Lüneburg: Die 10 Minuten Blamage der NPD

Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen 15.07.2012 10:41 Themen: Antifa
Am gestrigen Samstag (14. Juli 2012) wollte die neofaschistische NPD im Rahmen ihrer „Deutschlandfahrt“ Station im niedersächsischen Lüneburg machen. Insgesamt betrachtet war der Auftritt ein Desaster für die Nazis. Eine zehnminütige Kundgebung ging im Lärm der Gegendemonstrant_innen unter, die Zufahrt für das Lautsprecherfahrzeug wurde blockiert und dann mussten die Nazis fluchtartig den Ort verlassen.
Um 15 Uhr begann zunächst eine Kundgebung des Lüneburger „Bündnis für Demokratie – Netzwerk gegen Rechtsextremismus“ zu der auch die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen aufrief. Rund 300 Menschen nahmen an dieser Veranstaltung teil, auf der der örtliche Geschäftsführer des DGB und der Landrat sprachen.

Als der Landrat (SPD) seine Rede begann, verließen rund 80 Antifaschistinnen und Antifaschisten die Kundgebung, um geschlossen zum Ort der Nazikundgebung zu gehen. Dieser Initiative schlossen sich in wenigen Minuten fast alle anderen Kundgebungsteilnehmer_innen an, so dass die Bündniskundgebung beendet wurde.

Am nahegelegen Clamartpark hatten sich unterdessen Einsatzzüge der Polizei aus Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg postiert und eine Art Wagenburg auf der Wiese errichtet, wo die Nazis später ihre Kundgebung abhalten sollten. Überrascht durch den plötzlichen Aufbruch der Antifas, konnten viele Menschen direkt an den Clamartpark und die einzige Zugangsstraße gelangen. Dann hieß es zunächst auf die Nazis warten, die noch auf dem Weg von Delmenhorst nach Lüneburg waren.

Kurz nach 16 Uhr wurden die Nazis – in Begleitung der BFE Einheit aus Braunschweig - dann über eine kleine Seitenstraße zum Veranstaltungsort gelotst. Allerdings gelang es den Gegendemonstrant_innen die direkte Zufahrt zum Clamartpark zu blockieren, so dass die Nazis in der Friedensstrasse stoppen mussten. Insgesamt sind dort dann 14 Nazis zusammen gekommen.
Als deutlich wurde, dass die Polizei die Blockade nicht für das Lautsprecherfahrzeug räumen würde, gingen 11 Nazis durch die Hecken um den Clamartpark auf die Wiese. Das „Flagschiff“ der NPD musste dann zurückgelassen werden.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den niedersächsischen Landesvorsitzenden der NPD, Manfred Börm aus Handorf, ergriff Jens Pühse das Wort. Allerdings konnte mensch nichts von seinem Geplapper verstehen, da er nur ein Spielzeugmegafon hatte und der Lärm der Gegendemonstrant_innen alles übertönte. Nach genau 10 Minuten beendeten die Nazis ihren peinlichen Auftritt und gingen zu ihren Fahrzeugen zurück.
Ihre Kundgebung fand im menschenleeren Park ohne Publikum statt. Selbst die beiden Lüneburger NPD-Freunde Wolfgang Prax und Teja Lechel verließen vorzeitig den Ort der Blamage.

Auch die Abfahrt der Nazis gestalltete sich schwierig, da eine weitere Straße an zwei Stellen blockiert werden konnte und sich an der Route Antifas versammelt hatten.
Die Polizei hatte zunächst große Mühe ihre Kräfte zu verlegen und ging zum Teil recht ruppig gegen die Blockierer_innen vor. Mehrmals musste der Tross der Nazis und Polizei stoppen. Als die ersten beiden Straßen frei waren, fuhren Nazis und Polizei mit hoher Geschwindigkeit davon, um in einer nächsten Straße wieder zum Stehen zu kommen. Dort griffen beherzte Antifas die Fahrzeuge der Nazis mit Flaschen an und der noch fließende Verkehr machte eine Weiterfahrt schwierig. Auch hier ging die Polizei rüde gegen die Antifas vor, um die Abfahrt der Nazis zu gewährleisten.
Mehrere hundert Meter wurde der Nazi-Polizei-Konvoi noch verfolgt, bevor die Nazis aus der Stadt verjagt werden konnten.

Die Nazis fuhren dann nach Handorf, wo sie sich bei Manfred Börm versammelten und sich von den beiden Flops in Delmenhorst und Lüneburg zu erholten.

Die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen bewertet den Tag als Erfolg. Zum einen konnte den Nazis deutlich gemacht werden, dass sie in Lüneburg nicht ohne entschlossene Gegenwehr auftreten können und das es nicht bei einer Bündniskundgebung abseits der Nazis geblieben ist, sondern dass viele Menschen ihren Protest direkt bei der Nazikundgebung artikulieren wollten.
Jetzt gilt es weiterhin entschlossen Widerstand gegen die „Deutschlandfahrt“ der NPD zu organisieren und die nächsten Nazikundgebungen komplett zu verhindern!
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Ergänzungen

Film von der Gegendemo online

graswurzel.tv 15.07.2012 - 10:53
Wir haben einen Film von der Gegendemo gedreht:
 http://www.graswurzel.tv/p212.html

Bilder von den Arschgeigen

AfA 15.07.2012 - 11:05
Nazis:

Mo. 16.7.: Keine NPD-Kundgebung in Kiel!

Autonome Antifa-Koordination Kiel 15.07.2012 - 16:44
DIE FÖRDE ZUM BERMUDADREIECK: NPD-FLAGGSCHIFF VERSENKEN!

Seit Donnerstag führt die neonazistische NPD bundesweit eine Propagandatour durch, mit der sie in den kommenden Wochen angeblich 52 Städte abklappern und mit Kundgebungen belästigen will. Enden soll diese sogenannte "Deutschlandtour", bei der vor allem Redner aus der NPD-Führungsriege zu Wort kommen sollen, im August beim Nazigroßevent "Deutsche Stimme-Pressefest". Unterwegs ist die übersichtliche Anzahl Neonazis mit einem als "Flaggschiff" betitelten, gut erkennbaren NPD-Werbelaster, der sowohl als Blickfang wie auch als technische Infrastruktur das Zentrum dieser Kundgebungen darstellt.

Am Montag, 16. Juli kündigt die NPD in diesem Zusammenhang an, auch in Schleswig-Holstein halt machen zu wollen. So plant sie Kundgebungen um 11 Uhr auf dem Asmus-Bremer-Platz in Kiel sowie um 16 Uhr auf dem Großflecken in Neumünster.

Was die lokale Naziszene längst weiß, ihre bundesweite Führung aber wohl noch lernen muss: Selbstverständlich werden wir auch diesmal nicht tatenlos zusehen, wenn Neonazis versuchen, öffentlichkeitswirksam mit ihrer rassistischen, antisemitischen und nationalistischen Hetze an bestehende und sich in Zeiten der kapitalistischen Krise verschärfende Ressentiments in der Gesellschaft anzudocken. Sollte das Nazi-Flaggschiff also am Montag noch einsatzbereit und nicht, was zu hoffen ist, den antifaschistischen Gegenaktivitäten am Wochenende zum Opfer gefallen sein, rufen wir alle Antifaschist_innen dazu auf, der NPD gemeinsam und entschlossen die Tour zu vermasseln. Haltet Euch und andere auf dem Laufenden, denkt Euch was aus, kommt am Montagvormittag mit Euren Freund_innen in die Kieler Innenstadt, seid flexibel gekleidet und passt auf Euch auf!

DEN NAZIS DIE TOUR VERMASSELN!
IN KIEL UND ÜBERALL: NPD-KUNDGEBUNGEN VERHINDERN!

MONTAG, 16. JULI 2012

Antifaschistische Aktionen gegen die NPD-Kundgebung in der Kieler City
Antifa-Treffpunkt: 10 Uhr | Europaplatz

ACHTET AUF WEITERE ANKÜNDIGUNGEN - CHECKT WWW.ANTIFA-KIEL.ORG !

Video zur Gegendemo und rundherum

Anonym 15.07.2012 - 19:07
 http://www.youtube.com/watch?v=BsdpICeQxKs

Video zu den Geschehnissen

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 6 Kommentare

gut das es gegen Nazis geht-

antifa 15.07.2012 - 11:25
aber bitte nicht mit den Standortnationalisten von der SPD die sind mit Ihrer Politik für deutsches Großmachtstreben,Sozialabbau und verstärkter Überwachung genauso zu bekämfen wie die NPD

 http://www.youtube.com/watch?v=A7i6gwDSTyo


Gesehen

k.o. 15.07.2012 - 11:56
Die Windschutzscheibe vom Flaggschiff hat auf jeden Fall unten links einen guten Riss abbekommen. Da wird wohl ein Wechsel der Scheibe nötig sein.

Wer war denn der fascho

Im Lüneburger Corsa 15.07.2012 - 12:27
Der hat ne ziemlich grosse Fresse abseits an einer Kreuzung gehabt. Meine ihn als Fahrer bei DHL schon öfters gesehen zu haben. Scheint ein Nazi Skin zu sein. Spinnennetz am Arm und trägt meisten Thor fascho Steiner. Bitte Infos falls vorhanden. Lüneburger nazis aufs Maul !

NPD Nazitrümmertruppe

Kalle 15.07.2012 - 16:02
Mensch muss der NPD schon fast dankbar sein, dass sie sich öffentlich als totaler Versagerhaufen darstellen. Jede Kundgebung ist bisher ein totales Desaster. Für den Landtagswahlkampf der NPD in Niedersachsen ist ein solch trauriges Bild desaströs.

wat denn nu?

pedder 17.07.2012 - 16:21
ja wat is die npd denn nu: neofaschistisch oder nazistisch?

@pedder

pan 17.07.2012 - 23:29
eklig?