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[B]Für ein Europa ohne Grenzen und Sarrazin!

NixSarrazin 20.05.2012 12:23
Kundgebungen:
20. Mai ab 20.30 Uhr, vor Gasometer Berlin, Torgauer Straße 12, Sarrazin-Werbesendung Günther Jauch
22. Mai ab 10.00 Uhr, vor Hotel Adlon, zur "Buchvorstellung" Sarrazin
Für ein Europa ohne Grenzen und Sarrazin! Kein Podium für Rassisten und Sozialchauvinisten!
Wir wollen ein gemeinsames, solidarisches Europa ohne Rassismus und soziale Ausgrenzung! Wir wollen ein Europa ohne Grenzen mit gleichberechtigter, selbstbestimmter Teilhabe aller Menschen!
Sarrazin will am 22. Mai ab 11.00 Uhr sein neues Pamphlet „Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat“ im "Hotel Adlon" vorstellen. Dass es dabei wohl nicht um eine berechtigte Kritik an der Art und Weise der Euro-Rettung durch neoliberale Spardiktate zu Lasten der ärmeren Bevölkerungsteile der EU-Länder gehen dürfte, die von ihm ja ohnehin eher zum „unproduktiven“ und „unnützen“ Ausschussprodukt der Gesellschaft degradiert wurden, kann man getrost annehmen. Auch die fortgesetzte und ungebremste Bereicherung z.B. explizit deutscher Banken und Spekulanten oder Wirtschaftsbosse und ihrer Lobbygruppen sowie politischen Vertreter_innen, dürfte kaum darin vorkommen. Ebenso wenig wie die Rolle eines Systems, welches als existenzsichernde Fundamente Armut, Rassismus und soziale Ausgrenzung schafft, aufrechterhält, schürt und ständig reproduziert. Denn nicht „politisches Wunschdenken“ hat in die Krise geführt, sondern eine knallharte neoliberale Verwertungs-, Wirtschafts- und Sparlogik, die den Menschen lediglich auf seinen ökonomischen „Mehrwert“ reduziert und die bewusst betriebene Umverteilung des Reichtums von unten nach oben weiter forciert. Deutschland hat dabei eine Vorreiterrolle eingenommen, die nicht unberechtigt den „Eindruck eines neuen deutschen Machtanspruchs in Europa“ erweckt. Gleichzeitig werden Sündenböcke präsentiert, mittels derer von den tatsächlichen Ursachen sowie Mitverursachern und Profiteuren abgelenkt werden soll. Merkel schuf die "faulen Südländer", die "zu viel Urlaub machen" und "zu früh in Rente" gehen. Wen wird Sarrazin aus seinem rechtspopulistischen Hut zaubern? Wieder die Migrant_innen insbesondere Muslim_innen, sozial Benachteiligten und Ausgegrenzten? Oder wie zuletzt die "Ossis" aus der DDR, deren so genannte Abwicklung er als "Notschlachtung, so wie die Schweine damals gekeult wurden, die keiner mehr essen wollte“ bezeichnete und die angeblich ausschließlich von "Wessis" bezahlt werden musste? Egal!; Zur Bestätigung seiner pauschalen und diskriminierenden pseudowissenschaftlichen Eineilung der Menschen als "nützlich" oder unnütz" werden Statistiken verfälscht, erfunden bzw. „entlastende“ Differenzierungen im eigenen Sinne weggelassen bzw. anderslautende Studien ignoriert. Dabei scheut Sarrazin auch nicht davor zurück, nahe an rassehygienischen und sozial-eugenischen Argumentationsmustern entlang zu argumentieren.

Wir sind an Sarrazins elitären, menschenfeindlichen, rassistischen und sozialdarwinistischen Weltbild nicht interessiert. Wir wollen nicht Ängste und Vorurteile bedienen und schüren. Wir wollen keine Polarisierung, Spaltung und Entsolidarisierung der Gesellschaft. Wir haben keine Angst vor einer vermeintlichen "Abschaffung von Deutschland" durch eine angebliche „Überfremdung“ und „Verdummung“ per Geburtenrate.

Wir wollen ein gemeinsames, solidarisches Europa ohne Rassismus und soziale Ausgrenzung! Wir wollen ein Europa ohne Grenzen mit gleichberechtigter, selbstbestimmter Teilhabe aller Menschen!

Wir sind empört, dass Sarrazin, zwei Tage bevor sein neuestes Pamphlet herausgegeben wird, schon am 20. Mai ab 21.45 Uhr im Gasometer Schöneberg durch Günther Jauch und ARD die Möglichkeit hat, für sein Buch Werbung machen zu können. Unter dem Titel „Brauchen wir den Euro wirklich?“ soll er mit dem neoliberalen Befürworter von Hartz IV und der Rente mit 67 sowie Spitzenreiter bei Nebenverdiensten im Bundestag, Peer Steinbrück (ebenfalls SPD), über die Vorstellungen der so genannten Elite über ein zukünftiges Spar-Europa der "Nützlichen" diskutieren, während Krisenproteste von Bürger_innen in Frankfurt am Main zu einem Großteil verboten wurden. Wir stellen uns gegen Medien und Veranstalter_innen, die meinen Sarrazin ein Podium für seine Hetze bieten und ihn als „Experten“ hofieren zu müssen. Es ist egal, ob es politisch motiviert ist oder weil man mit Sarrazins rassistischer Propaganda Zuschauer_innen bzw. Leser_innenzahlen aufbessern und damit letztlich Profit machen kann. Hier wird sich an der Verankerung und nicht Entzauberung rassistischer Hetze beteiligt. Auch seitens der ARD.
Euren Unmut könnt Ihr entweder am 20. Mai ab 21.00 Uhr spontan vor den Sendungsort (Gasometer Schöneberg, Torgauer Straße 12) tragen und/oder am 22. Mai an den Protesten ab 10.00 Uhr vor dem „Hotel Adlon“ teilnehmen.
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Ergänzungen

Sarrazin in Potsdam

xyz 22.05.2012 - 11:30
Am 22.5. um 20 Uhr wird Sarrazin sein neues Buch in Potsdam, im Nikolaisaal vorstellen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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