[Ffm] Brutale Räumung der Schumannstraße 60!
Darüber hinaus waren unter den 84 Festgenommene mindestens fünf Minderjährige, denen jetzt die Strafverfolgung droht. Der Ermittlungsausschuss (EA) hatte mit einem »Communicator« der Polizei vor Ort die Vereinbarung getroffen, dass alle Minderjährigen an den EA übergeben werden. Nach einer hessischen polizeilichen Dienstvorschrift muss die Polizei mit Minderjährigen anders als mit Erwachsenen verfahren und besonders auf die Verhältnismäßigkeit achten. Diese Vereinbarung wurde gebrochen und die Minderjährigen so wie die anderen in Gefangenentranportern zu Polizeipräsidium gebracht. Ein Teil der Inhaftierten wurde trotz frostiger Außentemperaturen und immer noch gefesselter Hände bis zu einer Stunde bei offenen Türen in den Transportern gelassen oder in die Käfige im Hof des Präsidiums gesperrt.
Im Zuge der Räumung wurde außerdem ein Pressevertreter, der sich gemeinsam mit den Besetzer_innen im Haus aufgehalten hatte –trotz Vorzeigen des Presseausweises – von den Polizisten festgenommen. Damit wurde die Berichterstattung und die Pressefreiheit von den Polizist_innen bewusst beschnitten.
Vor dem Haus hatten sich zu Beginn der Räumung spontan über 100 Menschen versammelt, die die Menschen im Haus unterstützen wollten. Nachdem diese zunächst von der Polizei abgedrängt worden waren, und die Leute im Haus nicht mehr direkt unterstützen konnten, wollten sie Anschluss an die Räumung, gegen den Polizeieinsatz und die Wohnungsnot in Frankfurt protestieren. Als sich die Spontandemo in Bewegung setzen wollte, gingen Polizist_innen mit Schlagstöcken gegen die Demonstrant_innen vor. Außerdem wurde von Beginn an die gesamte Demo abgefilmt, ohne dass es eine rechtliche Grundlage gegeben hätte. Auch während der Demonstration wurden noch mindestens zwei Leute ohne ersichtlichen Grund festgenommen.
Die letzten Gefangenen wurden erst am frühen morgen, gegen 4 Uhr aus dem Polizeipräsidium entlassen. Die Inhaftierten erhielten Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch und außerdem Platzverweise für das Gebiet um das Polizeipräsidium und den Block rund um die Schumannstraße 60, die bis heute, Freitag um 24 Uhr gelten.
Aus Solidarität mit der Besetzer_innen und um gegen die Polizeigewalt zu demonstrieren, findet heute Abend eine Demonstration statt. Treffpunkt ist um 19 Uhr vor dem KOZ auf dem Campus Bockenheim.
Stellungnahme des Arbeitskreises kritischer Juristen: http://akjffm.blogsport.de/2011/10/21/akj-frankfurt-verurteilt-den-unverhaeltnismaessigen-polizeieinsatz-waehrend-der-raeumung-der-schumannstrasse-60/
Website der Besetzer_innen: http://schlaflosinfrankfurt.blogsport.de/
Infos auf Twitter: http://twitter.com/mietenjawatdenn
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
schäden
video der räumung:
Video der Räumung
[FFM] Hausbesetzung und Räumung der Schumannstraße 60 am 20.10.2011 from Janina Vogel on Vimeo.
Übersetzung ins Englische
On Thursday, 20 October, students from the Goethe-University Frankfurt had occupied after a student assembly a vacant house in the “Schumann Strasse 60” in Frankfurt's Westend. With the occupation they wanted to point out the contradiction between the currently existing shortage of affordable housing and the high vacancy rate of buildings in Frankfurt. The occupiers had behaved entirely peaceful, damaged nothing and the house (that is administered by the state's own “Hessian Real Estate Management”) had been empty for years. With the occupation of “Schumann Strasse 60” they wanted to create a long term self-managed residential and cultural center. The squat was brutally evicted later that night.
Contrary to a report by the Hessian Radio and the commitments given by operational control earlier that evening, stating that the police did not plan to evict in the near future, they began to evict the building by force around 11p.m.
The notorious specially advanced “proof backup and detention unit” (BFE) from Lich (a city nearby Frankfurt), which has already struck many times by disproportionate action in protests and demonstrations, arrived with a battering ram to the house and caused considerable damage to the front door. They also destroyed a number of windows. The remaining 84 occupiers still in the house had gathered at this time in an upstairs room. The occupiers were carried out brutally and cops/BFE tied their hands with cable ties. This action by the police was done in such a manner that it led to significant portion of injuries and painful bruising on the wrists of those affected. Some of those arrested later reported that as cops lead them outside their fingers were painfully bent backward and overstretched.
Moreover, among the 84 arrested were at least five minors, who now are being threatened by prosecution. The autonomous “Commission of Inquiry” (“Ermittlungsausschuss”, EA) had an agreemement with a “Communicator of the police,” that all minors would be handed over to the EA. According to Hessian police service regulations the police must act differently with minors than with adults. This agreement was broken as they were brought to police headquarters. A portion of the detainees, despite cold temperatures and still handcuffed had to remain for up to an hour, left in the vans with the doors open or in locked in cages in the open courtyard of the police headquarters.
During the evacuation a press representative, who had stayed together with the occupiers in the house was detained by the police, despite showing his press card. Thus, the reporting and press freedom was curtailed by the cops.
The last prisoners were not released until the early morning, around 4a.m. from the police headquarters. The detainees were given criminal charges for trespassing and also restraining orders for the area around the police headquarters and the block around the “Schumann Strasse 60”, which still apply today, Friday midnight.
Translated from:
Occupiers’ website:
Video from the squatting and eviction:
Solidarity notes can be send to:
Bild.de berichtet:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
ACAB
Scheiß Polizei...
Nichts beschädigt?
Es ist doch klar, dass die Polizei dann räumt, bzw. räumen muss. Würden diese Besetzungen wirklich friedlich verlaufen und nichts kaputt gemacht werden, dann gäbe es durchaus Möglichkeiten, die Besetzung zu tolerieren. Da es bisher aber immer zu Sachbeschädigungen gekommen ist, braucht man sich nicht wundern, dass die Besetzungen gleich wieder beendet werden. Denn damit tut man nichts als weitere Beschädigungen vorzubeugen. Da nützen auch einschlägig eingefärbte Berichte wie dieser hier wenig, um die öffentliche Meinung in das vermeitlich rechte Licht zu rücken...
Wegen "Sachbeschädigung"
+++Müller-Esterl bietet Sofa an+++
@egal
Natürlich schlagen die nicht in die Gesichter, das wäre viel zu offensichtlich. Die wissen schon, wie man jemanden peinigen kann, ohne sichtbare Verletzungen zu hinterlassen.
Polizei-Gewalt fängt nicht erst bei gebrochenen Nasen an, sondern ist viel subtiler, aber dadurch nicht weniger verletzend!
ACAB
?
Wacht endlich auf
Nein, nach der Logik die ausschlaggebend ist, wurde Sachbeschädigung vorgenommen. Ich möchte so ein Gekrakel, nebenbei gesagt, auch nichtmal im Flur meiner Wohnung haben.
Diese ganze gespielte Naivität ist einfach nur noch lächerlich. Es wird sich und dem Rest der Welt ganz bewusst etwas vorgemacht, nur um dann wieder umso empörter aufschreien zu können. Wenn ihr Sachbeschädigung begeht, dann kommen halt irgendwann die Bullen und schmeissen euch raus. Dabei muss man mit dem einen oder anderen blauen Fleck rechnen. Hört doch auf, so überrascht zu tun! (die evtl. angemessenen rechtlichen Schritte wg. Körperverletzung im Amt u.Ä. stehen ja nochmal auf einem anderen Blatt, aber diese gekünstelte Empörungs-Maschinerie ist zum kotzen!)
Ist doch das gleiche wenn auf Demos 15-jährige Kinder-Autonome von Anfang an in Vollvermummung rumrennen oder irgendwelche anderen Klappspaten Dinge tun, von denen jeder einzelne von euch weiß, dass die Polizei sie nicht durchgehen lassen kann! Aber dann so überrascht und verängstigt tun, wenn die Greiftrupps kommen.
Hauptsache, dann noch die Realität völlig verzerrende Berichte hier auf Indy reinstellen, in der Masse bestätigt man sich halt selbst und hat dadurch dann alle Rechtfertigung und jeden Rückhalt dass alles genauso gewesen ist und vor allem dass man selbst ja völlig unschuldig war...
Könnt ihr eigentlich darüber nachdenken? Oder seid ihr dann gezwungen, euch mit etwas hartem auf den Kopf zu hauen, um diese abweichlerischen Gedanken zu verdrängen?
@schallundrauch
verschwörungsnazimist löschen!
...
Es ist völlig irrelevant, wer hier größere Sachbeschädigungen angerichtet hat, wie der Gesamtzustand des Gebäudes ist oder ob spekulativer Leerstand unmoralisch ist oder nicht. Es geht einzig und allein um Scheinheiligkeit, die hier wieder extrem offensichtlich praktiziert wird.
Was das mit Verschwörung oder Nazi zu tun haben soll, steht auf einem ganz anderen Blatt. "Mist" kann man wohl gelten lassen, wenn man das ganze anders sieht. Aber die anderen beiden Zuschreibungen offenbaren nur geistiges Unvermögen über den Tellerrand zu schauen.
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