Athen: antifaschistische Motorraddemo

Sons of Anarchy 05.10.2012 09:59 Themen: Antifa Antirassismus Soziale Kämpfe Weltweit
Athen: Dritte antifaschistische Motorraddemo stieß mit Neonazis zusammen; Bullen griffen in Vergeltung an

 http://www.youtube.com/watch?v=aGrW_ZTHPNY
 http://www.youtube.com/watch?v=zKeTfw3wrKU
In der Nacht des 15. September gab es die erste Motorraddemo durch das Athener Zentrum mit Plakatieren und Protestrufen gegen die Angriffe der Neonazis. Am 22. September gab es eine weitere erfolgreiche Motorraddemo. Am Sonntagabend, dem 30. September, fuhr eine dritte antifaschistische Motorraddemo durch die Innenstadt, wurde aber bald von faschistischem Abschaum gestoppt. Infolgedessen attakierten Gefährten drei Neonazis in der Nähe der Philisstraße im Bezirk Agios Panteleimonas, Athener Innenstadt. Um etwa 21 Uhr, während einer der Faschisten schon verwundet am Boden lag, wurden die hinteren Motorräder der Demo von einigen Schlägern der Deltaeinheit in Vergeltung angegriffen.



Fast alle Antifaschisten auf Motorrädern wurden gejagt und angegriffen, zuerst in der Nähe der Plateia Amerikis (nicht weit vom Tansanianischen Gesellschaftszentrum, welches von Faschisten nur einige Tage zuvor geplündert wurde), dann auf der Leoforos Alexandras, aber auch als sie auf dem Rückweg nach Exarchia waren. Dort wurde auch eine Gruppe von Jugendlichen verfolgt und festgenommen. Einige Motorräder wurden zurückgelassen und wahrscheinlich von der Polizei eingezogen. Kurz darauf versammelten sich viele Gefährten in den Squats im Athener Zentrum um diese zu verteidigen. Es gibt eine bis jetzt unbestätigte Anzahl von Gefährten, die durch die Polizei verletzt wurden, ein Antifaschist wurde ernsthaft verwundet. Fast 23 Leute, die an der Aktion beteiligt waren, wurden zunächst als vermisst gemeldet. Unter ihnen wurden 15 an verschiedenen Orten verhaftet und im Polizeihauptquartier in der Leoforos Alexandras festgehalten, ohne ihnen den Kontakt zu einem Anwalt zu gewähren.



Es wurde zu einer Versammlung für Montag Mittag, am 1. Oktober, vor dem Gericht Evelpidon in Solidarität mit den Verhafteten aufgerufen. Das Verfahren wurde verschoben und schließlich auf Donnerstag vertagt, während die Versammlung von mehr als 300 Menschen in Solidarität besucht wurde. Am Abend griffen verschiedene Polizeieinheiten die wütenden Unterstützer im Gerichtshof an und verfolgten sie in den umliegenden Straßen, was zu zahlreichen Festnahmen führte -- 4 weitere wurden verhaftet.


Die 15 Antifaschisten, die am 30/09 festgenommen wurden, werden immer noch in den Polizeizentralen festgehalten -- um am 4/10 Morgens vorm Gericht zu erscheinen. Die 4 Gefährten, die am 1/10 festgenommen wurden, werden in den Polizeizentralen bis Freitag 5/10 festgehalten, und dann wahrscheinlich vor das Evelpidongericht gestellt werden. Die Antifaschisten, die an der Aktion teilgenommen haben, haben noch nicht ihre eigene Version der Ereignisse veröffentlicht, aber mitgeteilt, dass es mehr als 10.000 Euro bedarf um Gerichtskosten und Kautionen zu decken. Außerdem wurde am späten Mittwochabend dem 3/10 zu einer offenen Versammlung im Polytechnio aufgerufen um die letzten Neuigkeiten zu den 15 Verhafteten der antifaschistischen Motorrademo (30/9),den 4 Verhafteten von der Solidaritätsversammlung im Evelpidongericht (1/10) und kommenden Aktionen zu diskutieren. Die Versammlung wurde von mehr als 300 Unterstützern besucht.



In derselben Nacht wurde ein Video von der Demo am 30/9 veröffentlicht, welches Filmmaterial kurz vor dem repressiven Schlag enthält:
 http://www.youtube.com/watch?v=aGrW_ZTHPNY&feature=youtu.be
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Ergänzungen

Regierungschef besorgt über Neonazi-Partei

Ministerpräsident Samaras 05.10.2012 - 14:39
Regierungschef besorgt über Neonazi-Partei
Samaras vergleicht Griechenland mit Weimarer Republik

Der griechische Ministerpräsident Samaras warnt vor dem Zerfall der Gesellschaft seines Landes. Der Zusammenhalt sei durch die steigende Arbeitslosigkeit gefährdet, "so wie es gegen Ende der Weimarer Republik war", sagte er dem "Handelsblatt". Zugleich warnte er vor einem Aufstieg der Neonazis.

Stern berichtet:

Insa 08.10.2012 - 09:22
"Bei Zusammenstößen zwischen autonomen und rechtsextremen Gruppen sind in Athen zwei Menschen leicht verletzt worden. 15 Menschen seien bei den Ausschreitungen in der Nacht zum Montag festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Mit einem Motorradkorso hatten autonome und antirassistische Gruppen im Stadtteil Agios Panteleimon im Zentrum Athens gegen Ausländerfeindlichkeit demonstrierten.

Der Stadtteil gilt als Hochburg von Rechtsextremisten. Dort leben aber auch Zehntausende Migranten mit asiatischen und afrikanischen Wurzeln. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur dpa, dass Rechtsextremisten die Demonstranten mit Latten attackiert hätten. Daraufhin hätten die Autonomen zu Ketten gegriffen. Am Montagmorgen hatte sich die Lage beruhigt."

Link:  http://www.stern.de/wirtschaft/verletzte-bei-demonstration-gegen-auslaenderfeindlichkeit-1903111.html