelmarsch in Wolgast kriegt Konkurrenz

A&C 28.10.2012 19:04 Themen: Antifa Antirassismus Blogwire
Zum Jah­res­tag der Reichs­po­grom­nacht will die Stadt unter an­de­rem an den Fall der Ber­li­ner Mauer er­in­nern. Ef­fek­ti­ver Pro­test gegen NPD-​Auf­marsch lässt auf sich war­ten.
Von David Fran­klin

Am 9. No­vem­ber, dem Jah­res­tag der Reichs­po­grom­nacht, will die NPD einen Fa­ckel­marsch in der Stadt Wol­gast durch­füh­ren um gegen einen an­geb­li­chen „Asyl­miss­brauch“ zu de­mons­trie­ren. Hin­ter­grund ist die Schaf­fung eines neuen Flücht­lings­hei­mes in Wol­gast. Doch von einem ent­schlos­se­nen Wi­der­stand der Stadt oder der lo­ka­len Zi­vil­ge­sell­schaft ist bis lang kaum etwas zu spü­ren.

Statt sich den er­star­ken­den Neo­fa­schis­t_In­nen ent­ge­gen­zu­stel­len und wirk­sa­men Pro­test zu or­ga­ni­sie­ren, hat der städ­ti­sche Prä­ven­ti­ons­rat einen Lam­pionum­zug sowie eine Licht­er­ket­te am Jah­res­tag der Reichs­po­grom­nacht und des Falls der Ber­li­ner Mauer an­ge­mel­det. Di­rek­te Ge­gen­wehr zum NPD-​Auf­marsch sucht mensch bis­lang ver­geb­lich.

Das Ziel hin­ter die­ser Stra­te­gie scheint klar: die Hetze der Nazis in Wol­gast und an­ders­wo soll mit dem Hin­weis auf das Un­recht der ver­meint­lich so­zia­lis­ti­schen DDR re­la­ti­viert wer­den. Nach dem Motto „So schlimm sind die Nazis ja gar­nicht bei uns. Es gibt ja auch die an­de­ren, die min­des­tens ge­nau­so schlimm sind.“ wird hier die Mär von den „bei­den deut­schen Dik­ta­tu­ren“ er­neut auf­ge­wärmt. Mög­li­cher links­ra­di­ka­ler Pro­test gegen den NPD-​Fa­ckel­marsch kann so eben­falls leicht als „ex­tre­mis­tisch“, also nicht „de­mo­kra­tisch“ und damit als il­le­gi­tim ge­brand­markt. Acht­und­zwan­zig Jahre stand hatte die so­ge­nann­te „Mauer“ Be­stand und teil­te, was an­geb­lich zu­sam­men ge­hör­te. Meh­re­re hun­dert Men­schen star­ben bei Ver­su­chen, die Gren­ze zu über­que­ren.

Wäh­rend die NPD ihren Fa­ckel­marsch wei­ter be­wirbt, hofft Lan­drä­tin Bar­ba­ra Syrbe (DIE LINKE) laut Ost­see Zei­tung, dass sich „eine brei­te to­le­ran­te Mehr­heit der Bür­ger den men­schen­ver­ach­ten­den Ak­tio­nen der Rech­ten ent­ge­gen stellt.“ Auch das Bünd­nis „Vor­pom­mern: de­mo­kra­tisch, welt­of­fen, bunt“, dem unter an­de­rem na­men­haf­te Grup­pie­run­gen wie die „Junge Lands­mann­schaft Ost­preu­ßen“ und der Orts­ver­band der Jun­gen Union an­ge­hö­ren, will sich dem Pro­test gegen die NPD an­schlie­ßen. Wie die­ser Pro­test aus­sieht, ist bis­lang noch nicht be­kannt. Wäh­rend des Pres­se­fes­tes der NPD-​Zei­tung „Deut­sche Stim­me“ in die­sen Jah­res in Vor­pom­mern, ver­an­stal­te­te die­ses Bünd­nis unter an­de­rem eine ki­lo­me­ter­lan­ge sym­bo­li­sche Men­schen­ket­te gegen die bun­des­wei­te NPD-​Ver­an­stal­tung. Ge­stört hatte es die Nazis da­mals nicht.

Die Stadt Wol­gast hat sich ihrer Ver­ant­wor­tung für die Flücht­lin­ge sowie allen an­de­ren nicht-​rech­ten Bür­ger_In­nen der Stadt ge­recht zu wer­den und über die na­zis­ti­sche Hetze auf­zu­klä­ren an­statt brau­ne Un­trie­be zu ver­harm­lo­sen an­statt in einen schwarz-​rot-​gol­de­nen deut­schen Ein­heits­ju­bel ein­zu­stim­men! In Vor­pom­mern konn­te die NPD bei den Land­tags­wah­len 2011 in ei­ni­gen Ort­schaf­ten fast die Hälfe aller Stim­men auf sich ver­ei­nen.
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Ergänzungen

Aufruf

Gegenaktionen 29.10.2012 - 23:03

Nazis in Wolgast blockieren!

Toni Roser 30.10.2012 - 10:47

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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