zum AntifaCamp DO - was die Staatsantifa sagt

Antifa 07.09.2012 21:34 Themen: Antifa
Ein Antifacamp in Dortmund konnte nicht stattfinden, die Stadt Dortmund feiert sich nach dem verbotenen Nazi-Aufmarsch am 1.9.'12 als die einzig wahren GegnerInnen des Rechtsextremismus - und erklären nebenbei nochmal, dass auch wir Antifas aussteigen könnten aus der 'Szene'...
RuhrbaroneDoch was tut sich eigentlich auf dem immer größer werdenden Feld von Initiativen und Institutionen, die vom Staat dafür bezahlt werden, dass sie (Rechts-)Extremismus bekämpfen?
Auch diejenigen, die beruflich gegen Rechtsextremismus in und um Dortmund aktiv sind, tun sich aktuell mit interessanten Beiträgen hervor, so z.B.
Dierk Borstel
- wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Uni Bielefeld
- Berater der Dortmunder "Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus"
- aktiv bei der Aussteiger-Initiative " EXIT-Deutschland"
- beteiligt an der unsäglichen und nur knapp gescheiterten Nazi-Workshop-Projektidee "Dortmund den Dortmundern" (aus Kristina Schröders Anti-Extremismus-Fördertöpfen)
- auf seiner homepage wirbt er folgendermaßen für sich:
"Ich biete Bildungsmaßnahmen, Vorträge, Workshops und die wissenschaftliche Begleitung von Praxisprojekten zu folgenden Themen an: (...) Gefährdungslagen der demokratischen Kultur (u.a. auch Linksextremismus, Antisemitismus)" vgl. Dierk Borstel Homepage... ah ja!

Dieser Dierk Borstel erklärt uns in einem Beitrag auf den Seiten der Stadt Dortmund nochmal, warum die "Reisekader" die schlimmsten waren:
Dortmund.de zu Reisekadern

Auch die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt in Dortmund "Back Up", ebenfalls beraten und wissenschaftlich begleitet von der Uni Bielefeld, war sich nicht zu blöde, ausgerechnet in der Zeit des Antifacamps (im Exil) den Oberbürgermeister Sierau zu empfangen:

Opferberatung Back Up trifft OB Sierau und freut sich

Zumindest bisher ist in diesem Zusammenhang nicht bekannt geworden, dass dieser pressewirksame Besuch Sieraus von Claudia Luzar oder ihren MitstreiterInnen dafür genutzt worden wäre, das Verbot des Antifacamps zu kritisieren...

Auch viele Linke suchen oder haben ihre Jobs im staatlich finanzierten Anti-Rechtsextremismus-Bereich, und es ist bestimmt kein leichtes Unterfangen, Staats-Antifa-Arbeit zu machen. Extremismusklauseln, Demokratiebekenntnisse und komplizierte Bündnisarbeit oft auch mit AkteurInnen aus Polizei/Staats- und Verfassungsschutz sowie ständige Kämpfe um Finanzierung der Projekte begrenzen Handlungsspielräume und verengen den politischen Horizont. Genau darum sollten aber auch diese AkteurInnen immer wieder von links kritisch begleitet werden - zumindest wäre dies ein versuchsweise ehrlicher Umgang damit, dass dieser Bereich inzwischen ein nicht gerade kleines Arbeitsfeld für Linke/Antifas/AntiRas darstellt.

Es scheint jedoch auch in Dortmund Fälle zu geben, wo es inzwischen eindeutig ist, wer auf welcher Seite des gedeckten Tisches sitzt und wo das Tischtuch entsprechend zerschnitten gehört...

Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen