Greifswald: Naziangriff im Vorfeld des 1. Mai

Kassiopeia 18.04.2011 21:41 Themen: Antifa
Drei vermummte Männer haben in der Nacht zum 18. April eine Gruppe von Jugendlichen attackiert, die Plakate verklebten, die zur Blockade einer Nazidemonstration am 1. Mai 2011 mobilisierten. Nach der Verschiebung einer rechtsextremistischen Demonstration in Bremen, gehen Beobachter davon aus, dass der größte Naziaufmarsch Norddeutschlands anlässlich des 1. Mai in Greifswald stattfinden wird.
Es war bereits früh geworden, als sich drei Männer einer Personengruppe näherten, die unterwegs waren, um Plakate zu verkleben. Gegen zwei Uhr morgens trafen im Stadthafen die beiden Personengruppen aufeinander. Einige Meter entfernt begannen die Angreifer sich zu vermummen. Geistesgegenwärtig entschloss sich der Plakatiertrupp zur sofortigen Flucht. Die drei nun vermummten Männer eilten ihnen hinterher. Mit den Worten "Scheiß Antifa" und "Wir kriegen euch" dürften sowohl Absicht und Motiv erkennbar werden. Offensichtlich handelt es sich bei den Angreifern um Neonazis.

Die NPD mobilisiert für den 1. Mai nach Greifswald unter dem Motto "Unsere Heimat – unsere Arbeit! Fremdarbeiterinvasion stoppen." Ursprünglich hatte die Neonazis 500 Teilnehmende angemeldet. Da in MV in diesem Jahr Landtagswahlen anstehen, bei den die NPD um den Wiedereinzug ins Schweriner Schloss kämpft, schien bereits diese Zahl eher konservativ geschätzt. Nachdem ein so genannter "Sozialkongress", von Rechtsextremisten mit anschließender Demonstration in Bremen verschoben worden ist, dürfte die Hansestadt Greifswald nun verstärkt ins Blickfeld von Neonazis - auch aus dem Westen der Republik - geraten sein. Aktuell steht die NPD in Umfragen NPD bei nur 3%. Ein wiederholter Einzug in den Landtag würde nicht nur die normale, ohnehin schon enorme, Geldmenge in die Kassen der NPD spülen, zusätzlich könnte sie nun Geld für Parteistiftungen beantragen. Doch nicht nur aufgrund der Kassenlage der NPD hat ein möglicher Wiedereinzug bundesweite Relevanz. Die NPD in Mecklenburg - Vorpommern gilt als wesentlich radikaler, als ihr sächsischer Pendant. Würde die NPD in MV an der 5%-Hürde scheitern, spielt dies den Bundesvorsitzende Udo Voigt in die Hände, der den sächsischen Weg favorisiert und im Führungsstreit mit dem Fraktionschef in MV, Udo Pastörs, liegt.

Eine massiv gestörte Demonstration oder gar ein verhinderter Aufmarsch könnte sich negativ für die NPD auch bei den Landtagswahlen auswirken, hoffen Antifaschisten. Sie mobilisieren daher gegen den Naziaufmarsch und rufen zu einer Blockade auf. Aus mehreren Städten werden Busse erwartet. Ob nach der Verschiebung in Bremen auch auf antifaschistischer Seite mit mehr Teilnehmern zu rechnen ist, dazu wollten sich lokale Antifaschisten nicht äußern.




Informationen rund zum 1. Mai in Greifswald unter:

Greifswald - Nazifrei
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Ergänzungen

Infoveranstaltung in Burg

busfahrer 18.04.2011 - 21:52
Morgen (19.04.2011) findet um 19:00 Uhr in Burg eine Infoveranstaltung zu dem Naziaufmarsch in Greifswald statt. Dort ist es möglich, Busfahrkarten für die Busfahrt am 1. Mai nach Greifswald zu erwerben.

Info:  http://antifa-burg.de.vu/

größter naziaufmarsch norddeutschlands

drhoffmann 19.04.2011 - 10:57
der größte naziaufmarsch nordeutschlands könnte durchaus auch der "tag der deutschen zukunft" am 4.juni in braunschweig werden!!! hier muss leider auch mit locker über 1000 nazis gerechnet werden. aus mehreren städten (zb berlin) werden busse dorthin fahren. informiert euch und kommt nach braunschweig!

infos:

 http://keinezukunftdervergangenheit.wordpress.com/mobi/
 http://buendnisgegenrechts.net/

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Datum — HSAT

Hmm... — Autonome Hamburg

Eine Gruppe Antifa — rennt

Feige — wie sau

ihr... — soziale kompetenz für macker

Schwache Leistung... — von den