DD: Solidarität mit Würzburger Flüchtlingen
Am gestrigen Freitag haben etwa 60 Personen in Dresden ihre Solidarität mit den hungerstreikenden iranischen Flüchtlingen in Würzburg mit einem Flashmob vor der Frauenkirche gezeigt. Mit Parolen, Transpis, Flyern und zwei Redebeiträgen des Netzwerks Asyl Migration Flucht und der Gruppe boats4people haben wir auf die schlechte Wohn- und Lebenssituation vieler Asylsuchender in Deutschland aufmerksam gemacht und die menschenverachtende Asylpolitik in Deutschland und Europa kritisiert. Um ihrer Solidarität Ausdruck zu verleihen, beklebten sich einige Teilnehmer*innen ihre Münder symbolisch mit Klebeband. Im Anschluss findet ihr den Flyertext/Redebeitrag des Netzwerks Asyl Migration Flucht:
"Seit 115 Tagen sind in Würzburg iranische Flüchtlinge im Hungerstreik gegen ihre aktuelle Lebenssituation hier und gegen rassistische und menschenverachtende Asylpolitik in Deutschland. Die um Asyl ersuchenden Menschen fordern eine Verbesserung ihrer Lebenssituation und eine positive Bescheidung ihrer Asylanträge. Manche von ihnen haben aus Verzweiflung ihre Lippen zusammen genäht, um auszudrücken, dass sie keine Rechte und keine Stimme in diesem Land haben. Die Flüchtlinge fordern, dass die Bearbeitung von Asylanträgen schneller vonstatten geht. Außerdem fordern sie die Abschaffung von Flüchtlingsheimen, das Recht auf Bewegungsfreiheit durch die Abschaffung der Residenzpflicht und das Recht, selber zu entscheiden, wie sie ihr Geld verwenden und wofür. Dazu fordern sie rechtlichen und sozialen Beistand sowie Anspruch auf Deutschkurse vom ersten Tag an, die freie Wahl der behandelnden Ärzte und die Möglichkeit einen Beruf zu ergreifen. Momentan haben zwei Personen den Hungerstreik aufgrund gesundheitlicher Probleme abbrechen müssen. Würzburg hat auf den Streik mit der Verfolgung der Flüchtlinge geantwortet und zeigten Sie aufgrund einer Verletzung der Residenzpflicht an.
Dabei stellt Würzburg nicht die einzige Stadt dar, in der flüchtende Migrant_innen von unmenschlichen Lebensbedingungen betroffen sind. Ein weiteres Beispiel hierfür gibt Leipzig. Dort müssen mehr als die Hälfte der Flüchtlinge in einem zentralen Lager leben. Diskussionen über eine dezentrale Unterbringung wurden begleitet von Ressentiments bis hin zu rassistischen Argumenten. Asylsuchende werden vor verurteilt, sie werden mehr noch als kriminell bezeichnet und gelten als eine Bedrohung für die Nachbarschaft.
In der Nähe von Meißen wurden in der Kleinstadt Gröditz Unterschriften von Einwohner_innen gesammelt, um ihren Protest gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Umgebung auszudrücken.
Mehr als 400 Migrant_innen müssen in Dresden verteilt auf neun Heime leben. Diese Unterbringung führt zu Problemen bei den Personen. Bis zu acht Personen aus verschiedenen Regionen müssen sich ein Zimmer teilen, was die Kommunikation und somit das Zusammenleben erschwert. Seit 1993 wurden die Leistungen für Asylsuchende nicht angehoben, dies führt zu finanziellen Engpässen. Flüchtlinge genießen einen minimalen Rechtsschutz, oft keine soziale Unterstützung oder Sprachkurse durch die Ausländerbehörde. Diese Situation mündet in Depression und Wut.
Wir erklären unsere Solidarität mit allen Flüchtlingen. Wir fordern, dass den Migrant_innen ihr Recht gewährt wird über ihr eigenes Leben und ihre Wohnsituation zu entscheiden. Flüchtlinge sind willkommen!
Stoppt Abschiebungen und die unmenschliche Migrationspolitik. Kein Mensch ist illegal!"
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„Since 115 days Iranian refugees have been on strike against inhuman and racist German refugee policy. Asylum seekers claim an improvement of living conditions for refugees, and a positive decision on their asylum applications as well. Some of them have even stitched together their lips to raise people's awareness that refugees have no rights and no voice in Germany. Furthermore, decisions on asylum applications in Germany take too long, which has to be changed. Refugees also demand the abolition of refugee camps, the right of free movement in Germany (abolition of the Residenzpflicht), the right to decide on how to use their money and to decide on their own how to spend it, instead of getting food stamps. Moreover, they claim to be supported by lawyers and interpreters who will accompany the refugees from the beginning; the right of German language courses, the free choice of doctors, and consequently the possibility to get jobs. Recently two people had to stop their hunger strikes because of health problems. Würzburg reacts on the strike by persecuting these refugees, and stating a violation of the Residenzpflicht. We declare our solidarity with the refugees on strike and support their claims.
However, Würzburg is not the only city where refugees suffer from inhuman living conditions. In Leipzig, for instance, half of the refugees live in centralized camps. Discussions about decentralized living were accompanied by ressentiments and racist arguments. Refugees face prejudices, and moreover, are accused of being criminal and a mencace to the neighborhood.
In Gröditz near Meißen, the inhabitants collected signatures to announce that refugees are not welcome in their neighborhood.
In Dresden, almost 400 refugees have to live in 9 camps, which leads to many problems among the inhabitants. Up to 8 people from different regions have to share small rooms, which makes communication difficult. Money is rare, and since 1993 there was no increase of their monthly amount. Refugees are granted limited legal support and often no social help or language courses by German administration (Ausländerbehörde). This situation leads to depression and anger.
We declare our solidarity with all refugees. We want them to have the right to decide about their own lives and to live in their own flats. Refugees are welcome here.
Stop deportation and inhuman immigration policy. No one is illegal!“
Netzwerk Asyl, Migration und Flucht Dresden // namf.blogsport.de
Dabei stellt Würzburg nicht die einzige Stadt dar, in der flüchtende Migrant_innen von unmenschlichen Lebensbedingungen betroffen sind. Ein weiteres Beispiel hierfür gibt Leipzig. Dort müssen mehr als die Hälfte der Flüchtlinge in einem zentralen Lager leben. Diskussionen über eine dezentrale Unterbringung wurden begleitet von Ressentiments bis hin zu rassistischen Argumenten. Asylsuchende werden vor verurteilt, sie werden mehr noch als kriminell bezeichnet und gelten als eine Bedrohung für die Nachbarschaft.
In der Nähe von Meißen wurden in der Kleinstadt Gröditz Unterschriften von Einwohner_innen gesammelt, um ihren Protest gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Umgebung auszudrücken.
Mehr als 400 Migrant_innen müssen in Dresden verteilt auf neun Heime leben. Diese Unterbringung führt zu Problemen bei den Personen. Bis zu acht Personen aus verschiedenen Regionen müssen sich ein Zimmer teilen, was die Kommunikation und somit das Zusammenleben erschwert. Seit 1993 wurden die Leistungen für Asylsuchende nicht angehoben, dies führt zu finanziellen Engpässen. Flüchtlinge genießen einen minimalen Rechtsschutz, oft keine soziale Unterstützung oder Sprachkurse durch die Ausländerbehörde. Diese Situation mündet in Depression und Wut.
Wir erklären unsere Solidarität mit allen Flüchtlingen. Wir fordern, dass den Migrant_innen ihr Recht gewährt wird über ihr eigenes Leben und ihre Wohnsituation zu entscheiden. Flüchtlinge sind willkommen!
Stoppt Abschiebungen und die unmenschliche Migrationspolitik. Kein Mensch ist illegal!"
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„Since 115 days Iranian refugees have been on strike against inhuman and racist German refugee policy. Asylum seekers claim an improvement of living conditions for refugees, and a positive decision on their asylum applications as well. Some of them have even stitched together their lips to raise people's awareness that refugees have no rights and no voice in Germany. Furthermore, decisions on asylum applications in Germany take too long, which has to be changed. Refugees also demand the abolition of refugee camps, the right of free movement in Germany (abolition of the Residenzpflicht), the right to decide on how to use their money and to decide on their own how to spend it, instead of getting food stamps. Moreover, they claim to be supported by lawyers and interpreters who will accompany the refugees from the beginning; the right of German language courses, the free choice of doctors, and consequently the possibility to get jobs. Recently two people had to stop their hunger strikes because of health problems. Würzburg reacts on the strike by persecuting these refugees, and stating a violation of the Residenzpflicht. We declare our solidarity with the refugees on strike and support their claims.
However, Würzburg is not the only city where refugees suffer from inhuman living conditions. In Leipzig, for instance, half of the refugees live in centralized camps. Discussions about decentralized living were accompanied by ressentiments and racist arguments. Refugees face prejudices, and moreover, are accused of being criminal and a mencace to the neighborhood.
In Gröditz near Meißen, the inhabitants collected signatures to announce that refugees are not welcome in their neighborhood.
In Dresden, almost 400 refugees have to live in 9 camps, which leads to many problems among the inhabitants. Up to 8 people from different regions have to share small rooms, which makes communication difficult. Money is rare, and since 1993 there was no increase of their monthly amount. Refugees are granted limited legal support and often no social help or language courses by German administration (Ausländerbehörde). This situation leads to depression and anger.
We declare our solidarity with all refugees. We want them to have the right to decide about their own lives and to live in their own flats. Refugees are welcome here.
Stop deportation and inhuman immigration policy. No one is illegal!“
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Ergänzungen
Abschiebung aus Dresden geplant - Montag 7Uhr
Kommt alle ab 7 Uhr zur JVA Dresden, Hammerweg 30.
Stop Deportation! Kein Mensch ist illegal!