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(B) 17.06 NPD und Pro Deutschland in Fhain

!!! 13.06.2012 01:49
Am 17. Juni wollen Pro Deutschland (ab 10 Uhr) und die NPD (ab 12 Uhr) am Strausberger Platz in Friedrichshain jeweils eine Kundgebungen zum 17 Juni 1953 abhalten.
Die NPD-Kundgebung steht unter dem Motto „Damals wie heute – Freiheit muss erkämpft werden“. Angeknüpft werden soll an den 17. Juni 1953 als Arbeiter_innen in der DDR, ausgehend von der Großbaustelle Stalinallee (die heutige Karl-Marx-Allee) gegen zu hohe Normen streikten. Immer wieder versuchen die Berliner Neonazis historische Daten für sich zu besetzen und nationalistisch umzudeuten. Die tatsächlichen Geschehnisse spielen dabei keine Rolle. Es geht der NPD nur darum ihre nationalistische Hetze auf die Straße zu tragen und über historische Ereignisse Sympathisant_innen zu gewinnen. Schon im letzten Jahr wurden ähnliche Kundgebungen der NPD am Rosa-Luxemburg-Platz und von „Pro Deutschland“ am Frankfurter Tor durch entschlossenen Protest zum Desaster.

Auch die rechtspopulistische Partei "Pro Deutschland" hat am Strausberger Platz für den 17. Juni eine Kundgebung angemeldet. Diese aber schon schon um 10 Uhr, 2 Stunden vor der NPD. Laut eigenen Angaben werden dort sprechen Mario Malonn (KV Spandau und im Bundesvorstand), Hans-Georg Lerche (KV Marzahn), Reinhard Haese (ehm. Republikaner, KV Spandau), Lars Seidensticker, Manfred Rouhs. Die in Berlin unerfolgreich gebliebenen Rechtspopulisten sind zuletzt durch das öffentliche Zeigen von Mohammed-Karrikaturen in NRW aufgefallen. Sie wollen am 17. Juni "für die innere und äußere Einheit unseres Landes" eintreten und knüpfen ebenfalls an den 17. Juni 1953 an. Für sie war es kein Streik, sondern ein "mitteldeutscher Volksaufstands". Getreu der revisionistischen Rhetorik der Nachkriegszeit bliebt für Pro das Gebiet Ostdeutschlands sog. "mitteldeutsch", da die ehemaligen deutschen Gebiete in Tschechien und Polen nach Meinung von Pro noch nicht "verloren" sind. Auch Pro wird den 17. Juni zum Anlass nehmen das ganze rechtspopulistische Programm vom Stapel zu lassen.

Die Berliner NPD hat bereits letztes Wochenende versucht ihre Verbindungen zum reaktionären Rechten auszubauen. Letzten Freitag demonstrierten sie in einem braun-schwarzen Potpourri von CDUlern, der rechtspopulistischen Partei die Freiheit und Verschwörungstheoretiker_innen vor dem Bundestag unbehelligt gegen die EU und den Euro . Zu mehr als Kleinstkundgebungen scheint die Berliner NPD im Moment nicht fähig. Auch die enge Verwobenheit mit den „Autonomen Nationalisten“ von „NW Berlin“ ändert daran nichts. Zudem sind diese sind aufgrund eigener politischer Bedeutungslosigkeit lieber damit beschäftigt, sich an linken und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen abzuarbeiten. So wurden in der letzten Woche wieder zahlreiche Anschläge auf linke Einrichtungen gemacht und dabei neben Nazisymbolen der Slogan "NW Berlin" gesprüht. Dieser steht für den in Berlin aktivsten Zusammenhang sogenannter Freier Kräfte dem auch der Berliner NPD Landesvorsitzender Sebastian Schmidke zugeordnet wird.Somit ist es auch nicht verwunderlich das "NW Berlin" auf ihrer gleichnamigen Internetseite auch zu der Kundgebung am Strausberger Platz aufruft.

Pro Deutschland hatte bereits letztes Jahr im Friedrichshain an den 17. Juni gedenken wollen und hatte dank breitem, engagiertem Protest eine üble Pleite und einigen Verletzungen dabei geerntet . Seitdem sind sie im Friedrichshain nur durch eine peinliche Flyer Aktion aufgefallen in der sie mehr "Law and Order" gegen „Chaoten“ und lang schlafende Hausbesetzer forderten. Insgesamt scheint Pro Deutschland in Berlin relativ orientierungslos zu sein. Durch Anbiederung bei Vertriebenen und anderen Geschichtsrevisionist_innen sowie kleineren Aktionen gegen Salafisten versuchen sie in allen trüben rechten Gewässern zu fischen und trotzdem wird ihre Anhängerschaft nicht größer.

Eine Kundgebung im Friedrichshain abzuhalten ist für beide Parteien zum einen der Versuch in für sie feindliches Gebiet vorzudringen und zu provozieren, zum anderen meinen sie dadurch den historischen Bezug ihrer Anliegens besser darstellen zu können.Doch wie erwartet rührt sich in Friedrichshain Protest :So heißt es im Aufruf gegen die Kundgebung ,die NPD versuche mit stationären Kundgebungen den Blockaden ihre Demos zu vor zu kommen aber auch diese Kundgebungen gelte es ihnen zu vermiesen. Ab 10 Uhr sei am 17.06 eine Gegenkundgebung am Strausberger Platz angemeldet. Desweiteren wird dazu aufgerufen die Kundgebung zum Desaster zu machen und an die erfolgreichen Aktionen des letzten Jahres anzuknüpfen.

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Manchmal is komisch..

Anti-RIAS 13.06.2012 - 14:55
"17. Juni 1953 als Arbeiter_innen in der DDR, ausgehend von der Großbaustelle Stalinallee (die heutige Karl-Marx-Allee) gegen zu hohe Normen streikten."

die normerhöhungen wurden bereits am 11. juni für nichtig erklärt. denkt mal drüber nach.

@Anti-Rias: falsch

schwarzrot 13.06.2012 - 22:43
Die Maßnahmen vom 11. Juni, die das Politbüro im "Neuen Kurs" umsetzte, betrafen ja ausdrücklich nicht die Rücknahme der Normerhöhung. Die erfolgte dann erst am 16. Juni, einen Tag vor den landesweiten Protesten. Da waren aber schon ganz andere politische Forderungen der Arbeiter*innen auf dem Tisch.

@antifa - fh

Atze 14.06.2012 - 09:05
Mit einem bisschen mehr Geschichtsbewusstsein und ein paar konkreteren Sätzen mobilisiert es sich wirklich besser. Ich verstehe, was "Anti - Rias" meint. Es gibt ausreichend Literatur dazu, dass es eben nicht NUR ein Arbeiteraufstand mit ganz tollen Forderungen war. Ein Teil der Forderungen war sicher berechtigt, aber die Rolle des RIAS und westlicher Revanchisten und Geheimdienste sollte nicht vergessen werden. Die Geschichte des "Kalten Krieges" ist eben nicht schwarz - weiss.

So verkürzt, wie es in eurem Text steht, ist es ein "wunderschöner Text" aus der Mitte der Gesellschaft und kann so auch bis in die CDU mitgetragen werden.

Beschäftigt euch bitte mal mit Methoden des Rangehens an Geschichte (z.B. Dresden - Mobi) und ein paar Büchern (z.B. Stefan Heym).

11 Jahre nachm Krieg wollten da auf Grund berechtigten Protestes (und den gab es auch, siehe später: "Spur der Steine") von TÄTERN und Adenauer - Regierung neue Fakten geschaffen werden. Dabei wurde Krieg in Kauf genommen.

Also bitte nicht so schwarz - weiss malen...

Kiene Atempause, Geschichte wird gemacht ...

Smitty 14.06.2012 - 10:27
... es geht voran.

Wie kann man sich bei so einem Flyer, der nur kurz an den geschichtlichen Kontext des Datums erinnert, daran so hochziehen. Es geht in Zeilenmäßig zu 95% um Nazis um NW-Berlin und die sog. "Freiheit". Wenn es jetzt ein Flyer zum 17. Juni wäre könnte ich es ansatzweise verstehen, auch wenn ich die Argumentation überhaupt nicht teile. Aber es geht hier um Nazis im hier und jetzt und nicht um einen Flyertext zum 17. Juni 1953. Und ich kann auch nicht verstehen, warum man darauf näher eingehen sollte und dies auch noch in der Weise, dass der Flyer in der edition ost gedruckt werden könnte. Naja, was solls.

Der Revisionismus lässt grüßen..

XIII.VIII.VI-III 14.06.2012 - 15:08
@ schwarzrot 13.06.2012 - 22:43

Stimmt, zum Beispiel die Forderung nach der "Einheit Deutschlands" und danach die "Kommunisten und Handlanger Moskaus" "zum Teufel zu jagen" oder aber die, in denen das fröhliche "Schlagt sie tot, die Roten" mitschwang, um Normen gings da nicht mehr, die waren ja zurückgenommen worden.

Und jetzt wundern sich glatt Leute, dass Faschos sich auf diesen Tag berufen, und versuchen selbst selbigem auch noch was Positives abzupressen und ihn von "links" zu besetzen. Grotesk, das alles.