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Wir Bleiben Alle

Alle, die bleiben 23.04.2012 13:49
Schluss mit dem Ausverkauf der Stadt!

Manche sind schon weg, viele kämpfen um nicht zu gehen und Bleiben wollen Wir Alle!
Schluss mit dem Ausverkauf der Stadt!

Manche sind schon weg, viele kämpfen um nicht zu gehen und Bleiben wollen Wir Alle!

Mieterhöhungen, Zwangsumzüge, Räumungen von Projekten und Plätzen, BMW Lab, gated Communities, um nur einige von den Konsequenzen der immobilienwirtschaftlichen Aufwertung beim Namen zu nennen, haben sich schon seit langem im täglichen Diskurs etabliert. Ebenso wie die nicht zur Kenntnisnahme oder Delegitimierung des Widerstands derer, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie ihnen buchstäblich der Boden unter' m Arsch weggenommen wird. Bezirke in denen sich einst das unkommerzielle Leben einen Platz schuf und heute Menschen mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln für die wenigen Oasen kämpfen, werden als zu Ende gentrifiziert bezeichnet, um somit denen den Segen zu geben, die auch den letzten Refugien einer anderen Wohn- und Lebensvorstellung den gar auszumachen.

Die Vergangenheit hat mehr als bewiesen, dass wir von den Verantwortlichen dieser Stadt nichts zu erwarten haben. Durch ihre fehlgeleitete Stadtentwicklungspolitik und dem Ausverkauf von Grundstücken und Häusern wurde SpekulantInnen und InvestorInnen Tür und Tor geöffnet, die unsere Stadt nach und nach in eine tot-gentrifizierte Wüste verwandeln. Die kompromisslose Verwertungslogik und Kommerzialisierung diktiert den BewohnerInnen das alltägliche Leben und wer sich das nicht mehr leisten kann, soll gehen. SeniorInnen müssen ihren Kiez verlassen, obwohl sie dort Jahrzehnte gelebt haben, Jugendliche suchen vergebens nach Freiräumen. Nachtleben? Fehlanzeige. Clubs werden durch beschwerdefreudige NachbarInnen verdrängt, selbst Spätis werden als Störfaktor empfunden. Über 30000 Hartz IV EmpfängerInnen in Berlin zahlen jetzt schon zu, um sich ihre Wohnungen weiter leisten zu können und es werden immer mehr! Allein in den letzten 2 Monaten gab es 100000 Mieterhöhungen in den zentralen Bezirken. Nicht die BewohnerInnen, sondern die Entwicklungen auf dem kapitalistischen Wohnungsmarkt entscheiden wo wir wohnen, wie wir wohnen und ob wir überhaupt wohnen können! Hinzukommt das Diktat der knappen Kassen. So sollten beispielsweise in Pankow 1 Million Euro an Kultureinrichtungen eingespart werden. Davon betroffen sind Bibliotheken, Platzhäuser, Seniorenbegegnungsstätten und Obdachloseneinrichtungen.

Wer Kultur von unten macht, den erwartet das selbe Schicksal. Während die Stadtpolitik Berlin als Kulturhauptstadt in Szene setzt, um kaufkräftiges Klientel anzuziehen, wird die Off-Kultur der Gentrifizierung überlassen oder eigenhändig vor die Tür gesetzt. Ihren Zweck als (sub)kulturellen "Aufwertungsfaktor“ oder touristisches Fotomotiv haben sie erfüllt und können nun den vielversprechenden Investorenträumen weichen. Erinnert sei an den Schokoladen, der nur durch eine breite Kampagne gerettet werden konnte. Die Bedrohung alternativer Wohn- und Kultur-Projekte geht jedoch weiter. So machen beispielsweise die Besitzer wie die der Linie 206 und der Kirche von Unten (KvU) derzeit ernst und versuchen "ihre Mieter" mit aller Macht raus zu ekeln. Anstelle dessen sollen Lofts und Prestigeprojekte den Kiez „lebenswerter“machen. Kommunaler Besitz, eine der wenigen Institutionen die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bewohner orientieren, werden an die Meistbietenden verscherbelt. So jedenfalls sehen die aktuelle Rettungspläne von SPD und Grüne aus, um Geld in die Bezirkskassen zu spülen.
Stattdessen werden uns Alibi-Räume, wie das BMW-Lab vorgesetzt. Während sie diese Verdrängungspolitik nahezu symbolisieren, dürfen wir dann, für das Prestige der Sponsoren dabei zusehen, wie diese aussehen könnte. Na Danke schön!

Die aktuelle Lage zeigt, dass die Unzufriedenheit über die profitorientierte Aufwertungspolitik dieser Stadt an vielen Stellen brodelt. Unterschiedlichste Menschen sind nicht Willens ihre Vorstellung von Wohnen und Leben diesen Entwicklungen zu unterwerfen und wehren sich dagegen. Sie zeigt jedoch auch, wie isoliert die verschiedenen Kämpfe geführt werden. Wenn JedeR an seinem Platz allein kämpft, dann wird auch jedeR allein für sich scheitern. Tun wir uns zusammen, nutzen wir unsere Unterschiedlichkeit als Stärke, denn Berlin war, ist und bleibt eine widerständige Stadt!

Der erste Mai steht bevor! Und auch für die Politik der Stadtentwicklung heisst es: Der Druck steigt!

Deshalb sagen wir jetzt nochmals laut und entschlossen: :
Wir lassen uns nicht verdrängen
Wir sind diejenigen, die wissen wie die Stadt gemacht wird in der wir leben wollen!
Wir nehmen es nicht hin, dass der Kampf für beendet erklärt wird!


Wir bleiben Alle!
Gegen den Ausverkauf der Stadt. Gegen den Kulturkahlschlag. Für den Erhalt alternativer Projekte. Für selbstbestimmtes Wohnen und Leben

Demonstration am 27.4.2012 um 17:30 Auftaktkundgebung vor dem Jugendclub Wabe im Ernst Thälmann-Park
ab 15:00 Kleinkunst, Musik und ...
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Ergänzungen

Köln: Solidarität mit Mieterprotest in Riehl

Sektion Altenpflege (ASy) 25.04.2012 - 16:02

Bericht über eine kleine Solidaritätsaktion mit protestierenden Anwohner/innen
 http://allgemeinessyndikatkoeln.blogsport.de/2012/04/24/solidaritaet-mit-dem-mieterprotest-in-riehl/

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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[B]

Haarspalter 23.04.2012 - 15:53
Naja, in der Mite des Textes wird dann doch verraten, welche Stadt gemeint ist.

indymedia Berlin

Fritz 24.04.2012 - 08:41
in der Hauptstadt, ne.