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Bad Nenndorf-Neuigkeiten

Bündnis NS Verherrlichung stoppen 02.08.2012 19:48
AN ALLE DEMONSTRATIONSTEILNEHMER*INNEN!!!

Zu Beginn letzter Woche hat der Anmelder der antifaschistischen Demonstration gegen den Naziaufmarsch am 4.8.2012 in Bad Nenndorf die Auflagen für die Durchführung der angemeldeten Demonstration erhalten und an das Bündnis „NS-Verherrlichung stoppen!“ weitergeleitet.
AN ALLE DEMONSTRATIONSTEILNEHMER*INNEN!!!

Zu Beginn letzter Woche hat der Anmelder der antifaschistischen Demonstration gegen den Naziaufmarsch am 4.8.2012 in Bad Nenndorf die Auflagen für die Durchführung der angemeldeten Demonstration erhalten und an das Bündnis „NS-Verherrlichung stoppen!“ weitergeleitet.

Dieser Auflagenkatalog des Landkreises Schaumburg liest sich wie ein faktisches Demoverbot. Hier eine Auswahl:
- Seitentransparente dürfen eine Länge von 1,5 Meter nicht überschreiten, die Länge aller anderen Fahnen und Transparente muss zwischen 1 Meter und 2,5 Meter betragen
- sämtliche „uniformierte Kleidung“ ist verboten. Darunter werden gleichartige Kleidungsstücke und dunkle Kleidung (schwarz, blau, militärgrün) in jeglicher Form verstanden
- jegliche Blockbildung ist verboten
- Die Musikbeschallung darf eine Länge von sieben Minuten nicht überschreiten, danach sind jeweils mindestens fünf Minuten Pause einzulegen
- ein Lautstärkepegel von 90 Dezibel darf nicht überschritten werden. Um dies zu garantieren, ist die Anlage zu plombieren (Kosten 700€)

Gegen diesen Katalog ist der Anmelder vor das Verwaltungsgericht Hannover gezogen, die Beschwerde wurde abgelehnt. Weiter müsste die Gültigkeit dieser Auflagen vorm Oberverwaltungsgericht (OVG) verhandelt werden, jedoch wurde die Bewilligung der vom Anmelder beantragten Prozesskostenbeihilfe aufgrund der „fehlenden hinreichenden Erfolgsaussicht“ abgelehnt. Die finanziellen Mittel für eine Klage vorm OVG sind im Bündnis nicht vorhanden. Auch ist es fraglich, ob bis zum 04.08. 2012 überhaupt ein Urteil erwirkt werden könnte. Solange haben die erteilten Auflagen in jedem Fall Gültigkeit.

Die Entwicklungen der letzten Tage haben für die Organisator_innen der antifaschistischen Demonstrationen grundlegende Fragen aufgeworfen. Nach einem langen Diskussionsprozess ist schließlich der Entschluss gefallen, nicht weiter zu der antifaschistischen Demonstration „NS-Verherrlichung stoppen!“ zu mobilisieren!

Die Organisator_innen können es nicht verantworten, diese Demonstration unter den genannten Umständen stattfinden zu lassen. Wir sehen es als unmöglich an, die geforderten Auflagen einzuhalten, zumal der durch die Auflagen geforderte Verzicht auf ein geschlossenes, kämpferisches Auftreten die Sicherheit der Demo-Teilnehmer_innen gefährden würde. Auch wäre durch die Auflagen zur Lautstärke die Demostruktur bereits vor Beginn der Demo polizeilichen Maßnahmen ausgesetzt. Die Einschränkung der Musik- und Redebeiträge macht des Weiteren ein Vermitteln der Inhalte dieser Demo unmöglich. Das wahrscheinlichste Szenario ist demnach, dass die Demo – wenn überhaupt – in Form eines riesigen Wanderkessels durch Bad Nenndorf getrieben würde. Da wir davon ausgehen müssen, dass die Polizei die Auflagen auch mit Gewalt durchsetzen wird, können wir eine weitere Mobilisierung auch unter Sicherheitsaspekten nicht verantworten.
Die Linie des niedersächsischen Innenministers Schünemann zeigt deutlich, dass über diese Auflagen nicht nur das Demonstrationsrecht eingeschränkt, sondern zusätzlich, der sogenannten Extremismustheorie folgend, Naziaufmärsche mit antifaschistischem Protest gleichgesetzt werden. Durch diese abstruse Gleichsetzung wird ein Bild des angeblich einzig legitimen Protests der „Mitte“ gegen Nazis gezeichnet – welchen Anteil die deutsche Mehrheitsgesellschaft an der Aufrechterhaltung von Rassismus und Gewalt spielt, wird so unter den Teppich gekehrt. Mit der Durchführung einer Demo, deren Auflagen für die Veranstalter_innen unmöglich einzuhalten sind, würden die Organisator_innen entweder handlungsunfähig gemacht, oder aber eine Eskalation dieser Demo riskieren. Zudem ist eine Einhaltung dieser repressiven Auflagen politisch nicht gewollt und wird als nicht vertretbar empfunden.
Eine solche Demonstration wollen wir niemandem zumuten und können wir auch politisch nicht verantworten. Unter den selben Auflagen wie die Nazis durch Bad Nenndorf zu laufen, ist nicht akzeptabel. Die Demo ist angemeldet worden, um radikale Kritik an Nazis und dem Rassismus der sogenannten Mitte der Gesellschaft zu äußern sowie ein legaler Anlaufpunkt für diejenigen zu sein, die sich Nazis aktiv in den Weg stellen. Dies wird unter den gegebenen Umständen nicht möglich sein. Indem wir unsere Entscheidungen heute verkünden, bieten wir allen, die gegen den Naziaufmarsch vorgehen wollen, die Möglichkeit, sich anderen Optionen des Protests anzuschließen oder selbst kreativ zu werden.
Denn auch, wenn die antifaschistische Demonstration jetzt abgesagt ist, findet trotzdem in Bad Nenndorf am 04.08.2012 einer der größten Naziaufmärsche in Deutschland statt, den es zu verhindern gilt!!
Wir rufen weiterhin dazu auf, sich am antifaschistischen Widerstand an diesem Tag in Bad Nenndorf zu beteiligen und ziehen uns keineswegs aus dem Protest zurück!!!

Bündnis „NS-Verherrlichung stoppen!“
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Ergänzungen

ULF

ULF 02.08.2012 - 21:49
Es geht hier um eine Demo, nicht um die ganze Aktion. Kommt alle um 9 Uhr zum Treffpunkt nach Hannover. Es gibt ein genaues Blockadekonzept für Bad Nenndorf, da ist nichts so unorganisiert wie die letzten Jahre. Alle Infos um 9 Uhr in Hannover. Bad Nenndorf eskalieren!

Zugfahrt ab Lüneburg findet statt!

Antifa 03.08.2012 - 05:30
Der Eintrag von "Antifa Alerta 03.08.2012 - 04:17" ist blödsinn. Natürlich bleibt der Zugtreffpunkt in Lüneburg bestehen. War eh nicht der Treffpunkt für die Demo, sondern für die Menschen, die sich an der Blockade beteiligen wollen.
Ab nach Bad Nenndorf - Uwe Schünemann die Rote Karte zeigen!

Und was wird jetzt anders?

Fragende Frau 03.08.2012 - 05:43
Die Absage der Demo ist die Bankrotterklärung derjenigen, die sie vorbereitet haben, und wird , wie schon weiter oben erwähnt, Auswirkungen auf den antifaschistischen Widerstand in Niedersachsen haben, die wir uns jetzt wahrscheinlich noch gar nicht richtig vorstellen können. Jedenfalls ist damit gezeigt worden, dass es möglich ist, Demos durch Auflagenbescheide kaputtzuschreiben. Aber was sind die konkreten Folgen für Samstag? Hier wird ja weiterhin zu Aktionen aufgerufen; wer aber jemals in Bad Nenndorf war, kann sich gut vorstellen, wie es dort Samstag aussehen wird. Da die Anreise nach wie vor per Zug geschehen wird, wird spätestens der Bahnhof in Bad Nenndorf der Endpunkt der Aktionen sein. Dort müssen dann alle, die jünger als 85 sind, erstmal durchs Zelt zur Personenkontrolle (ist zwar eigentlich verboten, aber hier ist ja Niedersachsen!) und danach? Ja, dann geht es genauso weiter, wie es auch mit der Demo gegangen wäre: nämlich im Wanderkessel zu einer der wenigen erlaubten, aber weitabgelegenen Veranstaltungen, wenn überhaupt. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Nazis sich weiter selbst zerlegen, und Bad Nenndorf aus diesem Grunde in den nächsten Jahren langsam einschläft. Vielleicht ist es inzwischen sinnvoller sich am Samstag auf Hannover zu konzentrieren.

...und trotzdem

123 03.08.2012 - 10:18
Ganz gleich, ob es jetzt noch eine andere Aktionn gibt oder nicht (meines Wissen gibt es Samstag insgesamt 10 bzw. jetzt 9 große Aktionen gegen die Nazis), ist das Vorgehen des Bündnisses nicht nachvollziehbar.
Nicht nur, dass sich die Bremer Gruppe die alleinige Entscheidungsmacht verliehen hat und die ganze Demo abgesagt hat, ohne dies vorher mit den anderen Partner_innen im Bündnis überhaupt abzusprechen, die ihrerseits mit dieser Entscheidung keineswegs einverstanden sind und waren,auch die Begründung der fiesen Auflagen ist nicht ganz verständlich. Faktisch handelt es sich nämlich um EXAKT DIESELBEN AUFLAGEN wie in den Jahren zuvor auch schon. Dass das Veto gegen diese Demo aus o.a. Gründen dann gerade aus Bremen kommmen muss, der Stadt, die den Aufruf "Bad Nenndorf eskalieren lassen" verfasst hat, ist einfach das allerletzte. Und den anderen Parter_innen im Bündnis die Absage mit der Aufforderungen "die Flinte nicht ins Korn zu werfen" und trotzdem hinzufahren setzt dem allen noch die sprichwörtliche Krone auf
Die "radikale" Linke im Jahr 2012 - Freiheit entsteht wohl nicht mehr als kämpfende Bewegung...

bayern?niedersachsen? so it goes.

..da 03.08.2012 - 17:35
Da versucht ein Bündniss welches seit langer Zeit gegen den Aufmarsch mobilisiert und dieses Jahr zum ersten mal positive Resonanz bekommt, eine große antifaschistische Demonstration mit inhaltlichem Anspruch zu organiseren zu der auch Leute kommen, und sagt diese ab: okay doch warum stellt sich da die Frage.
Die Frage ist berechtigt doch ebenso wie das Aufgeben berechtigt, wer möchte den in die Höhle des Bösen rennen um dort mit wahrscheinlichkeit durch Filzzelte zu laufen, anschließend komplett registriert auf der Demo in 3er reihen rumzulaufen und quasi der kamera laufsteg für die Staatsschützer_innen zu sein?

Perspektive ohne Demo?!

Diese meinung mag subjektiv sein, aber das Ziel ist die verhinderung des Naziaufmarsches,
macht sinn allerdings ist dies mit einer Demo nicht gewährleistet. Im Normalfall bräuchte es doch eine Organisierung von aktiven strukuren die Handlungsspielraum in ihrer größe haben.
Genauso wie eine Organisierung mit Menschen vor ort, da ist die Demo doch nur ein Anlaufpunkt um zu gucken wieviele Leute am Tag so in der Stadt sind, mehr ändert sich auch ohne demo nicht.

Morgen

Alle menschen die sowieso kommen wollten, sollten auch ohne Demo in die Richtung kommen, am besten nach Bad nenndorf rein oder an den umliegenden Bahnhöfen warten oder was auch immer. Einen Plan entwickeln wird wahrscheinlich jetzt niemand mehr, somit muss sich antifaschistische bewegung wohl doch mal bewegen setzen ohne einen starren plan zu haben.
Die wahrscheinlich sinnvollste option ist es für Teilnehmer_innen der antifa-demo sich jetzt den Blockadeleuten anzuschließen, diese zu unterstützen und hoffen, dass wir einen
Offensiven antifaschismus auf die straße tragen können.

Hannover

Wo die prioritäten gesetzt werden fragt mensch sich echt wenn lieber alle nach Hannover zu einer Kundgebung um 19 uhr rennen um dort bestätigt davon zu werden, dass in hannover nazis stehen und sich nochmal irgendetwas erzählen. Fraglich sollte auch sein ob das nicht einfach zu Taktik wird, Letztes jahr mit Bielefeld war das ja nunmal ein ähnliches szenario, in bad nenndorf war niemand in bielefeld schon, auch wenn bielefeld verhältnissmäßig irrelevant war.

Den Nazis in die Suppe spucken.




Missbrauch meines Namens

Jürgen Uebel 12.08.2012 - 10:48
Zum wiederholten Mal wird versucht, in meinem Namen Blödsinn zu schreiben.

"Denn macht ihr halt bei uns mit.

Bad Nenndorf ist bunt! 02.08.2012 - 22:21

Kein Grund für das Geschrei! Macht ihr halt bei unserer Demo mit, wir solidarisieren und den radikalen Antifagruppen am Sonnabend, de 04.08.2012 und laden recht herzlich zur Teilnahme an unserer Veranstaltung ein.

Jürgen Uebel
1. Vorsitzender von Bad Nenndurf ist Bund e.V."

Das stammt nicht von mir - soviele Fehler in 2 Sätzen bekomme ich nicht hin! Wie heißt es in dem Stück "Grosse Fresse" : "Auf der Strasse grosses Maul, in der Schule dumm und faul"
Jürgen Uebel, Bad Nenndorf

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 10 Kommentare an

Bunt ist blöd — Versagerbündnis

Versagen? Niemals! — anonym

Bad Nenndorf eskalieren — Hamburger

Denn macht ihr halt bei uns mit. — Bad Nenndorf ist bunt!

@ULF — Initiative SIS "Spalten Ist Scheiße"

Is doch super! — Punky

@Ich — Fragende Frau

schade — peter_in

peinlich und naiv — antifa