GEMA vs. autonome Szene

Verband 02.02.2012 20:29 Themen: Freiräume Medien Netactivism
Da die GEMA mit ihren Forderungen und ihrer Praxis unkommerzielle Kultureinrichtungen nachhaltig bedroht und schädigt, haben die Autonomen Zentren Alhambra, KTS und Raum2 Ende letzten Jahres den Verband zur Förderung und zum Schutz unkommerzieller Kunst und Kultur gegründet. Ziel des Verbandes ist, einen für unkommerzielle Kultureinrichtungen akzeptablen Gesamtvertrag mit der GEMA auszuhandeln.

Warum mit der GEMA verhandeln?

Die GEMA verfügt über eine umfassende rechtliche Sonderstellung, die ihr eine gewaltige Handhabe gegenüber Musikveranstaltenden einräumt. Durch die gängige Organisationsstruktur (autonomer) Kultureinrichtungen können auch wir uns ihren Angriffen nicht entziehen. Es hat sich als praktikabel erwiesen, unsere Projekte zur Abwicklung des Rechtsverkehrs mit einem Verein zu ergänzen. Der Verein bietet den Vorteil, in seinem Namen Verträge (vom Nutzungs-, Strom-, Versicherungsvertrag über Konto bis zum Zeitschriftenabo kommt da einiges zusammen) abschließen zu können. Auch kommt er mit seiner potentiell mitgliederbestimmten Struktur den Bedürfnissen der Aktiven nach Mit- und Selbstbestimmung am nächsten. Nichtsdestotrotz ist er oft Zeichen und Bedingung einer Befriedung autonomer Räume und Initiativen - und nicht selten ein von uns gemachtes politisches Zugeständnis.
Bei diesen Vereinen macht die GEMA ihre Forderungen geltend, so dass ein Gegenüber in Rechtsstreitigkeiten greifbar wird.

Die GEMA und ihre Sonderrechte – sie haben ein Monster geschaffen.

Die GEMA nimmt in Deutschland die Musikverwertungsrechte ihrer Mitglieder wahr, indem sie Gebühren von Sendeanstalten, Herstellern von CD/DVD Rohlingen, Brennern und vielen mehr einzieht. Sobald Musik öffentlich zugänglich gemacht wird, kassiert die GEMA ab (z.B. 863000000 Euro in 2010).
Dabei sind zwei Ereignisse die Grundlage der heutigen Musikverwertungspraxis.

Oh nee, die Nazis!

Gleich nach der Machtübernahme 1933 wurden die bestehenden Musikverwertungsgesellschaften zu einer einzigen monopolisiert (STAGMA). Diese konnte die nazistische Kulturpolitik dank ihres Monopols umsetzen. Juden zum Beispiel erhielten keine Verwertungsanteile mehr ausgezahlt.

Und danach: Immer das gleiche!

Nach dem Krieg wurde STAGMA in GEMA umbenannt (die auch bei der Fusion schon Teil des Konglomerats war). Personal blieb gleich und rotierte ein wenig. Viel entscheidender war jedoch, dass die BRD rechtlich dem totalitären Akt folgte, und den Fortbestand einer einzigen Verwertungsgesellschaft durch Übernahme der Genehmigungspflicht bei der Gründung von Verwertungsgesellschaften sicherte. Bis heute wurde so neben der GEMA keine andere Verwertungsgesellschaft in Deutschland zugelassen.
So kam es 1965 unter dem Hinweis des faktischen Monopols der GEMA zur Verabschiedung des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes, das bis heute das Monopol der GEMA sichert und ihr ein rechtliches Bonbon einbrachte: Die sogenannte Gemavermutung.

Die Gemavermutung und die Welt der Musik.

Gemavermutung bedeutet: Es wird angenommen, dass die GEMA, weil sie die einzige Verwertungsgesellschaft in Deutschland ist, Verwertungsrechte an jeglicher öffentlich aufgeführter Musik hat.
Zusätzlich bestehen Verträge zwischen GEMA und ausländischen Verwertungsgesellschaften darüber, dass die GEMA in Deutschland deren Verwertungsansprüche wahrnimmt. Aus diesen zwei Voraussetzungen hat die GEMA - und die Justiz ist ihr willig gefolgt - abgeleitet, dass sie in Deutschland nicht weniger als das „Musik-Weltrepertoire“ vertritt. Diese Ansicht gipfelt wiederum in der gesetzlichen Annahme, die GEMA hätte Verwertungsansprüche bei jeder öffentlichen Veranstaltung, bei der Musik gespielt wird.
Daraus folgt, dass der Musiknutzende gegenüber der GEMA und den Gerichten nachweisen muss, dass keine verwertungsrechtlichen Ansprüche der GEMA an dessen Musikveranstaltung bestehen. Dies gilt auch bei gemafreien Veranstaltungen.
Wie selbst der Versuch des Nachweises der Gemafreiheit von deutschen Gerichten und GEMA ausgehebelt wird, könnt ihr am Beispiel KTS Freiburg nachlesen.

Auswirkungen auf dein LieblingsAZ und all die anderen

Bei den am Verband beteiligten Einrichtungen treten viele Musiker, die unbekannt, Teil einer Subkultur und/oder aus vernünftigen Gründen keiner Musikverwertungsmaschine angehören, auf. Wir sind ein Ausschnitt aus einem Kulturbereich, der sich mit den Rechten der GEMA kaum berührt, von diesen aber dennoch eingesogen wird. So verlieren unkommerzielle Projekte einen Haufen Geld und Arbeit in den Auseinandersetzungen mit der GEMA.
Dazu kommt, dass es der GEMA egal ist, ob nur ein Lied, oder den ganzen Abend durchgängig GEMA lizenzierte Musik gespielt wird.
So ergibt sich ein Paradox: Wir sind gezwungen, für Musik und Bands Gemagebühren zu bezahlen, die überhaupt nicht in der GEMA sind. Mehr noch: Die die Verwertung ihrer Musik ablehnen. Das eingenommene Geld verteilt die GEMA dann mehrheitlich an ihre finanzstärksten Mitglieder weiter. (ein älterer Artikel als Einstieg dazu)
Die Bands und Musiker, für die wir zahlen müssen, sehen davon keinen Cent.
Dazu verlangt die GEMA derart überzogene Gebühren, dass diese schnell der größte Kostenpunkt eines Projekts werden und es mit ein wenig Pech sogar zum Aufgeben zwingt. Wenn die GEMA 45 Euro für das Konzert einer gemafreien Band haben will, wird der Eintritt bei einer unbekannten Band eben einen oder zwei Euro teurer und/oder garantiert einen Abend, an dessen Ende ein dickes Minus steht.

Musikpiraten, CC-Lizenzen

Initiativen um gegen die missbräuchlichen Machenschaften der GEMA vorzugehen gibt und gab es immer wieder. Aktuell hingewiesen sei hier auf die Musikpiraten. Ihr Anspruch, über freie oder creative commons lizenzierte Musik Gemavermutung und Alleinvertretungsanspruch anzugreifen, findet seine Berechtigung nur dort, wo an die Gerechtigkeit des Rechts geglaubt wird.
Real vertritt die GEMA schon längst nicht mehr die Rechte von Künstlern ihres Broterwerbs willen, sondern die Musik selbst als abstrakte Vorstellung.
Konstitutive Grundlage und ideologischer Kern dieser Vorstellung ist der Verwertungsanspruch. Musik, die sich der Verwertung zu entziehen sucht (nicht lizenziert, lizenziert zur freien (unkommerziellen) Verfügung), berührt die GEMA und ihre Praxis nicht. Ganz einfach deshalb, weil Musik, die nicht kommerziell genutzt wird, oder genutzt werden soll, urheberrechtswahrnehmungsrechtlich nicht existiert.
Es ist naiv zu hoffen, fundierte Kritik und der Hinweis auf die heute unüberschaubare Menge an frei zugänglicher Musik, an der die GEMA keine Verwertungsansprüche besitzt, würde die gesetzlichen Grundlagen ihrer Monopolstellung und damit Gemavermutung und Alleinvertretungsanspruch kippen. Ohne Monopol und Sonderrechte kann es im Bereich der Musikverwertung gar keinen funktionierenden (d.h. effizienten + profitablen) Markt geben. Das zeigen die Erfahrungen der Musikverwertungsgesellschaften während der Weimarer Republik.
Die Kämpfe zur Abkehr von dieser Markt- und Warenideologie werden woanders geführt und entschieden.

Der Verband – das Ziel, die Möglichkeiten

In einem Verband können sich Vereine zusammenschließen, um gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Um für die Zukunft Möglichkeiten offen zu halten, können sich dem Verband zur Förderung und zum Schutz unkommerzieller Kunst und Kultur neben den Kultureinrichtungen und Veranstaltenden auch Künstler anschließen.
Primäres Ziel ist die Aushandlung eines Gesamtvertrages für Musikveranstaltende im Bereich nicht gewinnorientierter Kunst und Kultur. Dabei werden wir Berücksichtigung des hohen Anteils an nicht gemapflichtiger Musik, der ehrenamtlichen Arbeit und die sich aus dem unkommerziellen Anspruch ergebenden geringen finanziellen Möglichkeiten fordern.
Sollte sich nicht auf einen sinnvollen Gesamtvertrag zu einigen sein, lässt uns die Offenheit für Kunst- und Kulturschaffende alle Optionen zu einer übergreifenden Organisation von Künstler_innen und Veranstalter_innen.

Gesamtvertrag

Damit die GEMA mit willkürlichen Forderungen nicht die kleinen, ineffizienten Musikveranstaltenden vernichtet und zu einer Monopolisierung im Veranstaltungssektor beiträgt, zugleich aber nicht für jeden Veranstaltenden einzelne Verträge ausgehandelt werden müssen, sieht das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz die Schaffung von Gesamtverträgen vor.
Die GEMA muss auf Verlangen eines Verbandes einen angemessenen Vertrag anbieten. Einzelprojekte haben kein Recht auf einen angemessenen Vertrag.
Ziel des Verbandes ist, einen Pauschalvertrag auszuhandeln, der ohne die arbeitsaufwändige Erfassung der gespielten Musik in Titellisten und deren Weiterleitung an die GEMA auskommt. Diese bürokratische Scheiße schadet durch ihren immensen Arbeitsaufwand unseren Einrichtungen noch zusätzlich.

Konkrete Bedeutung für die am Verband beteiligten:

Der Verband handelt nur den Vertrag aus. Der Vertrag gilt also nicht automatisch für jeden am Verband beteiligten Verein. Jeder Verein entscheidet selbst, ob er diesen Vertrag mit der GEMA abschließen will. Das heißt, ihr entscheidet autonom, ob euer Verein den Vertrag mit der GEMA abschließt oder nicht. Der Verband trifft für euch keine Entscheidung. Übliche Praxis ist, dass die GEMA den Verbandsmitgliedern auf den ausgehandelten Vertrag Rabatt gewährt.

Der Haken – es gibt immer einen Haken!

Die Forderung nach einem angemessenen Gesamtvertrag kann von der GEMA nur abgewiesen werden, wenn aufgrund der zu geringen Größe des Verbandes ein Angebot durch die GEMA nicht zugemutet werden kann. Da wir auch nicht wissen, wie groß der Verband sein muss, brauchen wir euch alle!
Bei der Forderung nach einem Gesamtvertrag wird eine Rolle spielen, ob der Verband und seine Mitglieder eine homogene Gruppe repräsentieren. Ob und wie wir die Homogenität der Verbandsmitglieder nachweisen müssen, in deren Namen der Antrag auf einen Gesamtvertrag läuft, wissen wir noch nicht. Womöglich werden wir gezwungen sein, eine Auflistung von Projekten an die GEMA weiterzuleiten, die dann via Internetpräsenz auf ihre Gemeinsamkeiten geprüft werden.
Auf dieser Liste werden wir nur Vereine aufzählen, die entweder schon GEMA zahlen, oder bei denen die GEMA schon den Fuß in der Tür hat. Wenn ihr bis jetzt von der GEMA verschont wurdet und nicht der GEMA bekannt werden wollt, das Thema über kurz oder lang für euch aber zum Problem werden wird, macht uns das unbedingt deutlich. (siehe Antragsformular)
Auch euch braucht der Verband, um die nötige Repräsentativität für einen Gesamtvertrag zu erreichen.

Also los!

Infos, Satzung, Antragsformulare und Kontakte findet ihr auf der Seite: http://gemaverband.wordpress.com/ und auf den Seiten der KTS, Alhambra, Raum2.
Sprecht uns bei Fragen an, werdet Mitglied (kostet auch nichts!) und verbreitet die Infos über den Verband.

http://gemaverband.wordpress.com/
KTS Freiburg vs. GEMA
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Ergänzungen

Die Linke

Yagga 02.02.2012 - 21:54
Die Linke zahlt jährlich pauschal ca. 40.000€ an die GEMA, darf dafür tun und lassen was sie will. Auch alle anderen Organisationen könnten pro forma eine Beteiligung der Linkspartei angeben und wären damit von dieser Pauschale abgedeckt.
Wer also mit der Linken gut kann, könnte das wahrnehmen.

Ergänzung

a 03.02.2012 - 21:55
Na na, Kinder. Richtig lesen und dann rumprollen. Im Abschnitt zu CC und Musikpiraten heißt es:

"Musik, die sich der Verwertung zu entziehen sucht (nicht lizenziert, lizenziert zur freien (unkommerziellen) Verfügung), berührt die GEMA und ihre Praxis nicht. Ganz einfach deshalb, weil Musik, die nicht kommerziell genutzt wird, oder genutzt werden soll, urheberrechtswahrnehmungsrechtlich nicht existiert."

Oder, wenn ihr euch mal ein wenig im Gesetzestext belesen wollt.
Weil das deutsche Patentamt als die Behörde, die Verwertungsgesellschaften genehmigen muss, keine weitere genehmigt (es haben schon welche versucht) und die GEMA somit das Monopol behält, vertritt die GEMA tatsächlich die ganze Musik, bei der eine Verwertungsgesellschaft Anspüche stellen kann. - Es gibt ja auch nur eine, die GEMA.
CC Musik, oder nicht lizenzierte kann im Sinne des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes nicht verwertet (Geld gefordert) werden, weil keine weitere Verwertungsgesellschaft existiert. Über eine CC Verwertungsgesellschaft als Reaktion darauf wurde auch schon nachgedacht.

Was die Kritik an den Musikpiraten betont, ist doch die fehlende Kritik an der politisch gefärbten Gesetzgebung im Bereich Musikverwertung. Es geht um Erschaffung und Erhalt eines Marktes, um fast eine Milliarde Euro, die nur durch GEMA Vermutung und Alleinvertretungsanspruch generiert werden können.
Ob tausende Künstler_innen nicht in der GEMA sind, interessiert aus musikverwertungstechnischer Hinsicht keine Sau.

Berthold

Seliger 04.02.2012 - 17:45
Berthold Seliger verglich unlängst für die Berliner Zeitung Einkommen von Funktionären und Musikern und stellte dabei fest, dass Harald Heker, der Vorstandschef der Gema, 380.000 Euro im Jahr ausbezahlt bekommt, während es ein Musiker unter 30 durchschnittlich auf ein Jahreseinkommen von gerade einmal 8.909 Euro bringt.

die gemavermutung

hallo 05.02.2012 - 17:43
alle, die hier kritisieren, dass man einfach keine gema-musik spielen soll, haben sich scheinbar noch nicht wirklich mit der gema-problematik beschäftigt. denn:

- die gema-vermutung kehrt die beweislast um! wenn ihr nur freie und cc-musik auf eurer veranstaltung spielt, kann die gema trotzdem von euch verlangen, eine komplette liste von alle gespielten stücken und deren urheber zusammen zu stellen. siehe cc-veranstaltung in weimar letztes jahr:  http://blog.fefe.de/?ts=b047c85f

- listen von stücken und urhebern zusammen stellen ist reinste schikane und nahezu unmöglich. denn die gema verlangt von einem nicht nur titel und artist, sondern auch bürgerliche klarnamen von jeden an einem beteiligten musikstück. und jetzt versucht mal gerade bei freier musik an solche informationen ranzukommen.

Beweispflicht

AMEG 05.02.2012 - 20:24
so einfach wie sich's hier einige machen ist das leider alles nicht.
is ja immer schön auf die "reformisten" zu schimpfen und nach der revolution zu schreien. dummerweise lässt sich die gema von derlei geschrei nicht beeindrucken.
es ist leider nicht so, daß die gema in der beweispflicht ist. die schicken nur ne rechnung. wenn diese nicht beglichen wird kommt ein schreiben vom anwalt. dem kann man dann zwar erzählen, daß man nur gemafreie musik gespielt hat, aber das wird nicht viel nützen. und wenn kein beweis erfolgt, folgt die klage.
alles keine schönen szenarien für einen unkommerziellen laden...

aber auch die forderung, einfach nix gemapflichtiges zu spielen ist nicht praktizierbar, bzw. nur bis zu einem gewissen grad, und ich lasse hier mal, daß ich mir anhören will warauf ich lust hab außen vor.
gerade bei ausländischen bands ist es oft gar nicht so einfach, weil die dortigen musikverwertungsgesellschaften anders drauf sind als die gema und z.B. bei konzerten nur tätig werden, wenn der/die künstler/in das angibt. nützt aber hier leider gar nix. mitglied in partnergesellschaft = ZAHLEN
außerdem gibt es eine vielzahl an künstlern, bei denen man nicht vermutet, daß sie in der gema sind. bei konzerten kann man fragen, aber bei konservenmucke kann man schnell in die falle tappen.

und nochmal: die gema muss gar nix beweisen. die beweislast liegt beim jeweiligen laden.


und ganz grundsätzlich:

ich find die initative gut und sinnvoll, denn die situation für unkommerzielle läden ist wirklich gefährlich. dem muss begegnet werden.
das heißt doch aber nicht, daß man nicht trotzdem weiter gegen die gema und ihre monopolstellung kämpfen kann. natürlich sind CC lizenzen ne gute sache, die die position der gema schwächen. das muss auch weiter verbreitung finden. aber das nützt halt den betroffenen läden (noch) nix. es geht hier nicht um ein "entweder oder" sondern um ein "sowohl als auch".

gema

kackawurst 08.02.2012 - 15:40
Eh wenn die Gema von meinen Az verlangt ich sollte alle Stücke und Künstler zusammenstellen,
egal ob Gema Mitglied oder nich, würde ich das Schreiben einfach ignorieren.
Die Probleme haben angefangen als ihr die Listen geschrieben habt und die
Erklärung abgegeben habt "Ich bin nicht Mitglied der Gema". Eure Idee mit dem Zusammenschluss
unkomerzieller Musik ist Kacke weil ihr so juristisch immer angreifbarer werdet.
Juristisch kann man gegen die Gema jedoch nicht bestehen weil die herschende Rechtsprechung der Gema diese Gemavermutung auf Musikstücke jeder Art zulässt. Ich würde eher einem Verein zustimmen der das Verfahren vor den BGH bringt und wenn nötig vor das BVG. Aber diesen Gema scheiss muss man ignorieren. Und na klar kann das vor Gericht enden. Aber hier beginnen die autonomen Kämpfe.
Mann kann auch einfach immer illegale Partys feiern. Machen wir sowieso schon jedes Wochenende in Berlin. Aber euren Anspruch Verträge auszuhandeln ist lächerlich. Es gibt auch andere Wege als den juristischen. Also verpisst euch von Indymedia.

Radio Interview zu KTS, GEMA und Verband

Verband 23.02.2012 - 01:03

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 17 Kommentare

Wir glauben nicht an eine Veränderung,…

oldmcdonald 03.02.2012 - 12:18
…also zahlen wir!

Mag sein, dass die (derzeitigen) Verhältnisse einen Vertrag mit der GEMA für unvermeidbar erscheinen lassen. Den Seitenhieb auf die - wie Ihr sie betitelt - naive CC-Szene könnt Ihr Euch allerdings sparen. Jeder einzelne CC-Lizensierte Song schwächt die Stellung der GEMA - ob es Euch in Eurem konkreten Falle nun helfen sollte, oder nicht. Wer Veränderung will, sollte - wie auch immer geartete - Bestrebungen, das Urheberrecht auszuhebeln, unterstützen, anstatt sie lächerlich zu machen. So revolutionär ist Euer Ansatz nämlich auch nicht…

Seit ihr denn bescheuert?

Notenstecher 03.02.2012 - 14:36
Es ist naiv zu hoffen, fundierte Kritik und der Hinweis auf die heute unüberschaubare Menge an frei zugänglicher Musik, an der die GEMA keine Verwertungsansprüche besitzt, würde die gesetzlichen Grundlagen ihrer Monopolstellung und damit Gemavermutung und Alleinvertretungsanspruch kippen.

So weit, so gut. Aber das wollt ihr "kippen" indem ihr freiwillig an die GEMA bezahlt? Und haltet euch gleich mal für so schlau, dass ihr über die Problematik von Anfang an besser Bescheid wisst, als ein paar Tausend Musiker, Netlabels und Künstler die sich seit Jahren mit der Problematik GEMA vs. CC beschäftigen, denen es dabei zudem nicht nur ein bisschen Vereinsgemeier und Wichtelhuberei geht, sondern um die Butter auf dem Brot? Lustigerweise ist der Grossteil selbst der politisch gemässigsten dieser Leute längst auf dem Standpunkt angekommen, nicht einmal unter Waffengewalt mit der #+#&%-GEMA verhandeln zu wollen - und dann kommt Ihr "autonomen" Wichtelmänner aus eurer freiburger Klassensprecherversammlung angehampelt und wollt denen erklären, wie (nämlich unter eurer "sachkundigen" Anleitung) sie in Zukunft zu handeln haben?

Ich glaube, da werdet ihr allerhand harsche Worte und wenig Gegenliebe ernten. Um es mal ganz vorsichtig auszudrücken.

opportunismus pur

(a) 03.02.2012 - 16:05
aber was will man auch von den post-autonomen aus der kts erwarten?
da sind die musik-piraten deutlich revolutionärer als dieser nicht einmal reformistisch zu nennende opportunistische ansatz.
fuck off gema, keinen cent der mafia!

rote flora bleibt!

wenig gegenliebe für blinde pöbeleien...

a.apparatus 03.02.2012 - 16:25
was soll den dieses ganze pseudorevolutonäre geschreibe?
das kann nach meiner vorstellung nur von leuten kommen, die das glück haben, NICHT regelmässig von der gema mit horrenden rechnungen bedacht zu werden. wir zahlen alle eh schon viel zu viel geld an die gema! und da wir uns mit der gründung von fördervereinen in die legalität drängen lassen haben, schreibt uns die gema auch ganz legal rechnungen. wenn wir die nicht bezahlen, werden die vereine auch ganz legal haftbar gemacht. so läufts halt. vorschläge wie man sich sonst dagegen wehren kann? bitte immer her damit!
uns geht es also darum nen riesen haufen weniger zu zahlen als wir es jetzt schon tun und die bisherige resonanz auf unsere aktivität lässt darauf schliessen, dass anderen das auch lieber ist als wie bisher weiterzublechen.

@ notenstecher: was soll eigentlich dieses rumgepöbel?? unterstellst uns schlaumeierei? nur mal nebenbei: ich betreib selber seit jahren ein netlabel, auf dem sachen unter cc lizenzen veröffentlicht werden, bin musiker der seinen eigenen kram unter cc lizenzen veröffentlicht, bin nebenbei auch in der musikpiratenliste als nicht gema musiker gelistet und hab auch noch seelenmeyers petition und diverse andere unterzeichnet. als veranstalter im hiesigen AZ nützt mir das alles aber wenig und das wird es auch in 10 jahren "cc revolution" sicherlich nicht tun! wer glaubt, solche sachen würden schon zeigen, dass man die gema nicht braucht und dann wird sich schon abgeschafft werden ist deutlich naiver als derjenige, der gleich versucht den schaden möglichst gering zu halten, den die rechtliche bevorteilung der gema allen subkulturellen und unkommerziellen veranstaltern verursacht.
und gib mal bitte beispiele für die, die auf teufel komm raus nicht mit der gema verhandeln wollen, deren rechnungen auch nicht zahlen und auch nicht bibbern unter all den weiteren rechtlichen schritten, die die gema als nächstes gegen sie einleiten wird? bitte her damit! auf deren anarcho taktiken wär ich wirklich gespannt und hoffe, ich kann was draus lernen. nur heisse luft wie in deinen kommentar hilft hier wirklich niemandem. wenn du also nur runterputzen willst, bitte am punkerstammtisch und nicht hier^^
die leute, die da aus "politischen gründen" nicht mit der gema verhandeln wollen sind wahrscheinlich unter anderem die leute, die mir sagen: "ja wir würden dich gern einladen bei uns mal n liveset zu spielen, allerdings haben wir kein geld und du musst uns dann 21,50€ für die gema rechnung geben." ich darauf: "wie bitte, ich bin nicht in der gema und spiel nur eigenen kram!" antwort" ja egal, wir haben halt keinen bock uns mit denen rumzuschlagen." meinst du solche spezis?

spielt einfach gema-freie Musik

Bugs&Bunny 03.02.2012 - 18:41
na wenn euch die gema-spacken nerven, spielt einfach freie musik, z.b.  http://www.jamendo.com/de/
Könnt euch ja jede Woche eine Liste dort zusammenstellen und an die gema-nazis schicken, viel spaß denen beim ein- und abtippen. Schon blöd wenn da mal zufällig rechtschreibfehler drin sind...

Freie Musik

b 03.02.2012 - 22:06
Freie Musik und Anarcho Style gabs doch schon. Die wunderbar renitente KTS ist den Weg gegen die GEMA gegangen soweit es ging. Wie es kommt, dass die KTS für freie Musik und CC lizenzierte Musik dick an die GEMA abdrückt, könnt ihr lesen unter:

 http://linksunten.indymedia.org/de/node/54192

Der Verband ist das Ergebnis.

mit oder ohne, du kannst dich entscheiden

[110] 04.02.2012 - 09:59
die kritik an der praxis der wahrnehmung sowie die kritik an
dem exclusiven wahrnehmungsrecht sowie der monopolstellung
der einzigen VG gema ist natürlich gerechtfertigt.

trotzdem ist das gejammer von veranstaltern genauso paradox
wie die praxis der gema spitzel tätigkeit: niemand ist gezwungen
gema-material zu spielen, und wer es doch tut, der muss eben zahlen.

wem also die kontrollen, die rechungen, und die konflikte auf die
nerven gehen, der soll doch bitte einfach freie musik spielen, dann
hat er auch keine probleme.
grundsätzlich gilt: wenn die gema mit einer rechnung kommt, ist
SIE in der beweispflicht, was aufgeführt wurde.

z.b,

daria 04.02.2012 - 10:35
weiß eigendlich jemand wo man seine musik unwiederruflich als freie musik lizensieren kann

Gesamtvertrag?

Gestalt 04.02.2012 - 13:17
Kein Vertrag mit Verbrechern!

Die Welt der freien Musik wird immer größer.

Peinlich ist, dass Demoveranstalter, Freiraumkneipen, u.s.w. immer wieder GEMA- und Kommerz-Musik spielen. Da sag ich nur: Selber Schuld!

Seid froh, dass diese, nur für einen Zweck produzierte, Musik uns endlich vorenthalten wird, wie z.b. durch das Content-Management auf Videoportalen. Ich sage danke!, dass ich davor endlich verschont werde.

gema/flora

(b) 04.02.2012 - 23:55
fuck gema/flora bleibt...da sollte man auch wissen das die flora selber jede menge gema zahlt...

Entweder "Autonome Szene" oder ...

logischer Widerspruch 08.02.2012 - 12:12
... Vertrag mit der Gemma.

Ergo verstehe ich das alles nicht. Lässt sich die "Autonome Szene" auf einen Vertrag mit der Gemma ein, dann ist sie nicht autonom, insofern fehlt der Vertragspartner.

Womit ich nicht sagen will, dass man gewisse legale Tatsachen ausblenden kann, sondern nur sagen will, dass der Euphemismus "autonom" irgendwann richtig peinlich wird.

Gema halt´s Maul!

Anarchist 10.02.2012 - 10:43
Die eigene Kunstszene aufbauen und stärken, das wäre autonom.
Legal, illegal, scheißegal? Das ist die Entscheidung jedes Freiraums selbst!

Wer keine GEMA spielt, zahlt auch nichts! Beweispflicht hin oder her. Da kann sich die Gema noch so sehr auf den Kopf stellen.Gegen Ungerechtigkeit hilf eine gute eigene Öffentlichkeitsarbeit.

Offensiv und mit voller Breitseite gegen die Gema! Auch das wäre autonom...

Aber autonom in Deutschland 2012? Geht das überhaupt?

Da werden dann immer schön die Phantasielisten für die Gema ausgefüllt! Voll revolutionär!

VIVA Autonomia

A 10.02.2012 - 13:36
Der Text hier und der von der KTS geben doch alles her für ne Kampagne gegen die GEMA. Wo bleiben die Ideen, die Unterstützer_innen und die Solibekundungen.
Die GEMA holt sich ihre Infos übrigens ausm Internet, hier schickt niemand irgendwelche Listen an die. Die Listen wurden erst vor Gericht herausgeholt. Und wer nicht beweisen kann, dass keine GEMA Musik gespielt wurde, der zahlt - basta! Lest euch doch denn Fall der KTS durch. Ist doch alles verlinkt.

Die Forderungen der GEMA zu ignorieren wäre natürlich das beste. Dann müsste man vorher nur die Vereine abschaffen, von denen, oder von den Vorständen holt sich die GEMA ihr Geld.
Nur blöd, dass es dann keinen Internetvertrag im Az mehr gibt. Aber gut, liest man halt im Infoladen - aber nur das alte Zeug, gibt ja kein Konto um die neuen Zeitschriften etc. zu bezahlen. Na ja, lesen ist eh bürgerlicher Quatsch. Gehn wir Musikhören im Keller. Ach ne, Strom ist ja auch keiner da. Dann halt Alk. Scheiße, lauwarmes Bier beim Öffnen über die Hand geschüttet und das, wo uns die Stadtwerke das Wasser abgedreht haben.
Aber wenigsten kann uns nun die GEMA nicht mehr anscheißen.

Crusten an die Macht!!

Crusty 02.03.2012 - 17:13
wenn ihr auch den ganzen Modescheiß spielt habt ihr selber schuld,nichts gegen /Techno/Hiphopscheiße ihr könnt es gerne hören,aber wenn ihr solche Kommerzscheiße,solltet ihr auf sowas gefasst sein.
Also heult nicht rumm,
Es gibt genügend Künstler und Bands die für mich interressanter sind als der ganze Hiphop oder electroquatsch,
POPMusik go Hell...Make Punkrok and Crust massaker in the AJZ-s.
POP MUSIK Fuck YOU!!!

bla

bla 06.03.2012 - 00:54
@patthoefer
was fuer kollegen haste denn?oder doch eher kameraden...klingt auf jeden fall so als ob de ma wieder etwas viel auf den naziforen rumgehangen haettest..."frauen geht nach hinten und lasst die wahren maenner die gefechte austragen"
das soll also kein sexismus sein??
nein ueberhaupt nicht, hast recht, bist "nur" ein wuetendes arschloch!

pfändung

anonym 29.03.2012 - 14:27
soweit mir bekannt ist, ist die forderung der gema an einen verein eine zivilrechtliche sache.wenn es zu einem mahnverfahren kommt, kommt irgentwann der "kuckuck" (gerichtsvollzieher). wenn ich als e.v. nicht prfitorientiert arbeite, dann habe ich meist kein oder kaum einkommen. es gibt auch pfändungsgrenzen! wenn also nun der gerichtsvollzieher im auftrag der gema kommt müsste er doch feststellen, dass der e.v. zahlungsunfähig ist. dann werden die schulden bis zur zahlungsfähigkeit gestundet! was vermutlich nie der fall sein wird und die gema schaut in die röhre! oder was!?

GEMA-Hetze kaschiert Enteignung

Schreiber 20.07.2012 - 00:34
Warum gibt es Verwertungsgesellschaften für Musik, Text und Bilder? Weil hinter den Produkten Menschen stehen, die dafür arbeiten!
Unter diesem Aspekt wird die gesamte Diskussion um GEMA & Co. etwas greifbarer. Wer Zeit und Arbeitsleistung aufwendet, soll daraus einen Nutzen ziehen können. Konkret ist dies ein Einkommen, von dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
Genau dies ist das Lebensmodell sehr vieler UrheberInnen. Sie stellen deshalb Musik, Texte und Bilder her.
Niemand würde von einem Bäcker verlangen, dass er seine Brötchen gratis verteilt. Das ist aber die Forderung nach Abschaffung von Zahlungen an die Urheber bei einer Nutzung ihrer Werke. Die GEMA wird als eine Institution wie das Finanzamt angesehen und ist daher der Buhmann. Abzockverein wäre da dann wohl der richtige Titel.
Nur: Eigentlich soll sie die Voraussetzungen schaffen, dass die Kreativen im Krankheitsfall nicht alleine gelassen werden, sie bei Berufsunfähigkeit nicht mittellos bleiben und vielleicht im Alter nicht alleine auf Almosen angewiesen sind.
Wer also meint, GEMA und die anderen Verwertungsgesellschaften seien überflüssig, senkt Sozialstandards, für die einst gekämpft wurde. Ich gehe so weit, dass eine Abchaffung Diebstahl wäre, und UrheberInnen um ihre Leistung betrogen würden.
Wie die Verwerter ihre Verträge gestalten, das ist ein anderes Thema. Hier darf die Kritik angesetzt werden. Ebenso am rechtlichen Status der Verwertungsgesellschaften wie GEMA. Es gibt genügend UrheberInnen, denen die derzeitige Praxis sauer aufstößt.
Derzeit ist ein "Leistungsschutzrecht" für Zeitungsverlage in Arbeit. Für die UrheberInnen bringt dies keinen Vorteil. Mehr noch: Die Zeitungsverlage nahmen ihnen über Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sämtliche Rechte an ihren eigenen Werken ab.
Genau diese Situation wäre zu skandalisieren. Eine Enteignung der Urheber durch die Zeitungsverlage. Passend dazu wird aber die GEMA-Hetze lanciert.
So, jetzt muss ich noch zwei Texte verfassen, die mir dann erlauben, mit dem Honorar beim Discounter einzukaufen, damit Frau, Sohn und ich eine Woche etwas zum Essen haben.