Dresden: Staatsanwaltschaft lässt nicht locker
Seit gestern muss sich der Linke-Landtagsabgeordnete André Hahn vor dem Dresdner Amtsgericht wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz verantworten. Er soll im Februar 2010 zusammen mit mehr als 10.000 Menschen einen Aufmarsch von mehreren tausend Nazis aus dem In- und Ausland verhindert haben. Der Prozess war notwendig geworden nachdem der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken im Sächsischen Landtag gegen einen Strafbefehl in Höhe von 3.000 Euro in Widerspruch gegangen war. In seiner vor Gericht vorgelesenen 17-seitigen Stellungnahme warf er der ermittelnden Staatsanwaltschaft vor, ihm einen politischen Prozess machen zu wollen.
Mehr als zweieinhalb Jahre nach den erfolgreichen Massenblockaden tausender Menschen rund um den Neustädter Bahnhof sind die Strafverfahren gegen zahlreiche Menschen inzwischen zum großen Teil gegen die Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. Nicht jedoch gegen einige der an den Blockaden beteiligten Linken-Politikerinnen und Politiker. So musste sich der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken in Sachsen, André Hahn, heute vor dem Dresdner Amtsgericht wegen Verstoß gegen des Versammlungsgesetz verantworten. Seine Partei hatte am 13. Februar 2010 eine der möglichen Routen mit einer "öffentlichen Fraktionssitzung" blockiert. Der für heute Morgen angesetzte Prozess wurde jedoch nach einer kurzen Anhörung und zahlreichen Beweisanträgen der Verteidigung auf den 23. Oktober vertagt.
Ein ähnliches Verfahren gegen die Grüne Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen, die sich an den Blockaden im darauffolgenden Jahr beteiligt haben soll, war erst vor wenigen Tagen eingestellt worden. Als Grund für die Einstellung gab die Staatsanwaltschaft an, dass sich Jähnigen "nur kurzzeitig und nicht maßgeblich an der Blockade beteiligt" habe. Zuvor hatte die Abgeordnete die Aufhebung ihrer Immunität als Landtagsabgeordnete und eine Einstellung unter Zahlung einer Geldbuße mit der Begründung abgelehnt, dass sie in ihrer Funktion als Polizeibeobachterin "stets das Gespräch mit Polizeibediensteten gesucht und keine eigenen Aktivitäten unternommen [habe], die eine angemeldete Versammlung gestört hätten". Dennoch zeigte sie sich verwundert, "dass die Staatsanwaltschaft Dresden die Blockierer des 19. Februars 2011 mit zweierlei Maß misst".
Der Linken-Politiker Rico Gebhardt bezeichnete den Prozess gegen Hahn als "Anachronismus" der das "Ansehen Sachsens" beschädige und forderte die Einstellung aller Verfahren gegen jene Menschen, die sich mit ihrem "friedlichen couragierten Eintreten" den Nazis entgegengestellt und damit einen der größten Naziaufmärsche zum ersten Mal verhindert hatten. Bereits vor einem Jahr hatte der Geschäftsordnungs- und Immunitätsausschusses im Sächsischen Landtag einer Aufhebung seiner Immunität als Landtagsabgeordneten mit den Stimmen der NPD zugestimmt. Auch ein Verfahren gegen den Abgeordneten Falk Neubert (Die Linke) wird nach der Aufhebung seiner Immunität Ende September immer wahrscheinlicher. Neubert soll sich im Februar 2011 gemeinsam mit hunderten anderen Menschen an einer Sitzblockade hinter dem Hauptbahnhof beteiligt haben. Erst ein Jahr nach dem Vorfall hatte die für das Verfahren zuständige Dresdner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den 38jährigen Politiker eingeleitet.
Ein ähnliches Verfahren gegen die Grüne Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen, die sich an den Blockaden im darauffolgenden Jahr beteiligt haben soll, war erst vor wenigen Tagen eingestellt worden. Als Grund für die Einstellung gab die Staatsanwaltschaft an, dass sich Jähnigen "nur kurzzeitig und nicht maßgeblich an der Blockade beteiligt" habe. Zuvor hatte die Abgeordnete die Aufhebung ihrer Immunität als Landtagsabgeordnete und eine Einstellung unter Zahlung einer Geldbuße mit der Begründung abgelehnt, dass sie in ihrer Funktion als Polizeibeobachterin "stets das Gespräch mit Polizeibediensteten gesucht und keine eigenen Aktivitäten unternommen [habe], die eine angemeldete Versammlung gestört hätten". Dennoch zeigte sie sich verwundert, "dass die Staatsanwaltschaft Dresden die Blockierer des 19. Februars 2011 mit zweierlei Maß misst".
Der Linken-Politiker Rico Gebhardt bezeichnete den Prozess gegen Hahn als "Anachronismus" der das "Ansehen Sachsens" beschädige und forderte die Einstellung aller Verfahren gegen jene Menschen, die sich mit ihrem "friedlichen couragierten Eintreten" den Nazis entgegengestellt und damit einen der größten Naziaufmärsche zum ersten Mal verhindert hatten. Bereits vor einem Jahr hatte der Geschäftsordnungs- und Immunitätsausschusses im Sächsischen Landtag einer Aufhebung seiner Immunität als Landtagsabgeordneten mit den Stimmen der NPD zugestimmt. Auch ein Verfahren gegen den Abgeordneten Falk Neubert (Die Linke) wird nach der Aufhebung seiner Immunität Ende September immer wahrscheinlicher. Neubert soll sich im Februar 2011 gemeinsam mit hunderten anderen Menschen an einer Sitzblockade hinter dem Hauptbahnhof beteiligt haben. Erst ein Jahr nach dem Vorfall hatte die für das Verfahren zuständige Dresdner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den 38jährigen Politiker eingeleitet.
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Ergänzungen
Presse
@Sabine
So wurde beispielsweise das zu dem Zeitpunkt gültige Sächsische Versammlungsgesetz später vom Sächsischen Verfassungsgericht für nichtig erklärt worden. Dem Linke-Politiker eine Rädelsführerschaft zu unterstellen, kann man sicherlich machen, aber ob die Staatsanwaltschaft dafür vor Gericht Beweise vorlegen kann und ob das Gericht diese auch anerkennt, wird sich erst nach der Urteilsverkündung zeigen.
Wenn ich dann noch lese, dass es vor Ort nicht einmal einen Aufruf zur Räumung der Straße durch die Polizei gegeben hat, dann bin ich sehr gespannt, wie das Gericht im Falle einer Verurteilung argumentieren wird ;)
keine gewalt
das ist gut, die eine, eva jähnigen (grüne), beruft sich darauf, daß sie
"stets das Gespräch mit Polizeibediensteten gesucht und keine eigenen Aktivitäten unternommen [habe], die eine angemeldete Versammlung gestört hätten".
der andere, rico gebhardt (linke)möchte die einstellung aller verfahren, gegen die, die sich mit "friedlichen couragierten Eintreten" den Nazis entgegengestellten.
ein solidarischer arschtritt, mal wieder!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Staatsanwaltschaft — Sabine
Recht? — Formel