[KA] Antikapitalistischer Aktionstag

Antifa Karlsruhe 24.04.2012 07:58 Themen: Globalisierung Soziale Kämpfe Weltweit
Das Revolutionäre 1. Mai Bündnis Karlsruhe hatte für den 21.04. zu einem antikapitalistischen Aktionstag im Vorfeld des 1. Mai mobilisiert. Ziel war es in diesem Jahr, die Inhalte des Bündnisses auch abseits der Demo am 1. Mai und durch verschiedene Aktionsformen breiteren Kreisen zu vermitteln.
Trotz des kurzfristig verlegten Auftaktkundgebungsortes versammelten sich um 13:30 Uhr 40 AktivistInnen auf dem Kronenplatz und versorgten rund um einen Infotisch PassantInnen mit Mobilisierungsmaterial für die Revolutionäre 1. Maidemo sowie einem Redebeitrag zur Krise.

Anschließend wurde die Versammlung aufgelöst und viele TeilnehmerInnen entschlossen sich zu einem spontanen Rundgang durch die Stadt. Erste Station war der lokale Ableger eines der weltweit größten Profiteure des „flexibiliserten Arbeitsmarktes“ – die Zeitarbeitsfirma Randstad. Diese wurde symbolisch geschlossen und mit Absperrband versehen. In einem Redebeitrag ging ein Vertreter des 1. Mai Bündnisses auf die Rolle der modernen Sklavenhändler und Lohndrücker im Leiharbeitssektor, ermöglicht durch die Arbeitsmarktreformen der letzten „Rot/Grünen“ Regierung, ein. Als die Polizei eintraf, waren die TeilnehmerInnen bereits wieder im Innenstadtgetümmel verschwunden.

Kurz darauf formierte sich auf dem Stephansplatz eine Jubeldemo zur Unterstützung der darbenden Bourgeoisie. Unter dem Motto „Konzerne & Banken dürfen niemals wanken“ und Parolen wie „ Sozialversicherung? Muss weg! Bafög & Rente? Muss weg! Konkurenz ? Muss her! Viva, viva, el capitalismo!“ zog sie über die Kaiserstraße. Den Abschluss fand der Aktionstag mit einem antikapitalistischen Radiobalett in der Innenstadt.

Weiter geht’s bereits am nächsten Wochenende mit der internationalistischen 1. Maifeier am 28.04. im Anne Frank Haus. Thema in diesem Jahr: „Krise ohne Widerstand? Perspektiven linker Intervention“ u.a. Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der Interventionistischen Linken, der FAU, von Ums Ganze und der Gewerkschaftslinken. Los geht’s um 19 Uhr – im Anschluss Konzert mit verschiedenen Bands , Essen- und Infoständen & Musik aus der Dose.

Der 1. Mai startet in diesem Jahr um 10 Uhr mit einem klassenkämpferischen Block auf der DGB Demo. Die Revolutionäre 1. Maidemo beginnt um 13 Uhr auf dem Werderplatz in der Südstadt.

Das Revolutionäre 1. Mai Bündnis Karlsruhe wird in diesem Jahr von folgenden Gruppen getragen:
Antifaschistische Linke Bühl/Achern, Antifa Karlsruhe, FAU Karlsruhe, Gruppe 76 Rastatt/Murgtal, Interventionistische Linke Karlsruhe, Libertäre Gruppe Karlsruhe, Solid Karlsruhe, Trotz Alledem







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gute aktion, aber...

Edu 24.04.2012 - 10:32
finde das ja eine wichtige und gute aktion, aber von "moderner sklaverei" zu sprechen ist meiner meinung nach ziemlich daneben. oder vielmehr eine krasse verharmlosung der barbarischen ausbeutung und ermordung schwarzer menschen durch den kolonialismus.

Das Problem ist nicht die Zeitarbeit...

sandankoro 24.04.2012 - 10:33
...sondern wie sie eingesetzt wird.

Es gibt natürlich (verständliche und nachvollziehbare) Gründe aus ideologischer Sicht (Lohnabhängigkeit, System an sich,...) gegen die Zeitarbeit su sein. Das Hauptproblem ist aber aktuell für die Betroffenen die ungerechte Bezahlung, die Ausbeutung und die Rechtlosigkeit der Betroffenen.

Ich kenne verschiedene Leute, die z.B. in Dänemark über Zeitarbeitsfirmen arbeiten, das selbe Geld bekommen wie die regulär angestellten (die Firmen zahlen einen Aufschlag an die Zeitarbeitsfirma), die oftmals übernommen wurden etc.
Nun ist Dänemark mit der Hire & Fire Mentalität nicht unbedingt das beste Beispiel für einen gerechten Arbeitsmarkt, aber die Regelung der Zeitarbeit hat gewisse Vorteile gegenüber der in Deutschland.
Eine Abschaffung der Zeitarbeit ist für die nahe Zukunft sicherlich nicht realistisch, daher sollten Reformen, das Schliessen unseriöser Firmen, das Verhindern von "outsourcing" bei Betrieben etc. die aktuellen Ziele sein.

Jaja, so sindse

name 26.04.2012 - 16:34
.. die modernen Linken.

Scheinabr bekommen sie keine vernünftige Kritik der Zeitarbeit zusammen.
Da muss halt die Sklaverei als Projektionsfolie für nen Vergleich herhalten.

traurige Zeiten...