Lichtenhagen: Wir kommen!

liha258 25.08.2012 08:09 Themen: Antirassismus Blogwire
Heute ist es so weit: ab 14Uhr star­tet am Bahn­hof Ros­tock Lüt­ten Klein die an­ti­ras­sis­ti­sche De­mons­tra­ti­on „Gren­zen­lo­se So­li­da­ri­tät“. Ein über­gro­ße­ses Po­li­zei­auf­ge­bot fährt schon seit ges­tern durch die Stadt.
Lange wurde die Demo vor­be­rei­tet und fast ge­nau­so lange gab es Wi­der­stand gegen den Ge­den­kauf­zug 20 Jahre nach den Po­gro­men in Ros­tock Lich­ten­ha­gen. Ver­tre­ter_In­nen der Stadt, aber auch vie­ler Po­li­ti­ker_In­nen äu­ßer­ten ihre zu­meist vor­ge­scho­be­nen Be­fürch­tun­gen ( http://ino.blogsport.de/2012/06/29/rostocklichtenhagen-es-geht-um-die-opfer-nicht-um-die-anwohner_innen/). Zu­letzt schäu­te sich auch der In­nen­mins­ter MVs, Lo­renz Caf­fier, nicht sich in­halt­los aber wort­reich zum be­vor­ste­hen­den Po­li­zei­ein­satz zu äu­ßern. be­vor­ste­hen­den Po­li­zei­ein­satz ( http://ino.blogsport.de/2012/08/22/das-gebrannte-kind-von-rostock-lichtenhagen-innenminister-caffier-verharmlost-rechte-gewalt/).

Davon ließ sich die VVN-​BdA of­fen­bar nicht be­ein­dru­cken und or­ga­ni­sier­te – zu­sam­men mit dem Bünd­nis „Das Pro­blem heißt Ras­sis­mus“ – zu­sätz­lich eine Kund­ge­bung am Ros­to­cker Rat­haus. Dort soll heute um 11Uhr eine Ge­denk­pla­ket­te zur Er­in­ne­rung an die Opfer der Po­gro­me von 1992 er­in­nern. Die Ros­to­cker Bür­ger­schaft hatte sich erst am Mitt­woch für die ras­sis­ti­schen An­grif­fe ent­schul­digt ( http://ino.blogsport.de/2012/08/22/halbherzig-und-unglaubwuerdig-rostocker-buergerschaft-entschuldigt-sich-bei-opfern-der-pogrome-in-rostock-lichtenhagen/).

Bür­ger­li­che Zei­tun­gen schrie­ben dar­auf hin, die Stadt wolle die an­zu­brin­gen­de Pla­ket­te „dul­den“. Be­reits 1993, knapp ein Jahr nach den Po­gro­men, schei­ter­te ein Ver­such von Beate Klars­feld und an­de­ren mu­ti­gen An­ti­ras­sis­t_In­nen, eine sol­che Tafel ans Rat­haus zu mon­tie­ren. Sie wur­den da­mals von der Po­li­zei mit­ge­nom­men.

Im vor­de­ren Be­reich der Demo wird es keine Fah­nen von Par­tei­en oder deren Ju­gend­ver­bän­de oder an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen in die­ser Rich­tung geben. Im An­fangs­block wer­den unter an­de­rem Flücht­lings­grup­pen an­ti­ras­sis­ti­sche In­itia­ti­ven lau­fen. Bunt, ent­schlos­sen und laut wer­den wir heute ge­mein­sam zei­gen, was wir von Ras­sis­mus und Frem­den­feind­lich­keit hal­ten.

Im An­schluss an die Demo wird es eine mu­si­ka­li­sche Ab­schluss­kund­ge­bung unter dem Motto „Beweg dich für Be­we­gungs­frei­heit“, unter an­de­rem mit Feine Sahne Fish­fi­let und Frit­ten­bu­de geben. Auch hier lohnt es sich, nicht ein­fach vor­bei zu­ge­hen, son­dern ste­hen zu blei­ben und zu ver­wei­len.

Ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen zur Demo fin­det ihr bei Twit­ter unter dem Hashtag @20jah­re­lich­tenh. Zu­sätz­lich gibt es ein In­fo­te­le­fon, dass ab 9Uhr zu er­rei­chen ist. Die Num­mer lau­tet 0176 – 706 407 29. Für den Fall staat­li­cher Re­pres­si­on gibt es einen Er­mitt­lungs­aus­schuss, des­sen Num­mer wird dem­nächst auf  http://lichtenhagen.blogsport.de/ ver­öf­fent­licht.
Wir wün­schen allen De­mons­tra­ti­ons­teil­neh­mer_In­nen eine ent­spann­te Demo und ein re­pres­si­ons­frei­es Wo­chen­en­de.

Das Pro­blem heißt Ras­sis­mus! Für gren­zen­lo­se So­li­da­ri­tät!
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Das Problem heißt Rassismus!

afa 25.08.2012 - 10:34


Vor 20 Jahren blickte die Welt auf Rostock. Im Stadtteil Lichtenhagen griff ein Mob aus hunderten RassistInnen vor den Augen tausender jubelnder ZuschauerInnen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende (Zast) und ein benachbartes Wohnhaus (Sonnenblumenhaus), in dem vor allem VietnamesInnen wohnten, an.

Die Polizei schickte nur wenige Einsatzkräfte, die mit Molotowcocktails und Steinen angegriffen wurden und schnell den Rückzug antraten. AntifaschistInnen, die den Mob aufhalten wollten, wurden mit Gewalt vertrieben. Nach dem Rückug der Polizei wurde das Sonnenblumenhaus in Brand gesetzt, in dem sich etwa 100 Menschen befanden, die sich noch in letzter Sekunde auf das Dach eines angrenzenden Gebäudes retten konnten.

Rostock Lichtenhagen war der Höhepunkt einer Serie rassistischer Gewaltakte.

Die Progromme wurden angeheizt durch Medien und PolitikerInnen, jedoch haben sie bis heute nichts aus den rassistischen Progromen gelernt.

Immer noch werden Asylsuchende in der deutschen Gesellschaft ausgegrenzt.

Die Quote der bewilligten Asylanträge sank innerhalb von 20 Jahren von 6,9% auf 1,5%, die Ausgrenzung und Entrechtung von AsylantInnen stieg.

"AsylantInnen werden in Deutschland für die Probleme, die das Wirtschaftssystem mit sich bringt, verantwortlich gemacht, damit die ArbeiterInnen sich nicht mit den realen Ursachen und Gründen von Vertreibung und Armut auseinandersetzen", so Landessprecher Jules El-Khatib.

Die Ursachen, die zur Flucht geführt haben, bleiben bestehen, Hungersnöte, imperialistische Kriege und Ausbeutung sind die Folgen des kapitalistischen Systems.

Moritz Griesmeyer und Felix Rauls , Landessprecher der Linksjugend, erklärten:
"Die rassistischen Progromme in Rostock waren der Höhepunkt einer Reihe von rassistischen Gewaltakten. Die Gewalt gegen über Linken und AsylantInnen hat nach Rostock nicht aufgehört, sie ist nur weniger öffentlich. Wir fordern die Verfolgung von Linken und AntifaschistInnen zu stoppen und die staatliche Finanzierung rechter Parteien sowie die Verhamlosunger rechter Gewalt zu beenden."


 http://www.dielinke-nrw.de/


@ afa

phantomias 25.08.2012 - 11:04
Wenn Die Linke wirklich glaubt, Rostock-Lichtenhagen sei der Höhepunkt rechter Pogromstimmung in Deutschland und danach wäre rassistische Gewalt nur noch verdeckt zu Tage getreten, trampelt sie auf den 3 Toten und mehreren Verletzten des Brandanschlags von Mölln, sowie den 10 Toten von Lübeck, die bis heute nicht als Opfer von Rassismus anerkannt werden, weil die Nazi-Täter nicht verurteilt wurden, rum

Was Die Linke da wieder von sich gegeben hat, lässt einen erschauern.
Vor allem, weil sie jetzt mal wieder auf den fahrenden Zug aufgesprungen ist, weil sie ihn nicht stoppen konnte.

Und dann sowas verzapfen.

Ergänzung

Ergänzer 25.08.2012 - 11:52
Sorry, normalerweise stelle ich keine einfachen Links hier rein, aber es gibt zum Einen eine Bullentwitterseite zu Lichtenhagen:
 https://twitter.com/PI_Rostock
und zum Anderen ein hochinteressanten Artikel zu rechen Siedlern in McPomm auf NDR;  http://www.ndr.de/regional/dossiers/der_norden_schaut_hin/schauplaetze/brauneoekologen113.html

Bilder von der gestrigen Großdemo

mali85 26.08.2012 - 00:27

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige den folgenden Kommentar an

Stuttgart — Wasser