Endlich mal wieder: Hausdurchsuchung Saasen

Kerstin Schrader 15.11.2011 18:07 Themen: Repression Ökologie

Am 14.11.2011 rückte das LKA Sachsen-Anhalt mit drei Personen plus weitere, die noch an Grundstückecken wachten, in der Projektwerkstatt ein. Sie hatten einen Durchsuchungsbeschluss dabei, der nur eine Person auf ziemlich krude Weise zum Tatverdächtigen verschiedener Straftaten machte: Diese hätte die Genversuchsfelder in Üplingen zerstört "oder" illegal beschaffte Unterlagen aufbewahrt "oder" ... Offenbar steht hinter dem Ganzen keinerlei handfestes Ermittlungsergebnis, denn diese Verbindung mit "oder" wirkt äußerst unseriös. Der Ablauf der "Durchsuchung" war dann auch sehr zurückhaltend - und bot sogar Spaß. Denn dass in Hessen Polizei aus weiter Ferne agierte, hatte ein Vorspiel ...

Das die mageren Ermittlungsansätze für einen Durchsuchungsbeschluss reichten, war bei der sachsen-anhaltinischen Justiz nicht überraschend. Die ist seit Jahren eine willig vollstreckende Hilfstruppe der Gentechnik- und anderer Seilschaften. Dabei war der Beschluss sogar überflüssig. Denn was die Herren von der Polizei in der Hauptsache suchen, wäre ihnen auch ohne diesen überreicht worden. Denn es ging, wie erwartet, um die Unterlagen, die die unbekannten FeldbefreierInnen im Juli bei ihrem Ritt durch die Plantagen mitgehen liesen (siehe Bericht in der TAZ). Die LKAler waren schon informiert, dass die Unterlagen auch ohne Durchsuchungsbefehl herausgegeben werden sollten - das war ja im Internet zu lesen. Also erhielten sie den dicken Briefumschlag und waren dann auch zufrieden. Die Durchsuchung selbst fiel also aus. Die weiteren Sachen, die im Durchsuchungsbeschluss aufgelistet waren, erschienen den LKAlern offenbar selbst nicht besonders plausibel, warum die ausgerechnet in der Projektwerkstatt zu finden sein könnten.

 

Polizei ist Ländersache - was machen die Magdeburger LKAler in Saasen?

Über den harmlosen Verlauf des Vormittags mögen die früh angereisten Ordnungshüter (kommen aber ja auch aus dem Land der Frühaufsteher) zufrieden gewesen sein. Allerdings hatte sie etwas ganz Anderes gestört, was sie auf Nachfrage des Betroffenen dann zerknirscht einräumten. Der frage sie nämlich, ob sie sich verfahren hätten, da zwischen Durchsuchungsbeschluss und Ankunft fast drei Monate liegen würden. Sie antworteten darauf mit Hinweis auf die komplizierten Verhältnisse in Hessen. Eigentlich wäre ja die dortige Polizei zuständig, aber die wollte gerade nichts mit der Projektwerkstatt zu tun haben (zum Hintergrund siehe auf www.fiese-tricks.de.vu bzw. direkt hier). So mussten sie aus Sachsen-Anhalt selbst anreisen.

 

Justiz als Retterin ungewünschter Herrschaftstechniken?

Neben den Regierungen und ihren Institutionen kommt immer wieder Justiz als Retterin für die angeschlagenen MillionenbetrügerInnen zu Hilfe. So soll jetzt in Sachsen-Anhalt eine ganze Prozessserie über GentechnikkritikerInnen schwappen. Es laufen oder starten zusätzlich zu dem Verfahren, welches durch den Durchsuchungsbeschluss bekannt wurde:

  • Prozesse wegen Sachbeschädigung gegen die FeldbefreierInnen von Gatersleben (Aktion 2008): in der Revision ++ Zivilprozess in der 2. Instanz
  • Strafprozesse wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung wegen der Besetzung im Jahr 2009 auf dem Gelände des Schaugartens Üplingen ... Ort wird das Amtsgericht Oschersleben sein!
  • Strafprozesse wegen Hausfriedenbruch gegen SpaziergängerInnen im Ort Üplingen (ganz offensichtlich angezettelt, nur um die GegnerInnen zu kriminalisieren, der Vorwurf ist komplett unsinnig ... aber es gab sofort Strafbefehle, d.h. Gentechnikmafia, Staatsanwaltschaft Magdeburg und Amtsgericht Oschersleben kungeln!) ... Ort wird auch hier das Amtsgericht Oschersleben sein, mit Kerstin Schmidt auf der ZeugInnenbank!
  • Strafprozess wegen Beleidigung gegen zwei Menschen wegen einer kopierten Seite aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit". Obwohl die bereits gerichtlich überprüft und zugelassen ist, wollen die gentechnikmafia-hörigen Justizbehörden in Sachsen-Anhalt offenbar nochmal einen Versuch starten, die Kritik zu verbieten - diesmal per Strafrecht (Anklage ++ Zulassung zum Hauptverfahren). Ort wird auch hier das Amtsgericht Oschersleben sein, mit Uwe Schrader auf der ZeugInnenbank!
  • Strafprozess wegen Hausfriedensbruch gegen eine weitere Einzelperson, die in den Tagen des InnoPlanta-Forums 2010 in der Feldmark der Umgebung angetroffen wurde (was zwar eigentlich nicht verboten ist, aber das schert eine politische Justiz bekanntlich nicht).
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Ergänzungen

taz-Artikel dazu

uwe schmidt 21.11.2011 - 09:17
Ein Artikel findet sich heute unter  http://www.taz.de/Konflikt-um-Gentechpflanzen/!82236/. Interessant daran ist auch noch, dass es in Üplingen einen Tatverdächtigen gibt und in Rostock nicht - aber die Polizei selbst sagte, dass es wohl die gleiche Runde gewesen sein dürfte. Fahnden ins Blaue hinein ...

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Bitte bitte bitte

lesbar 16.11.2011 - 00:04
bitte überarbeitet euer Webtemplate, jedes mal wenn ich auf der projektwerkstatt lande, mach ich irgendwann die Seite zu, weil ich einfach nicht weiterlesen kann.

Vll. führt ihr euch mal folgendes zu Gemüte:

 http://www.pixelbande.de/uber-die-lesbarkeit-von-webseiten/

Da gibt es jede Menge Gestaltungstipps um eine Seite lesbar zu machen. Ich will mir euren Content nicht mehr in Textdateien kopieren nur damit ich es lesen kann.

solidarische Grüße

@lesbar

Fred 16.11.2011 - 19:06
Drück Strg und +, dann wird die Schrift auch größer (zumindest im Firefox). Davon abgesehen ist der Inhalt tausendmal wichtiger als das Design.
Sätze wie
"Ich habe keine Lust, “größer” oder “kleiner” Knöpfe zu drücken oder irgendwelche Einstellungen im Browser verändern. Wie wir alle will ich einfach nur drauf los lesen. Eine Webseite soll sich gefälligst anpassen, nicht ich mich!"
auf der verlinkten Webseite sind bezeichnend für die Erwartungen, die dahinter stehen. Etwas weniger Dienstleistungsmentalität bitte!