[HS] Aktionsbündnis zieht positives Fazit
Die Demonstration, bei der am Rande und bei den Kundgebungen Flyer verteilt wurden, um die Menschen über das Anliegen der Antifaschist_innen zu informieren, wertete das Aktionsbündnis als vollen Erfolg. Dies besonders angesichts der Tatsache, dass am gleichen Tag eine Regionalkonferenz gegen Rechts in der Städteregion Aachen sowie der bundesweite Aktionstag „UmFairteilen“ mit dezentralen Demonstrationen auch in der näheren Umgebung stattfanden und das Aktionsbündnis im Vorfeld wegen der Terminüberschneidungen nicht mit einer derart hohen Teilnehmer_innenzahl gerechnet hätte.
Am Rande der Demonstration wurden zu Beginn Personen aus dem Spektrum der inzwischen verbotenen „Kameradschaft Aachener Land (KAL)“ gesichtet, die versuchten, Antifaschist_innen zu provozieren, einzuschüchtern und „Die KAL lebt!“ skandierten. Verwundern konnte das nicht, hat die KAL doch unmittelbar nach ihrem Verbot bereits angekündigt, weiterhin aktiv sein zu wollen.
Die Demonstration verlief danach jedoch ohne weitere Zwischenfälle. Berichtet wurde jedoch von mehreren Personen, dass Neonazis versucht haben, in Kleingruppen abreisende Demonstrationsteilnehmer_innen körperlich zu attackieren und anzugreifen.
Das Aktionsbündnis bedankte sich bei allen Teilnehmer_innen und ganz besonders natürlich bei den helfenden Händen, die sich um Ordnerdienst, Sicherheit, Getränkeverkauf und Auf- sowie Abbau gekümmert haben. Eine Bündnissprecher_in bedankte sich ausdrücklich und herzlichst den Bands und Musiker_innen für die wirklich großartige Unterstützung und das Konzert!
Die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen verlief übrigens laut Aktionsbündnis reibungslos. Davon könnte sich die eine oder andere Stadt und Gemeinde eine Scheibe von abschneiden und mehr auf die Menschen zugehen, die was gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazis Strukturen machen wollen!
Laut Aktionsbündnis war dies war erst der Anfang, „dem vielfältige Aktionen folgen müssen.“
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Neonazis der KAL provozieren
Bilder von provozierenden Neonazis der KAL am Bahnhof Erkelenz.
Weitere Infos zur KAL, NPD und der Antifademo
Laut Antifa haben Neonazis heute versucht, eine Demonstration gegen braune Umtriebe von rund 150 Menschen in Erkelenz (Kreis Heinsberg) zu provozieren und zu attackieren. Zu Beginn soll eine Handvoll ehemaliger Mitglieder der verbotenen KAL provoziert und unter anderen skandiert haben, "es lebe die KAL". Im Verlauf der Demo soll zudem eine Handvoll Vermummter versucht haben, den Demonstrationszug anzugreifen. Unterdessen laufen demnach Abschlusskundgebung und -konzert. Die Veranstalter der Demo warnen vor zwei oder drei PKW, in denen Neonazis durch die Stadt fahren sollen und offenbar Ausschau nach Nazigegnern halten. Polizei ist im Einsatz.
Quelle:
Weitere Informationen zur KAL:
- Kameradschaft Aachener Land und die 77 Waffen -
Aus der Antwort der NRW-Landesregierung auf Anfrage der "Piraten" im Landtag [1] geht hervor, dass die "Kameradschaft Aachener Land" die am stärksten bewaffnete Neonazi-Truppe der drei verboten
en Organisationen war. Alleine 77 der insgesamt bei den drei "Kameradschaften" seinerzeit beschlagnahmten 147 Waffen wurden demnach bei der Razzia gegen die KAL beschlagnahmt. Auffallend ist, dass die KAL auch in Sachen Schusswaffen (Zier-, Gas-, Paintball-, Luftdruckwaffen) an der Spitze steht.
Erlaubte Waffen fanden die Ermittler insgesamt 53, unerlaubte Waffen bzw. als Waffen eingestufte gefährliche Gegenstände 19 bei der KAL (die anderen beiden "Kameradschaften" bringen es zusammen auf 11 unerlaubte Waffen). Schusswaffen, die Personen mit Waffenbesitzkarte besitzen dürfen, wurden bei der Razzia gegen die KAL fünf gefunden (darunter waren zwei Pistolen, ein Colt und zwei Luftdruckwaffen). [© Klarmann]
[1] vgl.
... sowie ...
DÜSSELDORF – In seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion der “Piratenpartei” äußert sich das Ministerium für Inneres und Kommunales detailliert zur Bewaffnung von Neonazis. Demnach verfügen in NRW 99 Personen, die die Landesregierung dem „rechtsextremen Spektrum“ zurechnet, über einen Waffenschein bzw. eine Waffenerlaubniskarte. Sie dürfen legal Schusswaffen besitzen. Zurzeit prüfen die zuständigen Behörden, ob sie ihnen diese Erlaubnis entziehen können, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage.
Die Landesregierung machte auch Angaben zum Einsatz von Schusswaffen bei Straftaten von extrem rechten TäterInnen. Zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 30. Juni 2012 weist die Polizeiliche Kriminalstatistik für NRW vier politisch rechtsmotivierte Straftaten auf, bei denen Schusswaffen eingesetzt worden sind. Zwei Körperverletzungsdelikte fanden in diesem Jahr statt. Im ersten Halbjahr 2012 sind zudem weitere acht Straftaten, bei denen Schusswaffen eingesetzt wurden, von Tatverdächtigen verübt worden, die bereits mit politisch rechtsmotivierten Straftaten in Erscheinung getreten sind. Diese acht Straftaten werden allerdings zur Allgemeinkriminalität gezählt.
147 Waffen sichergestellt
Bei den Razzien im Zuge der Verbote der Neonazi-Gruppen „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO), „Kameradschaft Hamm“ und „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) stellte die Polizei insgesamt 147 Waffen sicher. Die Antwort der Landesregierung listet diese nach Zugehörigkeit zu den Gruppen sowie ihrer waffenrechtlichen Bewertung auf. Die Mehrzahl der aufgefundenen Waffen ist demnach erlaubnisfrei. Hierzu zählen neben Luftdruck- auch zahlreich aufgefundene Gas- und Signalpistolen.
Mehr erlaubnispflichtige Schusswaffen
Wie aus der Antwort der Landesregierung hervorgeht, fand die Polizei bei den Hausdurchsuchungen neun erlaubnispflichtige Schusswaffen. Allerdings lag nur für drei Schusswaffen – darunter ein großkalibriger Revolver – ein Waffenschein vor, dessen Inhaber der NPD-Kreisvorsitzende Hans-Jochen Voß aus Unna ist. Laut Verbotsverfügung wird er dem NWDO zugerechnet. Bei Mitgliedern der KAL fanden die ErmittlerInnen zwei Pistolen, zwei erlaubnispflichtige Luftdruckwaffen sowie einen Gewehrlauf. Eine weitere Pistole wurde bei einem Mitglied des NWDO gefunden. Gegen die BesitzerInnen dieser Schusswaffen sowie weiterer verbotener Gegenstände (Springmesser, Schlagringe, Totschläger) wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Quelle:
Konspirative braune Truppe - Von Michael Klarmann - 25.09.2012 -
Die militante Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ hat sich seit Ende 2008 auf ein mögliches Verbot vorbereitet.
Auf das Verbot seit Jahren vorbereitet; Photo: M.K.
Wäre ein Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) früher möglich gewesen? Glaubt man Papieren des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, die das Siegel strengster Vertraulichkeit tragen, lagen der Behörde schon Ende 2008 und Anfang 2009 Informationen vor, dass die Gruppe wie ein Verein strukturiert war. Ausgeplaudert hatte das ein V-Mann, der der KAL angehörte.
Die KAL war jedoch erst am 23. August 2012 durch das NRW-Innenministerium verboten worden (bnr.de berichtete hier
Papiere über Organisationsstrukturen vernichten
Auch war klar, dass die Neonazi-Bande sich seit Ende 2008 auf ein Verbot vorbereitet und Unterlagen vernichtet hat, die den Ermittlern nicht in die Hände fallen sollten. So gab „Kameradschaftsführer“ René Laube am 10. Januar 2009 auf der Jahreshauptversammlung der KAL in einer Gaststätte im Kreis Heinsberg das Kommando, Unterlagen wie Mitgliederlisten, Papiere über Beitragszahlungen oder solche über die Organisationsstrukturen seien zu vernichten. Überdies sollten künftig Bezeichnungen in der Öffentlichkeit unterlassen werden, die Funktionen benannten. Seitdem trat Laube selbst auch nicht mehr als „Kameradschaftsführer“ auf.
Dessen ungeachtet baute die KAL weitere Strukturen auf, etwa im Raum Heinsberg. „Kameradschaftsführer“ Laube wiederum hatte Tage zuvor auch an einem bundesweiten Treffen von Neonazi-Kadern teilgenommen. Geleitet wurde das Treffen im sächsischen Borna laut eines bnr.de ebenso vorliegenden Teilnehmerprotokolls von dem Neonazi-Kader und NPD-Funktionär, Thomas Wulff. Beratschlagt wurden dem Protokoll zufolge Strategien, Aktionen sowie der Umgang mit der NPD. Ein sich abzeichnender, scheinbürgerlicher Kurs der NPD, wie unter dem heutigen Parteichef Holger Apfel angestrebt, wurde abgelehnt. Die Zusammenarbeit zwischen Bundes-NPD und Neonazi-Szene sei am Ende, soll Wulff ausgeführt haben.
Machtkampf mit der NPD
Neben Wulff und Laube nahmen am 27. Dezember 2008 dem Teilnehmerprotokoll zufolge auch zwei Personen an dem Treffen in Borna teil, die 2011 im Zuge der Ermittlungen zur Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in der Verdacht gerieten, den NSU unterstützt zu haben: Thomas G. und André K. Zudem sollen führende Neonazis aus sechs Bundesländern dem Treffen beigewohnt haben. Kritisiert wurde dabei zwar die Bundes-NPD, jedoch wurde die Zusammenarbeit mit Landesverbänden wie in Nordrhein-Westfalen und Hamburg gelobt. So ist es jedenfalls in dem Teilnehmerprotokoll nachzulesen.
KAL-Chef Laube, so steht es wiederum in den geheimen Papieren des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, wies Tage nach dem Treffen auf der KAL-Versammlung Anfang 2009 die „Kameraden“ an, die gute Zusammenarbeit mit dem NPD-Landes- und dem NPD-Kreisverband Düren fortzuführen. Diese Weisung endete jedoch im Jahre 2010, denn es folgte ein Machtkampf zwischen der KAL und dem offen neonazistischen NPD-Kreisverband Düren auf der einen sowie dem NPD-Landesverband auf der anderen Seite. Monate später folgte dann unter anderem de Rausschmiss Laubes aus der NPD.
Quelle:
nasen in HS
zunennen sind hier
1Mai Bonn 2012
Remagen 2011
Stolberg
etc.