[Göppingen] Manuel G (AN GP) geoutet!

Roter Frontkämpferbund Schwaben 28.03.2011 13:31 Themen: Antifa
Am Abend des 27. März - dem Tag der Baden-Württembergischen Landtagswahlen - haben wir den Faschisten Manuel G mit etwa 30 GenossInnen in seiner Nachbarschaft in Göppingen aus der Anonymität gerissen.
Manuel Niklas G , wohnhaft in der Christophstraße in Göppingen, ist ein Anführer der Neonazigruppe "Autonome Nationalisten Göppingen". Diese Gruppe tritt immer wieder durch Angriffe auf Linke und MigrantInnen, sowie durch rassistische Propaganda in Erscheinung; vor allem sind hier zahlreiche Schmierereien und das massenweise Verkleben von Stickern in Göppingen und der Region zu nennen.

Allgemeines
Manuel G , Sohn reicher Eltern, besuchte das Schloss-Gymnasium in Kirchheim Teck von dem er bereits nach wenigen Jahren wegen der Verbreitung faschistischer Propaganda wieder geschmissen wurde.
Er lebte weiterhin in Kirchheim Teck, bis er wegen 37 politischen Vergehen (Körperverletzungen, versuchte Brandstiftung an einem türkischen Ladengeschäft, Schmierereien etc.) in den Knast kam, nach etwas über einem Jahr vorzeitig wieder entlassen wurde und nach Göppingen zog.
Hier baut er seit dem stetig die "AN Göppingen" auf und ist innerhalb der Gruppe für die Homepage und die Layouts verantwortlich und stellt die "treibende Kraft" innerhalb der AN Göppingen dar.

AN Göppingen?
Die "Autonomen Nationalisten Göppingen" ist eine Neonazigruppe, die dem Spektrum der "Freien Kräfte" bzw. der Kameradschaftsszene zuzuordnen sind.
Diese geben sich nach außen "revolutionär" und "rebellisch" und beziehen sich zu Großteilen auf den sogenannten "nationalrevolutionären Flügel" innerhalb der NSDAP um SA-Führer Röhm und die Strasser-Brüder. So erklärt sich auch das "moderne" Auftreten und die Terminologie dieser Strömung der extremen Rechten; so werden z.B. auf Stickern auch gerne Phrasen in anderen Sprachen gedroschen (Am Beispiel der AN Göppingen: "nacional socialista siempre" ("Nationalsozialisten für immer") ) und ständig von einer angeblichen "nationalen Revolution" phantasiert. Trotz dem noch so modernen Auftreten dieser Faschisten bleibt immer zu beobachten, dass sie sich nach wie vor positiv auf den deutschen Faschismus beziehen, die Shoa relativieren oder leugnen, gegen MigrantInnen hetzen und antisemitische und rassistische Theorien der Nazis nahezu 1:1 übernehmen. So bleibt festzuhalten, dass es sich bei den "Autonomen Nationalisten" nach wie vor um echte Nazis handelt, die sich lediglich zugunsten der besseren Außenwirkung und der sich damit auftuender neuer Propagandafelder weg von Stiefeln und Glatze hin zu einem modisch-subkulturellen Auftreten entwickelt haben.
Die AN Göppingen sind immer wieder auf Naziveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet anzutreffen und waren zuletzt Unterstützer des Nazigroßaufmarsches in Dresden am 19. Februar. Zu ihren Betätigungsfeldern gehören neben Stickern und Sprühen auch andere pseudo-kreative, geschichtsverklärende Aktionen wie das Aufstellen von Holzkreuzen in Göppingen zu Ehren der Opfer des angeblichen "Bombenholocausts" in Dresden.
Auch sind sie im Naziforum "Thiazi" aktiv, in dem sie z.B. zur Verhinderung einer antifaschistischen Infoveranstaltung im Februar diesen Jahres aufriefen - auf der Straße fielen sie allerdings hauptsächlich durch ihre Abwesenheit auf.

Manuel & Jaqueline
Auch seine Freundin Jaqueline H wurde in diesem Outing bedacht. Aauch sie ist bei den AN Göppingen aktiv und schreibt immer wieder zusammen mit G Texte für die Homepage der Gruppe.
Sie wohnt in der Straße In den Stuben in Ötlingen - einem Vorort von Kirchheim (Teck) und besucht im Zuge ihrer Ausbildung zur Speditionskauffrau die “Jakob-Friedrich-Schöllkopf Schule” in Kirchheim (Teck). G selber arbeitet für die Softwarefirma SAP.
Bei seiner Freundin in Ötlingen ist er mit seinem Auto - ein silberner VW Golf mit dem Kennzeichen GP-KY- - unter der Woche häufiger anzutreffen.

Freie Kräfte & die NPD
Ebenfalls am 27. März fanden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt, bei denen die NPD in 68 von 70 Wahlkreisen zur Wahl stand.
Wir haben für das Outing des Kameradschaftsnazis G bewusst den Tag der Landtagswahlen in Baden-Württemberg gewählt. Die NPD ist die im Moment am besten aufgestellte Kraft innerhalb der faschistischen Bewegung in Deutschland. Sie ist durch die Präsenz auf Wahlscheinen und in Parlamenten, auf der Straße in Form von Demonstrationen und durch Propaganda wie parteieigene Zeitungen eine der zentralen organisatorischen und finanziellen Stützen der deutschen Faschisten. So ist sie als unser Hauptfeind zu betrachten und ihre Zerschlagung muss für uns oberstes Ziel sein.
Für einen erfolgreichen Antifaschismus darf allerdings nicht dogmatisch nur eine von vielen Ausformungen reaktionärster Gesinnung bekämpft werden, auch wenn sie als Hauptangriffspunkt begriffen wird. Die Nazis versuchen geschickt auf viele verschiedene Arten und mit verschiedenen Mitteln langsam aber sicher an Stärke und an Einfluss zu gewinnen. Die Freien Kräfte sind ein Teil dieser faschistischen Bewegung (oftmals auch mit großen personellen Überschneidungen zu Parteistrukturen) und sprechen mit ihrer Propaganda Teile der Gesellschaft an die durch traditionelle NPD-Propaganda nie erreicht würden.
So muss es unsere Aufgabe als AntifaschistInnen sein, mit einer breiten gesellschaftlichen Front gegen die Faschisten - egal welcher Couleur – vorzugehen, um so eine adäquate Ausgangssituation für den Kampf um eine befreite Gesellschaft schaffen zu können.

Fazit
Mit dem Verteilen von Flyern in seiner Nachbarschaft, einer vermummten Rede vor seinem Haus und etwas Pyrotechnik haben wir mit einigen GenossInnen zusammen sowohl dem Nazi selbst, als auch den interessierten NachbarInnen gezeigt, dass in Göppingen und auch sonst wo Widerstand gegen die Faschisten möglich ist. Das betrifft die Partei auf dem Wahlzettel ebenso wie "Autonome Nationalisten" auf der Straße.
Nun bleibt uns nur noch den letzten Satz der gehaltenen Rede hinzuzufügen:
"Nazi sein heißt Probleme kriegen! Alerta Antifascista!"
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

-

- 31.03.2011 - 11:34
Die "AN Göppingen"-Homepage ist offenbar vom Netz genommen worden.

Unzensiert

auf linksunten 21.10.2011 - 21:52

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 4 Kommentare

Sehr gute Aktion

zipi 28.03.2011 - 15:37
Wer menschenverachtenden Ideologien hinterherrennt und notorisch drauf aus ist diese in die Tat umzusetzen, muss auch wissen, dass nicht jede_r in seiner Nachbarschaft das hinnimmt. Jetzt dürfte der brandstiftende Biedermeier wenigstens wissen, woran er ist und dass Nazi-sein eben Probleme-bekommen heißt.

Gute Aktion und gerne wiederholen.

Selbstdarstellertum

Kommunist 29.03.2011 - 01:57
Irgendwie scheint's mir, als hättet Ihr den Sinn antifaschistischer Praxis nicht verstanden. Ist ja schön, dass Ihr eine "vermummte Rede" gehalten und mit Pyros geschmissen habt. Aber welche Rolle soll das nun spielen?

Und Outing als Aktionsform?

Bei Faschisten, die unerkannt in der Mitte der Gesellschaft sitzen, ist das ja durchaus sinnvoll, aber bei einem reich geborenen Sozialversager, der wg. 37 (!) Delikten im Knast saß?

Wen soll das beeindrucken?

Den notorisch kriminellen Nazi wohl kaum. Und mich auch nicht.

Überlegt euch mal lieber sinnvolle Aktionsformen, dann werdet Ihr eurem stolzen Namen vielleicht auch mal gerecht!

Würde die Fotos hier rausnehmen

Ann und Arthur 30.03.2011 - 13:33
zumindest die ganz offensichtlich privaten Fotos.
Denn das könnte ziemlichen Ärger einbringen da das Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild verletzt wird.
Sicher ist sicher, also lieber weg damit. Die anderen Daten sind ja auch zensiert aus Rechtsgründen. Also liegt es auf der Hand, dass die Bilder dann auch raus gelöscht werden sollten bzw. unkenntlich gemacht werden sollten.

justitia

egal 31.03.2011 - 13:52
Dann hat sich das ja erledigt.
Nichts desto trotz würde ich hier auf indymedia die Bilder unkenntlich machen oder die privaten Fotos rausnehmen. Da gab es schon so manche Schwierigkeiten mit den staatlichen Verfolgungsbehörden.