Massenverhaftungen von Migrant_innen in Athen
+++ rassistische Polizeioperationen in Athener Innenstadt +++ viele Illegalisierte sind betroffen +++ Rassismus nimmt zu +++
Allein in den letzten drei Tagen wurden im Grossraum Athen mehrere tausend Migrant_innen verhaftet. Nach Angaben von Aktivist_innen handelt es sich um mehr als 4500, in Berichten einer Internetzeitung ist sogar von ca. 6000 Verhaftungen die Rede. Die rassistische Operation "Zeus Xenios", zynischerweise nach dem griechischen Patron fuer Gastfreundschaft benannt, richtet sich scheinbar gegen alle die von der Polizei als nicht griechisch identfiziert wurden und sich zur falschen Zeit am falschen Ort, z.B. auf grossen Plaetzen in der Innenstadt Athens, aufhielten. Insgesamt wurde bei 1130 Verhafteten ein fehlender legaler Anspruch auf Asyl in Griechenland festgestellt, sie bleiben also inhaftiert. Es wurde angekuendigt, dass diese Razzien weitergehen wuerden. Ausserdem soll noch heute eine Massenabschiebung von 200-250 Menschen nach Pakistan stattfinden.
Dieser Angriff auf die migrantische Community in Griechenland wurde vom Minister fuer oeffentliche Sicherheit Nikos Dendias mit scheinheiligen Argumenten verteidigt. In Richtung der Liberalen rechtfertigte er sie als humanitaere Massnahme, denn deren Abschiebung in ihrer "Heimatlaender" sei das beste was ihnen angesichts ihrer Lebensumstaende in Athen passieren koenne. Dabei wird das Offensichtliche verschwiegen: Die griechischische Regierung ist als erste dafuer zu beschuldigen, wenn politisch keine menschenwuerdigen Zustaende fuer Migrant_innen und Gefluechtete geschaffen werden. In Richtung der rassistischen Gemueter waren seine Slogans gerichtet, man werde sich damit Athen zurueckerobern und der grassierenden Kriminalitaet, die natuerlich nur von Migrant_innen ausgehe, den Drogen und den so entstehenden No-Go-Areas ein Ende setzen.
Linke Aktivist_innen und Organisationen stehen diesen Uebergriffen momentan relativ rat- und hilflos gegenueber, denn aufgrund der (auch politischen) Sommerpause befindet sich eine Vielzahl der Genoss_innen nicht in Athen. Hinzu kommt die laehmende Hitze, die Demonstrationen und Interventionen deutlich erschwert.
Im Angesicht der vielen Transitmigrant_innen die Griechenland als die Tuer nach Europa sehen und hierueber einreisen, koennen solche polizeistaatlichen Operationen allein als populistische Massnahmen gesehen werden, die den Faschisten aus den Parteien LAOS (‚Orthodoxer Volksalarm‘) und der neu ins Parlament eingezogenen Partei Goldene Morgenroete und deren Anhaenger_innen in die Haende spielen.
Die Stimmung gegen Migrant_innen hat sich vermutlich auch aufgrund eines Vorfalls zugespitzt bei dem angeblich ein Mensch aus Paksitan ein Maedchen verletzt und vergewaltigt haben soll.
Seitdem steigen die Klickzahlen fuer Youtube-Videos der faschistischen Partei Goldene Morgenroete auf ueber 4000 pro Video. Dadurch faellt es der Oeffentlichkeit wiederum leicht die sexualisierte Gewalt auf die "Fremden" zu projizieren.
Anhand dieser offenen rassitischen Polizeirepression laesst sich zumindest eines ablesen: Im krisengebeutelten Griechenland, dessen Mittel- und Unterklassen schon den sozialen Angriff der Troika einstecken muessen, trifft die kapitalistische und rassistische Gewalt immer noch diejenigen am haertesten, die in Armut und Illegalisierung ihr Dasein am auesseren Rand der Gesellschat fristen muessen.
Quellen:
http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite1_1_06/08/2012_455644
http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite1_1_06/08/2012_455651
http://www.athensnews.gr/portal/9/57507
http://www.grreporter.info/en/21-year-old_pakistani_sought_brutal_rape_paros/7424
http://www.athensnews.gr/portal/9/57503
Dieser Angriff auf die migrantische Community in Griechenland wurde vom Minister fuer oeffentliche Sicherheit Nikos Dendias mit scheinheiligen Argumenten verteidigt. In Richtung der Liberalen rechtfertigte er sie als humanitaere Massnahme, denn deren Abschiebung in ihrer "Heimatlaender" sei das beste was ihnen angesichts ihrer Lebensumstaende in Athen passieren koenne. Dabei wird das Offensichtliche verschwiegen: Die griechischische Regierung ist als erste dafuer zu beschuldigen, wenn politisch keine menschenwuerdigen Zustaende fuer Migrant_innen und Gefluechtete geschaffen werden. In Richtung der rassistischen Gemueter waren seine Slogans gerichtet, man werde sich damit Athen zurueckerobern und der grassierenden Kriminalitaet, die natuerlich nur von Migrant_innen ausgehe, den Drogen und den so entstehenden No-Go-Areas ein Ende setzen.
Linke Aktivist_innen und Organisationen stehen diesen Uebergriffen momentan relativ rat- und hilflos gegenueber, denn aufgrund der (auch politischen) Sommerpause befindet sich eine Vielzahl der Genoss_innen nicht in Athen. Hinzu kommt die laehmende Hitze, die Demonstrationen und Interventionen deutlich erschwert.
Im Angesicht der vielen Transitmigrant_innen die Griechenland als die Tuer nach Europa sehen und hierueber einreisen, koennen solche polizeistaatlichen Operationen allein als populistische Massnahmen gesehen werden, die den Faschisten aus den Parteien LAOS (‚Orthodoxer Volksalarm‘) und der neu ins Parlament eingezogenen Partei Goldene Morgenroete und deren Anhaenger_innen in die Haende spielen.
Die Stimmung gegen Migrant_innen hat sich vermutlich auch aufgrund eines Vorfalls zugespitzt bei dem angeblich ein Mensch aus Paksitan ein Maedchen verletzt und vergewaltigt haben soll.
Seitdem steigen die Klickzahlen fuer Youtube-Videos der faschistischen Partei Goldene Morgenroete auf ueber 4000 pro Video. Dadurch faellt es der Oeffentlichkeit wiederum leicht die sexualisierte Gewalt auf die "Fremden" zu projizieren.
Anhand dieser offenen rassitischen Polizeirepression laesst sich zumindest eines ablesen: Im krisengebeutelten Griechenland, dessen Mittel- und Unterklassen schon den sozialen Angriff der Troika einstecken muessen, trifft die kapitalistische und rassistische Gewalt immer noch diejenigen am haertesten, die in Armut und Illegalisierung ihr Dasein am auesseren Rand der Gesellschat fristen muessen.
Quellen:
http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite1_1_06/08/2012_455644
http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite1_1_06/08/2012_455651
http://www.athensnews.gr/portal/9/57507
http://www.grreporter.info/en/21-year-old_pakistani_sought_brutal_rape_paros/7424
http://www.athensnews.gr/portal/9/57503
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
zum thema
Kadterschmiede: Infoveranstaltung
Infoabend zur Situation auf den Straßen Griechenlands in Hinblick auf die zunehmende Gewalt gegen Migrant_innen. Immer wieder hören wir von Provokationen, Überfällen und Pogromen gegen Migrant_innen, besonders in Athen. Die Gewalt und die Brutalität, mit der jene ausgeübt wird, ist nichts Neues, doch vermehrt sie sich. Warum "Chrysi Avgi", die Neonazi-Partei, die seit Juni mit 18 Sitzen im Parlament sitzt, so viele Stimmen erzielen konnte, und welche Rolle sie in den Auseinandersetzungen auf den Straßen spielt, soll durch Eindrücke und Erfahrungen dargelegt und diskutiert werden. Wie sich die lokalen Antifaschist_innen gegen diesen Rechtsruck organisieren und welche Faktoren den Alltag von den Kämpfenden in Griechenland sonst noch enormst prägen, soll ebenfalls Thema des Abends sein. Den Antifaschismus als Teil einer revolutionären, anti-staatlichen Perspektive entfalten! Unterstützt von Siempre Antifascista - Soli geht an die Knastkasse in Griechenland.
21.00 Uhr
endlich