Warnemünder Woche: Naziwache für NDR-Bühne

dannythommymichi 08.07.2011 18:50 Themen: Antifa
Skandal zur Warnemünder Woche? Die Sicherheitsfirma ExSiRo sichert das Veranstaltungsgelände. Einer ihrer Angestellten ist ausgerechnet der gewalttätige Rostocker-Nazi Michael Fischer. Sein Arbeitsort: die NDR-Bühne vor dem Leuchtturm.
Derzeit finden die „Warnemünder Wochen“ in Rostock statt. Die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Segel-Großveranstaltung erstreckt sich in diesem Jahr vom 2. bis zum 10. Juli. Ermöglicht von verschiedenen regionalen Sponsoren finden verschiedene Segelregatten, aber auch Bühnenveranstaltungen statt.

Das Veranstaltungsgelände erstreckt sich vom Warnemünder Bahnhof, über den Alten Strom bis zum Hotel Neptun. Für die Sicherheit und den Wachdienst sorgt die Rostocker-Sicherheitsfirma ExSiRo. Einer ihrer Angestellten ist der stadtbekannte Nazi Michael F. Sein Einsatzgebiet ist die Bewachung der NDR-Bühne (NDR1-Radio MV/Nordmagazin) direkt am Leuchtturm.

Der aus Rostock kommende Michael F ist Mitglied der Neonazi-Kameradschaft „Nationale Sozialisten Rostock“ (NSR), die seit 2008 aktiv ist. Die Gruppierung fährt nicht nur auf Nazi-Demos und marschiert mit der NPD und anderen rechtsextremen Organisationen durch die Städte des Landes. Darüber hinaus präsentieren sich die Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Rostock“ als „autonome Nationalisten“, welche als besonders gewaltbereit gelten. Bei Demonstrationen greifen sie Journalist_innen an oder verüben schwere Angriffe auf Antifaschisten. Auch ein Zusammenhang zu Angriffen auf Bürgerbüros demokratischer Parteien wird immer wieder hergestellt, tauchten doch im Kontext solcher Übergriffe Schmierereien der 'NSR' in unmittelbarer Tatortnähe auf.

Michael F, der eine bedeutende Rolle bei den „Nationalen Sozialisten Rostock“ einnimmt, dient sich außerdem der NPD an und schreibt regelmäßig unter seinem Namen auf der Nazi-Internetseite „Mupinfo“. In seinen Artikeln hetzt er gegen das demokratische politische System Deutschlands und rechtfertigt Straftaten seiner Neonazi-Kameraden.

Mit seinen andauernden Nazi-Aktivitäten zeigt Michael F einmal mehr, dass er jederzeit für seinen nationalsozialistischen Wahnsinn einzutreten bereit ist. Da er auch privat Waffen bei sich führt, ist davon auszugehen, dass er diese auch auf seiner Arbeit mitführt. Damit stellte er eine enorme Gefahr für Rostocker_innen und Touristen_innen dar. Übergriffe auf Andersdenkende oder Andersaussehende sind mehr als wahrscheinlich.

Die Besucher_innen der „Warnemünder Woche“ werden einem unverantwortbaren Risiko ausgesetzt, wenn sie auf den gewaltbereiten Nazi treffen, welcher das Hausrecht nach seinem Bemessen durchsetzen kann. Die Veranstalter und die Firma ExSiRo müssen sich außerdem den Vorwurf gefallen lassen, dem Nazi Michael F, seine Idee des Nationalsozialismus finanziell zu unterstützen.

Sicherlich ist es auch für die Sponsoren und Organisatoren nicht angenehm, dass die Bühne des NDR von einem verfassungsfeindlichen Schläger bewacht wird: Neben der Ostsee-Zeitung, der WIRO, der Ostseesparkasse und der Rostocker Brauerei usw., unterstützt auch die Hansestadt Rostock und der Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Großveranstaltung. Wollen diese nicht mit Nazis in Verbindung gebracht werden, sollten sie den Veranstalter auf die Problematik hinweisen und für ein nazifreies Spektakel sorgen. Ansonsten sehen sich regionale Antifaschisten gedrängt, mittels offensiver Aufklärungsarbeit vor Ort für eine sichere und tolerante „Warnemünder Woche“ einzutreten.
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Ergänzungen

Pressemitteilung und Hintergrundbericht

antifa_unlimited 09.07.2011 - 01:41
Pressemitteilung über Fischers Tätigkeit als Security auf Warnemünder Woche
 http://unlimited.blogsport.de/2011/07/08/rostocker-neonazi-als-security-auf-warnemuender-woche/

Bericht über Fischers Tätigkeit als Security auf Warnemünder Woche
 http://unlimited.blogsport.de/2011/07/08/fragwuerdiges-engagement-neonazi-auf-warnemuender-woche/

Es gint ein Antidiskriminierungsgesetz

Stefan 10.07.2011 - 12:15
Sicherheitsfirmen prüfen im allgemeinen sehr genau, wer für sie arbeitet. Dies wird zudem von vielen Auftragebern verlangt. Im Fall des NDR it davon auszugehen, dass dies auch so geschehen ist.
Damit ist davon auszugehen, dass der entdeckte Neonazi die geforderten Kriterien erfüllte. In dem Fall hatte die Sicherheitsfirma aber auch keine andere Wahl mehr als ihn einzustellen. In Deutschland ist es verboten jemand wegen seiner Hautfarbe, seines Glaubens nicht einzustellen. Das gilt bedingt auch für die Weltanschauung. Sollang es nicht erklärt andersdenkende verprügeln zu wollen, und ihm wäre die Einstellung verweigert worde, hätte er wegen Diskriminierung klagen können.

Was haben Zahnbürsten mit Outings zu tun?

Dr. med. Den Rasen 10.07.2011 - 20:48
Was für ein sinnloses und blödsinniges outing ... Informationsgehalt tendiert gegen Null, Skandalträchtigkeit tendiert gegen Null und wenn in Folge eines Outings die Konsequenzen ausbleiben, macht man sich einfach nur unglaubwürdig. Der liebe Michael - der jetzt im übrigen schon das dritte Mal geoutet wurde, wie sich ja hier bei Indy auch gut rückverfolgen lässt - wird irgendwann auch einfach mal auf den Trichter kommen, dass das ganze recherchemäßige Säbelrasseln einfach mal absolut gar keinen Bedrohungscharakter hat, wenn in naher Zukunft nicht eines Morgens in aller Frühe dann doch mal die Zahnbürste ins Leere greift!

gebühren

kohlmaise 10.07.2011 - 21:43
ndr bezieht rundfunkgebühren, diese werden dann u.a. für diese sicherheitsfirma ausgegeben und davon bekommt auch dieser nazi etwas geld ab. das wäre der punkt der nicht cool ist. dann einen schon gewaltbereiten als aufpasser mit nem auftrag diese gewalt auch ausleben zu dürfen, in bestimmten fällen, dort abzustellen ist der zweite kackpunkt an dieser geschichte. beim 2. spielt die gesinnung durchaus keine rolle.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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@ ex — zxt

Extrem? — fatzke