Uranzug fast 8 Stunden in Münster gestoppt

SOFA Münster 07.05.2012 23:58 Themen: Atom Militarismus Repression Ökologie
7. Mai 12 -- Die bislang längste Luftblockade eines Urantransports ist vorbei - acht Stunden hielt die Bundespolizei den Uranzug zurück. Die heutige Abseilaktion hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Widerstand gegen die Urananreicherung in Gronau und die damit verbundenen Urantransporte wächst. Bundes- und Landesregierung müssen endlich aktiv werden und die UAA stilllegen sowie die Urantransporte stoppen. Und auch der neue französische Präsident Hollande hat schon eine Hausaufgabe: Wenn er die Atomkraft in Frankreich zurückfahren will, kann er gleich die deutsch-französische Atomkooperation bei der Urananreicherung aufkündigen und damit der Urenco in Gronau die Versorgung mit Uranhexafluorid kappen - das wäre doch mal ein konkreter Schritt zum Atomausstieg in Europa!
Wir danken für das große Interesse heute und grüßen die AktivistInnen solidarischen für ihre sehr couragierte Protestaktion!
Mitmachen: Bei Robin Wood läuft eine Online-Aktion gegen die Urananreicherung und morgen startet eine Anti-Atom-Tour durch NRW: www.robinwood.de

21.52 Uhr: Der Uranzug passierte um 21.46 Uhr den Hauptbahnhof Hamm (mit Hubschrauberbegleitung), um 21.16 Uhr war er ganz langsam durch den Münsteraner Hauptbahnhof gerollt, zuvor 10 Minuten Stopp nördlich des Hauptbahnhofs.

20.47 Uhr: Der Uranzug ist nach fast 8 Stunden soeben in Altenberge wieder gestartet - die KletterInnen werden derzeit gründlich kontrolliert, dann freigelassen. Weitere Bahnstrecke: Münster-Hamm-(entweder Hagen-Wuppertal oder Lünen-Oberhausen-Duisburg-Düsseldorf)-Köln-Bonn-Koblenz-Trier-Saarbrücken-Metz-Pierrelatte - kommt zur Strecke!

20.10 Uhr: Räumung hat gegen 18.45 Uhr mit Hebewaggon begonnen, alle KlettererInnen sind inzwischen unten. Der Uranzug steht bereits mehr als 7 Stunden in Altenberge. Dort ist eine Mahnwache am Bahnhof.

18.15 Uhr: Polizei bereitet die Räumung vor und hat die UnterstützerInnen von der Bahnstrecke mit Hundertschaft abgedrängt.

17.25 Uhr: Seit mehr als vier Stunden schweben die AktivistInnen über der Bahnstrecke. Inzwischen gibt es aber erste Räumungsvorbereitungen und bis 19 Uhr soll ein Hebewaggon der Bahn vor Ort eingetroffen sein.

16.30 Uhr: Der Uranzug steht weiterhin in Altenberge. Ein erstes, anscheinend privates Kletterteam ist eingetroffen und checkt die Lage. Urenco hat inzwischen alle unsere Angaben zum Uranzug bestätigt und die Bundespolizei hat schon eine Pressekonferenz vor Ort abgehalten. Derzeitige Linie: Die Aktion ist eine Versammlung, keiner hat sich bis jetzt strafbar gemacht und das Wetter ist schön - Solidarität vor Ort ist weiterhin sehr erwünscht (Bahnübergang Dieckhoffweg, Zufahrt über Kanalstraße, dann am nördlichen Ende rechts).

15.16 Uhr: Die MZ meldet in ihrem Ticker (dort auch eine Fotostrecke, www.muensterschezeitung.de), dass der Uranzug in Altenberge steht und dass die Bundespolizei ihr Höhenrettungsteam aus St. Augustin bei Bonn angefordert hat. Die Bahnstrecke bleibe wahrscheinlich auch im Berufsverkehr noch gesperrt.

14.22 Uhr: AtomkraftgegnerInnen haben sich vor einer Stunde bei Münster-Kinderhaus mit einer spektakulären Abseilaktion vor einem Uranzug aus Gronau abgeseilt. Sie fordern die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau sowie des Atommülltourismus zwischen Gronau und Südfrankreich. Der Uranzug mit neun Waggons und ca. 450 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid soll nach aktuellen Infos von Münster über Hamm, Hagen, Wuppertal, Köln-Gremberg, Bonn, Koblenz, Trier, Saarbrücken und Metz nach Pierrelatte zur "Dekonversion" fahren (UF6 wird dort für die spätere Zwischenlagerung in Gronau in U3O8 zurückverwandelt).

Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der AKU Gronau sowie SOFA Münster solidarisieren sich mit der Protestaktion. Bundes- und Landesregierung sind aufgefordert, die Urananreicherungsanlage Gronau unverzüglich stillzulegen. Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf den Uranbrennstoff nicht in alle Welt exportieren und weiter an der Atommüllspirale drehen.
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Ergänzungen

WDR

Info 08.05.2012 - 12:19
 http://www1.wdr.de/themen/panorama/atomtransport100.html

Atomgegner stoppen Zug aus Uranfabrik: Die Bahn aus den Bäumen blockiert

Atomgegner haben am Montag (07.05.2012) in Münster einen Zug mit radioaktivem Material gestoppt. Laut Bundespolizei seilten sie sich über der Regionalbahnstrecke Gronau-Steinfurt-Münster aus Bäumen ab. Die Bahnstrecke war neun Stunden gesperrt.
Wie die Bundespolizei berichtet, hatten die Demonstranten Taue zwischen Bäumen aufgespannt und sich daran abgeseilt. Der Zug mit radioaktivem Material musste im Bahnhof Altenberge stehen bleiben. "Der Gefahrgut-Transport konnte dort nicht weiterfahren, ohne die Aktivisten zu verletzen", sagte ein Polizeisprecher.
Demonstranten mit Hebebühne aus Bäumen geholt

Bis Montagabend (07.05.2012), insgesamt neun Stunden, war die Bahnstrecke Gronau-Steinfurt-Münster gesperrt. "Dann hatten wir die Demonstranten mit einer Hebebühne aus den Bäumen geholt", sagte ein Sprecher der Bundespolizei WDR.de. Nach dem Abtransport der Hebebühne und einem Sicherheitscheck wurde die Bahnstrecke wieder freigegeben.

Der Transport war von der Urananreichungsanlage in Gronau gekommen und auf dem Weg nach Frankreich. Der Betreiberfirma Urenco zufolge haben die neun Waggons 36 Behälter mit Uranhexafluorid geladen. Das Material wird bei der Anreicherung von Uran benutzt.
Stilllegung gefordert

Die Demonstranten kritisieren, dass derartige Gefahrgutzüge ungesichert durch große deutsche Bahnhöfe wie Münster rollen. Atomaktivisten der Umgebung solidarisierten sich mit dem Protest und forderten die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau. "Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf nicht weiter den Uranbrennstoff in alle Welt exportieren", hieß es in einer Mitteilung.

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