Sa. 09.10. Nazidemo Schweinfurt

antifa 11.10.2010 10:47 Themen: Antifa
Am 09.10.2010 Demonstrierten etwa 70 Nazis durch Schweinfurt.
300 Menschen beteiligten sich am Gegenprotest
In der Parkanlage am Schuttberg, dem Startpunkt der Nazidemo, versammelten sich ab ca. 13 Uhr viele Gruppen von Antifas. Auf dem Parkplatz hatte die Polizei zum einen ihren Fuhrpark untergebracht, zum anderen war dort ein Käfig aus Absperrgittern für ankommende Nazis aufgestellt.
Zur gleichen Zeit trafen sich etwa 150 bürgerliche Antifaschisten vor dem nahegelegenen Kino KuK. Diese bewegten sich kurz vor 14 Uhr, der angemeldeten Startzeit der Nazidemo, in einer Demonstration auf dem Gehweg zum Parkplatz. Als die Demo in Sicht kam, gingen Antifas auf die Straße, um gleich die erste Kreuzung der Naziroute zu blockieren, die Vertreter von Gewerkschaften und Parteien zogen nach, so dass kurz darauf die Kreuzung von etwa 250 Leuten blockiert wurde. Die Polizei setzte daraufhin einen Schwarm von deeskalierenden Gelbwesten ein, welche die Order hatten ihr Infomaterial nur an "normal aussehende, nicht die schwarz gekleideten" zu verteilen. Parallel dazu began die Polizei massiv zu Filmen und zu Knippsen.
Im Flugblatt erklärte die Polizei Sitzblockaden zu strafbaren Gewalttaten und versuchte so, den Protest zu spalten. Allerdings ließ sich niemand davon beeindrucken.
Gegen 14:30 Uhr waren erst ca. 20 Nazis auf dem Parkplatz, es folgte noch eine Größere Gruppe, welche vom Bahnhof zum Kundgebungsort geleitet wurde.
Die Blockade dünnte sich im Laufe der Zeit ziemlich aus, da viele Leute lieber direkt zu den Nazis gingen, die nur eine Reihe Wannen entfernt standen. Leider führte das dazu, dass der Grossteil der Leute die Straße verließen und sich auf dem Tankstellengelände aufhielt. So waren sie in ihrer Bewegungsfreiheit stark einschränkten. Der Zugang zum Parkplatz war nach wie vor frei in Richtung Bahnhof, und somit auch eine alternative Route für die Nazis.
Im Park kam es dann zu einem kleinen Zusammenstoß zwischen einer verspäteten Gruppe von etwa 10 Nazis und einer gleichen Anzahl an Leuten, die sich von der erhöhten Position das Geschehen auf dem Parkplatz betrachteten.
Und jetzt was zum Nachdenken: Es ziemlich dämlich, beim Anblick des ersten Nazis alleine laut schreiend loszurennen und Blind auf Unterstützung der anderen Anwesenden zu hoffen, die nichtmal zur eigenen Bezugsgruppe gehören. Peinlich wird es dann, wenn man plötzlich checkt, das die nun 10 Nazis mit ihren Fahnenstangen vielleicht nicht das problemloseste Ziel darstellen und man notgedrungen den Rückwärtsgang einlegen muss. Also bitte bitte in Zukunft zumindest mal kurz mit den anderen Schnacken, was geht. Vor allem wenn ein Teil der Leute offensichtlich nicht dem Militanten Spektrum angehört.
Gegen 16 Uhr formierten sich dann die Nazis und verließen anschließend den Parkplatz in die freie Richtung, zum Bahnhof über die Landwehrstraße. Die Route war nicht abgesperrt, die Cops hielten den Weg für die Nazis frei bis zur Ecke Landwehrstraße/Ludwigstraße. Dort hatte sich eine Sitzblockade von etwa 40 Antifas formiert. Der Demozug stoppte, die Communicator kamen wieder massiv zum Einsatz, erneut erfolglos. Die Cops räumten dann die Hälfte der Straße und Kesselte wahllos Blockierer und Passanten für etwa 20 Minuten. Der Demozug der Nazis musste 100m weiter schon wieder stoppen. Auf dem letzten Stück zum Bahnhof wurden die Faschos dann auch mit allerlei Wurfgeschossen eingedeckt. Irgendwie führte dass dann gegen 17 Uhr zur Vorzeitigen Auflösung der Demonstration, die Nazis wurden unter Polizeischutz zum Bahnhof oder zu ihren Autos gebracht.

Trotz kurzer mobilisierung fanden 100 Antifas ihren Weg nach Schweinfurt. Im Zusammenspiel mit dem bürgerlichen Spektrum konnte der Naziaufmarsch blockiert und gestört werden. Die Nazis sind keinen Meter der eigentlichen Route durch die Innenstadt gelaufen, hielten keine Vernehmbare Kundgebung und mussten ihr Versammlung vorzeitig beenden.
Leider gab es kein Infotelefon und außer einem EA keine sonstige Infrastruktur für Antifas. Das große Glück der Blockierer war die zurückhaltende Vorgehensweise der Polizei (bis auf USK, die waren wohl noch in Stuttgart-Stimmung). So kleine Sitzblockaden, wie gegen Ende der Demo, wurden zu anderen Anlässen auch schon ohne Vorwarnung weggeknüppelt.
"Laut Polizeibericht kam es am Samstag zu sieben Festnahmen, unter anderem wegen Körperverletzungen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und in einem Fall wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz."
Also ein durchwachsen-positiver Tag bei schönem Wetter, hätte schlechter kommen können.

Bilder gibt es hier:
 http://www.tvtouring.de/default.aspx?ID=1566&showNews=850069
 http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Knapp-100-Neonazis-ziehen-ohne-Kundgebung-ab;art742,5770344
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Ergänzungen

dagewesen

antifant 11.10.2010 - 12:00
auf dem Weg Richtung Bahnhof liefen beide Gruppen nebeneinander her, getrennt von einer Reihe Bullen. Am Ende der Demo war es sogar möglich direkt mit den Faschos mit zu laufen. Aber anstatt sie dort anzugreifen, wo sie am empfindlichsten sind, liefen alle schnell dorthin, wo am meisten Bullen standen. Dann Gegenstände zu werfen, wenn der ganze Tross anhält und Alles übersichtlich wird ist äußerst dumm.
Außerdem waren sehr viele Leute da, die ne große Klappe hatten und wenns drauf ankam sich komplett zurückgezogen haben. Nach der Auflösung sind die Faschos fast ohne Polizei zum Bahnhof gelaufen und keiner hats wohl gesehen.
Zum Schluß noch ne Bemerkung zu den Leuten die Lieder anstimmen wie "so sehn Sieger aus". Was habt ihr denn gewonnen und wer hat gewonnen?
Mit etwas mehr Entschlossenheit wäre da viel drin gewesen, aber nur laut schreien und nichts tun bringt eben auch nichts.

Bilder

;) 11.10.2010 - 13:50
 http://www.swex.de/news/detail.php?nr=10737

hier sind noch 2 Bilder von Nazis in besserer Qualität - lassen sich aber leider nur noch Per Screenshot (Druck - Taste drucken - Paint öffnen - Bearbeiten - Einfügen) speichern.

relativ gut

auch dagewesener 11.10.2010 - 13:50
ich war auch da und finde auch das da einiges mehr rauszuholen gewesen wäre
positiv überrascht haben mich die schweinfurter migratenkinder die trotz geringer demoerfahrung sich den faschos offensiv in den weg gestellt haben und auch net davor zurückgeschreckt haben die faschos mit eiern zu bewerfen.
äußerst unorganisiert waren hingegen die mit größerer demoerfahrung. anstatt kreuzungen zu blockieren oder sich aufzuteilen um möglichst alle wege der faschos zu blockieren wurden ein paar seitengassen blockiert durch die eh kein fascho durchgeleitet worden wäre. das hat schließlich auch dazu geführt das die nazis dann doch loslaufen konnten - genau in die richtung in der kein mensch blockiert hat. von den bürgerlichen is ja net mehr zu erwarten aber da gab es bei uns echt viele probleme die beim nächsten mal vermieden werden müssen.

noch ein Artikel:

. 11.10.2010 - 18:12

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