Wismar am 20. Oktober - Ein Überblick
Mitte September verkündeten die "Jungen Nationaldemokraten" (JN), die Jugendorganisation der NPD, dass sie am 20. Oktober in Wismar aufmarschieren wolle. Recht schnell formierte sich Gegenprotest. Das antifaschistische Bündnis "Kein Leben ohne Freiheit JN und NPD bekämpfen!" gründete sich und kündigte eine Gegendemonstration an. Seitdem war allerdings von beiden Seiten nicht mehr viel zu hören. Mittlerweile jedoch haben sich in Wismar zwei weitere Bündnisse gegründet und auch die antifaschistische Mobilisierung nimmt Fahrt auf. So kam es in der Nacht auf Freitag zum Outing des JN-Bundesvize im Ludwigsluster Umland und auch ein umfangreicher Text des "Kein Leben ohne Freiheit-Bündnis" (KLoF) beschäftigt sich mit den JN-Strukturen im Bundesland. Die Mobilisierung der Neonazis scheint dagegen noch etwas schwachbrüstig zu sein. Ein Überblick.
Outing in Groß Krams und Blick auf die JN-Strukturen
Wie auf indymedia.linksunten berichtet wurde, haben Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Nacht zum Freitag Sebastian Richter geoutet.
Der frühere Aktivist der mittlerweile verbotenen "Heimattreuen deutschen Jugend" (HDJ) ist derzeit der Vizevorsitzende der Bundes-JN und, laut dem Text des Outings der hier nach gelesen werden kann, erst vor kurzem mit seiner Frau Madlen in das kleine Dorf Groß Krams bei Ludwigslust gezogen. Die Groß Kramser AnwohnerInnen sollen sich nicht auf "Relativierungen und Gesprächsversuche der Beiden" einlassen, beenden die VerfasserInnen ihren Textes mit einem Appell.
Mindestens genauso interessant, dabei jedoch deutlich umfangreicher, fällt ein Recherche-Text aus, den "KLoF" veröffentlicht hat, und den wir an dieser Stelle dokumentieren. Er wagt einen Blick auf die Akteure der JN, auf Neonazis wie Daniel Fiß oder auf einige der wenigen Frauen in der Szene, wie Jennifer Wiese und Julia Thomä.
Derweil finden in ganz Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus Infoveranstaltungen zur Gegendemonstration statt. Zahlreiche Antifagruppen kündigten ihr Kommen an. Die nächsten Infoveranstaltungen finden am Montag in Rostock und Bremen und am Donnerstag in Greifswald statt.
"Wismar Nazifrei" gegründet
Anfang der Woche konstituierte sich in der Hansestadt das Bündnis "Wismar Nazifrei" . Darin sind neben dem alternativen Club Tikozigalpa und "Kein Leben ohne Freiheit" auch die Kreisverbände der Grünen und der Linken, die Jusos, die linksjugend.solid und der Bund Deutscher Pfadfinder_innen vertreten. Wismar Nazifrei kündigte an, Proteste in Seh- und Hörweite zur Neonazidemonstration durchführen zu wollen, etwas zu dem sich das stadteigene "Aktionsbündnis gegen Rechts" unter Federführung der etablierten Parteien bisher nicht durchringen konnte. Nichtsdestotrotz rufen beide Bündnisse dazu auf, sich an der antifaschistischen Demonstration am 20. Oktober ab 10 Uhr zu beteiligen. Im Anschluss soll die Veranstaltung mit einer Kundgebung fortgesetzt werden.
Die Route der Demonstration steht allerdings noch nicht endgültig fest. Wie aus VeranstalterInnenkreisen zu erfahren war, gibt es noch keine finale Absprache mit der Versammlungsbehörde. Offenbar soll aber die Wismarer Innenstadt sowohl für Antifas als auch für Neonazis tabu sein. Mehr ist über die Naziroute derzeit aber nicht zu erfahren. Auf der Strecke soll jedoch einem Bericht der Ostsee-Zeitung zufolge eine Kundgebung am Spaßbad „Wonnemar" liegen.
Nazimobilisierung schwach wahrnehmbar
Während vor einigen Wochen auch auf KomFort noch gemutmaßt wurde, ob die Naziszene mit der Mobilisierung auf Facebook neue Wege gehen wolle, so muss mittlerweile festgestellt werden, dass diese weit unter ihren Möglichkeiten verbleibt. Vom 27. September und damit über 14 Tage alt ist das letzte Posting auf der Facebook-Seite "Wir wollen leben!". Auch die restlichen "üblichen Verdächtigen" wie z.B. MupInfo halten sich zurück. Ein Hinweis darauf, dass die Nazis ohnehin nicht damit rechnen über ihre eigenen Kreise heraus Menschen zu ihrer Demo zu bewegen oder nur ein weiterest Anzeichen für ein immer klandestineres Vorgehen der rechten Szene? Umso spannender wird im Nachhinein die Bewertung der JN-Demo werden. Ist die JN im MV in der Lage eine Demonstration komplett auf sich gestellt und mit eigenem Personal durchzuführen? Wie wird sich die Teilnehmerschaft zusammensetzen? Oder wird die JN am Ende doch wieder auf das gleiche Personal zurückgreifen müssen und sich in der Demo der übliche MV-Nazimob zusammenfinden, vielleicht mit schleswig-holsteinischer Unterstützung?
Wie auf indymedia.linksunten berichtet wurde, haben Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Nacht zum Freitag Sebastian Richter geoutet.
Der frühere Aktivist der mittlerweile verbotenen "Heimattreuen deutschen Jugend" (HDJ) ist derzeit der Vizevorsitzende der Bundes-JN und, laut dem Text des Outings der hier nach gelesen werden kann, erst vor kurzem mit seiner Frau Madlen in das kleine Dorf Groß Krams bei Ludwigslust gezogen. Die Groß Kramser AnwohnerInnen sollen sich nicht auf "Relativierungen und Gesprächsversuche der Beiden" einlassen, beenden die VerfasserInnen ihren Textes mit einem Appell.
Mindestens genauso interessant, dabei jedoch deutlich umfangreicher, fällt ein Recherche-Text aus, den "KLoF" veröffentlicht hat, und den wir an dieser Stelle dokumentieren. Er wagt einen Blick auf die Akteure der JN, auf Neonazis wie Daniel Fiß oder auf einige der wenigen Frauen in der Szene, wie Jennifer Wiese und Julia Thomä.
Derweil finden in ganz Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus Infoveranstaltungen zur Gegendemonstration statt. Zahlreiche Antifagruppen kündigten ihr Kommen an. Die nächsten Infoveranstaltungen finden am Montag in Rostock und Bremen und am Donnerstag in Greifswald statt.
"Wismar Nazifrei" gegründet
Anfang der Woche konstituierte sich in der Hansestadt das Bündnis "Wismar Nazifrei" . Darin sind neben dem alternativen Club Tikozigalpa und "Kein Leben ohne Freiheit" auch die Kreisverbände der Grünen und der Linken, die Jusos, die linksjugend.solid und der Bund Deutscher Pfadfinder_innen vertreten. Wismar Nazifrei kündigte an, Proteste in Seh- und Hörweite zur Neonazidemonstration durchführen zu wollen, etwas zu dem sich das stadteigene "Aktionsbündnis gegen Rechts" unter Federführung der etablierten Parteien bisher nicht durchringen konnte. Nichtsdestotrotz rufen beide Bündnisse dazu auf, sich an der antifaschistischen Demonstration am 20. Oktober ab 10 Uhr zu beteiligen. Im Anschluss soll die Veranstaltung mit einer Kundgebung fortgesetzt werden.
Die Route der Demonstration steht allerdings noch nicht endgültig fest. Wie aus VeranstalterInnenkreisen zu erfahren war, gibt es noch keine finale Absprache mit der Versammlungsbehörde. Offenbar soll aber die Wismarer Innenstadt sowohl für Antifas als auch für Neonazis tabu sein. Mehr ist über die Naziroute derzeit aber nicht zu erfahren. Auf der Strecke soll jedoch einem Bericht der Ostsee-Zeitung zufolge eine Kundgebung am Spaßbad „Wonnemar" liegen.
Nazimobilisierung schwach wahrnehmbar
Während vor einigen Wochen auch auf KomFort noch gemutmaßt wurde, ob die Naziszene mit der Mobilisierung auf Facebook neue Wege gehen wolle, so muss mittlerweile festgestellt werden, dass diese weit unter ihren Möglichkeiten verbleibt. Vom 27. September und damit über 14 Tage alt ist das letzte Posting auf der Facebook-Seite "Wir wollen leben!". Auch die restlichen "üblichen Verdächtigen" wie z.B. MupInfo halten sich zurück. Ein Hinweis darauf, dass die Nazis ohnehin nicht damit rechnen über ihre eigenen Kreise heraus Menschen zu ihrer Demo zu bewegen oder nur ein weiterest Anzeichen für ein immer klandestineres Vorgehen der rechten Szene? Umso spannender wird im Nachhinein die Bewertung der JN-Demo werden. Ist die JN im MV in der Lage eine Demonstration komplett auf sich gestellt und mit eigenem Personal durchzuführen? Wie wird sich die Teilnehmerschaft zusammensetzen? Oder wird die JN am Ende doch wieder auf das gleiche Personal zurückgreifen müssen und sich in der Demo der übliche MV-Nazimob zusammenfinden, vielleicht mit schleswig-holsteinischer Unterstützung?
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Ergänzungen
Weitere Infoveranstaltungen
Kommt nach Wismar!
Burg fährt nach Wismar!
Infoveranstaltung in Burg (b. Magdedeburg)
Aber wo?
gibt es einen TICKER??
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
@AAB — (muss ausgefüllt werden)
Die Mobilisierung läuft gut... — Hamburger