[MV] 1. Mai Naziaufmarsch Greifswald - Update

(muss ausgefüllt werden) 06.04.2011 17:34 Themen: Antifa Antirassismus Medien
In Greifswald gewinnt die Protestbewegung gegen den zentralen NPD-Aufmarsch im Nordosten am 1.Mai zunehmend an Konturen. Vielfältige Aktionen von Blockaden bis Bürgerfeste sind in Planung. Ein Überblick über die Akteure und ihre Vorhaben...
Bündnis "Greifswald Nazifrei" kündigt Blockaden an

Nachdem zivilgesellschaftliche Akteure der Hansestadt Greifswald bereits letzte Woche mit der Konstituierung eines Bürgerbündnisses gegen den Neonaziaufmarsch vorgelegt haben, hat das links-alternative Spektrum der Stadt vor wenigen Tagen nachgelegt und ein Bündnis unter dem Namen „Greifswald Nazifrei“ gegründet, dass zum Widerstand gegen die rechte Veranstaltung aufruft. In einem, auf dem Blog des Zusammenschlusses veröffentlichten, Aufruf heißt es: „Wir rufen unter dem Motto „Nazis blockieren! … bitte setzen“ alle Menschen dazu auf, sich an den Blockadeaktionen zu beteiligen und somit den Nazis keinen Platz für die Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie zu gewähren.“. ( http://greifswaldnazifrei.blogsport.eu/2011/04/03/aufruf/) Offensichtlich plant das Bündnis dem Aufmarsch der Neonazis mit Menschenblockaden auf der Demonstrationsroute zu begegnen. Für diesen Plan wäre zumindest angesichts der Länge der rechten Marschroute genügend Zeit und Möglichkeit. ( http://blog.17vier.de/wp-content/uploads/2011/03/route-npd-demo-1-5-11.jpg) Auf der Homepage von „Greifswald Nazifrei“, sollen demnächst nähere Informationen zum Neonaziaufmarsch und den geplanten Blockaden zu finden sein. ( http://greifswaldnazifrei.blogsport.eu)

Bürgerlicher Protest in Sicht- und Hörweite der Nazis?

Das Greifswalder Bürgerbündnis „Greifswald ist bunt – kein Ort für Neonazis“, dass sich auf Einladung des Oberbürgermeisters Arthur König (CDU) konstituiert hat, diskutierte in den letzten zwei Wochen Aktionen, die gegen den Naziaufmarsch am ersten Mai stattfinden könnten. Vom bereits im Vorfeld angemeldeten Demokratiefest des DGB auf dem Greifswalder Marktplatz, weit weg vom Geschehen, scheint man teilweise abgerückt zu sein. In einer Pressemitteilung der Greifswalder Stadtverwaltung heißt es, dass geplant sei, „das schon lange vorbereitete Fest der Demokratie mit anderen Aktionen zu
verbinden und die Stadtteile Schönwalde I und II mit einzubeziehen.“ ( http://www.greifswald.de/pressemitteilungen/mitteilung-lesen/article/greifswald-ist-bunt-kein-ort-fuer-neonazis-aufruf-zum-1-mai.html?tx_ttnews) Sollte das Bündnis dieses Vorhaben in die Tat umsetzen und Protestaktionen in Schönwalde planen, so wäre dies ein wichtiger Schritt hin zu einem effektiven und wahrnehmbaren Widerstand gegen die NPD. Dieser Widerstand besteht, im Gegensatz zu anderen Orten Mecklenburg-Vorpommerns, in Greifswald scheinbar nicht aus dem Verschließen von Fenstern und Türen oder dem Verstecken hinter Kirchenmauern.

Anti-Antifa Aktivist von Treffen verwiesen

An den Bürgertreffen scheinen jedoch nicht nur engagierte Bürger_innen, die dem Neonaziaufmarsch etwas entgegensetzen wollen, Interesse zu haben. Erst gestern musste ein ehemaliges Mitglied der Berliner Kameradschaft Tor von einem Treffen verwiesen werden. Der Wahlgreifswalder Marcus Gutsche, der auch in der Stadt am Ryck versucht, Anti-Antifa-Arbeit zu betreiben, wurde kurz nach Beginn der Veranstaltung erkannt und musste gehen. Die Antifaschistische Aktion Greifswald veröffentlichte zu diesem Vorfall eine Pressemitteilung, in der der Rausschmiss als „ein wichtiges und notwendiges Signal,“ bezeichnet wird. ( http://antifahgw.blogsport.de/2011/04/05/pressemitteilung-neonazi-auf-staedtischem-buendnistreffen-zum-1-mai-2011/)

Ausblick

Die rasche Reaktion von Greifswalder Zivilgesellschaft und links-alternativ geprägtem Spektrum auf das Aufmarschvorhaben der NPD am ersten Mai lässt Gutes erhoffen. Möglicherweise haben es sich die Neonazis mit der Wahl Greifswalds zum Aufmarschort schwerer gemacht, als in den letzten Jahren. Ein erfolgreicher Protest gegen den Aufmarsch könnte darüber hinaus auch für andere Städte in MV Signalwirkung im Umgang mit solchen Veranstaltungen haben. Zudem wäre ein gestörter oder womöglich sogar verhinderter Aufmarsch der NPD am ersten Mai in Greifswald ein großer Dämpfer für die NPD im Wahlkampf zu den Landtagswahlen 2011 im September, der für die Neonazis bereits jetzt begonnen hat.

Relevante Links:

 http://greifswaldnazifrei.blogsport.eu/
 http://antifahgw.blogsport.de


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Pressemitteilung – Neonazi auf städtischem Bündnistreffen

Greifswald, 05. April 2011

Am heutigen Dienstag fand im Greifswalder Rathaus zum zweiten Mal das Treffen unter dem Motto „Greifswald ist bunt – kein Ort für Neonazis“ statt, zu dem die Greifswalder Bürgerschaft und Oberbürgermeister Arthur König geladen hatten. Kurze Zeit nach Beginn kam es zu einer überraschenden Unterbrechung. Der im Saal anwesende Greifswalder Neonazi Marcus Gutsche, der bereits in der vergangenen Woche dem ersten Treffen beiwohnte ohne erkannt zu werden, wurde des Saales verwiesen.

„In Greifswald gehört es zur Strategie der Neonazis auf zivilgesellschaftlichen Veranstaltungen aufzutauchen, um Informationen über lokale Anti-Rechts-Aktivisten zu sammeln“, so Claudia Schneider, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Greifswald. Marcus Gutsche ist bereits auf vielen, vor allem von Studierenden organisierten politischen Veranstaltungen anzutreffen gewesen. So ist er bei der Abstimmung zur Namensdebatte der Greifswalder Universität in Erscheinung getreten und lauschte in dem Greifswalder Studierendenclub „Geokeller“, dem von der gewerkschaftlichen Hochschulgruppe DGB Campus Greifswald organisierten Vortrag „Saufen, Schlagen, Seilschaften“ über studentische Verbindungen. Des Weiteren wurde er gleich bei drei Veranstaltungen, die im Zuge der 24-Stundenvorlesung angeboten wurden, gesehen, so zum Beispiel bei der Podiumsdiskussion „Rechtsextremismus – nur ein Phänomen?“, organisiert von den moritz.Medien. „Die auf den Veranstaltungen gesammelten Informationen nutzen die Neonazis unter anderem dazu, Referent_innen und Organisator_innen solcher Vorträge im Internet mit Namen und Fotos öffentlich zu diffamieren“, so Schneider weiter. „Dahinter steckt der Versuch, Menschen, die gegen Neonazis aktiv sind, einzuschüchtern. Insofern ist es ein wichtiges und notwendiges Signal, aktive Neonazis wie Marcus Gutsche von solchen Veranstaltungen auszuschließen.“ Dass Neonazis selbst auf Veranstaltungen des städtischen Protestbündnisses zum 1. Mai auftauchen, zeigt, wie selbstbewusst und sicher sie sich bei ihren Ausspähversuchen fühlen. „Dieser Tendenz muss Einhalt geboten werden. Der heutige Tag war ein wichtiges Zeichen dafür“.
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Ergänzungen

Weitere Naziaufmärsche..

Fritz 06.04.2011 - 21:47
... und Gegenprotest gibt es auch in Bremen und Halle.

Bremen:  http://keinen-meter.org/
Halle:  http://nonazisinhalle.tk/

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