NPD-Fackelmarsch in Wolgast kriegt Konkurrenz
Zum Jahrestag der Reichspogromnacht will die Stadt unter anderem an den Fall der Berliner Mauer erinnern. Effektiver Protest gegen NPD-Aufmarsch lässt auf sich warten.
Von David Franklin
Am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, will die NPD einen Fackelmarsch in der Stadt Wolgast durchführen um gegen einen angeblichen „Asylmissbrauch“ zu demonstrieren. Hintergrund ist die Schaffung eines neuen Flüchtlingsheimes in Wolgast. Doch von einem entschlossenen Widerstand der Stadt oder der lokalen Zivilgesellschaft ist bis lang kaum etwas zu spüren.
Statt sich den erstarkenden Neofaschist_Innen entgegenzustellen und wirksamen Protest zu organisieren, hat der städtische Präventionsrat einen Lampionumzug sowie eine Lichterkette am Jahrestag der Reichspogromnacht und des Falls der Berliner Mauer angemeldet. Direkte Gegenwehr zum NPD-Aufmarsch sucht mensch bislang vergeblich.
Das Ziel hinter dieser Strategie scheint klar: die Hetze der Nazis in Wolgast und anderswo soll mit dem Hinweis auf das Unrecht der vermeintlich sozialistischen DDR relativiert werden. Nach dem Motto „So schlimm sind die Nazis ja garnicht bei uns. Es gibt ja auch die anderen, die mindestens genauso schlimm sind.“ wird hier die Mär von den „beiden deutschen Diktaturen“ erneut aufgewärmt. Möglicher linksradikaler Protest gegen den NPD-Fackelmarsch kann so ebenfalls leicht als „extremistisch“, also nicht „demokratisch“ und damit als illegitim gebrandmarkt. Achtundzwanzig Jahre stand hatte die sogenannte „Mauer“ Bestand und teilte, was angeblich zusammen gehörte. Mehrere hundert Menschen starben bei Versuchen, die Grenze zu überqueren.
Während die NPD ihren Fackelmarsch weiter bewirbt, hofft Landrätin Barbara Syrbe (DIE LINKE) laut Ostsee Zeitung, dass sich „eine breite tolerante Mehrheit der Bürger den menschenverachtenden Aktionen der Rechten entgegen stellt.“ Auch das Bündnis „Vorpommern: demokratisch, weltoffen, bunt“, dem unter anderem namenhafte Gruppierungen wie die „Junge Landsmannschaft Ostpreußen“ und der Ortsverband der Jungen Union angehören, will sich dem Protest gegen die NPD anschließen. Wie dieser Protest aussieht, ist bislang noch nicht bekannt. Während des Pressefestes der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ in diesen Jahres in Vorpommern, veranstaltete dieses Bündnis unter anderem eine kilometerlange symbolische Menschenkette gegen die bundesweite NPD-Veranstaltung. Gestört hatte es die Nazis damals nicht.
Die Stadt Wolgast hat sich ihrer Verantwortung für die Flüchtlinge sowie allen anderen nicht-rechten Bürger_Innen der Stadt gerecht zu werden und über die nazistische Hetze aufzuklären anstatt braune Untriebe zu verharmlosen anstatt in einen schwarz-rot-goldenen deutschen Einheitsjubel einzustimmen! In Vorpommern konnte die NPD bei den Landtagswahlen 2011 in einigen Ortschaften fast die Hälfe aller Stimmen auf sich vereinen.
Am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, will die NPD einen Fackelmarsch in der Stadt Wolgast durchführen um gegen einen angeblichen „Asylmissbrauch“ zu demonstrieren. Hintergrund ist die Schaffung eines neuen Flüchtlingsheimes in Wolgast. Doch von einem entschlossenen Widerstand der Stadt oder der lokalen Zivilgesellschaft ist bis lang kaum etwas zu spüren.
Statt sich den erstarkenden Neofaschist_Innen entgegenzustellen und wirksamen Protest zu organisieren, hat der städtische Präventionsrat einen Lampionumzug sowie eine Lichterkette am Jahrestag der Reichspogromnacht und des Falls der Berliner Mauer angemeldet. Direkte Gegenwehr zum NPD-Aufmarsch sucht mensch bislang vergeblich.
Das Ziel hinter dieser Strategie scheint klar: die Hetze der Nazis in Wolgast und anderswo soll mit dem Hinweis auf das Unrecht der vermeintlich sozialistischen DDR relativiert werden. Nach dem Motto „So schlimm sind die Nazis ja garnicht bei uns. Es gibt ja auch die anderen, die mindestens genauso schlimm sind.“ wird hier die Mär von den „beiden deutschen Diktaturen“ erneut aufgewärmt. Möglicher linksradikaler Protest gegen den NPD-Fackelmarsch kann so ebenfalls leicht als „extremistisch“, also nicht „demokratisch“ und damit als illegitim gebrandmarkt. Achtundzwanzig Jahre stand hatte die sogenannte „Mauer“ Bestand und teilte, was angeblich zusammen gehörte. Mehrere hundert Menschen starben bei Versuchen, die Grenze zu überqueren.
Während die NPD ihren Fackelmarsch weiter bewirbt, hofft Landrätin Barbara Syrbe (DIE LINKE) laut Ostsee Zeitung, dass sich „eine breite tolerante Mehrheit der Bürger den menschenverachtenden Aktionen der Rechten entgegen stellt.“ Auch das Bündnis „Vorpommern: demokratisch, weltoffen, bunt“, dem unter anderem namenhafte Gruppierungen wie die „Junge Landsmannschaft Ostpreußen“ und der Ortsverband der Jungen Union angehören, will sich dem Protest gegen die NPD anschließen. Wie dieser Protest aussieht, ist bislang noch nicht bekannt. Während des Pressefestes der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ in diesen Jahres in Vorpommern, veranstaltete dieses Bündnis unter anderem eine kilometerlange symbolische Menschenkette gegen die bundesweite NPD-Veranstaltung. Gestört hatte es die Nazis damals nicht.
Die Stadt Wolgast hat sich ihrer Verantwortung für die Flüchtlinge sowie allen anderen nicht-rechten Bürger_Innen der Stadt gerecht zu werden und über die nazistische Hetze aufzuklären anstatt braune Untriebe zu verharmlosen anstatt in einen schwarz-rot-goldenen deutschen Einheitsjubel einzustimmen! In Vorpommern konnte die NPD bei den Landtagswahlen 2011 in einigen Ortschaften fast die Hälfe aller Stimmen auf sich vereinen.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Aufruf
Nazis in Wolgast blockieren!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Gegenaktionen? — Dein Name