Autonomes Zentrum Aachen bleibt! - Pressemitt

Autonomes Zentrum Aachen. 28.06.2012 20:17 Themen: Antifa Blogwire Freiräume Repression
Wir, der Verein „Freunde unabhängiger Kultur in Aachen“, betreiben seit nunmehr 20 Jahren
... das Autonome Zentrum im Bunker unter dem ehemaligen Gesundheitsamt in der
Hackländerstraße. Dort finden soziale und kulturelle Veranstaltungen und Projekte einen
Raum. All das organisieren wir basisdemokratisch und ehrenamtlich, das heißt unbezahlt.
Uns ist bekannt, dass die Stadt Aachen als Besitzerin nun schon seit längerem versucht, das
Gelände zu verkaufen. Wir, die Nutzer_innen, wiesen schon öfter auf die Intransparenz hin,
mit der Stadt und Verwaltung dieses Vorhaben vorantreiben.
Pressemitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung.
Betrifft: Verkauf des Autonomen Zentrums/ehemaligen Gesundheitsamts.


So erfuhren wir durch den Hausmeister des Gesundheitsamtes von der geplanten Besichtigung
durch das städtische Gebäudemanagement. Erst auf Nachfrage erfuhren wir, dass es sich um
Projektentwickler handelt, die das ehemalige Gesundheitsamt in ein Hostel
umwandeln/ausbauen wollen. Beim gemeinsamen Besichtigungstermin mit den Vertretern der
IPEM AG aus Wetzlar, die das Projekt für die Hotelkette „A&O HOTELS and HOSTELS
Holding AG“ aus Berlin/Wien entwickeln, wurde uns mitgeteilt, dass sie in ihrem Projekt
etwa die Hälfte der von uns genutzten Fläche für Küche und Frühstücksraum einplanen
möchten. Des Weiteren erfuhren wir, dass ihre Pläne sehr konkret und Kaufverhandlungen
mit Stadt und Verwaltung schon in kürzester Zeit geplant seien.
Durch die Privatisierung des AZ in Kombination mit dem Gesundheitsamt, würde sich die
Stadt Aachen aus der Verantwortung, Räume für unabhängige und alternative Kultur zur
Verfügung zu stellen stehlen.
Durch den Wegfall dieser Räume müssten wir etliche Projekte einstellen, die im Moment
Raum im AZ finden. Sportraum, Fahrradwerkstatt, Proberaum/Tonstudio, Siebdruckwerkstatt
und Flächen für Kunst würden keinen Platz mehr finden. Das autonome Zentrum bietet jetzt
schon nicht genug Raum für alle Projekte, die diesen Raum benötigen. Hier wäre eher eine
Erweiterung statt einer Halbierung angebracht. Das AZ wird sich aufgrund dieser geplanten
Veränderungen nicht weiter unabhängig finanzieren können. Wir verstehen die Pläne daher
als massiven Einschnitt in unsere Unabhängigkeit und letztlich in unser Weiterbestehen.
Dies können und wollen wir nicht widerstandslos hinnehmen.
Wir unterstützen gerne die sinnvolle Belebung von leer stehenden Räumen in Aachen. Die
Mieten steigen und steigen und wir werden uns nicht gegeneine Umwidmung des
Gesundheitsamtes sperren, doch kann dies nicht auf dem Rücken der Menschen und Projekte
geschehen, die unkommerzielle Kultur und sozialen Raum bieten und nutzen. Wir lehnen
diese Art, Politik von oben nach unten zu machen, ab. Wir fordern die Stadt auf, für Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten zu sorgen. Die Pläne zum Verkauf müssen so
lange auf Eis gelegt werden, bis eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde.
Einvernehmlich heißt, dass alle Betroffenen und Beteiligten an einem Tisch auf gleicher
Augenhöhe Entscheidungen treffen.
Wir erwarten von der Stadt Respekt gegenüber der von uns geschaffenen und in unserer
Region einzigartigen freien soziokulturellen Einrichtung "Autonomes Zentrum" und seinen
zahlreichen Nutzer_innen.
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