Sieg in der Schlacht um die Musikhochschule

Musikhochschulleitung ;-) 06.10.2012 12:12 Themen: Antifa Kultur Militarismus Repression Weltweit
Die INTERNATIONALE Veranstaltung GEGEN den DROHENDEN DEUTSCHEN KRIEG zum 74. Jahrestag des Münchner Abkommens ist erfolgreich im "ehemaligem Führerbau" durchgeführt worden. Nun stehen noch einige Prozesse an, u.a. um des Zeigen von John Heartfield's Fotomontage "Hitlers Friedenstaube" oder die zweite Instanz der Klage der Musikhochschule gegen ihren eigenen Vertrag. Anbei die Pressemitteilung und ein Bericht mit Fotos über die Veranstaltung aus einem Blog.
Pressemitteilung des Aktionsbüros „Klassenkampf statt Weltkrieg“ vom 30.9.2012

Der Sieg

in der Schlacht um die Musikhochschule!

Wer die wochenlange Schlacht um die Hochschule für Musik und Theater gewonnen hat, war bis zuletzt offen. Ab Samstag 10 Uhr galt der Vertrag, den die Hochschule im April mit der Stiftung für die unliterarische Verwendung der Literatur über eine Veranstaltung gegen den Krieg abgeschlossen hatte. Eine Veranstaltung am Jahrestag des „Münchner Abkommens“, durch das Deutschland 1938 einen Teil der Tschechoslowakei an sich reißen durfte. Der Kanzler der Hochschule hatte den Vertrag annullieren wollen, unterlag damit vor Gericht, erklärte aber, das Urteil zu mißachten, und in der Nacht von Freitag auf Samstag hing immer noch dieses Schild an der Hochschule:

Erst am Samstagfrüh gab der Kanzler klein bei und ließ die Türen der Musikhochschule öffnen. In fieberhafter Eile begann die Vorbereitung der Veranstaltung um 17 Uhr. An ihr nahm auch der Kanzler der Hochschule teil und konnte sich selbst davon überzeugen, daß sich Kunst und Politik überhaupt nicht ausschließen. Am Schluß, als das „Solidaritätslied“ über das von Zwergen vor einem in einem Glassarg ruhenden Krokodil angestimmte „Deutschlandlied“ gesiegt hatte, weil immer mehr aus dem Publikum gegen das „Deutschland über alles“ ansangen, Jugendliche und Arbeiter die Bühne stürmten, das Krokodil schließlich von der Bühne warfen und auf einer Trompete die „Internationale“ erklang, da klatschte auch der Kanzler mit. Der Mann hätte es einfacher haben können! Und hat jetzt Gelegenheit, seinen am 25. Oktober vom Landgericht zu verhandelnden Widerspruch gegen das Urteil des Amtsgerichts zurückzuziehen und ruhiger zu schlafen!
 http://himmlischevier.de/Pressemitteilungen/index.shtml





Klassenkampf statt Weltkrieg (Veranstaltungsbericht)

Die Veranstaltung „Klassenkampf statt Weltkrieg“ am 29. September 2012 in einem gemieteten Saal der Musikhochschule stand bis zu Letzt auf der Kippe. Zwar gab es eine Entscheidung des Amtsgericht München, das der Mietvertrag vom Kanzler der Hochschule eingehalten werden muss, doch dieser fühlte sich nicht daran gebunden und sprach die Kündigung nochmals aus, er wollte sich vor dem Bayrischen Landgericht sein „Recht“ holen. Das Landgericht jedoch bekundete, die Entscheidung nicht mehr dieses Wochenende zu fällen. Somit war der Kanzler der Musikhochschule gezwungen, sich an die vertraglichen Bedingungen zu halten und die Veranstaltung konnte ungehindert stattfinden.

Der Saal war auf eine gruslige Weise dekoriert. Rote Fahnen mit einem weißen Kreis und einem Hakenkreuz in der Mitte erschreckten den Besucher zuerst. Beim näheren Hinschauen konnte man jedoch erkennen, dass das Hakenkreuz zerstört ist. Gut so!

Zu Beginn der Veranstaltung gab eine junge Genossin einen Rückblick auf die Geschichte des Hauses. Der „Führerbau“ wurde 1937 eingeweiht, 1938 fand hier die Besiegelung des Münchner Abkommens statt. Daran nahmen Delegationen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Deutschlands teil. Die tschechoslowakische Delegation, also die Abgesandten des Landes, welches betroffen war, durften nicht an dem Treffen teilnehmen. Sie wurden im nachhinein nur über das Ergebnis informiert, welches die Abtretung größerer Gebiete an Nazideutschland vorsah.

Seit 1957 wird das Gebäude von der Hochschule für Musik und Theater genutzt. 1995 wurde an diesem Ort die Münchner Konferenz durch linke Aktivisten nachgestellt.

Während des Rückblick marschierten vier Gestalten über die Bühne, erkennbar als Soldat, Bundespolizist, Helfer des THW und Hitler. Die Veranstalter, u.a. FDJ, Arbeiterbund und Gewerkschaftsjugend, warnen seit Jahren vor dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren und der unmilitärischen Mithilfe von Organisationen wie dem THW im Krisenfalle zur Bekämpfung von Aufständen. Aufstände, wie wir sie derzeit massiv in Griechenland, Spanien und weiteren europäischen Ländern sehen.

Thomas Schmitz-Bender begrüßte die Anwesenden und gab noch mal einen kurzen Rückblick auf den Kampf um den Platz in der Hochschule. Das Ergebnis war eindeutig: „Wir haben gewonnen!“

Anschließend wurde der Film der internationalen Antikriegsaktion „Klassenkampf statt Weltkrieg“ gezeigt, bei der mit mehren LKWs deutsche, tschechische und polnische Städte besucht wurden und dort Aktionen stattfanden. Einer der LKW konnte an diesem Tag vor dem Gebäude betrachtet werden.

Tanja sprach über die derzeitige Krise und vor allem, was sie für die Jugend bedeutet. An Hand einiger Zahlen erläuterte sie, welchen Gewinn Deutschland derzeit aus der Eurokrise zieht. Die Frage ist deshalb: Was heißt es für die Jugend, wenn sie jetzt nicht den Kampf gegen das System beginnt? Während ihrer Worte liefen einige gelb-rot gekleidete Zwerge, einen Sarg tragend, über die Bühne.

Karel Janda (Vorsitzender des Klubs des tschechischen Grenzlandes (K?P) und Mitglied des RFB) erläuterte das Münchner Abkommen und zeigte Parallelen zur heutigen Zeit auf. Nach ihm sprach Radim Gonda ebenfalls über das Thema. Heute führt Deutschland keinen Krieg mehr gegen seine Nachbarländer sondern unterdrückt sie wirtschaftlich. Viele große Firmen in Tschechien und Polen befinden sich in deutscher Hand. Der Zeitungsmarkt in Tschechien wird fast nur durch deutsche Konzerne besetzt.

Marcin Popiuk von der Kommunistischen Partei Polens richtete Grüße aus seinem Land aus und schilderte die Situation in Polen.

Eindringliche Worte kamen von Helge Sommerrock über die Gefahr, die Deutschland in Europa darstellt und wie weit es seine Fühler schon wieder in andere Länder ausgebreitet hat. “Krieg und Faschismus wird es solange geben, wie die Produktionsmittel einer Minderheit gehören.”

Zum Ende kamen wieder die gelb-roten Sargträger. In dem Sarg befand sich das Krokodil, welches man schon von der Aktion der Himmlischen Vier kannte, es stand symbolisch für den Deutschen Imperialismus. Die Zwerge fingen an zu singen „Deutschland, Deutschland…“ Doch schon während der ersten Strophe standen im Publikum Personen auf und fingen an „Vorwärts, und nicht vergessen“ zu singen. Ihr Gesang, in dem immer mehr Anwesende einstiegen, übertönte den „Trauergesang“ der Zwerge. Zu guter Letzt wurde das Krokodil von der Bühne gekippt.

Während nochmals alle Mitwirkenden auf der Bühne erschienen, spielte ein Trompeter die Internationale. Dieser Tag war für alle Gäste ein beeindruckendes Erlebnis.

 http://www.woschod.de/2012/09/30/klassenkampf-statt-weltkrieg-veranstaltungsbericht/
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Ergänzungen

Transparent in der

Musikhochschule 06.10.2012 - 12:24
auf dem Weg zum Veranstaltungssaal, dem Großen Konzertsaal!