Kiel vor dem RH-Cup: Ein Stadtteil steht auf

Schwarz-Rot Russee 17.08.2012 11:12 Themen: Freiräume Kultur Soziale Kämpfe
Vor dem morgigen anti-rassistischen Rote Hilfe Fußballturnier in Kiel mobilisieren die absteigenden Mittelschichtskids des durchkommerzialisierten Stadtteils Gaarden unter Bedienung altbackender "linker" Klischees ihr Milieu der provinziellen möchtegern-Yuppies: Sowohl Rotsport-Gaarden, deren Namen nach materialistisch-ideologiekritischer Analyse wie blanker Hohn auf die einstigen Arbeiter_Innen des Stadtteils wirkt (waren es doch gerade diese Kreise, die die Aufwertung Gaardens durch ihre Deutsch-Studentische Zusammensetzung bewirkten!), als auch die Militarismus-Geilen Vertreter_Innen der "Handgranate Subrosa" konkurrieren mal wieder um den Titel der größten Aufschneiderei.
Doch nun weht ihnen erstmals Gegenwind ins Gesicht: Die Russeer Bevölkerung beschloss, die Coktail- und Koksparty, die geneigte GaardenerInnen gern auf Ihre Kosten veranstalten, zu beenden.
Die Russeerin Rana Rimas kommentiert gegenüber Indymedia: "Die Kieler Linke steckt seit Jahren in einer Sackgasse. Die Konzentration auf den Stadtteil Gaarden hat zu Inzestösen Vertrickungen geführt; das schlechte Abschneiden der Gaardener Manschaften auf dem RH-Cup in den letzten Jahren wird wohl teilweise dadurch zu erklären sein." Hinzu kommen aber, ergänzt Friedhelm Funkel, Interimscoach bei der Russeer Manschaft "Rasenmäher", "die subalternen klassenspezifischen Merkmale eines bloß abstrakt fromulierten, aber materiell und politisch nicht greifbaren Lebensstilmilieus zwischen neobourgeoiser sozialer Position und altlinkem Habitus."
Für beide unverhofft jedoch artikulierte sich dieses Jahr Widerstand aus dem "kontemporär-proletarisierten" (Funkel) Stadtteil Russee. "Dass die Klasse der Grundschulpädagog_Innen, Kraftfahrer_Innen, Pflegefachkräfte und Kioskbesitzenden in ihrem Gegensatz zur apolitischen WG-Kultur Gaardens endlich das einende Moment finden würde mag zwar identitäre Züge tragen, doch immerhin zeigt es die Perspektiv eines Klassenkampfes reloaded auf", sagte der italienische Sozialwissenschaftler Toni Negrie gegenüber dem Kicker.

Von Seiten des Teams "Rasenmäher Russee" wurde jedoch per Pressemitteilung klargestellt, dass das Ziel letztendlich gesamtgesellschaftlicher Natur sein müsse: Die Grenze verlaufe nicht zwischen den Stadtteilen, sondern zwischen den Klassen. "Die individuelle Freiheit ist für uns aber kein Nebenaspekt. Wir setzten auf die freie Föderation von Produzent_Innen und Konsument_Innen in basisdemokratischen Strukturen. Bis dahin gilt es zwei entscheidende Schlachte zu schlagen: Gegen die Ideologie des "besseren Stadtteils" der Gaardener_Innen, und den Klassenkampf."
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Ergänzungen

Thug Life 24143

Nur Rotsport! 17.08.2012 - 19:25
Da sich nun die Konflikte zuspitzen und "Rasenmäher Russee" lieber dem Boulevard fröhnt und die Muskeln im Internet spielen lässt, möchte man es sich im Umfeld von Rotsport Gaarden nicht nehmen lassen, auch auf dieser Ebene Position zu beziehen.

Anstatt in Russee sozialrevolutionär und antifaschistisch auf der Straße zu wirken und zu handeln, übt sich "Rasenmäher Russee" lieber in ihrer altbewährten Disziplin: Dem Maulheldentum. Vom Ohrensessel aus lässt es sich bequem das Maul aufreißen. Die SchreibtischtäterInnen von "Rasenmäher Russee" rabharbern in pseudo-intellektueller Uni-Manier von den vermeintlich kleinbürgerlichen Autonomen aus Gaarden. Eine altbekannte Polemik, die wir von politisch marginalisierten K-Gruppen kennen.
Da sich Rotsport dort verordnet, wo es brennt, raucht und knallt, also auf der Straße, im Handgemenge auf den Barrikaden, ist es in vor allem die Politik der Strasse, die an erster Stelle steht.

Politische Siege sind es die zählen. Nach dem guten alten Motto "Ihr auf'm Platz, wir auf der Straße", welches als Banner zur Klarstellung auf einem vergangenem RH-Cup präsentiert wurde, positionierte sich R. Andalinsky, Pressesprecherin von Rotsport, hinsichtlich eines Sieges am morgigen Tage mit folgenden Worten: "We dont give a fuck!".
Weiterhin wies sie drauf hin, das "Rasenmäher Russee", die bekanntlich "hart arbeiten" wie es in den Kommentarzeilen bei Indymedia zu lesen ist, ihre entwendeten I-Phones im "Sonderangebot" auf dem Vinetaplatz käuflich erwerben können. Ewa Y., Vorsängerin der Ultraszene Rotsport, warnte die geistigen BrandstifterInnen aus Russee: "Wir ziehn Euch ab, aber nich auf'm Platz, Digga!".

Rotsport steht zwar ausdrücklich in der Tradition der ArbeiterInnenbewegung und ihrer Sportvereine, verharrt aber gerade nicht wie die ordnungsfetischistischen "Gartennazis" (Reinhard Mey) vom Stadtrand in alten linken Vorstellungen vom ehrlich arbeitenden revolutionären Subjekt. Frei nach Marcuse verfolgt man in Gaarden vielmehr seit langem das Bündnis aus kleinkriminellen und intelektuellen SubproletarierInnen mit der langfristigen Perspektive einer völlig außer jeglicher Kontrolle geratenen revolutionären Sprengmasse.

Originalartikel

Rotsport siegt! 18.08.2012 - 08:01
hier ist der Originalartikel und nicht sonne bilige Propaganda von Studi-Linken:
 http://de.indymedia.org/2012/08/333753.shtml

Fundstück

Pressestelle GKA 18.08.2012 - 09:09
Einen Tag vor Beginn des Rote Hilfe Cups in Kiel erläuterte die Polizei gegenüber Journalisten ihre Einsatzstrategie: Die Bevölkerung schützen, zur Sicherheit der friedlichen und angemeldeten Veranstaltungen beitragen und gegen Straftäter konsequent vorgehen.
Wie der Kieler Polizeivizepräsident Gerhard Bereswill am Freitag erklärte, rechnet die Polizei am Samstag mit insgesamt 15 Mannschaften - auch mit 2 gewaltbereiten. Dazu gehöre "das Klientel, das man den bekannten massiven Ausschreitungen in Berlin und Hamburg zuzurechnen muss". Aufenthaltsverbote für 2 Teilnehmer des teils gewaltsamen Cups 2010 in Kiel musste die Polizei am Dienstag zurücknehmen. Wie ein Sprecher mitteilte, hat das Verwaltungsgericht signalisiert, dass die Begründung der Polizei für die Platzverweise von Samstag nicht ausreicht.

Polizei vermisst Distanzierung von Gewalt
Polizeivize Bereswill und Einsatzleiter Schneider machten deutlich, man wolle alles dafür tun, die Durchführung von genehmigten und friedlichen Begnungen gemäß dem Grundgesetz zu unterstützen. Angekündigte Blockaden von Toren oder Strafräumen werden man aber nicht tolerieren. Dabei handele es sich um Straftaten "mindestens in Form von Nötigungen".

Unverständis kam hingegen von dem Team der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin. Diese verstünden keinenfalls, warum sie nicht zugelassen wurden. Sprecherinnen der Tunierleitung zufolge soll der Anmeldebogen einfach falsch ausgefüllt worden sein.
 http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Aus-dem-Land/Polizeinachwuchs-bereitet-Probleme
Zudem sei die Spielestästhik durch einen Schwarm, der immer dem ersten Menschen hinterherläuft nachhaltig beeinträchtig. Weiter seien Übergriffe durch die Schwachköpfe nicht auszuschließen. Den Einsatzkräften sei sowieso keine große Chance gegeben worden. Mensch wolle das Tunier nicht zu einem Sammelbecken von Versagern und Loosern verkommen lassen. Die fehlgeschlagene Anmeldung wurde von allen Seiten begrüßt.

Die Sieger des Turniers

heissen: Rotsport! 20.08.2012 - 08:16
glorreicher Sieg. Keine Chance für die anderen Teams!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Endlich die Betsätigung — Russeer Erzieher

Endlich die Bestätigung — Russeer Erzieher

Guter Artikel — RHC

ihr — kieler