Die gesundheitlichen Folgen von Fukushima 8

jan.rt 08.06.2011 22:49 Themen: Atom Print Weltweit
Eine Radiosendung auf Deutsch und Japanisch. Beschrieben wird das Desaster der Jodprophylaxe und Wellen von erhöhter Totgeburtenhäufigkeiten die in Japan auftreten werden. Handlungsmöglichkeiten werden beschrieben und es gibt einen erster Beitrag zur Situation in den japanischen Schulen. Vom Beitrag zu den Schulen ist in der Sendung nur der erste Teil enthalten und wird in folgenden Sendungen weitergeführt. Der Beitrag ist aber im Folgendem komplett dokumentiert.
Äußerungen in Medien über den GAU von Fukushima schwanken zwischen Verharmlosung und Alarmstimmung. Grenzwerte scheinbarer Unbedenklichkeit unterscheiden sich um das Tausendfache. Messwerte in diversen Einheiten und milli-, mikro-, nanobereichen erzeugen die vollendete Verwirrung in der scheinbar jede Interpretation möglich ist. Die Menschen bleiben uninformiert und verwirrt zurück. Was bleibt ist ein komisches Gefühl im Bauch. Auch die japanische Regierung erscheint uninformiert, ja naiv gegenüber der radioaktiven Verseuchung und schützt ihre Bevölkerung in einem ähnlich katastrophalem Maß wie es nach 1986 die Sowjetunion getan hat. Siehe zum Beispiel das Desaster der Jodprophylaxe in Japan. Das meint die zu späte, unzureichende und komplett ausgebliebene Jodgabe. Und sie hätten es besser wissen können.
Seit 25 Jahren häufen sich die Studien über die gesundheitliche Katastrophe in Ukraine, Belarus (Weißrussland) und Russland als Folge des GAU von Chernobyl. Studien die bis heute von der etablierten Politik- und Expertenszene ignoriert werden. 60 Jahre Verharmlosung, seit Hiroshima und Nagasaki, haben so große Wissenslücken erzeugt, das die japanische Regierung ihre Bevölkerung durch falsches Handeln zusätzlich schädigt. Dem muss die Zivilgesellschaft durch eigenes Handeln entgegentreten.
Offene, freie und wahrheitsgemäße Informationen sind die notwendige Voraussetzung um die gesundheitlichen Folgen des GAU von Fukushima für die japanische Bevölkerung zu reduzieren.

Experten weigern sich der Realität ins Auge zu blicken und so kam die Jodprophylaxe im 60 km-Bereich um Fukushima viel zu spät, die einmalige Jodgabe an Betroffene war nicht ausreichend und weitere ca. 55 Mio. Menschen die radioaktivem Fall Out durch J131 ausgesetzt waren bekamen gar keine Jodprophylaxe. Die Folge für Japan, das zeigen Vergleiche mit dem GAU von Chernobyl , sind möglicherweise 5 Mio. zusätzliche Schilddrüsenkrebsfälle. Hätten sie aus Chernobyl gelernt, wären im Idealfall 90% davon vermeidbar gewesen. Inzwischen ist es fast zu spät für eine Jodprophylaxe. Aber nicht zu spät ist es die Cäsiumwelle abzumildern, die auf Japan zum Jahreswechsel 2011/12 zukommt. Hier handelt es sich um eine erhöhte Sterblichkeit bei Neugeborenen deren Mütter während der Schwangerschaft über die Milch radioaktives Cäsium getrunken haben. Ebenso ist es nicht zu spät die Strontiumwelle zu bekämpfen, das ist eine erhöhte Sterblichkeit bei Neugeborenen die in Japan für die Jahre 2016 bis 2020 zu erwarten ist. Die Strontiumwelle wird vermutlich ausgelöst durch den erhöhten Strontiumeinbau in die Knochen von jetzt 14 jährigen Mädchen durch ihr besonders starkes Längenwachstum in der Pubertät, die dann in den Jahren 2016 bis 2020 ihre Kinder gebären. Diese erhöhte Sterblichkeit bei Neugebohren durch die Cäsiumwelle und die Strontiumwelle ist sogar für wenig belastete Regionen nach dem Gau von Chernobyl nachgewiesen. Zum Beispiel für Deutschland mit einer GAU bedingten Erhöhung der Umgebungsstrahlung um 0,2 mSv (milli Sievert). Was in den Augen von Experten lächerlich gering und völlig ungefährlich ist.
(Quelle:Köberlein A., Küchenhoff H. Perinatal mortality in Germany following the Chernobyl accident, 1997

Übersetz auf die Katastrophe in Japan bedeutet das, daß mehrere Wellen von erhöhten Totgeburtenraten bei Neugeborenen auftreten werden und das betrifft mindestens die Präfekturen Tokyo, Chiba, Saitama, Tochigi, Ibaraki, Fukushima, Myagi und Yamagata. Dort leben ca. 57 Mio. Menschen die in den nächsten 15 Jahren mit möglicherweise 100.000 totgeborenen Kindern rechnen müssen. Und um das abzuwenden ist es notwendig Cäsium und Strontium belastete Lebensmittel mit Werten über 5 Bq (Bequerel) pro kg Nahrung auszusortieren um mindestens Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen mit sauberen Lebensmitteln zu versorgen. Für die Landwirtschaft müssen radioaktive Belastungskarten erstellt werden um Flächen mit hoher und solche mit geringer Belastung zu identifizieren. Die radioaktive Kontamination liegt wie ein Flickenteppich über das ganze Land und muß identifiziert werden. Es wird viele Flächen geben, die dieses Jahr für die landwirtschaftliche Produktion ausfallen. Aber die folgenden Generationen werden es danken. Das milchgebende Vieh darf auf keine belasteten Weiden geführt werden. Kein Milchvieh auf Weiden die stärker wie 100 Bq pro m2 strahlen. Das belastete Gras dieses Jahres darf nicht an das Vieh verfüttert werden. Es ist das Sommergras, das die Casiumwelle am laufen hält. Es gehört auf die neue Sondermülldeponie Fukushima Daiichi.

Das alles sind Ereignisse von denen die japanische Regierung scheinbar nichts weiß. Wie fast alle Menschen auf diesem Erdball.
Auch wenn es schwer ist der Wahrheit des atomaren Gau in die Augen zu schauen, ist das doch notwendig um die Krankheits- und Todesraten reduzieren zu können. Die Regierung scheint gefangen in ihrem Verharmlosungsdogma. Deswegen müssen Bürgerinitiativen die notwendigen Schutzmaßnahmen herstellen, um zukünftige japanische Generationen zu schützen. Die Zivilgesellschaft ist gefordert sich das Wissen anzueignen und die Grundlagen dafür stehen mit vielen wissenschaftlichen Studien über den Gau von Chernobyl zur Verfügung. Die Menschen in Japan brauchen offene und ehrliche Informationen um sich selber schützen zu können.


jan, freies radio wüste welle, 24.5.11




Abschätzung der gesundheitliche Folgen der radioaktiven Belastung in den Schulen der Präfektur Fukushima


Nun ein hinreichend schwieriger Beitrag mit Zahlen, Daten und Berechnungen. Ebenso die inhaltliche Perspektive ist, so finde ich, nur schwer zu ertragen. Es geht um die Schwächsten der Gesellschaft, um Kinder die jeden Tag zur Schule gehen und die Grenzwerte, die die japanische Regierung dafür festgelegt hat.
Die internationale Strahlenschutzkommission (ICRP) hat sich für die Zeit eines Nuklearunfalls für zulässig erachtete Jahresdosen von 1 bis 20 mSv/Jahr ausgedacht. Die obere Grenze von 20 mSv/Jahr ist vergleichbar mit der juristisch anerkannten Dosis ab der Beschäftigte eines AKW`s Leukämie entwickeln. Aber auch darunter liegende radioaktive Belastungen führen zu gesundheitlichen Folgen, denn es gibt keinen Schwellenwert unterhalb dem Radioaktivität ungefährlich ist.
Die japanische Regierung nun hat diesen oberen Wert von 20 mSv/Jahr als unbedenklich für Kinder postuliert, obwohl Kinder deutlich strahlensensibler sind wie Erwachsene. Das aber ist nur der Beginn einer Geschichte, die mir eiskalte Schauer über den Rücken laufen lässt. Denn Wissenschaftler sind erfinderisch und haben errechnet, das Kinder nur 8 h täglich draußen sind und sich 16 h im Gebäude aufhalten, wo die radioaktive Strahlung geringer sein soll. Und so wurde die für Schulen unbedenkliche Dosis auf 33 mSv/Jahr oder 3,8 mikroSv/h hochgepuscht. Eine weltweit durchaus übliche Vorgehensweise, die aber, einmal aus dem Elfenbeinturm befreit, der Wirklichkeit in keiner Weise entspricht. Dafür entspricht das Ergebnis dem 82-fachen der natürlichen Hintergrundstrahlung von Gifu/Kanagawa (0,4 mSv) und dem 33-fachen der zivilisatorischen Umgebungsstrahlung in Japan (public space, 1 mSv) vor dem Gau. Kein Mensch in Deutschland würde eine so hohe Umgebungsstrahlung für Kinder akzeptieren. Nach dem Gau von Chernobyl galt in Deutschland eine Verdopplung der Umgebungsstrahlung als tolerierbare Grenze. Alle darüber belasteten Schulen, Kindergärten und Spielplätze wurden geschlossen.Nicht so in der Präfektur Fukushima. 75% aller Schulen strahlen über 0,6 mikroSv/h (mind. das 13-fache der nat. Hintergr.), 20% aller Schulen strahlen über 2,3 mikroSv/h ( mind. das 50-fache der nat. Hintergr.) und 13 Schulen strahlen über 3,8 mikroSv/h. Für die letzgenannten wurden Beschränkungen erlassen, der Bildungsbetrieb läuft weiter.

Die wirkliche radioaktive Belastung von Kindern und Jugendlichen in den Schulen der betroffenen Präfekturen ist aber noch einmal um ein vielfaches höher. Japanische Behörden messen die Radioaktivität in 0,5 m bis 1 m Höhe über dem Boden. Dabei wird hauptsächlich Gamma- und Neutronenstrahlung gemessen. Alpha- und Betastrahlung des Staubes auf dem Boden wird gar nicht erfasst. Auch in den Dosisberechnungen wird die 20-fache biologische Dosisleistung der Alpha-Strahler nicht mitgerechnet. Das sei vernachlässigbar sagen sie, weil Alpha- und Betastrahlung nur eine kurze Reichweite haben. Diese Milchmädchenrechnungen werden seit Jahrzehnten so betrieben. Doch, durch das Nichtmessen einzelner Strahlentypen werden die radioaktiven Materialmengen in der Umwelt deutlich unterschätz. Und Alphastrahlung hat eine 20-fach stärkere biologische Wirkung wie Gammastrahlung. Vermutlich zumindest, denn das exaktes Wissen über radioaktive Dosiswirkungen ist spärlich und liegt mehr im philosophischen wie im berechenbaren . Und dann ändert sich plötzlich alles, wenn das Kind im Sandkasten spielt, wenn es Spielzeug vom Boden aufhebt und mit nach Hause nimmt, oder wenn es gar kein Haus hat, weil der Tsunamie es ins Meer spülte. Das Alltagsleben hat für Experten keine Bedeutung.

Den kleineren Teil der radioaktiven Belastung für Kinder und Jugendlichen in den Schulen der Präfektur Fukushima, haben wir jetzt beschrieben. Die größere Gefahr geht von radioaktiven Partikeln aus, die im Körper eingelagert werden, zum Beispiel durch Atmen.. Radioaktive Partikel reichern sich in der Lunge und in der Blutbahn an, das heißt die wirksame radioaktive Belastungsdosis wird mit jedem Tag, den ein Kind sich in einer belasteten Umgebung aufhält höher und diese inkorporierte Strahlung durch radioaktiven Staub addiert sich zu den Belastungen der Umgebungsstrahlung dazu. Die biologische Dosiswirkung eingeatmeter radioaktiver Partikel ist um ein vielfaches höher wie die Messung der Umgebungsstrahlung vermuten lassen, hängt aber von so vielen Variablen ab das sie hier nicht zuverlässig angegeben werden kann. Die Organdosis für die Lunge kann sich aber durchaus um den Faktor 500 bis 20.000 anreichern. Das heißt, eingeatmeter radioaktiver Staub ist wesentlich gefährlicher wie eine von außen auf den Körper auftreffende Strahlung. Die derzeitigen radioaktiven Kontaminationen von Schulen in der Präfektur Fukushima wird zu einer deutlich sichtbaren Anzahl von Bronchialkrankheiten, Lungenkrebsen und Herzinfarkten bei jungen Menschen führen.

Der zweite wesentliche Belastungspfad durch radioaktive Isotope ist das Schulessen. Fast jeden Tag bekommen die Kinder Essen aus radioaktiv belasteten Zutaten hergestellt. Die Hauptlieferanten für öffentliche Schulen sind die hoch belasteten Präfekturen Ibaraki, Chiba und Tochigi. Die Stadt Fujioka hat zum Beispiel Gemüse das sie nicht mehr verkaufen konnte, als Spende in Tsunamie-Gebiete geliefert. An Menschen die ihre Häuser verloren haben und in sehr hoch belasteten Gebieten weiterleben. Das alles kennen wir bereits von der Reaktorkatastrophe Chernobyl 1986. Es hatte 5 Jahre gedauert bis die notwendigen Evakuierungen im Oblast (Verwaltungsbezirk) Gomel in Belarus 1991/92 durchgeführt wurde. Mit schweren gesundheitlichen Auswirkungen für das ganze Land. Der genetische Pool der Belarusbevölkerung wurde so stark geschädigt, das heute die Bevölkerungsentwicklung rückläufig ist. Seit dem Jahr 2000 beträgt der Bevölkerungsschwund 5% pro Jahr. Die Lebenserwartung sank von 1986 mit 72,6 Jahr auf 67,6 Jahre im Jahr 2000. Viele Menschen sind von jungen Jahren an krank. Die genetischen Schäden sind bleibend für die Zukunft.

Wenden wir uns wieder dem Schulessen in der Präfektur Fukushima zu. Wir nehmen an das die Speisen zu 50% der gültigen Grenzwerte radioaktiv belastet sind (Gewächshausspinat aus der weniger belasteten Präfektur Gunma, 240 Bq/kg Cäsium am 6.4.2011) und berechnen mit den mittleren Verzehrraten der deutschen Strahlenschutzverordnung die jährliche Dosisbelastung, dann erhält ein 7 bis 12 jähriges Kind die Schilddrüsendosis durch Jod 131 von 325 mSv/Jahr. Für das Jahr 2020 ist der Höchststand der Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern und Jugendlichen in der Präfektur Fukushima zu erwarten (ca. 1 Fall auf 10.000 Personen, 15 Jahre Chernobyl, IPPNW April 2001). Ab dann hat sich eine neue Kinder- und Jugendkrankheit dauerhaft etabliert.
Zur Jodbelastung addiert sich die Dosisbelastung der langlebigen Isotope Cäsium-137 +134, Strontium-90 und Plutonium-239 mit einer Dosisleistung von 30 mSv/Jahr. (Strahlentelex Nr. 584 vom 5.5.2011) Wissenschaftliche Studien über die gesundheitlichen Folgen von Chernobyl zeigen sogar, daß das langlebige radioaktive Material, obwohl es die deutlich kleinere Dosisleistung gegenüber Jod 131 besitzt häufiger und vielfältigere Krankheiten auslöst. Das stellt die etablierten Dosis-Wirkungsbeziehungen zum Wiederholten mal auf den Kopf.

Nun ist es Zeit einen Strich zu ziehen. Summa Summarum errechnen sich eine rein theoretische Ganzkörperbelastung für ein Kind in den Schulen der Präfektur Fukushima mit:
16,5 mSv/Jahr mittlere Umgebungsstrahlung plus 30 mSv/Jahr angenommene Lungendosis plus 325 mSv/Jahr Schilddrüsendosis plus 30 mSv/Jahr langlebige Nuklide aus Speisen.
Das ergibt 401 mSv/Jahr als theoretische Ganzkörperbelastung verteilt auf verschiedene Organe des Körpers. Das entspricht dem 4000-fachen der natürlichen Hintergrundstrahlung. Ich bin erschüttert und rechne immer wieder nach, denn diese Werte sind erschreckend hoch auch wenn sie nur eine Annäherung an die wirklichen Verhältnisse darstellen.
Die Internationale Strahlenschutzkommission rechnet für eine Belastung von 100.000 Kindern mit 400mSv jährlich das 2000 von Ihnen an Krebs sterben werden. Nach unabhängigen Auswertungen der Daten von Hiroshima und Nagasaki können es aber auch 20.000 von 100.000 mit 400 mSv/Jahr belasteten Kindern sein. (Strahlentelex Nr. 90 vom 4.10.1990)
Dieses Ergebnis aus niedrig gerechneten Durchschnittswerten läßt noch einiges vermissen. Radioaktive Hotspots wurden nicht einkalkuliert, genauso wie das Individuelle des Alltagverhaltens. Die Anreicherungen in den Organen der Kinder und Jugendlichen fehlt und Anreicherungspfade in der Nahrungskette blieben ebenso unerwähnt.
Kinder reagieren wesentlich empfindlicher auf Radioaktivität wie Erwachsene. Prof. Lestarenko, ehemaliger Leiter des Institut für Kernenergie der Akademie der Wissenschaft Belarus, sagt zur vergleichbaren Situation von Kindern in Belarus: „die Lebensmittel bleiben auf lange Zeit verseucht. Ein Kind dessen Gewebe stärker als 37 Bq/kg-Körpermasse strahlt wird schwere Schäden an lebenswichtigen Organen erleiden. Das normale Niveau liegt bei Null Bq/kg-Körpermasse. Diese Kinder werden in Zukunft sehr krank. Selbst Kinder die heute (20 Jahre nach Chernobyl) geboren werden gehören zur Risikogruppe“ (zusammengefasstes Zitat) . Innere Radioaktivität ist mit einem Spektrometer nicht messbar (das Wassersackproblem), sondern kann nur nach dem Tod obduziert werden, das heißt sie bleibt zu Lebzeiten unerkannt.

Wissenschaftliche Studien über die gesundheitlichen Folgen von Chernobyl beschreiben die für so hohe Belastungen häufig auftretenden Krankheiten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen: Störungen des vegetativen Nervensystems (Chernobylsymptom), Kreislauferkrankungen und Herzinfarkte in jungen Jahren durch die Cäsiumanreicherung im Herzmuskel, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Magenschleimhautentzündungen ( die Magenschleimhaut einer 14-jährigen sieht aus wie die eines 70-jährigen), Störungen des Knochen, Muskel und Bindegewebesystems, Jugenddiabetes Typ1, Grauer Star, Hirntumore, Plötzlicher Tod, Chromosomenschäden, hohe Infektionsanfälligkeit (Strahlen-AIDS) und Krankheiten des Immunsystems was eventuell der Grund für das vorzeitige Altern ist. In den Jahren 2016 bis 2020 werden in der Präfektur Fukushima deutlich weniger Kinder geboren werden, durch die Strontium-90 Anreicherung in den Knochen der jetzt 14 jährigen Mädchen.
Die Mehrzahl dieser zukünftigen Kinder- und Jugendkrankheiten bekommen Menschen normalerweise nur im hohen Alter.
Extra erwähnen möchten wir hier Juri und Gelina Bandazhevsky aus Russland, die in ihrer Kinderklinik Chernobylopfer behandeln. Sie haben Studien über ihre Arbeit erstellt und gestorbene Kinder obduziert. Am 18. Juni 2001 wurden Sie für ihre Veröffentlichungen (wegen Korruption) zu 8 Jahren Haft verurteilt und am 5. August 2005 aufgrund des Druckes internationaler NGO`s auf Bewährung wieder freigelassen. Sie haben herausgefunden, das Kinder die regelmäßig mit Nahrungsmitteln ernährt werden, die durchschnittlich mit 100 Bq/kg Cäsium 137 belastet sind, dieses in ihrer Bauchspeicheldrüse auf 12.000 Bq/kg-Gewebe anreichern. Und sie haben bei 60% der Kinder die als Gesund eingestuft werden Abweichungen im EKG (Elektrokardiogramm) festgestellt.
Kinder sind 100 bis 1000 mal stärker durch Radioaktivität gefährdet wie erwachsene Menschen.

Soweit zur Einschätzung der gesundheitlichen Folgen für Kinder und Jugendliche im schulischen Alltag in der Präfektur Fukushima. Für Japan geht es jetzt darum die katastrophalen Folgen für die Gesundheit zukünftiger Generationen zu reduzieren. Dazu mehrere Vorschläge wie die radioaktiven Belastungen für Kinder und Jugendliche reduziert werden kann.

1. Eltern sollten die Freiheit bekommen ihre Kinder in südliche Landesteile umsiedeln zu können. Eine Evakuierung in die hochbelastete Präfektur Ibaraki, wie derzeit gängige Praxis ist völlig unzureichend. Negativer sozialer Druck auf die Eltern kann durch eine öffentliche Diskussion und Anteilnahme reduziert werden. Die Bevölkerung aus unbelasteten Regionen muss bereit sein Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Die Finanzierung muss von der Firma Tepco bereitgestellt werden. (Das gesagte gilt ebenso für schwangere Frauen)

2. Alle Schulen des Landes müssen unbelasteten Lebensmitteln erhalten. Grenzwert: 4 Bq/kg Nahrung des Leitnuklids Cäsium 137 (Strahlentelex Nr. 582 vom 5.4.2011). Die japanische Regierung ist gefordert diese auf dem internationalen Markt einzukaufen und den Schulen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Die bisherigen Produzenten und Lieferanten müssen von der Firma Tepco entschädigt werden. Die Entsorgung der belasteten Lebensmittel ist ein riesiges Problem.

3. Milchvieh darf dieses Jahr (mindestens) in den Kantoregionen Chio und Tokoku nicht auf die Weide geführt werden. Die japanische Regierung ist gefordert unbelastetes Heu zur Verfügung zu stellen und zu finanzieren. Die dann unbenutzten Flächen sollten weiter Kultiviert werden, um die Belastung für das nächste Jahr zu reduzieren. Die Beseitigung des Grünschnittes ist ein riesiges Problem.

4. Japan braucht ein Regierungsprogramm um die zukünftigen Ernährungsprobleme zu lösen. (Wegfall von Blattgemüse, Wildpflanzen, Wildkräuter, Wildtiere, Pilze, Tee, Fische, Algen, und so weiter)

5. Die Präfekturregierungen sollten im Internet Kontaminationstabellentabellen aus einem möglichst dichten Messnetz zur Verfügung stellen um daraus Belastungslandkarten herstellen zu können zur Identifizierung radioaktiver Hotspots. Daraus ergeben sich Flächen, auf denen weiter Nahrungsmittel angebaut werden können und solche mit Nutzungseinschränkungen. Die Regierungen sollten bereitwillig Informationen aus der Zivilgesellschaft aufnehmen.

6. Eine Zensur findet nicht statt.

7. Bürgerinitiativen müssen sich gründen um das Heft in die Hand zu nehmen. Sie müssen eigene Messungen vornehmen und sich das Wissen zulegen wie mit radioaktiven Belastungen umzugehen ist.

8. „Die Menschen brauchen eine neue Art des Umgangs mit den Risiken der Radioaktivität, eine neue Art der Lebenskultur in radioaktiven Territorien“. (staatliches Chernobylkomitee Belarus zum Pilotprojekt ETHOS)

9. Alle gesellschaftlichen Akteure sollten daran mitarbeiten um zusammen mit den betroffenen Menschen pragmatische Strategien für den Alltag zu entwickeln. (z.B. strahlenarme Aufzucht von Tieren, strahlenarme Zubereitung von Nahrung)

11. In Ukraine und Russland werden die Cäsiumbelastungen der Menschen mit Apfelpektinkuren auf 2/3 reduziert.

12. Nach dem weglassen von Cäsium belasteter Nahrung reduziert sich die Körperbelastung nach 1 Monat um 15%, nach 6 Monaten ist sie nur noch sehr gering. (biologische Halbwertzeit)

13. Kinder und Jugendliche brauchen ein extra Trainingsprogramm und psychosoziale Betreuung. Radioaktivität können sie nicht hören, nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken und nicht fühlen.


Nach Einschätzung der japanischen Reaktorsicherheitskommission NSC betragen die Freisetzungen aus Fukushima mit 630.000.000.000.000.000 Becquerel schon jetzt gut 12 % der in Chernobyl offiziell freigesetzten Menge.
Der japanische Atomkonzern Tepco rechnet damit das bis zum Jahresende die gleiche Radioaktivitätsmenge wie in Chernobyl freigesetzt wird.
(Pressemitteilung der IPPNW vom 12.4.2011)



jan, freies radio wüste welle, 25.5.11
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Ergänzungen

.link

geraeusch 09.06.2011 - 05:13
der link ist falsch, fürt zu ner 404 meldung

richtige URL

lautet: 09.06.2011 - 11:42

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