Blockupy Solikundgebung in Neapel
Auch in Neapel zogen italienische AktivistInnen zum deutschen Konsulat, um ihren Protest gegen die Zustände in Frankfurt anlässlich der Blockupy-Aktionstage kund zu tun und um zu verlangen, dass dem unsäglichen Treiben eine Ende gesetzt wird. Dokumentation des Aufrufs und eines Berichts zur Aktion.
*** Aufruf vom 17.5.2012 ***
[Neapel] 18/5 - Freiheit für die in Frankfurt festgenommenen Aktivisten
Wir geben den von den Zusammenhängen in Neapel (Zero81) gestarteten dringenden Aufruf wieder und erinnern auch an die Kundgebung gegen Equitalia
Pres@s a la calle!
18.05. 10:00 Uhr
@ deutsches Konsulat, via Crispi – NEAPEL
Kundgebung für die Freiheit der während der Protesttage in Frankfurt verhafteten Aktivisten und für das Recht auf Dissens in Europa!
Heute, 17. Mai wurden während der europäischen Mobilisierungen gegen die EZB in Frankfurt hunderte Aktivisten ohne spezifische Tatvorwürfe sondern allein, weil sie auf der Straße waren, um zu demonstrieren verhaftet.
Unzählige wurden weiteren Freiheitseinschränkungen ausgesetzt, die ihnen auferlegen, sich in den kommenden Tagen nicht in der Stadt aufzuhalten.
Unter den Verhafteten sind auch 10 Aktivisten und Aktivistinnen aus Neapel.
Wir verlangen die Freilassung der Verhafteten!
Wir verlangen, dass die Räume der demokratischen Bewegungsfreiheit und des Rechts auf Dissens im EZB. und Nationalbanken-regierten Europa gewahrt werden!
http://vesuviana.noblogs.org/post/2012/05/17/napoli-1805-liberta-per-gli-attivisti-arrestati-a-francoforte/
*** Aktionsbericht vom 20.5.2012 ***
[Neapel] Liber* tutt* - Zur Solikundgebung mit den in Frankfurt verhafteten GenossInnen
Diverse Gruppen haben sich an der Solidaritätskundgebung mit den während der Protesttage in Frankfurt verhafteten GenossInnen beteiligt. Wir haben erfahren, dass sie alle wieder frei sind, die Polizei hat ihnen jedoch Freiheitseinschränkungen aufgezwungen, die von einer Art "Hausarrest" (einige dürfen ihre Herberge nicht verlassen) bis hin zum Verbot reichen, sich mit mehr als fünf Personen an der Seite zu bewegen.
Die Kundgebung ist trotz der guten Beteiligung ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen. Eine Delegation hat eine Zusammenkunft mit Funktionären der Botschaft erwirkt. Die Position dieser Herrschaften, die gesagt haben, dass sie von nichts wüssten, war sehr Aussagekräftig.
In einem Europa, dass nach soviel Geschwätz über ein Europa der Völker und des Friedens sein autoritäres Gesicht offenbart, wird die Repression immer heftiger. Die Botschaft, die uns in diesen Stunden erreicht, ist extrem deutlich: Der Staat würdigt die Demonstrationsfreiheit unter der Bedingung, dass keiner es versucht, sie wahrzunehmen.
Für die Bewegungen, nichts Neues. Den vielen Tausend Zombies, den allzeit zur Verurteilung der Straßenproteste als "gewalttätig", "anachronistisch", "extremistisch" und "inkonkludent" bereiten Demokratiefreunde (mit denen wir nichts gemeinsam haben, wir uns aber oft auseinandersetzen müssen) sagen wir: welche Begriffe werdet ihr jetzt benutzen, gegen mit der Verfassung bewaffneten Demonstranten, die in einer über alle Maße militarisierten Stadt präventiv verhaftet wurden? Sind die black block etwa durchsichtig geworden, so dass nur ihr sie sehen könnte?
Programme und Vorschläge der Blockupy-Bewegung lassen sich gewiss kritisieren, wenn der Staat sich aber bewaffnet und sein klassisches Arsenal auffährt, gibt es für uns keine Zweifel. Wir sind auf der Seite derer, die gegen das gegenwärtige Wirtschaftssystem protestieren und eine weniger beschissene Welt verlangen - unabhängig von allen umgesetzten Praktiken.
Derweil, herrscht in den Medien eine Totenstille. Wir weisen darauf hin, dass die ersten Seiten der Zeitungen, Botschafter und Minister sich in der ersten Reihe aufstellen und dass es zweistündige Sondersendungen gibt, wenn es um zwei Marinesoldaten geht, die (in einer Region, in der Piraten noch nie [1] gesichtet wurden) unter dem Vorwurf der Tötung von zwei mit Piraten verwechselten Fischern im Kerala verhaftet wurden geht. Wenn hingegen italienische Aktivisten in Frankfurt - einem Vorposten der Demokratie - verhaftet werden, während sie versuchen, gegen die Krise und die Banken zu demonstrieren, schweigt Alles.
Andererseits... so sind der Staat und das Kapital, Kinder!
[1] Alberto Prunetti,
http://www.carmillaonline.com/archives/2012/02/004204.html#004204
http://vesuviana.noblogs.org/post/2012/05/18/napoli-liber-tutt-sul-presidio-solidale-con-ile-compagn-arrestat-a-frankfurt/
[Bildlegende] "Ihr werdet unseren Dissens nicht verhaften/aufhalten!" "Arrestare" bedeutet im Italienischen gleichermaßen "Verhaften" und "Aufhalten".
[Neapel] 18/5 - Freiheit für die in Frankfurt festgenommenen Aktivisten
Wir geben den von den Zusammenhängen in Neapel (Zero81) gestarteten dringenden Aufruf wieder und erinnern auch an die Kundgebung gegen Equitalia
Pres@s a la calle!
18.05. 10:00 Uhr
@ deutsches Konsulat, via Crispi – NEAPEL
Kundgebung für die Freiheit der während der Protesttage in Frankfurt verhafteten Aktivisten und für das Recht auf Dissens in Europa!
Heute, 17. Mai wurden während der europäischen Mobilisierungen gegen die EZB in Frankfurt hunderte Aktivisten ohne spezifische Tatvorwürfe sondern allein, weil sie auf der Straße waren, um zu demonstrieren verhaftet.
Unzählige wurden weiteren Freiheitseinschränkungen ausgesetzt, die ihnen auferlegen, sich in den kommenden Tagen nicht in der Stadt aufzuhalten.
Unter den Verhafteten sind auch 10 Aktivisten und Aktivistinnen aus Neapel.
Wir verlangen die Freilassung der Verhafteten!
Wir verlangen, dass die Räume der demokratischen Bewegungsfreiheit und des Rechts auf Dissens im EZB. und Nationalbanken-regierten Europa gewahrt werden!
http://vesuviana.noblogs.org/post/2012/05/17/napoli-1805-liberta-per-gli-attivisti-arrestati-a-francoforte/ *** Aktionsbericht vom 20.5.2012 ***
[Neapel] Liber* tutt* - Zur Solikundgebung mit den in Frankfurt verhafteten GenossInnen
Diverse Gruppen haben sich an der Solidaritätskundgebung mit den während der Protesttage in Frankfurt verhafteten GenossInnen beteiligt. Wir haben erfahren, dass sie alle wieder frei sind, die Polizei hat ihnen jedoch Freiheitseinschränkungen aufgezwungen, die von einer Art "Hausarrest" (einige dürfen ihre Herberge nicht verlassen) bis hin zum Verbot reichen, sich mit mehr als fünf Personen an der Seite zu bewegen.
Die Kundgebung ist trotz der guten Beteiligung ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen. Eine Delegation hat eine Zusammenkunft mit Funktionären der Botschaft erwirkt. Die Position dieser Herrschaften, die gesagt haben, dass sie von nichts wüssten, war sehr Aussagekräftig.
In einem Europa, dass nach soviel Geschwätz über ein Europa der Völker und des Friedens sein autoritäres Gesicht offenbart, wird die Repression immer heftiger. Die Botschaft, die uns in diesen Stunden erreicht, ist extrem deutlich: Der Staat würdigt die Demonstrationsfreiheit unter der Bedingung, dass keiner es versucht, sie wahrzunehmen.
Für die Bewegungen, nichts Neues. Den vielen Tausend Zombies, den allzeit zur Verurteilung der Straßenproteste als "gewalttätig", "anachronistisch", "extremistisch" und "inkonkludent" bereiten Demokratiefreunde (mit denen wir nichts gemeinsam haben, wir uns aber oft auseinandersetzen müssen) sagen wir: welche Begriffe werdet ihr jetzt benutzen, gegen mit der Verfassung bewaffneten Demonstranten, die in einer über alle Maße militarisierten Stadt präventiv verhaftet wurden? Sind die black block etwa durchsichtig geworden, so dass nur ihr sie sehen könnte?
Programme und Vorschläge der Blockupy-Bewegung lassen sich gewiss kritisieren, wenn der Staat sich aber bewaffnet und sein klassisches Arsenal auffährt, gibt es für uns keine Zweifel. Wir sind auf der Seite derer, die gegen das gegenwärtige Wirtschaftssystem protestieren und eine weniger beschissene Welt verlangen - unabhängig von allen umgesetzten Praktiken.
Derweil, herrscht in den Medien eine Totenstille. Wir weisen darauf hin, dass die ersten Seiten der Zeitungen, Botschafter und Minister sich in der ersten Reihe aufstellen und dass es zweistündige Sondersendungen gibt, wenn es um zwei Marinesoldaten geht, die (in einer Region, in der Piraten noch nie [1] gesichtet wurden) unter dem Vorwurf der Tötung von zwei mit Piraten verwechselten Fischern im Kerala verhaftet wurden geht. Wenn hingegen italienische Aktivisten in Frankfurt - einem Vorposten der Demokratie - verhaftet werden, während sie versuchen, gegen die Krise und die Banken zu demonstrieren, schweigt Alles.
Andererseits... so sind der Staat und das Kapital, Kinder!
[1] Alberto Prunetti,
http://www.carmillaonline.com/archives/2012/02/004204.html#004204
http://vesuviana.noblogs.org/post/2012/05/18/napoli-liber-tutt-sul-presidio-solidale-con-ile-compagn-arrestat-a-frankfurt/ [Bildlegende] "Ihr werdet unseren Dissens nicht verhaften/aufhalten!" "Arrestare" bedeutet im Italienischen gleichermaßen "Verhaften" und "Aufhalten".
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Ergänzungen
Verabschiedung
(muss ausgefüllt werden)
Bilder
(muss ausgefüllt werden)