Kommentar der Demo vom 01.11.10 in Mainz

Kommunist_in aus der Nähe 02.11.2010 09:04 Themen: Antifa Blogwire
Am 01.11.10 vereinnahmt die "Szene" eine furchtbaren und antisemitischen Terrorakt, den versuchten Brandanschlag auf die Synagoge in Mainz, durch eine identitäre Selbstdarstellung, die mich persönlich zutiefst anwidert. Dieser Beitrag ist mit Hass geschrieben.
Aufgrund eines versuchten Brandanschlags auf die neue Synagoge in Mainz fand am 01.11.10 um 19.00 Uhr eine Demo ab dem Hbf Mainz statt. Diese Synagoge ist entgegen den meisten Anderen in Deutschland offen gebaut, heißt, dass das Gebäude nicht hinter Schutzwällen, oder ähnlichen Sicherheitsvorkehrungen versteckt wird. Es stellt den versuch der jüdischen Gemeinde in Mainz dar, sich selbstbewusst als Teil der Stadtgesellschaft zu behaupten, was bundesweite Beachtung nach sich zog.
Auf diese neue Synagoge wurde wohl am 30. Oktober 2010 gegen 21.45 Uhr ein Brandanschlag mit einem Molotowcocktail versucht, der glücklicherweise an einem Baum abprallte und keine nennenswerten Schäden hinterließ.
Um an diesen Vorfall zu erinnern, so meinte ich, versammelten sich gegen 19.00 Uhr ca. 250 Menschen, hauptsächlich aus dem antifaschistischen Spektrum, am Mainzer Hauptbahnhof. Nach der üblichen Wartezeit von einer halben Stunde, die zum intensiven Demoflirt genutzt wurde, ging es los. Wo ein zweckfreies Erinnern möglich gewesen wäre, wo die eigene Empörung hätte in den öffentlichen Raum getragen werden können, ereignete sich Entsetzliches.
Was hätte denn näher gelegen, als mit dem Demozug zur Synagoge zu laufen, die Trauer und das Entsetzen zu bekunden, und dann wieder zu gehen?
Statt Dessen wurde eine Route durch die halbe Innenstadt gewählt. Wozu, frage ich mich. Es gab keine Außenwirkung, die hierdurch hätte erzielt werden können. Zu der Uhrzeit waren kaum noch Menschen auf der Straße, und einen Flyer, der diesen hätte in die Hand gedrückt werden können, existierte nicht. Dazu war es von den Lichtverhältnissen her quasi tiefe Nacht.
Stattdessen gab es ab und zu einen Redebeitrag, der akustisch über die Demomenge hinaus nicht verständlich war, Israelflaggen, und dumme Parolen. Aber der Reihe nach.
Die Redebeiträge waren gespickt mit Floskeln und Phrasen, welche die Floskeln und Phrasen der Politik bei antisemitischen Vorfällen kritisierten. Dies war einem nicht genug und das wolle und werde man nicht akzeptieren, so sinngemäß die Redner_in. Als Konsequenz lasse man den Juden und Jüdinnen die uneingeschränkte Solidarität zuteil werden.
Was soll dieser Blödsinn, hier nur in Auszügen, heißen? Angesichts der Möglichkeiten der radikalen Linken und den an diesem Tag gezeigten Handlungen wohl nur, dass es nach jedem Anschlag eine weitere Soli-Demo geben wird. Na, da kann die Polizei die Ermittlungen ja einstellen. Dies bringt mich zum nächsten Punkt.
Bullen stellen kein Solidaritätsobjekt dar; das ist klar. Aber wer soll eigentlich die Juden und Jüdinnen beschützen? Wer soll den Brandanschlag aufklären? Die radikale Linke sicher nicht, die hat erklärt, dass sie Soli-Demos durchführen möchte. Parolen, welche Bullen weg und die Revolution her fordern, verkennen also die augenblickliche Lage. Die Gleichsetzung der BRD mit einem Polizeistaat verkennt zudem die Lage in autoritären Regimes weltweit. Wie auch alle anderen Parolen an diesem Tag unangemessen waren. Antinaziparolen nach einem Vorschlag, bei dem kein Mensch weiß, wer diesen verübt hat, verbieten sich von selbst. Und wer sich nach solch einen konkreten Vorfall parolenhaft auf die Revolution, auf den Kommunismus, auf den Antifaschismus bezieht, der_die erinnert nicht, trauert nicht, macht nicht aufmerksam, sondern macht Politik und instrumentalisiert diesen Anschlag hierdurch und nutzt ihn darüber hinaus zur identitären Selbstdarstellung. Dies gilt in diesem Zusammenhang auch für die Israelflaggen. Was hatten diese hier zu suchen? Es ging um eine jüdische Gemeinschaft, welche versucht sich in Mainz einzurichten. Hätten sie besser nach Israel gehen sollen? Das wollte hoffentlich niemand zum Ausdruck bringen. Aber auch noch so gut gemeinte Solidaritätsbekundungen mit den Juden und Jüdinnen greifen zu kurz, werden diese durch die Flagge doch gar nicht repräsentiert. Wer nach einem Anschlag auf eine Synagoge in Mainz die Israelflagge schwenkt, missbraucht ebenso diesen Vorfall für Politik; auch wenn er den richtigen Zusammenhang erkennt, dass dieser Staat die minimale Konsequenz des weltweiten, historisch: europäischen, Antisemitismus ist.
Der Gipfel des Demogeschehens wie auch meinen Ekels war dann schließlich die Endkundgebung, die nach langem Marsch doch noch erreicht wurde; zuvor mussten die Idiot_innen aus der ersten Reihe, wohl aus Prinzip, eine Abweichung von der ohnehin unsinnigen Demoroute vornehmen. Hier wurden antisemitische und rassistische Vorfälle in Deutschland zusammen geworfen und darüber hinaus am Ende behauptet, dass ja wir alle gemeint seien.

Tatsächlich ereignet sich dieser Anschlag, Ausdruck des Antisemitismus, in einem größeren Gesamtzusammenhang; in einem spezifischen System, das zu kritisieren ist. Für sich genommen hätte beinahe jeder der von mir kritisierten Inhalte im Nachhinein eine Platz gehabt. Auf dieser Demo, wo ein zweckfreies Erinnern möglich gewesen wäre, wo man einfach mal das Maul hätte halten und zur Synagoge gehen können, um dort seiner Empörung Ausdruck zu verleihen, wurde sich lieber als starke Bewegung inszeniert. Es wurde ein antisemitischer Anschlag für ein projektionsgeladenes und identitätsstiftendes Event missbraucht.

Artikel der AZ zum versuchten Brandanschlag
 http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/9584633.htm
Artikel der AZ zur Eröffnung der Synagoge
 http://www.allgemeine-zeitung.de/nachrichten/politik/rheinland-pfalz/9347124.htm




Artikel der AZ zum versuchten Brandanschlag
 http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/9584633.htm

Artikel der AZ zur Eröffnung der Synagoge
 http://www.allgemeine-zeitung.de/nachrichten/politik/rheinland-pfalz/9347124.htm
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Ergänzungen

Vieles richtig, trotzdem Einwände

egal 02.11.2010 - 11:09
Ich war nicht auf der Demonstration, kann mir vieles aber gut vorstellen. Trotzdem ein paar Einwände:
Da die AdressatInnen der Solidarität wahrscheinlich wie üblich nicht informiert wurden, hat die Israel-Fahne auf dieser Demonstration wenigstens einen Sinn erfüllt: JedeR konnte von weitem sehen, dass es sich um eine Solidaritätsaktion mit Juden handdelte. Ansosnten könnte es ja manchen auch Angst einjagen, wenn 250 dunkel gekleidete Menschen auf eine Synagoge zu marschieren.
Dass mit der israelischen Fahen die Juden in Deutschland zur Ausreise nach Israel aufgefordet würden, ist doch Unsinn. Problematischer finde ich die Identitfikation mancher FlaggenträgerInnen mit der aktuellen israelischen Palitik.
Bei aller Kritik an der Großsprecherei mancher Demoreden: Eine Kritik der bürgelichen Gesellschaft, die den Antisemitismus immer wieder mit hervorbringt, finde ich auch anläßlich des Anschlags richtig, wenn sie entsprechend fundiert vortgegtragen wird. Diese Kritik ist auch nicht daran gebunden, dass der oder die Täter schon bekannt wären.
Ich weiß nicht, ob ein "zweckfreies Erinnern" überhaupt möglich ist. Solange falsche Parallelisierungen unterbleiben, finde ich den Anspruch, mit dem Erinnern auch etwas für die Gegenwart zu wollen, jedenfalls nicht verwerflich.

ergänzung

karsten 02.11.2010 - 13:03
Die Kritikpunkte "zu später Zeitpunkt", "keine Flyer" und überhaupt "keine Aussenwirkung" teile ich auch. Zum ersten: Es war Feiertag, da frage ich mich wieso es nicht auch möglich gewesen wäre die Demo bei Tageslicht stattfinden zu lassen. Die anderen beiden Sachen sind halt irendwie dauernd zu bemängeln. Hätte es Flyer gegeben, es wären wohl auch keine gewesen, die ein durchschnittlicher Passant bis zum Ende gelesen hätte.. Die skandierten Parolen (Maximalfoderungen + irgendwas gegen Bullen), die thematisch wie so oft nicht wirklich gepasst haben tun ihr übriges.

Positiv finde ich, dass in einem kleinen Zeitfenster eine für Mainz-Wiesbadener Verhältnisse gutbesuchte Demo organisiert wurde. Hälfte linke Szene, Hälfte Studenten mit Kontakten in die linke Szene - so ungefähr.

Habe Verständnis für die Kritik, aber wat willste machen?

Kritik ja, aber

konstruktiv 02.11.2010 - 13:14
Auch mich haben auf der Demo die teilweise thematisch nicht zielführenden Sprüche gestört. Es hätte dem Kommunisten, mir selbst und jedem Menschen jedoch freigestanden, das Anliegen auf Transparenten, auf Flugblättern und in Redebeiträgen noch deutlicher nach außen zu transportieren. Es war eine spontane Demo, die sehr kurzfristig und auf Beteiligung aller aufbauend, zusammengerufen wurde und wo das ein oder andere nicht optimal lief. Da die linke Szene in Mainz/Wiesbaden durchaus an vielen Punkten Entwicklungspotential hat, ist Kritik gut und wichtig. Aber Hass und Ablehnung einer Soli-Kundgebung (und als solche war sie deklariert- und in meiner Wahrnehmung war sie das auch- und nicht nur während der Schweigeminute vor der Synagoge) sind nicht konstruktiv. Es hat der Szene tatsächlich ganz gut getan, zu sehen, wieviele Menschen spontan zu mobilisieren sind. Der Verfasser des Artikels ist eingeladen, für weitere Aktionen, eigene Beiträge während und nicht nur nach den Aktionen einzubringen, damit die zukünftigen Aktionen inhaltich deutlicher werden.
Der eine Redebeitrag, der dreimal verlesen wurde, hatte in der Tat eine kleine Schwäche, nämlich zuwenige der vielfältigen Möglichkeiten sich gegen Antisemitismus, Rassismus und gegen das System einzusetzen zu benennen. Aber er schaffte es, die Brücke zwischen Betroffenheit und Systemkritik zu schlagen. Und das zumindest in meiner Wahrnehmung ohne Phrasen, sondern mit guten Argumenten.

Naja...

Lars 02.11.2010 - 14:36
"Dieser Beitrag ist mit Hass geschrieben" stellst du heraus. Hass nicht auf die, die hier versuchten eine Synagoge anzuzünden, sondern Hass auf Leute, die mit dir demonstrieren, die vielleicht nicht deine Meinung teilen, die vielleicht Israelfahnen tragen um deutlich zu machen, dass es wenigstens einen Staat gibt, dessen Existenzzweck der Schutz vor antisemitischen Angriffen ist. Leute, die offensiv für eine Gesellschaftsordnung eintreten, die den Antisemitismus hintersichgelassen hat. Leute, die angesichts eines solchen Anschlags eher die Sturmhaube auspacken, als "zweckfrei zu Erinnern"(an was denn überhaupt, dies war keine 9.November Gedenkdemonstration, sondern eine Spontandemo direkt nach einem Anschlag, wieso soll man dort "erinnern"? Es ist doch gerade erst geschehen.).
Hass du halt weiter, aber vielleicht realisierst du, dass es auch Menschen gibt, die deine Meinung, wie so eine Demonstration abzulaufen hat, nicht teilen. Es gibt gute Gründe dafür auf einer solchen Demo eine Israelfahne dabeizuhaben, es gibt gute Gründe dafür, auf so einer Demo den Kommunismus hochzuhalten. Wenn du das nicht ertragen kannst, dann absolviere dein "zweckfreies Erinnern" doch auf deiner Toilette.

Am Ende

weiss es immer einer/eine Besser 02.11.2010 - 14:54
Schön das Du eine solch konstruktive Kritik an dieser (Spontan)Demo übst. Sicher, Du hättest natürlich innerhalb so kurzer Zeit alles viel besser gemacht, hast Dir sicher Gedanken über ein kreatives Transpi gemacht und es auch mitgebracht, sicher hattest Du auch einen tollen Redebeitrag verfasst den Du nur vor lauter Tatendrang zu hause vergessen hattest.

Wollen wir doch mal festhalten:

In Mainz waren gestern zwischen 250-300 Menschen die sich SPONTAN !!! entschlossen haben aufgrund des Anschlages auf die neue Mainzer Synagoge zu demonstrieren. Schön das das so gut geklappt hat, schön das es Menschen gegeben hat die sich auf die schnelle bereit erklärt ahben nicht nur betroffen zu Hause rumzusitzen sondern ihre Wut über diese abscheuliche Tat auf die Strasse zu tragen.

Zu Demoparolen:

Das Konstrukt aus Staat und Nation zu thematisieren hier im speziellen Deutschland mit seiner Sonderrolle im Antisemitismus finde ich persönlich völlig legitim. Genau wie ich es immer auf linken Demos legitim finde, polizeilichen Anweisungen nicht folge zu leisten und auch in Demoparolen den Bullen klar zu machen das Mensch keinen Bock auf sie hat. Der Weg durch die gesamte Innenstadt geht für mich auch okay um eben gerade an so einem Abend überhaupt jemanden zu erreichen. Und das ist passiert, die hiesige Presse hat davon Kenntnis genommen, Anwohner:innen haben es mitbekommen und die Leute vor dem Bahnhof auch.

Und egal was schief gelaufen ist, schief läuft, es ist immernoch besser auf die Strasse zu gehen und zu versuchen das Beste draus zu machen als wie Du aus dem stillen Kämmerlein alles kaputt zu reden und eine auf jeden Fall richtige und notwendige Demo zu kritisieren.

300 Öeute in Mainz nach wenigen Stunden der Mobi, das ist auf jeden Fall GUT!!!

reflexion

ist ja toll 02.11.2010 - 15:41
hey
Ich finds auch gut sich darüber gedanken zu machen und kann mich jedoch meinen vorschreiber_innen nur anschließen: Gut das es in mz bis zu 300 leute innerhalb weniger stunden schaffen zu einer spontandemo gegen diesen brandanschlag zu kommen.
gut das mansche sich mit eingebracht haben.
gut das du das kritisierst was dich nervt, beteilige dich einfach mehr daran.
blöd, das es dumme parolen gab, ich finde es eher sehr problematisch das einige beim einbiegen in die straße zur synagoge (was sie vermutlich nicht wussten) bamule radale linksradikale rufen.
gut das es antinazi parollen gab, wie alle natürlich verkürzt, aber wenn irgendwer einen molli auf eine synagoge schmeist ist er für mich ein nazi. vlt hast du eine andere definition, und wir können uns sicher über viele definitionen genau streiten (bsp. islamisten faschisten, beides, antisemit_innen und noch viel mehr)
mir ist aber keine gute parole dazu eingefallen, deshalb nehm ich die mir bekannten zum thema passenden.
auch gegen die bullen ist eben ein 2 schneidiges schwert, sicher wünch ich mir das die täter_innen schnell ermittelt werden und die bullen eben besser auf die synagoge und vergleichbares aufpassen. gleichzeitig sind sie wesentlicher ausdruck dieser geselschaft, und diese bringt nunmal zu einem großen teil auch die antisemitischen und rassistischen stereotypen hervor.
sicher ist vieles nicht optimal, so wie ich es mir gewünscht hätte, gelaufen. aber es war deutlich besser als nicht zu reagieren, und erfreulich schnell viele menschen in der region

Stellungnahme 1

Kommunist_in aus der Nähe 02.11.2010 - 16:05
Ich will hier nun versuchen, zu den verschiedenen Punkten, die vorgetragen wurden, Stellung zu beziehen, auch sicher nicht das letzte Mal...

"wo kann mensch denn im
rhein-main-gebiet 02.11.2010 - 10:15
menschen mit diesem..."

cool, du hast recht, freut mich dich erreicht zu haben. Meinen Wohnort möchte ich aber an dieser Stelle nicht preis geben. Selbiges gilt für:
" sehr guter
und 02.11.2010 - 13:56
reflektierter Beitrag..."

an egal: "Dass mit der israelischen Fahen die Juden in Deutschland zur Ausreise nach Israel aufgefordet würden, ist doch Unsinn. ", sagst du. Das war eine überspitzte Aussage von mir, mit der ich Kurzschlüsse wie den von Lars "...die vielleicht Israelfahnen tragen um
deutlich zu machen, dass es wenigstens einen Staat gibt, dessen Existenzzweck der Schutz vor antisemitischen Angriffen ist..." kritisieren wollte. Nochmal: Das Angriffsziel war eine Synagoge in Mainz. Was soll die Israelfahne hier? Es ging nicht darum, für Israel einzutreten. Es geht darum, dass Juden dort Leben können, wo sie es wählen zu tun; hierfür gibt es keine Flagge. Der Adornsche Imperativ erschöpft sich leider zu häufig in dem Tragen solcher Flaggen und dem Streiten für Israel. Und die Israelfahne als Solidaritätszeichen mit den Juden zu bezeichnen ist arg verkürzt, ich hoffe, dass siehst du selber ein.

an Lars: Dass mein Beitrag mit Hass geschrieben wurde, sollte nur auf die scharfe Kritik vorbereiten. Dass ich Menschen hassen würde, habe ich niemals behauptet, würde das sogar strikt zurückweisen. Genau genommen hasse ich auch nicht, denn wer denkt ist ja nicht wütend, ne?

"Es gibt gute Gründe dafür auf einer solchen Demo eine Israelfahne dabeizuhaben, es gibt gute Gründe dafür, auf so einer Demo den Kommunismus hochzuhalten."

Welche? Weshalb an dieser Stelle? Ich habe ja bereits geschrieben, weshalb ich es ablehne, dazu hast du nichts zu sagen?



"Positiv finde ich, dass in einem kleinen Zeitfenster eine für Mainz-Wiesbadener Verhältnisse gutbesuchte Demo organisiert wurde."

"...das Anliegen auf Transparenten, auf Flugblättern und in Redebeiträgen noch deutlicher nach außen zu transportieren."

"Es hat der Szene tatsächlich ganz gut getan, zu sehen, wieviele Menschen spontan zu mobilisieren sind"

"...Aber er [der Redebeitrag] schaffte es, die Brücke zwischen Betroffenheit und Systemkritik zu schlagen."

"Das Konstrukt aus Staat und Nation zu thematisieren hier im speziellen Deutschland mit seiner Sonderrolle im Antisemitismus finde ich persönlich völlig legitim"

"300 Öeute in Mainz nach wenigen Stunden der Mobi, das ist auf jeden Fall GUT!!!"

Zu allen Aussagen wie den Obenstehenden kann ich nur sagen: Lest meinen Text richtig. Mein Punkt ist doch gerade, dass es darum nicht gehen kann. Es geht nicht um die Szene, es geht nicht um Systemkritik und es geht auch nicht um euch. Es geht darum, dass ein Anschlag auf eine Synagoge verübt wurde. Dieser wurde INSTRUMENALISIERT, durch genau jene Umstände, die ihr hier erneut gut heißt. Ihr könnt gerne posten, weshalb ihr meint, dass das richtig war, aber bitte haltet mir doch nicht sinnfrei noch einmal genau die von mir reflektierten Punkte vor Augen, wegen denen ich so unglaublich sauer bin. Ein Punkt noch: selbst wenn ihr meint, dass die mit der Demo verbundene Systemkritik keine Instrumentalisierung dar stellte, solltet ihr vielleicht mal überlegen, was genau eine Demo gegen gesellschaftliche Allgemeinzustände soll. All die Demos gegen Kapitalismus, gegen Staat, Nation und Kapital oder auch gegen (Lohn-)arbeit; was soll das? Es ist legitim, seine Empörung auf die Straße zu tragen. Aber darüber hinaus ist es Unsinn. Als Indikatoren für eine Wirkung solcher Unterfangen werden stets Teilnehmer_innenzahlen und Pressemeldungen angegeben...und darüber hinaus? Was heißt das denn jetzt? Ich schrieb ja im Übrigen, dass hierfür Raum jenseits solcher Ereignisse und Vorfälle ist.

an weiss es immer einer/eine Besser :

"Und egal was schief gelaufen ist, schief läuft, es ist immernoch besser auf die Strasse zu gehen und zu versuchen das Beste draus zu machen als wie Du aus dem stillen Kämmerlein alles kaputt zu reden und eine auf jeden Fall richtige und notwendige Demo zu kritisieren."

Meinst du das wirklich Ernst? ...wow. Du verweigerst dich scheinbar jedweder Reflektion; auch dadurch, dass du in deinem Comment nur Punkte aufführst, die den Eventcharakter betonen. Ich gehe mal einen gewagten Schritt und behaupte, dass du eine_r der Organisator_innen bist; zumindest lesen die sicher mit. Es ist sicher schwierig, sich Fehler einer Veranstaltung einzugestehen, die man selber organisiert hat; aus einer Szene heraus, die eine Bedeutung für einen hat. Ich zweifle sicher nicht an eurem Engagement. Aber ich habe auf eklatante Misstände hingewiesen. Diese Punkte könntet ihr schon beachten und ihre Richtigkeit in Erwägung ziehen. Darüber hinaus gebe ich euch nicht die alleinige Schuld. Wir alle haben einen riesigen Fehler gemacht. Die "Szene" hat hier die immergleichen Antworten auf eine ganz andere Frage gefunden, was zu dieser zombiehaften Reaktion geführt hat. Und es wird Zeit, hierüber zu diskutieren.




"Kritik ja, aber
konstruktiv"

"Habe Verständnis für die Kritik, aber wat willste machen?"

"Wenn du das nicht ertragen kannst, dann absolviere dein "zweckfreies Erinnern" doch auf deiner Toilette."

"Schön das Du eine solch konstruktive Kritik an dieser (Spontan)Demo übst. Sicher, Du hättest natürlich innerhalb so kurzer Zeit alles viel besser gemacht, hast Dir sicher Gedanken über ein kreatives Transpi gemacht und es auch mitgebracht, sicher hattest Du auch einen tollen Redebeitrag verfasst den Du nur vor lauter Tatendrang zu hause vergessen hattest."

Abschließend habe ich zu den obenstehenden Kommentaren zu sagen, dass ich tatsächlich konstruktive Kritik geübt habe, obwohl ich dies nicht für zwingend Notwendig halte. Ich habe doch genau geschrieben, dass wir alle einfach mal das Maul hätten halten sollen. Dann gehen wir zur Synagoge, bekunden unseren Unmut, und gehen wieder. Presse hin, Außenwirkung her; Systemkritik, abstrakt auf Antisemitismus gegründet im Lesekreis. Das wäre zweckfreies Erinnern gewesen. Stattdessen wird ein Antifa-Event daraus gemacht. Das widert mich an.


Sollte ich auf für jemanden wichtige Punkte in den Kommentaren nicht eingegangen sein, dann weist mich bitte darauf hin, solltet ihr an einer Diskussion interessiert sein.

Demo

Kevin S. 02.11.2010 - 17:55
Bin ich echt der einzige der sich freut, bei einem halben Tag Mobilisierungszeit ca. 250 Menschen zusammentrommeln zu können? Stattdessen geht jetzt sofort die Spalterei wieder los! Leute, wir haben so einen großen Konsens gefunden und jetzt zerhackt ihr euch wieder gegenseitig, weil die ein oder andere Demoparole unter dem einen oder anderen Gesichtspunkt viiiieeleeeeeeeeicht nicht gaaanz so toll war (wieso sagt ihr das überhaupt jetzt erst und nicht auf der Demo?). Ich finde so ein Verhalten nach wie vor Bescheuert, aber darin ist die Linke ja ganz groß...

Nocheinmal

Lars 02.11.2010 - 19:08
"wir alle einfach mal das Maul hätten halten sollen. Dann gehen wir zur Synagoge, bekunden unseren Unmut, und gehen wieder. [...] Das wäre zweckfreies Erinnern gewesen. Stattdessen wird ein Antifa-Event daraus gemacht. Das widert mich an."

Hier hat niemand etwas dagegen, dass dich dieses oder jenes anwidert, auch nicht dagegen, dass du einen Schweigemarsch besser gefunden hättest oder einfach mal das Maul hättest halten wollen oder zweckfrei erinnern wolltest. Das ist okay, wenn du diesen Umgang besser findest und es würde dich wohl auch niemand zwingen, eine Israelfahne zu tragen oder Pro-Kommunismus-Parolen zu rufen.
Allerdings muss gesagt werden, dass dein Umgang nicht der einzige, nicht der einzig richtige damit ist. Du hast, nur weil du mal ein bißchen Adorno gelesen hast und jetzt irgendwas von zweckfreiem Erinnern schwadronierst nicht die Definitionsmacht, WIE eine solche Demo auszusehen hat! Du kannst sagen, ich hätte es so oder so angemessener gefunden, aber nicht, dass man es so hätte machen müssen. Du kannst eine eigene Demonstration organisieren und sie an deinen Maßstäben ausrichten, es ist aber extrem anmaßend deine Sicht als die allgemein Gültige darzustellen und sauer sein oder Hass empfinden, weil Leute das anders sehen.

Stellungnahme 2

Komnmunist_in aus der Nähe 02.11.2010 - 20:24
an Lars:

"Allerdings muss gesagt werden, dass dein Umgang nicht der einzige, nicht der einzig richtige damit ist"

Wie kommst du bloß auf die Idee, dass ich das denken würde? Es ist doch schon bezeichnend, dass, nachdem ich Kritik geübt habe, mir so viele Unterstellungen gemacht werden. Ich habe lediglich auf Missstände hingewiesen und zu einer Diskussion aufgefordert. Dafür ernte ich nun Projektionen über Projektionen und Zuschreibungen. Du kannst mir nicht sagen, wieviel Adorno ich gelesen habe, geschweige denn was ich von ihm halte, und nur weil du mit meiner Argumentation nichts anfangen kannst, ich denke aber eher nicht verstehst (bezogen auf insbesondere zweckfreies Erinnern), zumindest gehst du nicht darauf ein, musst du mir kein Schwadronieren unterstellen. Stattdessen entweichst du meiner Kritik durch eine Beliebigkeit. Es könne ja jede_r machen, wie er_sie will. Ich habe aber auf eine Instrumentalisierung des Erinnerns hingewiesen; meiner Meinung nach ein echtes NO-Go. Es ist doch interessant, dass aus dem selben Klüngel, der darüber blogt, wie Deutschland Weltmeister im Erinnern ist und nicht trotz sondern wegen Auschwitz Krieg führt und seine nationale Identität aus der Shoah schöpft, eine Demo hervorgeht, die Terrorakte zur Selbstinszenierung und Selbstlegitimation verwertet.

Und an Kevin S. (cooler nick name):
Wieso Kritik gleich Spalterei ist erschließt sich mir nicht. Zumal ich ja überhaupt nicht gesagt habe, dass ich solchen Unternehmungen in Zukunft fern bleiben möchte. Ich kritisiere ja, damit es wieder lohnt, hinzugehen. Was ich von den scheinbar nicht enden wollenden Verweisen auf die tolle Mobi halte, kannst du bitte meinem Text und der ersten Stellungnahme entnehmen. Die Frage allerdings, warum ich nicht während der Demo versucht habe, Einfluss zu nehmen, ist berechtigt. Meinst du, das hätte Aussichten auf Erfolg gehabt? Allgemein ist aber zu sagen, dass Demos meiner Ansicht nach die Tendenz haben, Reflektion geradezu zu verhindern und eher in mob action umschlagen. Oder warst du auf Demos, auf denen darüber bis zum erbitterten Konsens diskutiert wurde, wie denn jetzt zu Verfahren sei? Mir ist auch nicht klar, wie ich eine Diskussion mit allen Teilnehmenden hätte beginnen sollen. Oder hätte ich mich an die Organisator_innen wenden sollen? Wenn diese tatsächlich die Möglichkeit gehabt hätten, alle Teilnehmenden zu einem anderen Verhalten zu bewegen, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen, wie autoritär die "Szene" organisiert ist.

Nachhilfe

Lars 02.11.2010 - 22:00
"Ich habe lediglich auf Missstände hingewiesen und zu einer Diskussion aufgefordert."

Das klingt dann so: "Am 01.11.10 vereinnahmt die "Szene" eine furchtbaren und antisemitischen Terrorakt, den versuchten Brandanschlag auf die Synagoge in Mainz, durch eine identitäre Selbstdarstellung, die mich persönlich zutiefst anwidert. Dieser Beitrag ist mit Hass geschrieben."
Mal abgesehen von deinen sprachlichen Mängeln, denn die Szene vereinnahmte wohl weniger den "Terrorakt", sondern, wenn überhaupt die Demonstration: Was an deinem Schrieb eine Aufforderung zur Diskussion sein soll erschließt sich mir nicht. Es ist eine Polemik, eine billige dazu, die jede Verstehen und nachvollziehen anderer Standpunkte vermissen lässt.

"Du kannst mir nicht sagen, wieviel Adorno ich gelesen habe, geschweige denn was ich von ihm halte, und nur weil du mit meiner Argumentation nichts anfangen kannst, ich denke aber eher nicht verstehst (bezogen auf insbesondere zweckfreies Erinnern), zumindest gehst du nicht darauf ein, musst du mir kein Schwadronieren unterstellen."

Ich ging davon aus, dass die Andeutungen reichen. Erinnern dient der Verhinderung von Vergessen. Man kann an den Holocaust erinnern, an einen Nazimord vor einem Jahr, an den Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge vor zehn Jahren. An ein Ereignis, das vor zwei Tagen stattgefunden hat und gerade durch die Medien geistert erinnern zu wollen ist Blödsinn. Folglich ist "zweckfreies Erinnern" in diesem Kontext ebensolcher Blödsinn und dient nur dazu deine Argumentation mit einem Hauch Frankfurter Schule zu weihen. In diesem Sinne schwadronierst du.

@lars

... 02.11.2010 - 23:39
Die Demo hat nunmal in der Breite ihr gesetztes Ziel, Solidarität mit den von Anschlägen betroffenen auszudrücken, verfehlt, bis hin zur nicht abgesprochenen Versammlung von 200 schwarzgekleideten Menschen vor der Synagoge. Die Außenwirkung war gelinde gesagt beschissen, für Uninformierte einen Tag nach dem Anschlag vielleicht sogar bedrohlich. Die Möglichkeiten da mitzugestalten sind gering, die Dynamik einer solchen Demo lässt da weniger zu, als man sich ob "Basisdemokratie" ect... gerne einredet. Wie alle Apologeten zuvor gehst du auf die Kritik nicht ein, sondern appelierst an "Eigenverantwortlichkeit", und die einzige die in so einem Fall wirklich gezeigt werden kann, ist eben tatsächlich, nicht mitzutun, oder eben danach klarzustellen, was falsch lief. Zweiteres ist hier geschehen.
"Kommunistische" Parolen wurden übrigens genug gebrüllt, aber wo kein Bezug zum Anlass besteht, bzw. er eben nicht in Parolen hergestellt werden kann hilft ne Parole mehr oder weniger nada.

@ Kommunist_in aus der Nähe

Warum solltest du nicht denken dass deine Kritik richtig ist. Von "Umgang" wurde ja nie geschrieben. In der Art wie die Demo unterwegs war währe es übrigens auch nicht besser gewesen, direkt zur Synagoge zu rennen. Die ganze Bildsprache dieser Demo war der Solidarität nach einem Anschlag unwürdig. Mal mit nem schreienden Mob vor ner Synagoge antanzen, ne Rede halten, ne Schweigeminute, wieder abtanzen, das wäre sogar ziemlich schwach gewesen, hätte man dort wirklich Solidarität bekundet, statt über die Instrumentalisierung des Anschlags von Worms gegen "Menschen mit Migrationshintergund" und "sogenannte Palestinenser" zu schwadronieren.

Stellungnahme 3

Kommunist_in aus der Nähe 03.11.2010 - 23:24
"Mal abgesehen von deinen sprachlichen Mängeln, denn die Szene vereinnahmte wohl weniger den "Terrorakt", sondern, wenn überhaupt die Demonstration:"

Ich benötige nun echt keine Deutsch- und PoWi-Nachhilfe von dir. Aber davon abgesehen: Bist du des Erkennens simpler Zusammenhänge nicht mächtig? Die Demo ist doch nicht aus dem Nichts entstanden und ein paar Antifas haben dann ihr Ding daraus gemacht. In diesem Falle wäre dein Einwand richtig. Der Terrorakt wurde dahingehend vereinnahmt, nun zum gefühlt zehnten mal, dass mit ihm Selbstinszenierung und politisiertes Wichtigtuertum betrieben wurde. Die Demo entstand aus der "Szene" heraus und war doch genau das, was sich diese vorgestellt hatten.


"Was an deinem Schrieb eine Aufforderung zur Diskussion sein soll erschließt sich mir nicht. Es ist eine Polemik, eine billige dazu, die jede Verstehen und nachvollziehen anderer Standpunkte vermissen lässt."

Ich vermisse jegliche Standpunkte die ich verstehen könnte. Wenn die meinem Standpunkt gegenüber Abgeneigten nur schreiben, wie toll die Mobi war und du scheinbar alles Verhalten für tolerierbar hältst, dann weiß ich nicht, was ich denn Verstehen sollte. Ich habe diesen Beitrag auch verfasst, um zu erfahren, wie die von mir kritisierten Menschen eigentlich ihr Handeln rechtfertigen.


"Erinnern dient der Verhinderung von Vergessen."

Zum Punkt Erinnern möchte ich sagen, dass ich mich nicht auf den kognitiven Vorgang beziehe.
Erinnern und Verhinderung von Vergessen müssen in der Diskussion um Gedenken, warum da der Zeitpunkt des Geschehens eine Rolle spielen soll erschließt sich mir nicht, getrennt werden. Die Verhinderung des Vergessens ist eine zutiefst moralisierende Forderung, der keine Konsequenzen folgen können. Oder was machst du mit denen, die Vergessen wollen? Nicht vergessen zu dürfen, ein moralisches Gesetz, bleibt folgenlos, bzw. führt zu den oberflächlichen Gesten und Phrasen, die die antifaschistische Initiative Mainz/Wiesbaden ja so kritisiert; freilich ohne etwas besseres zu bieten.
Die radikale Linke hat sich mit einer Historisierung des Nationalsozialismus abzufinden. Diese wird nicht aufzuhalten sein, vor allem nicht von ihr. Was bleibt, ist das Eröffnen von Erinnerungsmöglichkeiten. Diese sind vollziehbar durch die verstandene Bedeutsamkeit der historischen Ereignisse für das Leben des_der je Einzelnen. Das verweist auf den pädagogischen Bereich, da diese Verknüpfung sich ja nicht von selbst vollzieht, sondern einer Vermittlung bedarf. Erinnerung ist also in dieser Betrachtung nicht einfach die Verhinderung des Vergessens, sondern ein ganz Anderes. Zudem ist sie zweckfrei, da sie ja aus dem persönlichen Wunsch, entstanden durch die Verknüpfung der Geschichte mit den eigenen Erfahrungen, erfolgt. Sie sollte auch keinen Zweck erfüllen, da sie hierdurch instrumentalisiert wird. Sie kann auch keinen Zweck erfüllen. Welchen denn? Du lebst ja nun selber in Deutschland und wirst festgestellt haben, dass sich auch wegen Auschwitz Krieg und deutsche Großmachtpolitik führen lässt.

an ...:
"Warum solltest du nicht denken dass deine Kritik richtig ist"

Ich bin zumindest bereit, den Irrtum mit einzuschließen.

Das die Bildsprache nicht angemessen war, bezogen auf Erscheinungsform der Teilnehmenden, ist ein Punkt, den ich noch gar nicht bedacht hatte. Da bin ich wohl selber auch schon versaut worden. Nun, ich denke es ist jedem_jeder freigestellt, sich so zu kleiden, wie er_sie es wünscht. Wobei der zombiehafte und identitäre black block style noch mal eine eigene Diskussion wert wäre.

@ dan

Kommunist_in aus der Nähe 04.11.2010 - 14:55
Das mit den Parolen ist halt so eine Sache. Wo es keine Außenwirkung zu erzielen gibt, sind sie eigentlich nicht von Nöten (auch dort wo es eine zu erzielen gibt, stellt sich mir die Frage, was durch Parolen eigentlich erreicht werden soll), auch wenn die von dir Vorgeschlagene definitiv passender war, ich habe diesen Versuch auch bemerkt, kann doch bei so einer Demo der einzige Sinn und Zweck solcher Brüllerei die Selbstvergewisserung und Inszenierung sein. Ich wüsste nicht, was das ganze sonst bringen sollte. Dem Anlass angemessen war es jedenfalls nicht.
Die versuchte f-isierung der Demochöre habe ich auch mitbekommen und mich in Grund und Boden geschämt. Der Unsinn hörte dann aber auch schnell wieder auf.

Ich bin mir übrigens nicht so sicher, ob es überhaupt eine Grauzone zwischen Instrumentalisierung und Solidarität gibt. Solidarität mit konkret Betroffenen, die einem politischen Zweck dient, ist doch eigentlich gar keine...

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sehr guter — und

Bilder — xyz

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