LE: Anarchistische Solikundgebung

KronstadtRiseup 09.06.2011 14:47 Themen: Antifa Antirassismus Freiräume Repression Soziale Kämpfe
Am Mittwoch dem ersten Juni 2011 versammelten eine Gruppe AnarchistInnen vor dem griechischen Generalkonsulat in Leipzig (Gohliser Str 11) um, dem Solidaritätsaufruf der Group der libertären Kommunisten (Athens) nachkommend, ihrer Solidarität mit ihren GenossInnen und allen in soziale Kämpfe verwickelten Menschen in Griechenland Ausdruck zu verleihen. Im Fokus stand auch das Gedenken der Opfer_innen rassistisch motivierter Gewalt und die Bekundung der Solidarität mit Migrant_innen, die immer häufiger Opfer einer staatlich geförderten Pogromstimmung werden.
"Hoch die Antinationale und Antikapitalistische Solidarität!", so endete einer der Redebeiträge der Anarcho-Syndikalistischen Jugend Leipzigs am ersten Juni vor dem griechischen Konsulat in der Gohliser Straße.
In der Tat, war es ihr Motiv genau diese beiden Momente der Solidarität zu bekunden, als sie auf den Aufruf einer Anarcho-Kommunistischen Gruppe Athens reagierte und recht spontan zu einer Solikundgebung mobilisierte. Diese Spontaneität vereitelte zwar den Versuch breiter und sinnvoller zu mobilisieren, doch wurden auch die etwa 20 anwesenden Menschen ihrer Intension gerecht:
Die Kundgebung lief unter dem Titel "gegen faschistischen und staatlichen Terror in Griechenland" und erklärte sich, durch das Verlesen des Aufrufes der griechischen GenossInnen, in welchem diese unter anderem die unglaubliche Brutalität des griechischen Polizeistaates und dessen Koordination nationalistischer Mobs gegen Migrant_innen schilderten, solidarisch mit Menschen in Griechenland, die auf Grund ihrer Herkunft, ihrer politischen Tätigkeit, sei sie denn anarchistisch, kommunistisch, oder antifaschistisch, verfolgt und terrorisiert werden, solidarisch.
In dem Redebeitrag der jungen Anarchosyndikalist_innen, formulierten diese eine scharfe Kritik der kapitalistischen Produktionsweise und betonten, dass alle Opfer während der sozialen Kämpfe in Griechenland, ob durch Polizei oder Nazigewalt, aber auch durch verfehlte und unreflektierte Gewaltakte aus dem linken Spektrum, letztlich ihre Ursächlichkeit in kapitalistischen Sachzwängen haben.
Desweiteren wurde eine weiterhin notwendige libertäre Ausrichtung bekräftigt und in der Verlesung eines Kommentars der spanischen Gewerkschaft CNT, wurde ein Verweis zu der Situation der Proteste in Spanien gegeben und auf die strukturelle Ähnlichkeit der spanischen Situation zur griechischen hingewiesen.
Im Anhang sind alle drei Redebeiträge zu finden.
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Ergänzungen

Redebeiträge

KronstadtRiseup 09.06.2011 - 15:10
Redebeitrag ASJ1:
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genoss_innen
Was Menschen dieser Tage in Griechenland erleben zeigt,
wie sehr sich der griechische Staat an Wand gedrückt fühlt.
Einerseits, durch den drohenden Wirtschaftlichen Kollaps
und anderseits durch den mutigen Widerstand der Bevölkerung,
die um nicht weniger als ihre Würde als Menschen,
also gegen ihre Prekarisierung und Entmündigung ankämpft.
Doch kehrt der Staat in eben dieser Situation,
sein Wesen nach außen.
Er offenbart sich als sozial disziplinierender Apparat,
der die in ihm verwalteten Menschen mit dem Polizeiknüppel zu fügsamen Funktionsträger_innen des Kapitals macht.
Er garantiert dadurch,
dass er exzessiv und blutig von seinem Gewaltmonopol Gebrauch macht,
dass eine Produktionsweise, die für Menschen und Umwelt die Katastrophe bedeutet,
weiter walten kann.

Die sogenannte Krise des Kapitalismus, ist eine permanente Katastrophe, die sich in ihren Symptomen
dauerhaft und am stärksten in den Slums dieser Welt,
in durch Bürgerkriege und Genozid zerrütteten Landschaften
und in zerschlagenen Wäldern und vergifteten Meeren bemerkbar macht.

Doch langsam macht sie sich auch in der sogenannten ersten Welt bemerkbar.

EU-Länder wie Griechenland und Spanien stehen kurz vor dem Bankrott
und können nur durch das weitere aufblähen von Finanzblasen
vor dem ökonomischen Zusammenbruch bewahrt werden.

Dieser Zusammenbruch könnte die ganze Währungsunion mit sich reißen.

Massenarbeitslosigkeit und brutalste Sozialkürzungen,
die Lohnarbeiter_Innen in diesen Ländern in ihrer bürgerlichen Existenz bedrohen,
nehmen ihnen die letzten positiven Illusionen,
die sie vom Versprechen der Invisible Hand und Vater Staat hatten.

Denn sie erfahren massenhaft den Zerfall ihrer bürgerlichen Existenz
und der mit ihr einhergehenden Bürgerlichen Ideologie,
die ihren Freiheitsbegriff aus dem des Privatbesitzes ableitet.
Die Erfahrung der Entrechtung und Enteignung als Bürger,
birgt aber immer noch die Chance in sich,
diese Enteignung und Entrechtung als Anlass zu sehen,
seine Rechte und seine materielle Emanzipation als Menschen einzufordern.

Genau dies erleben wir im Aufbegehren tausender Menschen auf griechischen Straßen,
die ihre Autonomie,
ihre ökonomische und soziale Selbstbestimmung ,
jenseits von Staat und Kapital, einfordern.
Die sich nicht mehr vorschreiben lassen wollen,
ob und wie und unterwelchen Bedingungen sie zu arbeiten haben!


Griechischer Aufruf:

Genossen und Genossinnen,


Die Absicht dieser Mitteilung ist es euch kurz darüber zu informieren, was in den letzten Tage in unserem Land geschah. Außerdem möchten wir an alle AnarchistInnen weltweit einen internationalen Solidaritätsaufruf richten.

Griechenland ist an derzeit an einem kritischen Wendepunkt angelangt. Viele kritische Veränderungen finden auf gesellschaftlicher sowie politischer und wirtschaftlicher Ebene statt. Die Desintegration und Auflösung eines bislang dominanten Modells von Macht und Ausbeutung ist mehr als offensichtlich, So ist definiert, was allgemein „Krise“ genannt wird.

Was wir jetzt erfahren ist das vollständige Scheitern eines Systems, das nicht mehr länger in der Lage ist den gesellschaftlichen Grundkonsens sicher zu stellen und deshalb einen bedingungslosen Frontalangriff, ohne die typischen offiziellen Erklärungen, erleidet.

Zunächst, zu Beginn dieser Situation, die „Krise“ genannt wurde, bezog sich der Angriff auf die materialistischen Bedingungen. Hierunter fallen z.B. die Entwertung der Arbeit, horizontale Lohnsenkungen, „Flexibilisierung“ der Arbeitsbedingungen, die Institutionalisierung der Unsicherheit, der Preisanstieg bei Konsumgütern und öffentlichen Dienstleistungen sowie Kürzungen bei der Sozialhilfe. Einhergehend mit dem Verkauf öffentlichen Vermögens an private Individuen, einer ausgedehnten Polizeipräsenz auf den Straßen, den Auktionen, sowie der Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Außerdem, wurde eine beispiellose Propagandattacke lanciert. Die durch Staat und Kapital kontrollierten Massenmedien entfachten eine atemberaubende Zahl von Katastrophenmeldungen und Desasterszenarien und produzieren im Rahmen ihrer Berichterstattung ständig neue „Meilensteine,“ solche wie: „Wenn die Troika nicht die nächste Ratenzahlung der Schulden zustimmt, werden wir auseinanderfallen…“ Mit diesen Strategien, schafft es der kommunikative Mechanismus der Macht kontinuierlich einen Zustand von Terror aufrechtzuerhalten, der die Lähmung der Gesellschaft durch Erpressung bewirkt.

Jedoch hat für einen Teil der griechischen Gesellschaft und des Proletariats der Widerstand niemals aufgehört zu existieren, Von Zeit zu Zeit finden in unterschiedlicher Intensität Generalstreiks statt, an denen sich Menschen beteiligen, die aktiv Widerstand leisten und ihren Willen ausdrücken, gegen die von Staat und Kapital auferlegten Zustände zu kämpfen.

Auf der Generalstreiksdemo am 11. Mai in Athen marschierten abermals Tausende und verliehen ihrer Opposition gegenüber den unsozialen Maßnahmen des griechischen Staates ihre Stimme. (Maßnahmen, die die ArbeiterInnen und die Mehrheit der Menschen betreffen). Während der größte Teil der Protestierenden am Parlament vorbei gegangen und bereits wieder auf dem Rückweg war, griffen die Bullen, ohne provoziert worden zu sein mit sehr großer Brutalität die radikalsten Demoblöcke, von AnarchistInnen und Antiautoritären, Nachbarschaftsversammlungen, Basisgewerkschaften, außerparlamentarische Linke an. Sie schlugen mit beispielloser Rohheit zu und feuerten Unmengen von Tränengas, bis diese Blöcke aufgelöst waren. Mehr als einhundert DemonstrantInnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, einige mussten operiert werden.

Unser Genosse Yannis war der Demonstrant, der sich im Augenblick im kritischsten Gesundheitszustand befindet. Er hatte einen mörderischen Angriff durch die Bullen erlitten, der ein schweres Kopftrauma zur Folge hatte,. Lt. einem später veröffentlichen Bericht wurde Yannis im Zustand des Antimortem (Stadium vor dem Tod) ins Krankenhaus gebracht. Nach Feststellung der Ärzte musst er aufgrund des Umfangs der inneren Blutungen im Kopf sofort operiert werden; er wird seitdem von der Intensivstation intubiert. Sein Zustand ist immer noch kritisch, aber stabil.

Es ist offensichtlich, dass diese mörderischen Angriffe gegen Demonstranten am Mittwoch, den 11. Mai einem einzigen Zweck hatten als all die einzuschüchtern, die gegen die Angriffe von Staat und Kapital Widerstand leisten. Ziel war die Unterwerfung der Leute mit der Botschaft: „Bleibt zu hause, ruhig und diszipliniert.“

An dieser Methode der Herrschenden beteiligen sich immer mehr Rechtsaußen und / oder ihre parastaatlichen Ableger. Der Ausbruch rassistischer Gewalt vervielfacht sich über das ganze Land und erreichte letzte Woche, angesichts eines kaltblütigen Mordes an einen Bewohner im Zentrum von Athen den Höhepunkt.Viele MigrantInnen wurden zum Ziel, ein Pogrom gegen MigrantInnen wurde entfacht. Gruppen organisierter und / oder unabhängiger Faschisten, Rassisten und Anhänger der extremen Rechten griffen Migranten an, verletzten mehrere, während der Tod eines Flüchtlings wohl auch durch sie verursacht wurde. Gleichzeitig griffen Neonazis an der Seite der Polizei auch besetzte Häuser in der Innenstadt ein. Das führte dazu, dass wir AnarchistInnen uns selbst, unter Lebensgefahr gegen Polizei und faschistische Brutalität verteidigen mussten.

Der Ernst der Situation ist deutlich. Seitdem die Gesellschaft einen beispiellosen Angriff auf materielle Dinge erleidet befindet sich die anarchistische Szene, als eine der radikalsten Teile- unter polizeilicher und faschistischer Attacke ( (im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man die mörderische rasende Wut dieser Angriffe betrachtet).

Da ist der Grund, warum wir dringend zur internationalen Solidarität aufrufen!

Solidarität war immer eine der besonderen Werte von AnarchistInnen. Wir zählen immer auf Solidarität zur Unterstützung unsere Kampfes, der darin besteht sich gegen die Isolation und die Gefahr eines Rückzugs ins private Leben (gefördert durch die Staatsmacht) sowie die kapitalistischen Zustände von Individuation und den Abbau der kollektiven Idee zu wehren.

Jetzt, wo die griechische Gesellschaft und das Proletariat eine beispiellose Verschlechterung der Lebensbedingung erleidet, jetzt wo AnarchistInnen sich unter solch einer Unterdrückung befinden, die aktuell Dimensionen versuchten Mordes annimmt. Jetzt, wo das anarchistische, politische Umfeld im Visier von staatlicher Gewalt und faschistischer Gefahr steht, rufen wir alle unsere GenossInnen in der ganzen Welt zu Aktionen auf und wir bitten darum solidarisch zu unserem Kampf zu stehen: durch Organisation von Veranstaltungen, Demonstrationen, Märschen, Protesten, dem Verfassen von Texten, durch Worte und Aktionen; Alles, was die GenossInnen am angebrachtesten halten; jeder möglicher Ausdruck der revolutionären Solidarität, den nur Anarchisten kennen und demonstrieren wollen, vitalisiert unseren Geist und stärkt unsere Kämpfe.

Solidarische Grüße,
Group des libertären Kommunisten (Athen)
Eutopia – Beitrag für die libertäre Kommunalismus
















Ihnen gebührt unsere Solidarität!

Auf diese emanzipatorischen Bestrebungen,
oder zumindest diesen Widerstand,
reagiert der Staat, also der Zwangsverwalter der riesigen Mehrwertmaschine
die sich freie Ökonomie schimpft
mit unbeschreiblicher Brutalität.

Wer die Videos aus Griechenland gesehen hat weiß wovon die Rede ist.

Polizist_Innen dreschen auf bereits auf dem Boden liegende Demonstrant_Innen ein und koordinieren Überfälle des faschistischen Gesocks auf Migrant_innen,
Autonome Zentren und Besetzungen.

Die brutale Auflösung des Linksradikalen Blocks einer Demo am 11. Mai in Athen, durch die Polizei, brachte über 100 Menschen als Verletzte ins Krankenhaus
und einiger unserer Genoss_innen den Tod.

Weitere Opfer folgten.

Überhaupt vollzieht sich hier ähnliches,
was 1919 Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht tot im Landwehrkanal enden ließ.

Ein von emanzipatorischen Bestrebungen, oder einer Sozialen Revolte bedrohter Staat,
greift immer gerne auf den idiotischen und sadistischen Rechtsradikalen Pöbel zurück
und lässt ihn für sich die Drecksarbeit verrichten.

Oder er lenkt die regressiven Tendenzen seiner entmündigten und ausgebeuteten Subjekte auf Minderheiten.

Auch das erleben wir dieser Tage in Griechenland.

Die Polizei lässt Nationalistische Schlägertruppen bei ihrer Barbarei gegen vorallem Afrikanische Migrant_innen gewähren oder deckt diese grausigen Gewaltakte!

Dies ist von der Politik vielleicht gewollt,
um zumindest Neonazis in der Unterdrückung linksradikaler Bestrebungen
auf ihrer Seite zu haben,
oder um dem oft in Regression umschlagenden Volkszorn gegen Migrant_innen Luft zu geben.

In Gedanken sind wir auch vor allem bei den von Gewalt bedrohten und versehrten Migrant_innen!

Trotz all der aufgestauten Wut,
trotz der Verelendung und Knechtung
und trotz aller Legitimität des Widerstandes
dürfen Aufbegehrende in Griechenland nicht aufhören permanent ihre Mittel zu hinterfragen.

Wen 3 Menschen in einer mit Molotow Cocktails eingedeckten Bank verbrennen
und die Feuerwehr an Rettung und Löscharbeiten gehindert wird,
kann keinesfalls von einer Legitimität der Mittel gesprochen werden.

Dies ist nicht weniger als eine Menschliche Katastrophe.

Hier also der Apell an alle emanzipatorische Kräfte in Griechenland, ob Anarchist_Innen, Autonome, Kommunist_Innen, Antifaschist_Innen
und die sich gegen Pogromstimmung wehrenden Minderheiten,
sich nicht auf die Staatliche und Faschistische blinde Gewaltlogik einzulassen.

Hinterfragt im Rahmen dieser ausufernden Gewalt weiterhin eure Mittel.

Militanz und Gegenwehr sind zwar überall wo Repression und Ausbeutung herrscht unverzichtbar, doch sollte diese kein Freifahrtsschein für blindes wüten sein.
Wir gedenken hier auch der Opfer des Kapitals,
die in diesem Klima der Regression ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden.
Menschen in Griechenland, wir stehen euch in eurem Widerstand und eurem Unternehmen solidarisch zur Seite.
Hoch die Anitnationale und Antikapitalistische Solidarität!

Mea Culpa

KronstadtRiseup 09.06.2011 - 15:24
Ja richtig, ziemlich dämlicher Fehler meinerseits.
ASJ Redebeitrag ist dummer Weise in zwei geteil, mit dem griechischen Aufruf dazwieschen.
Die Fotos sind nicht besonders toll, sicher, das ändert aber nichts an der Zahl der Anwesenden an sich.
Hier nochmal der Redebeitrag ganz:

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genoss_innen

Was Menschen dieser Tage in Griechenland erleben zeigt,
wie sehr sich der griechische Staat an Wand gedrückt fühlt.

Einerseits, durch den drohenden Wirtschaftlichen Kollaps
und anderseits durch den mutigen Widerstand der Bevölkerung,
die um nicht weniger als ihre Würde als Menschen,
also gegen ihre Prekarisierung und Entmündigung ankämpft.

Doch kehrt der Staat in eben dieser Situation,
sein Wesen nach außen.

Er offenbart sich als sozial disziplinierender Apparat,
der die in ihm verwalteten Menschen mit dem Polizeiknüppel zu fügsamen Funktionsträger_innen des Kapitals macht.

Er garantiert dadurch,
dass er exzessiv und blutig von seinem Gewaltmonopol Gebrauch macht,
dass eine Produktionsweise, die für Menschen und Umwelt die Katastrophe bedeutet,
weiter walten kann.

Die sogenannte Krise des Kapitalismus, ist eine permanente Katastrophe, die sich in ihren Symptomen
dauerhaft und am stärksten in den Slums dieser Welt,
in durch Bürgerkriege und Genozid zerrütteten Landschaften
und in zerschlagenen Wäldern und vergifteten Meeren bemerkbar macht.

Doch langsam macht sie sich auch in der sogenannten ersten Welt bemerkbar.

EU-Länder wie Griechenland und Spanien stehen kurz vor dem Bankrott
und können nur durch das weitere aufblähen von Finanzblasen
vor dem ökonomischen Zusammenbruch bewahrt werden.

Dieser Zusammenbruch könnte die ganze Währungsunion mit sich reißen.

Massenarbeitslosigkeit und brutalste Sozialkürzungen,
die Lohnarbeiter_Innen in diesen Ländern in ihrer bürgerlichen Existenz bedrohen,
nehmen ihnen die letzten positiven Illusionen,
die sie vom Versprechen der Invisible Hand und Vater Staat hatten.

Denn sie erfahren massenhaft den Zerfall ihrer bürgerlichen Existenz
und der mit ihr einhergehenden Bürgerlichen Ideologie,
die ihren Freiheitsbegriff aus dem des Privatbesitzes ableitet.
Die Erfahrung der Entrechtung und Enteignung als Bürger,
birgt aber immer noch die Chance in sich,
diese Enteignung und Entrechtung als Anlass zu sehen,
seine Rechte und seine materielle Emanzipation als Menschen einzufordern.

Genau dies erleben wir im Aufbegehren tausender Menschen auf griechischen Straßen,
die ihre Autonomie,
ihre ökonomische und soziale Selbstbestimmung ,
jenseits von Staat und Kapital, einfordern.
Die sich nicht mehr vorschreiben lassen wollen,
ob und wie und unterwelchen Bedingungen sie zu arbeiten haben!
Ihnen gebührt unsere Solidarität!

Auf diese emanzipatorischen Bestrebungen,
oder zumindest diesen Widerstand,
reagiert der Staat, also der Zwangsverwalter der riesigen Mehrwertmaschine
die sich freie Ökonomie schimpft
mit unbeschreiblicher Brutalität.

Wer die Videos aus Griechenland gesehen hat weiß wovon die Rede ist.

Polizist_Innen dreschen auf bereits auf dem Boden liegende Demonstrant_Innen ein und koordinieren Überfälle des faschistischen Gesocks auf Migrant_innen,
Autonome Zentren und Besetzungen.

Die brutale Auflösung des Linksradikalen Blocks einer Demo am 11. Mai in Athen, durch die Polizei, brachte über 100 Menschen als Verletzte ins Krankenhaus
und einiger unserer Genoss_innen den Tod.

Weitere Opfer folgten.

Überhaupt vollzieht sich hier ähnliches,
was 1919 Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht tot im Landwehrkanal enden ließ.

Ein von emanzipatorischen Bestrebungen, oder einer Sozialen Revolte bedrohter Staat,
greift immer gerne auf den idiotischen und sadistischen Rechtsradikalen Pöbel zurück
und lässt ihn für sich die Drecksarbeit verrichten.

Oder er lenkt die regressiven Tendenzen seiner entmündigten und ausgebeuteten Subjekte auf Minderheiten.

Auch das erleben wir dieser Tage in Griechenland.

Die Polizei lässt Nationalistische Schlägertruppen bei ihrer Barbarei gegen vorallem Afrikanische Migrant_innen gewähren oder deckt diese grausigen Gewaltakte!

Dies ist von der Politik vielleicht gewollt,
um zumindest Neonazis in der Unterdrückung linksradikaler Bestrebungen
auf ihrer Seite zu haben,
oder um dem oft in Regression umschlagenden Volkszorn gegen Migrant_innen Luft zu geben.

In Gedanken sind wir auch vor allem bei den von Gewalt bedrohten und versehrten Migrant_innen!

Trotz all der aufgestauten Wut,
trotz der Verelendung und Knechtung
und trotz aller Legitimität des Widerstandes
dürfen Aufbegehrende in Griechenland nicht aufhören permanent ihre Mittel zu hinterfragen.

Wen 3 Menschen in einer mit Molotow Cocktails eingedeckten Bank verbrennen
und die Feuerwehr an Rettung und Löscharbeiten gehindert wird,
kann keinesfalls von einer Legitimität der Mittel gesprochen werden.

Dies ist nicht weniger als eine Menschliche Katastrophe.

Hier also der Apell an alle emanzipatorische Kräfte in Griechenland, ob Anarchist_Innen, Autonome, Kommunist_Innen, Antifaschist_Innen
und die sich gegen Pogromstimmung wehrenden Minderheiten,
sich nicht auf die Staatliche und Faschistische blinde Gewaltlogik einzulassen.

Hinterfragt im Rahmen dieser ausufernden Gewalt weiterhin eure Mittel.

Militanz und Gegenwehr sind zwar überall wo Repression und Ausbeutung herrscht unverzichtbar, doch sollte diese kein Freifahrtsschein für blindes wüten sein.
Wir gedenken hier auch der Opfer des Kapitals,
die in diesem Klima der Regression ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden.
Menschen in Griechenland, wir stehen euch in eurem Widerstand und eurem Unternehmen solidarisch zur Seite.
Hoch die Anitnationale und Antikapitalistische Solidarität!

Die drei Toten in der Bank

sind nicht verbrannt 10.06.2011 - 16:33
sondern innerhalb kürzester Zeit erstickt, Demonstranten versuchten sogar noch zu löschen und die Feuerwehr wurde nicht behindert, sondern kam, bei den Menschenmassen kein Wunder, zu spät.
Feuer ist unberechenbar, deshalb wirft man es auch nicht in Wohnhäuser.
Bevor ihr jetzt noch weitere Tote ausgrabt: 1991 war's eine Tränengasgranate.

Wer soll das lesen?

oder hören... 11.06.2011 - 02:34
Für noch weiter Aussenstehende völlig unverständlich.
Und dazu stimmt die Hälfte eh nicht wirklich...

Iannis Kafkas hatte nach drei Wochen das Krankenhaus verlassen, aber das interessiert niemanden.
Ihr könnt ja mal nach fragen wie's ihm geht:
 http://diffusedlight.blogspot.com/

Und von welchem Toten am 11.5.11 ist eigentlich die Rede? Auf der Demo gab's keine Toten...

Und, daß überwiegend afrikanische Flüchtlinge gejagt werden, ist auch Schwachsinn. Meint ihr jetzt Schwarzafrikaner oder Nordafrikaner oder dunkle Asiaten?
Gehetzt wird alles, außer rosafarbene Touristen - das müssen dann wohl andere machen(joke)

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