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Castor: französische Eliteeinheit mischt mit

leser 10.11.2010 13:04
Ich weiß Crosspostings sind lästig aber in diesem Fall...
Wie die junge Welt in ihrer heutigen Ausgabe berichtet kam während der Anti-Castor-Proteste im Wendland auch die berüchtigte französische Eliteeinheit CRS zum Einsatz um ihren deutschen KollegInnen "Amtshilfe" zu leisten. Ein Foto dokumentiert diesen Einsatz.
Bürgerkriegstruppe
Wendländische Variante für den »Dialog mit dem Bürger«: Mit Knüppeln, Reizgas, Wasserwerfern und Pferden. Von Peter Wolter

Politiker von CDU und FDP sind entsetzt, die Polizeigewerkschaften empören sich, den Redakteuren der Springer-Presse tritt Schaum vor den Mund: Die Proteste gegen den Castortransport nach Gorleben haben nach ihrer Meinung wieder einmal bewiesen, daß Demonstrationen gegen staatliche verordnete Großprojekte von vermummten Chaoten genutzt werden, um Gewalttaten zu begehen. Bild delirierte gar: »Jetzt droht Straßenterror«. Dagegen hilft nur, man ahnt es schon, noch mehr Polizei.

Dummerweise war aber alles ganz anders – die Gewalt ging nämlich von den Uniformierten aus, die sich wie schon bei den Protesten gegen den Bahnhofsumbau in Stuttgart eher als Bürgerkriegstruppe, denn als »Freund und Helfer« präsentierte. ATTAC z.B. kritisierte am Dienstag, daß Beamte »mit Tränengas, Schlagstöcken und Pferden« gegen Demonstranten vorgingen. Die »Bürgerinitiative Umweltschutz« sprach von einer regelrechten »Jagd auf Demonstranten«.

Das »Komitee für Grundrechte und Demokratie« hatte 20 Beobachter geschickt, deren Erkenntnisse am Dienstag ausgewertet wurden. Fazit: »Nicht die allereinfachsten Grunderfordernisse einer ›rechtsstaatlichen‹ Auflösung einer Versammlung wurden eingehalten.« Demonstranten »wurden nicht aufgefordert, stehen zu bleiben, die Versammlung wurde nicht aufgelöst, Gewaltmittel nicht angekündigt«. Gegen protestierende Bürger »wurden auch immer wieder Pferde und Wasserwerfer« eingesetzt. An anderer Stelle der Auswertung heißt es: »Wer nicht gehorchte, oder nicht ins polizeiliche Bild paßte, riskierte, mit rabiater Gewalt traktiert zu werden. Bewohner durften gar ihre Häuser nicht mehr verlassen.«

Auf Videos von Demonstranten ist u.a. zu sehen, wie ein Polizist einem wehrlos am Boden Liegenden mit der Faust mehrmals ins Gesicht hieb. Oder wie ein Polizeisanitäter mit seiner Bereitschaftstasche wie im Rausch um sich schlug. Ehrenamtliche Sanitäter der Atomkraftgegner berichteten, Polizisten hätten verhindert, daß eine Frau mit Oberschenkelbruch abtransportiert werden konnte. Kletterer, die sich von Bäumen abgeseilt hatten, wurden laut Augenzeugen mit Pfefferspray heruntergeholt und noch am Boden liegend zusammengeknüppelt. Allein am Wochenende wurden nach Berichten der Kampagne »Castor? Schottern!« über 1000 Menschen verletzt, meist durch Pfefferspray. Die Polizeistrategie, so ein Kampagnen-Sprecher, habe eindeutig darauf gezielt, Demonstranten zu verletzen.

Bei den Gewalttätern in Uniform handelte es sich aber nicht nur um deutsche Beamte. Der Berliner Rechtsanwalt Christoph Müller stellte gegen einen französischen Polizisten (siehe Foto) der berüchtigten Eliteeinheit CRS Anzeige wegen Amtsanmaßung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. »Der hatte da überhaupt nichts zu suchen«, sagte Müller zur jW. »Was der da gemacht hat, war genauso absurd, als wenn er sich im Urlaub bewaffnet und uniformiert auf eine Kopenhagener Kreuzung stellt, um den Verkehr zu regeln.« Müller berichtete, er habe auch Polizisten gesehen, die auf dem Rücken die Aufschrift »Policija« trugen. »Welcher Nationalität die waren, konnte ich nicht erkennen.«
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Ergänzungen

@egal

nicht egal 10.11.2010 - 13:54
Angesichts von Europol, Frontex, dem Aufbau einer europäischen Armee ist das schon relevant. Hat vielleicht auch was damit zu tun, daß sie (die europäischen Regierungen) sich nicht mehr bzw. in der Zukunft nicht mehr in der Lage sehen gesellschaftliche Konflikte bis hin zu sozialen Aufständen alleine Herr zu werden. Dafür gibt es übrigens in der europäischen Geschichte genügend Beispiele. Aber das ist dir ja blubb...

@blubb

---- 10.11.2010 - 14:00
Es geht darum, die scheinheiligkeit "unserer" regierung aufzuzeigen. Sie fordern von protestlern, das sie sich ans gesetz halten, aber selber scheissen sie drauf.
Hier gehts einfach nur um AgitProp!! Öffentliches aufzeigen, das gesetze nicht mal den wert haben, den das papier hat, auf dem sie stehen!!

Kroatische Polizei

egal 10.11.2010 - 14:00
bei den Polizisten mit der Aufschrift Policija handelte es sich um kroatische Polizisten.

Ein weiteres

Video von 10.11.2010 - 14:11
der Polizeiarbeit.

 http://www.youtube.com/watch?v=DoZ8zZIKQj8

Und ehrlich gesagt sollte euch egal sein welche Uniform euch verprügelt!

policija

egal 10.11.2010 - 14:13
Müller berichtete, er habe auch Polizisten gesehen, die auf dem Rücken die Aufschrift »Policija« trugen. »Welcher Nationalität die waren, konnte ich nicht erkennen.«

das war wohl eine einheit aus kroatien.  http://www.jungewelt.de/blogs/castor/index.php?id=611

das ganze ist die fortsetzung...

... 10.11.2010 - 14:50
einer intensivierten grenzüberschreitenden polizeizusammenarbeit die sich jetzt auch auf exekutive, operative kooperation ausweitet. regelmässig gibt es trainings, die seit 3 jahren von der EU finanziert werden. das letzte fand in deutschland bei potsdam statt und hatte vor allem das ziel, einsätze mit jenen ländern die militarisierte polizeien (gendarmerien) führen mit den sogenannten "zivilen polizeien" zu verzahnen. auch kroatien und frankreich (die beim castor aufkreuzten) haben gendarmerien und waren auch beim letzten EUPFT-training ( http://www.jungewelt.de/2010/08-14/002.php und  http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33008/1.html).

zum themenkomplex EU und grenzüberschreitende polizeikooperation gibts im januar einen kongress in berlin, der teil der gegenaktivitäten zum europäischen polizeikongress ist:
 http://euro-police.noblogs.org/2010/11/kongress-die-europaische-union-analysieren-kritisieren-demontieren

hier noch ein video

... 10.11.2010 - 14:54
mit geschwurbel des pressesprechers:  http://www.youtube.com/watch?v=gqUxK-NDyr4

CRS: Ein wenig dick aufgetragen

lefrog 10.11.2010 - 15:36
Den CRS als „berüchtigte Spezialeinheit“ zu bezeichnen, ist ein wenig dick aufgetragen. Das hört sich so an, als wäre er das französische MEK oder die französisches GSG-9. Tatsächlich sind die CRS zwar berüchtigt, aber eben nicht so speziell. Es handelt sich um das ca. 10.000 Bullen umfassende kasernierte Korps der französischen Police Nationale (Die Gendarmerie hat ähnliche Einheiten). Die sind also eher mit den kasernierten Einheiten der deutschen Bereitschaftspolizei zu vergleichen. Allerdings vor dem Hintergrund, dass die kasernierten Bullen in Frankreich schon immer noch weitaus übler drauf waren, als ihre Kollegen auf der anderen Seite des Rheins. Der Dialog des CRS mit der Bevölkerung besteht traditionell aus nichts anderem als Offensivgranaten und Dachlatten. Die haben in der Vergangenheit schon mehrfach DemonstrantInnen umgebracht.

hier alle fotos / das gesamte album

mehr bilder 10.11.2010 - 16:22

SOG Niedersachsen

copwatch 10.11.2010 - 22:00
Man beachte den letzten Absatz des Gesetzestextes.

Klar dürfte auch sein, dass der Einsatz ausländischer Vollzugsbeamte in der Öffentlichkeit derzeit (noch) sehr umstritten sein dürfte. Unkenntnis der in Deutschland (auf dem Papier) geltenden Rechtsgrundlagen polizeilichen Handelns (die sich z.T. von Bundesland zu Bundesland unterscheiden) und sprachliche Barrieren dürften hier die Kernargumente sein.

Das dürfte auch der Grund sein, waum die Bundespolizei offiziell kommuniziert, dass die ausländischen Beamte im Rahmen dieses Einsatzes als rein passive Beobachter vor Ort waren.

Die Bilder des CRS-"Beobachters" und der ihn begleitenden Bundespolizisten zeigen jedoch deutlich, dass hier auf Zwangsmaßnahmen durchgeführt wurden, auch wenn die BPol offiziell anderes verbreitet...

"§ 103 Nds SOG
Amtshandlungen von Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten anderer Länder und des Bundes sowie von Bediensteten ausländischer Staaten

(1) 1Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte eines anderen Landes können im Gebiet des Landes Niedersachsen Amtshandlungen vornehmen

1. auf Anforderung oder mit Zustimmung der zuständigen Behörde,
2. in den Fällen des Artikels 35 Abs. 2 und 3 und des Artikels 91 Abs. 1 des Grundgesetzes,
3. zur Abwehr einer gegenwärtigen erheblichen Gefahr, zur Verfolgung von Straftaten auf frischer Tat sowie zur Verfolgung und Wiederergreifung Entwichener, wenn die zuständige Behörde die erforderlichen Maßnahmen nicht rechtzeitig treffen kann,
4. zur Erfüllung polizeilicher Aufgaben bei Gefangenentransporten oder
5. zur Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten sowie zur Gefahrenabwehr in den durch Verwaltungsabkommen mit anderen Ländern geregelten Fällen.

2 In den Fällen des Satzes 1 Nrn. 3 bis 5 ist die zuständige Polizeibehörde unverzüglich zu unterrichten.

(2) 1Werden Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte eines anderen Landes nach Absatz 1 tätig, so haben sie die gleichen Befugnisse wie die des Landes Niedersachsen. 2Ihre Maßnahmen gelten als Maßnahmen derjenigen Polizeibehörde, in deren örtlichem und sachlichem Zuständigkeitsbereich sie tätig geworden sind; sie unterliegen insoweit auch deren Weisungen.

(3) 1Die Absätze 1 und 2 gelten für Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte des Bundes entsprechend. 2Das Gleiche gilt für Bedienstete ausländischer Polizeibehörden und -dienststellen, wenn völkerrechtliche Verträge dies vorsehen oder das für Inneres zuständige Ministerium Amtshandlungen dieser Polizeibehörden oder -dienststellen allgemein oder im Einzelfall zustimmt."

Fotos

Zivi 11.11.2010 - 00:48
Hier die Fotos des besagten französischen Polizeibeamten: 1 | 2 | 3

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 6 Kommentare an

egal — blubb

@deutschnationale Scheiße — (A)ntinational

auch egal — Bla

Argumente sind schlecht — Roland Ionas Bialke

was den Polizist_Innen aber scheißegal ist — Nukleare Massenvernichtung