Parchim: Skulpturen "Courage" beschädigt

Nightport 23.08.2012 22:13 Themen: Antifa Blogwire
Bereits 2010 wurde das Skulpturenensemble „Courage“ am Parchimer Stadthaus zerstört. Das Kulturgut erinnert an die KZ-Todesmärsche und fordert zu Courage gegen rechte Untriebe auf.
Während der Staatsschutz nun die Ermittlungen aufgenommen hat, da eine – wer könnte das ahnen – politische Motivation hinter der Sachbeschädigung zu stehen scheint.
Sozialdemokraten ratlos über Ursachen der Kunstschändungen.

Parchims Bürgermeister Bernd Rolly (SPD) erklärte gegenüber der Ostsee Zeitung dazu unter anderem: "Ich empfinde es als große Sauerei, wie hier mit diesem Kunstgegenstand am Stadthaus umgegangen wurde." Seiner Ansicht nach habe sich die Stadt in der Vergangenheit immer als kunstoffene Stadt gezeigt. Für ihn ist der Angriff einfach nur unverständlich. Die Stadt Parchim ist ein beliebtes Aktionsfeld für Nazi-Gruppierungen, die NPD genießt hier bei Vielen Sympathien.

Auch der Landrat Rolf Christiansen (ebenfalls SPD) äußerte sich zum Angriff. Kunst zu zerstören geht für ihn zu weit und sei unabhängig vom Hintergrund der Tat zu verurteilen. Wenn dort zwei asylsuchende Flüchtlinge attackiert worden wären, wäre die Sache für ihn offenbar nur halb so schlimm.

Ebenfalls klug daherreden wollte der Professor Dr. Wolfgang Vogt - Initiator des Parchimer Corsos der Skulpturen und des Kulturforums Pampin. Der Ostsee Zeitung sagte er "Ich sehe in der Gegenwart gefährliche Tendenzen zu Gewalt und Extremismus." Angst vor Extremisten hat Herr Vogt also, Nazis im Speziellen scheinen demnach nur ein Randproblem.

Keinem der Herrschaften in Parchim und darüber hinaus ist es offensichtlich gelungen, die Ursachen dieses Vandalismus zu erkennen. Die klar in der rechten Szene zu suchenden Täter_Innen fallen nicht einfach vom Himmel. Die Ausbreitung rechten Gedankenguts verhindert mensch nicht mit pseudo betroffenen Halbsätzen in einer zweitklassigen Tageszeitung. Die Zurückdrängung rassistischer und antidemokratischer Ressentiments kann nur durch eine konsequente Politik für die Mehrheit der Menschen erfolgen. Doch Politik für große Teile der Bevölkerung, das ist nicht erst seit der Agenda2010 unter der sogenannten „rot-grünen“ Bundesregierung nicht mehr das Ding der hiesigen Sozialdemokratie.
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Ergänzungen