[Brüssel] Massive Repression beim NBC

police.par.tout_justice.nulle.part 01.10.2010 00:38 Themen: Antirassismus Freiräume Globalisierung Repression Weltweit
*** massive Repressionwelle(n) gegen Aktivist_innen des NoBorderCamps (NBC) *** 29.9.: massenhafte Festnahmen (ca. 350) vor und während der Gewerkschaftsdemo *** 29.9.: fast komplette Clownsarmee verhaftet *** 29.9.: Polizeiangriff auf den antikapitalistischen Block *** 30.9.: Flyerverteilende vehaftet ***30.9.: willkürliche und bruale Festnahmen von Spaziergänger_innen ***
Die Repression gegen Aktivist_innen des NoBorderCamps (NBC) in Brüssel nimmt derzeit Ausmaße an, die selbst örtliche Aktivist_innen überrascht. Zwar nimmt Brüssel, was die Repression von emanzipatorischen Bewegungen angeht, in Belgien eine Art “Vorreiterrolle” ein, doch was anlässlich des NBC passiert, ist selbst für Brüsseler Verhältnisse unkonventionell.

Aus Anlass eines informellen Treffens der Finanzminister_innen der EU-Mitgliedsstaaten fand am 29.9. eine internationale Gewerkschaftsdemonstration statt. Die Gruppe “Precarious United” rief zu einem antikapitalistischen Block auf der Demo auf. Bereits im Vorfeld der Demonstration verhaftete die Polizei hunderte Akivist_innen (inkl. eines Großteils der Clownsarmee) und brachte sie in Bussen zu einer Gefangenensammelstelle (GeSa). Dort wurden jeweils um die 30 Leute in 20qm große Zellen gesperrt, nachdem sie durchsucht worden waren. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wurde einiger Lärm gemacht, indem Inhaftierte ihre Schuhe gegen die Zellentüren schlugen, auf den Toiletten trommelten und “No Border! No Nation! Stop deportation!” und andere Parolen riefen. Nach ca. 9 Stunden Arrest wurden alle Gefangenen in Busse verfrachtet und zum NBC gefahren. Die letzten Aktivist_innen wurden gegen 2 Uhr nachts entlassen.

Bereits vor Beginn der Demo kesselte die Polizei den Antikap-Block und griff ihn später mit Pfefferspray, Pepperballs, und Schlagstöcken an. Die lächerliche Begründung für den Angriff lautete, dass auf einem Transparent ein Anarchie-Zeichen aufgemalt war.

Am 30.9. erreichte die Willkür der Repressionsbehörden einen bisherigen traurigen Höhepunkt. Nachdem bereits gegen Mittag mehrere Aktivist_innen bei kleineren Aktionen wie Flyerverteilen verhaftet worden waren, wurden um 15:45 Uhr sechs Menschen, die sich vom NBC aus auf einen Spaziergang begeben hatten, von mehr als 15 Cops brutal verhaftet. Dabei wurden Menschen mit den Knien auf dem Kopf zu Boden gedrückt, an den Haaren ins Auto gezerrt und gewürgt. Die Spaziergänger_innen wurden als “lefty bastards” beschimpft und Fragen nach dem Grund der Festnahme wurden mit “Shut up, bitch!” beantwortet. Auf der Wache in der Innenstadt wurden alle sechs mit schmerzhaften Polizeigriffen ins Innere gebracht. Dort mussten sie sich ausziehen und Spötteleien der Cops ertragen. Frauen, die sich weigerten, sich zu entkleiden, wurden von männlichen Cops ausgezogen und anschließend mit roher Gewalt in die Zellen gebracht. Nach ca. sechs Stunden, in denen lediglich ein Becher Wasser pro Person ausgehändigt wurde, entließen die Cops die Gefangenen, die vor der Polizeistation von Unterstützer_innen herzlich empfangen und mit Schokolade und Obst versorgt wurden. Allerdings hatten die Cops die Jacken von drei Festgenommenen mitsamt Portemonnaies offenbar in den Müll geschmissen und waren nicht in der Lage, diese wiederzubeschaffen.

Es bleibt abzuwarten, ob die morgige Demonstration gegen Staaten und Knäste angesichts der massiven Repression überhaupt stattfinden kann und falls ja, wie sie verlaufen wird. Auch ist unklar, ob die Polizei mit ihrer Strategie von willkürlichen Festnahmen fortfährt. Klar ist und bleibt lediglich eines:

Police par tout! Justice nulle part!
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Brainwashed 01.10.2010 - 00:51
Krass, die cops (bzw. der politische wille dahinter) im EU-raum scheinen gerade richtig aufzudrehen.
Solidarische Grüße an euch! haltet durch, bis eines Tages das Grenzregime fällt.
A.C.A.B.
No Border No Nation
Shut down Fortress Europe
&viele andere Parolen, die zwar kurz und abgedrochen sind, hinter denen aber so viel steht