Wismar vermietet Raum für ­ Rassisten

Kein Landgang für Rassisten 02.09.2012 16:30 Themen: Antifa Antirassismus
Stadtverwaltung ermöglicht Lesung Thilo Sarrazins

Am 11. September 2012 soll auf Einladung der Wismarer Buchhandlung „Weiland“ eine Lesung mit dem Rassisten Thilo Sarrazin im städtischen Zeughaus stattfinden.
Der Veranstaltungsraum wird von der Hansestadt Wismar vergeben – Initiator der Imagekampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen.“, die sich „gegen Gewalt, Extremismus, Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass“* einsetzt.
Das Bündnis „Kein Landgang für Rassisten“ fordert die ersatzlose Veranstaltungsabsage.
Im Jahr 2007 ruft die Hansestadt Wismar die Imagekampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“ ins Leben. Nach bekannt werden diverser Naziaktivitäten im Raum Wismar und darauf steigendem medialem Druck, möchte man „es nicht zulassen, dass eine kleine Minderheit von gewaltbereiten Extremisten und Anhängern der rechten Szene den Ruf [der] Stadt beschädigen!“* Die Kampagne unterstützt unter anderem „ein friedliches Zusammenleben der Menschen unabhängig von Rasse, Religion und Kultur“* und möchte den „Kindern und Jugendlichen die Gefahr, die von menschenverachtenden und rassistischen Weltanschauungen ausgeht, verdeutlichen“*.

Unter dem Aufhänger „Europa braucht den Euro nicht“ soll nun der Abend des
11. September im stadteigenem Zeughaus Wismar verlaufen. Thilo Sarrazin, Ex-Bundesbank-Vorstandsmitglied und SPD-Genosse, will dort sein aktuelles Buch präsentieren und dem Publikum im Anschluß Rede und Antwort stehen. Dass Sarrazin in seinen Äußerungen immer wieder auf stigmatisierende, rassistische und menschenverachtende Thesen zurückgreift, bleibt hier völlig unberücksichtigt.

Veranstalter des Abends ist die Wismarer Buchhandlung „Weiland“. Der Filialleiter Volker Stein – wie viele andere designierter Unterstützer der städtischen Imagekampagne „Neugierirg. Tolerant. Weltoffen.“ – rechnet es Sarrazin als Verdienst an, „dass er Debatten über unbequeme Wahrheiten und Zustände anstößt“**.

So zu tun, als gäbe es gesellschaftliche Tabuthemen, ist ignorant und dient dem Rechts- Populismus Sarrazins als Nährboden. Die Pressesprecherin Lisa Sprengel der Kampagne „Kein Landgang für Rassisten“ äußert sich empört: „Es ist ein Skandal, dass die Hansestadt Wismar, wider der eigenen Kampagne, ihre Räume für rassistische Hetze vermietet.“ Die Kampagne „Kein Landgang für Rassisten“ fordert die Hansestadt Wismar auf, das Mietverhältnis mit der Buchhandlung Weiland zu kündigen. Auch ein mögliches Ausweichen der Lesung auf andere Veranstaltungsorte stellt keine Option dar. Rassismus darf in unserer heutigen Gesellschaft kein Podium geboten werden.

Deshalb fordern wir weiterhin:

Keine Veranstaltung mit Thilo Sarrazin und anderen Rassisten, weder in Wismar noch anderswo!
Schicken wir gemeinsam Sarrazin über die Planke! Kein Landgang für Rassisten!

* Quelle: Resolution der Wismarer Kampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“
**Quelle: Ostseezeitung Wismar vom 15.05.2012
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Ergänzungen